Brief an meinen Mann...

    • (1) 01.05.18 - 22:02

      Lieber M..
      jetzt bist du gerade zum Nachbarn rüber, Fußball gucken. Kein Problem, das ist dein Ding,.. die Bayern "unterstützen" mit deinen Kumpels..😅...es sei dir gegönnt..
      Was ich nicht verstehe, du gehst einfach, ohne Kuss, nur ein "Tschüss"... Nicht böse gemeint, sicher nicht, aber ganz sicher auch nicht liebevoll..
      Seit 8 Jahren sind wir nun zusammen, seit 4 Jahren verheiratet und haben zwei tolle Kinder (3+1).. die rosarote Brille? Am Anfang war sie noch knallrosa! Was haben wir gelacht, uns geliebt, ich konnte dich alles fragen, dir alles erzählen, ohne mir blöd vorzukommen.. Jetzt traue ich mich manchmal nicht einmal zu fragen wie dein Tag war oder dir zu erzählen wie meiner war. Aus Angst vor der Reaktion die mich wieder verletzt.. ich vermisse unsere Gespräche über jeden Quatsch, vermisse dein Interesse.. dein Interesse an mir. Wie gerne wäre ich wieder die Frau, die zu haben du so stolz bist.. "meine Kleine"... Ich bin durchsichtig geworden... Jedes Jahr ein bisschen mehr.
      Ich vermisse es berührt zu werden.. morgens ein Kuss zum Abschied reicht einfach nicht. Liebst du mich noch? "Ja natürlich. Das werde ich auch immer."... Warum nimmst du mich dann nie in den Arm? Nimmst meine Hand? Schmiegst dich an mich?.. Sex? Wenn du es nicht möchtest, ist das okay.... Aber keine Liebe?.. wie oft wir morgens nach einer Feier schon gestritten haben... Du wirfst mir vor ich wäre nie zufrieden.. Dabei bin ich nicht sauer sondern einfach nur so unendlich traurig. Traurig, dass es dir egal ist, mich auf einer Feier den ganzen Abend nicht zu sehen... Traurig, dass es dir egal ist wenn andere Männer mit mir tanzen/wollen... Traurig, dass die Kinder nachts aus dem Haus sind und wieder nichts zwischen uns passiert ist,...wir nicht Mal zusammen nach Hause gehen.
      Traurig, es überhaupt angesprochen zu haben... Außer das du wütend bist, hat es nichts gebracht.
      Meine Gefühle dir gegenüber haben sich in den letzten Jahren nicht groß verändert... Ich würde es nur jetzt sicherlich nicht mehr so nach außen tragen. Nicht weil ich mich dafür schämen würde, eher aus Angst vor Ablehnung... Diese Ablehnungen in Form von nicht beantworteten Liebesnachrichten oder Flirtversuchen dir gegenüber, nicht erwiderte Blicke oder Berührungen.
      Erwarte ich zu viel? Ist es das? Kann eine Ehe so funktionieren.. müssen Ehen "funktionieren"? Bleibt die Liebe irgendwann auf der Strecke?... Meine Liebe ist noch genau an dem Punkt wo sie angefangen ist.. ich frage mich an welchem Punkt unserer Beziehung deine Liebe den Rückwärtsgang eingelegt hat..
      Was soll ich machen? Auf "Arschloch" tun? Kann und will ich nicht... Es würde eh nichts bringen. Dir ist es egal oder du bist deswegen nur sauer. Also nichts gewonnen... Dir die Pistole auf die Brust setzen? "Wenn sich nichts ändern, bin ich weg."... Und unsere Kinder damit verletzen? Auf gar keinen Fall! Zum jetzigen Zeitpunkt empfinde ich es auch als zu übertrieben...
      Paartherapie? Da kenn ich ja deine Meinung: "Es ist doch alles gut... Was hast du denn? Ich glaube ich wäre nur zu genervt von so nem Typen, als das er helfen kann."
      Was bleibt also? Es ertragen, aushalten, es weglachen (ja, schlechte Laune magst du gar nicht!)... Und wie lange soll es so gehen?...
      Ich habe dir am Anfang unserer Beziehung gesagt, dass ich die Erfahrung gemacht habe dass irgendwann der eine mehr liebt als der andere... So ist es bei uns seit 6 Jahren.. jeden Tag ein bisschen mehr...
      Lass mich nicht daran zerbrechen. Du hast gesagt, du würdest immer auf mein Herz aufpassen...
      Deine B.


      Danke für alle, die bis hierhin gelesen haben. Es tat gut es mal loszuwerden. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen der in einer ähnlichen Situation ist und mir sagt was man machen kann...

      • (2) 01.05.18 - 22:20

        Deine Zeilen haben mich sehr berührt, ich habe Tränen in den Augen

        😢
        Und wenn Du IHM das wirklich zu lesen gibst?

        • Das habe ich schon gemacht... Letztes Jahr im September. Ich habe einen Brief geschrieben... Der Inhalt war ähnlich, aber mittlerweile hat sich alles noch intensiviert. Wir haben darüber gesprochen... "Ich hätte ja auch ständig schlechte Laune".. was so nicht stimmt und natürlich übertrieben ist.. aber er empfindet es so.. dadurch hätte er "eben keine Lust"... Ob ihm das alles so reicht? "Hm.. offensichtlich reicht mir das. Da kommt eins zum anderen."
          Zum Schluss habe ich geschrieben, dass ich ihm gerne abends sagen möchte wie lieb ich ihn habe, dass ich ihn liebe... Es liegt auf meinen Lippen, aber es kommt nicht raus, aus Angst er antwortet nicht...
          Damit hat der Brief abgeschlossen... Darauf ist er nicht eingegangen. Somit hab ich meine Antwort, oder?... Früher wäre er geschockt gewesen über solche Gefühle meinerseits... Beschäftigt hat ihn das sicher etwas, einen Brief zurück habe ich nicht bekommen...

      Warum legst Du ihm den Brief nicht einfach morgen hin? Heute nacht weniger, wenn er vom Fussball und mit Bier intus heimkommt.....aber morgen! LG Moni

      ". Dir die Pistole auf die Brust setzen? "Wenn sich nichts ändern, bin ich weg."... Und unsere Kinder damit verletzen? Auf gar keinen Fall! "

      Genau DAS solltest du endlich tun anstatt Ewigkeiten alles zu ertragen und weg zu lächeln. Dafür sollte dir deine Lebenszeit zu schade sein und du dir mehr weit sein.

      Kinder vorschieben ist immer gänzlich schlecht....Die haben übrigens garnix von der gespielten heilen Welt und einer schwachen Mama die alles Erträgt und einen Vater der keinen Funken mehr für Mama übrig hat.

    • (7) 01.05.18 - 23:34

      😢 Owe..... das berührt. Tut mir leid, dass DU dich so ungeliebt von ihm fühlst. Leider habe ich die Erfahrung bei Männern auch sehr oft gemacht. Am Anfang liebevoll, streicheln hier, Liebesbekundung da usw. Und wenn sie einen erst mal "haben", lässt alles sehr schnell nach.

      Verstehe ich auch nicht. Glaube aber langsam, die Männer sind einfach fast alle so. 😕

      Lg

      Ich würde die Beziehung mal ganz genau überdenken. Was bringt Dir das Tag für Tag darin auszuharren?
      Die Kinder sind noch klein, die sollten nicht allzu viel mitbekommen.

      (9) 02.05.18 - 00:15
      My point of view

      Oje, du bist wirklich gerade mies drauf.
      Und Auslöser für diese Grundsatzdiskussion ist, dass dein Mann nur "Tschüss" gesagt hat, als er zum Fußballgucken ging...?

      Mein Mann und ich sind schon 22 Jahre liiert und 15 Jahre verheiratet. Wir sagen "Tschüss" wenn wir gehen, und küssen uns nie zum Abschied. Trotzdem habe ich null Zweifel, dass wir zusammengehören. Es ist lustig mit uns, wenn wir zusammen sind, und wir haben uns auch nach so langer Zeit immer was zu sagen. Die Verliebtheit ist schon lange einer kostbaren Vertrautheit gewichen, die ich sehr zu schätzen weiß. Warme Glut statt lodernder Leidenschaft. Ich bin mir ganz und gar sicher, dass er der Richtige ist. Ohne Liebesschwüre und ohne romantischen Überschwang.

      Was ich machen würde? NICHT deinen Brief auf's Kopfkissen legen. Sondern ein zweites Blatt nehmen und aufschreiben, was du alles an ihm magst und schätzt. Was schön war in der letzten Zeit. Ganz sicher gibt's da mehr als du jetzt denkst. Liebe gewinnt man nicht durch Vorwürfe. Und (zu) große Erwartungen sind das Ende einer Liebe. Unternehmt regelmäßig was Schönes zusammen und schaut, dass Ihr im Gespräch bleibt (- nicht zu verwechseln mit Probleme-wälzen). Alles Gute Euch.

      • Ein Paar definiert die für sich wichtigen Rituale. Manche Rituale haben Bestand, andere verlaufen sich, oder werden nur noch von einem der beiden Partner weitergetragen.

        Dass du und dein Mann euch nicht zum Abschied küsst, scheint euer einvernehmliches Ritual zu sein. Daraus Rückschlüsse auf andere Beziehungen zu schliessen ist unsinnig.

        Mein Mann und ich sind seit 22 Jahren zusammen, ein Abschiedskuss gehört bei uns dazu, geht dieser einmal fast unter, dann sagt einer von uns: was, kein Kuss, so lange sind wir doch noch nicht verheiratet ;-) Das ist unser Ritual, für andere mag das unwichtig oder lächerlich erscheinen. Würde sich nun einer von uns zwei aus diesem (und anderen) gemeinsamen Ritualen ausklinken, hätte der andere bestimmt ganz schön zu beissen.

        • (11) 02.05.18 - 08:24

          und meine Vermutung ist hier, dass das Bedürfnis nach Ritualen hier unterschiedlich ist...

          (12) 02.05.18 - 13:15

          Ein "einvernehmliches Ritual" kann man nicht erzwingen, es entwickelt sich und beide müssen sich darin wieder finden. Für den Mann sind regelmäßige Liebeserklärungen und Abschiedsküsse offensichtlich kein gemeinsames Ritual, sonst würde er es ja tun.

          Bleiben also nur folgende Möglichkeiten:
          1) er spielt Vito Schnabel / Bangelina auch wenn ihm nicht danach ist (kurzfristige Entspannung, langfristige Verbiegung/ Entfremdung mit allen Risiken)
          2) sie suchen nach Verbindendem, bzw. nach Ritualen, die für beide stimmig sind
          3) sie macht auf Drama-Queen und schlägt ihn in die Flucht
          4) sie trennt sich und hofft auf den nächsten Prinzen.

          Ich hätte jetzt das Zweite empfohlen. Aber das ist meine Meinung, die nicht jeder teilen muss.

    (13) 02.05.18 - 06:34

    Ich kann Dir an der Stelle nur einen Tipp geben: Hör auf, seine Liebesbekundungen einzufordern. Hör auf, ihm Vorwürfe zu machen, dass er Dich lieblos behandelt. Hör auf, ihm Bittbriefe zu schreiben, ihn anzuflehen.
    Das alles macht Dich total unbegehrenswert und Du hast es ja bereits versucht. Es hilft ja nicht, das hast Du auch schon gemerkt. Er hat eben diese Gefühle nicht und weiss wahrscheinlich selbst nicht warum.

    Statt dessen zeig ihm unmissverständlich, dass Deine Liebe auch endlich ist und nicht selbstverständlich. Dass Du Konsequenzen ziehst, wenn er nicht bereit ist, an Eurer Ehe zu arbeiten. Dass Wäsche waschen, kochen und putzen nicht das ist, was ihn bei Dir halten sollte. Und dass Du nicht abwarten wirst, bis er sich anderweitig orientiert und sich bei einer anderen Frau das holt, was er glaubt bei Dir nicht mehr zu finden.
    Wenn er Dich vermissen und begehren soll, dann muss ihm klar werden, dass er dazu auch allen Grund hat.

    • (14) 02.05.18 - 07:50

      Ähnliche Gedanken hatte ich auch. Sehr guter Tipp ✌

      (15) 02.05.18 - 08:38
      zeigen. dass die

      @ TE (witch71s Aussage bestärken)
      zeigen, dass die eigene Liebe auch begrenzt ist...
      und das nicht gegen ihn, sondern für dich

      dann wird es dir leichter fallen... du liebst ihn ja und willst ihn eigentlich nicht verlieren
      du möchtest gerne eure Liebe wieder, sie hat sich im Alltag verändert

      und das ist die Herausforderung sie in eurem Alltag wieder zu finden
      er ist sich eurer Liebe sicher
      du möchtest mehr Rückmeldung, mehr gemeinsam...

      warte nicht darauf, dass von ihm was kommt
      er kann sich eurer Liebe sicher sein und sein Leben leben
      lebe du auch deines! und vielleicht magst es es ausprobieren, dass du dich nicht mehr um die Liebe bemühst, sondern davon ausgehst, dass sie sicher ist...

      ... nur so ein Gedanke

      alles Gute!!!

(16) 02.05.18 - 08:29

"Du hast gesagt, du würdest immer auf mein Herz aufpassen..."

Das sind die Dinge, die manche so sagen, wenn die Brille noch tiefrosarot ist. Tatsächlich muss man darauf aber wohl schon selbst aufpassen, das Bemühen anderer Menschen ist da immer (inhaltlich und womöglich auch zeitlich) begrenzt.

Hallo blitzdings,

der Brief ist sehr schön und gefühlvoll geschrieben, aber ich glaube dass Dein Mann dessen tieferen Sinn nicht erkennt oder nicht erkennen will.

Du scheinst Eure Problematik ja immer wieder anzusprechen und forderst von ihm mehr Liebesbeweise ein, mehr Zärtlichkeit, mehr Aufmerksamkeit.
Ihm jedoch scheint es eher schnurz zu sein, er arrangiert sich gekonnt mit der jetzigen Ist-Situation und es scheint ja trotzdem in seinen Augen zu funktionieren.
Er weiß, dass Dich vieles stört aber er verlässt sich darauf, dass nichts Größeres passiert.
(Salopp gesagt: "Jetzt spinnt sie mal wieder ein bisschen, aber die beruhigt sich schon wieder!")

Dein Mann verhält sich wie ein Faultier. Der hat seinen gemütlichen Platz, der macht nach wie vor sein Ding. Oder bayrisch gesagt: "I bin wie i bin!"

Ich würde an Deiner Stelle sehr wohl mal handeln.
Niemand verlangt, dass Du Dich wie ein "Arschloch" aufführen musst.
Aber wenn z.B. auf einer Feier andere Männer mit Dir tanzen wollen - dann TANZ MIT IHNEN! Genieße einfach mal deren Aufmerksamkeit, nimm das Kompliment an.
Du bist eine tolle und starke Frau.
Wenn Dein Mann keinen Bock auf Deine Nähe hat oder nicht mit Dir tanzen will, dann tanze mit anderen. Fertig. Hab Spaß. Und lauf diesem Stiesel nicht nach.
Wenn er nicht vollständig auf den Kopf gefallen ist, wird er mit der Zeit schon merken, was er an Dir hat und sieht eventuell seine Felle davonschwimmen.
Dann handelt er hoffentlich richtig.

Wenn ihm das weiterhin egal ist, dann solltest Du die Konsequenzen tragen.
Bitte schiebe nicht die Kinder vor. Die spüren auch, wie unglücklich ihre Mutter ist.

LG

(18) 02.05.18 - 09:53

Vor ein paar Jahren hätte ich einen Brief mit sehr ähnlichem Inhalt schreiben können.
Auch mein Mann vergisst bis heute mit schönster Regelmäßigkeit, dass ich auf Partys auch zugegen bin und wir gehen wirklich nur selten gemeinsam nach Hause. Paarzeit musste ich mir hart erkämpfen und es gab tatsächlich Abende, wo ich einen Babysitter organisiert habe und er lieber auf ein Bier zu den Nachbarn gegangen ist. Ich könne ja mitkommen. Nee, ist klar....

Ich habe lange Zeit auf die Art und Weise gekämpft wie du das tust. Ich habe geweint, gebettelt, Beziehungsgespräche geführt, es uns schön gemacht... Passiert ist nichts.
Ich habe dann irgendwann selbst eine Therapie gemacht, weil ich so fertig war (auch aus anderen Gründen) und mein Therapeut ulkte immer, er mache mit mir eine Paartherapie ohne Paar. Das hat mir aber tatsächlich damals sehr geholfen!

Ich kann das schlecht in Worte fassen, aber der entscheidende Wende-Punkt war glaube ich, dass ich aufgehört habe, Erwartungen an meinen Partner zu stellen, also wirklich aufgehört habe. Das hat mich sehr frei gemacht in mehrfacher Hinsicht:
a) Ich habe mich selbst um die Erfüllung meiner Bedürfnisse gekümmert und nicht erwartet, dass mein Partner das tut. Und ja, dazu gehört auch, dass ich geflirtet habe und noch immer flirte, wenn ich mal wieder den Zauber des Anfangs spüren möchte und merken will, dass ich noch begehrenswert bin.
b) Ich konnte meinen Partner wieder "unemotionaler" sehen. Vorher war ich sehr darauf fokussiert, welche Erwartungen er nicht erfüllt, wo ich mich im Defizit sehe, was er alles falsch macht. Dadurch entstand zumindest in meinem Fall ein Zerrbild: Mein Mann hat viele gute Seiten. Er ist in vieler Hinsicht sehr verlässlich und mir gegenüber auf seine Art und Weise extrem loyal, wir können gute Gespräche führen (allerdings nicht über Gefühle, dazu ist er viel zu kopflastig) und er kann mir viel Freiheit geben und ist nie missgünstig, wenn ich mich um mich selbst kümmere. Und er liebt mich, er zeigt es nur gaaaanz anders, als ich das tue. Er ist in seinen Liebesbekundungen eher sachlich-pragmatisch. Da musste ich im wahrsten Sinne des Wortes erst seine Sprache, Liebe auszudrücken, lernen.

Ich habe mich also irgendwie innerhalb unserer Beziehung emanzipiert. Und das wiederum hatte sehr positive Auswirkungen auf unsere Beziehung. Mein Mann stand vorher gefühlsmäßig manchmal mit dem Rücken an der Wand und war förmlich erschlagen von der Wucht meiner Forderungen an ihn und von dem, was ich mir unter "Liebe" vorstelle. Ich bettelte und klagte, er zog sich zurück, ich bettelte und klagte noch mehr, er zog sich noch weiter zurück.

Als ich damit aufhörte - ich war damals so weit, dass ich Trennung durchaus in Erwägung gezogen habe - wurde es besser. Er kam sukzessive aus seinem Schneckenhaus raus und war auf einmal offen, wieder Schritte auf mich zuzugehen. Freiwillig, nicht weil ich sie erwartet habe. Ich habe das Gefühl, dass ich durch meine "Emanzipation" wieder attraktiver für ihn geworden bin. Ich bin nicht mehr das bedürftige Weibchen, sondern mittlerweile eher die taffe Frau, die für sich selbst sorgt.

Vielleicht ist das auch ein Weg für euch. Für uns war es einer. Ich musste mich in einem schmerzhaften Prozess von meiner Disney-Vorstellung von Liebe verabschieden, habe aber dafür eine Beziehung gewonnen, in der zwei sehr eigenständige Menschen miteinander leben und darüber hinaus das Gefühl, dass ich mehr bin als der Teil eines Paares, sondern jemand, der auch allein gut durchs Leben käme, was ich aber nicht will, weil ich meinen Partner tatsächlich liebe.

Was ich dir also raten möchte: Kümmere ich um dich selbst. Die Welt geht nicht unter, wenn ihr euch trennt. Auch für deine Kinder nicht (und das sage ich dir als Scheidungskind). Und vor dem Hintergrund dieses Wissens: Sei deines eigenen Glückes Schmied. Kümmere dich um dich und deine Bedürfnisse. Betrachte deinen Partner mal nüchtern: Ist er tatsächlich nur der empathie- und lieblose Idiot oder gibt es Dinge an ihm, die du liebst und die reichen, um eine Beziehung zu führen?

Viel Glück dabei!!

  • (19) 04.05.18 - 16:53

    Wunderbar in Worte gefasst, was ich die ganze Zeit beim Lessen gedacht habe! Ich selbst habe das auch so durch mit einer "Paartherapie ohne Paar" und habe dabei genau das gelernt, was du gelernt hast: Die Sprache des Partners verstehen und nicht erwarten, dass er meine spricht, dass er nicht dafür zuständig ist, mich zu einem glücklichen Menschen zu machen, sondern dass ich da ganz allein für verantwortlich bin, dass ich in meiner Ehe emanzipiert bin .

    Wichtig ist auch, dass man dem Partner auf Augenhöhe begegnet, und beim Betteln um Liebe und Aufmerksamkeit macht man sich klein und wird so unattraktiv für den Partner. Bei uns ist zwar noch nicht alles wieder in Ordnung, aber wir sind (ich bin) auf einem guten Weg.

(20) 02.05.18 - 12:57

Hallo,

sorry, ich habe nur die ersten paar Zeilen gelesen und mich schon fremdgeschämt,

Wundervoll geschrieben. Habe tränen in den augen.hätte ich schreiben können.

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