Ehe-Hölle

    • (1) 02.05.18 - 07:54

      Hallo,

      ich stecke in einer riesigen Ehekrisefest und weiß nicht mehr weiter.

      Das gesamte Jahr 2017 war mein Mann (40 Jahre), mit dem ich (37 Jahre) seit 2006 zusammen und seit 2010 verheiratet bin (wir haben auch zwei gemeinsame Kinder), eigentlich fast ständig in der Arbeit. Ziemlich oft auch am Wochenende bzw kam er unter der Woche 1-2 std heim um die Kinder zu sehen und ist dann nochmal ins Büro gefahren oder musste von daheim aus Arbeiten -> Eheleben kam also sehr kurz. Wir haben immer mehr gestritten und das ging teilweise auch unter die Gürtellinie (von beiden Seiten). Mein Fehler in der ganzen Situation war, dass ich ihn vielleicht die letzten Jahre zuwenig zu schätzen wusste bzw zu wenig gezeigt habe, dass ich ihn liebe. Es gab leider auch einige SChicksalsschläge die alles nicht gerade leichter gemacht haben die letzten zwei Jahre (mein Bruder und mein Vater sind gestorben, die Wohnung meiner Oma ist abgebrannt, ein Prozess gegen einen Bauträger).

      Im Oktober letztes Jahr wusste ich nicht mehr was ich fühle (ich war halt eigentlich mind 80% der Zeit allein mit den Kindern und wollte so nicht weiter machen), das hat er null verstanden, weil ihm seine Arbeit über alles geht. Im November gab es dann einen riesigen Streit und da haben wir das erste Mal (im Streit) über Trennung/Scheidung gesprochen. Wir haben dann eine Paartherapie begonnen und von Weihnachten bis Anfang März lief es eigentlich ziemlich gut. Dann habe ich plötzlich gemerkt, dass er mir gegenüber immer kälter wurde und wegen jeder Kleinigkeit nur noch rumgemeckert hat. Das habe ich bei der nächsten Therapie angeredet und eben gemeint so schwindet bei mir auch langsam die Motivation länger an unserer Ehe zu arbeiten.

      Eine Woche später hab ich ihn dann nochmal darauf angeredet und er meinte er hat momentan keine Gefühle mehr für mich. Daraufhin ist er erstmal eine Woche ausgezogen um Abstand zu bekommen (Kinder dachten er ist auf Dienstreise).

      Nach einem Gespräch haben wir uns entschlossen nochmal zu versuchen eine Basis zu finden und darauf wieder aufzubauen (immerhin haben wir uns ja sehr geliebt und auch zwei tolle Kinder zusammen). Das ist jetzt fast 4 Wochen her und ich komme mit der Situation gar nicht zurecht. Er ist nicht mal dazu bereit mir ein normales Bussi zur Begrüßung oder beim Verabschieden zu geben (Er ist dazu noch nicht bereit), er fühlt sich eingeengt und will nur noch Sachen für sich machen, er ist oft gemein zu mir und kritisiert mich. Also im Großen und Ganzuen wirkt es auf mich nicht so als ob er es ernst meint damit, dass er wieder was aufbauen will.

      Ich weiß nicht mehr wielange ich so noch weitermachen kann. Ich bin richtig verzweifelt.

      Sandra

      • Vielleicht mal etwas den Spieß umdrehen?

        Zeig ihm nicht so deutlich, dass du kämpfst und er jederzeit zurück kommen kann.

        Zeig ihm etwas die kalte Schulter und was für eine starke Frau du auch allein sein kannst.

        Es heißt doch immer so schön Männer sind Jäger.

        Zeig ihm was er verlieren könnte!

      Hallo,

      vielleicht WILL er das alles, also euch, nicht aufgeben, aber die Gefühle reichen dennoch nicht? Dass man die Zeit nicht wegwerfen will und auch zu schätzen weiß, was man an dem anderen hat, sind gute Grundvoraussetzungen, aber letzten Endes benötigt es eben auch Liebe, um das alles auch zu schaffen.

      Wie geht es dir denn? Liebst du ihn? Verletzt es dich, wenn er dich nicht küssen / anfassen möchte? Dass er distanziert ist? Oder ärgert es dich einfach, weil ihr es ja wieder miteinander probieren wolltet?

      Sprich nochmal in Ruhe mit ihm über seine Gefühle.

      Bei meinem Ex-Freund war es nämlich genau das (und wir sind weit weniger zusammen gewesen, haben keine Kinder usw): Er wollte das mit uns nicht aufgeben und beenden, aber letzten Endes hat er gemerkt, dass die Gefühle einfach nicht mehr stimmen und der reine Wille eben nichts bringt. Er hat es irgendwann nicht mehr ertragen, zu sehen, wie traurig es mich macht, dass er mir keine Nähe geben kann. Nachdem die Trennung ausgesprochen war, war meine erste Empfindung Erleichterung. Mir ging / geht es gut damit. Natürlich hätte ich mir alles anders gewünscht, aber einem Menschen, den man liebt, nicht mehr nah sein zu können, obwohl man zusammen lebt, ist noch viel schrecklicher.

      Also: Sprich in Ruhe mit deinem Mann. Frag ihn, wie es ihm geht. Gefühlstechnisch. Was er sich wünscht. Ob der Neustart so, wie es aktuell läuft, für ihn funktioniert.
      Letzten Endes müsst ihr beide damit glücklich sein.Und manchmal muss man vielleicht irgendwann erkennen, dass man gescheitert ist.

      Ich wünsche dir alles Gute!

      • Das haben wir dieses WE getan. Er meinte es ist schon noch Liebe da, nur ist das halt irgendwie verschüttet und er weiß selbst nicht was er tun soll, damit sich das wieder ändert.

        Und ja wenn es wirklich gar nichts mehr wird, bleibt leider eh nichts als die Trennung, was halt mit Kindern immer der letzte Weg sein sollte finde ich.

    Hi,
    wenn ich mit meinem Mann eine Krise habe, hätte ivh auch keine Lust mehr auf "Bussi Bussi", um irgendwie den Schein zu wahren.

    Lass ihn doch mal in Ruhe -auch für Dich, um einen Weg für sich selber zu finden.
    Mach deine Dinge, Hobbys, Freunde treffen, Frisör, Wellness Wochenende
    Und das sollte nicht sagen "ihm zeig ich es jetzt" sondern suche deinen eigenen Weg, mache Dinge, die dir gefallen, nehme dir bewusst Zeit.....

    lg
    lisa

    • Nein, nein das kam jetzt falsch rüber das will ich auch nicht nur um den Schein zu wahren.
      Aber ich finde es halt auch komisch sich gar nicht zu begrüßen oder zu verabschieden. Wir hassen uns jetzt ja eigentlich nicht und wollen ja beide daran arbeiten. Vielleicht sehe ich es auch zu eng. Ich weiß nicht. Aber ich finde bei so einem Bussi auf die Wange nichts dabei. das gebe ich und mein Mann eigentlich auch jedem Bekannten den wir sehen.

      Und ja die Zeit für mich nehmen hab ich in den letzten Wochen versucht durchzuziehen. Ich hab eine neue Frisur, ich gehe zweimal die Woche laufen, ich gehe mit Freundinnen aus usw. und das tut auch überraschend gut.

      Er verwirrt mich halt komplett mit seinem Verhalten. Einerseits will er Abstand (was ich auch ok finde), andererseits will er mit mir gemeinsam abendessen wenn die kinder schlafen, mit mir in einem Bett schlafen, mich auf Feiern von seinen Freunden mitnehmen usw.

      Ich bin einfach komplett verwirrt.

      • Bitte analysiere nicht alles und interpretiere was hinein. Männer sind einfach gestrickt und machen über ihre Handlungen nicht 1000 Gedanken.

        Es gibt z.B" einen guten Psycho Test....Du sitzt mit Deinem Partner im Auto,er hält an der Ampel und Du sagst "es ist grün"....
        Wie nimmt er es auf und wie hast du es gemeint.....wenn du hier eine Umfrage starten würdest ....oje....da kommt schon was bei rum

        Ich würde sagen, sehe das ganze als freundschaftliche Basis, was eine Ehe ja auch mit sein sollte und schaut wie es sich weiter entwickelt. Macht Termine fürs Kino, Essen, Bar, Sport, Hobby gemeinsam aus...verabredet Euch richtig, wie es Freunde machen.
        Wenn du in einigen Wochen merkst, ja, es funktioniert gut, ihr kommt klar, redet mehr und intensiver und wälzt nicht nur Probleme sondern habt auch wieder andere Themen (ausser Kids) etc....dann ein gemeinsames Wochenende Vorschlagen.

        Schritt für Schritt...und zeig ihm nicht ständig, das du es für ihn machst sondern das dir die Freundschaft wichtig ist.

        lg
        lisa

      Er verwirrt mich halt komplett mit seinem Verhalten. Einerseits will er Abstand (was ich auch ok finde), andererseits will er mit mir gemeinsam abendessen wenn die kinder schlafen, mit mir in einem Bett schlafen, mich auf Feiern von seinen Freunden mitnehmen usw.

      Ganz ehrlich: das klingt doch nach einer guten Basis.

      (14) 02.05.18 - 12:59

      Gib ihm den Raum und die Zeit die er braucht, und nimm dir auch gleichzeitig die Zeit für dich. Ich würde ihn auch jetzt im Moment nicht mehr bedrängen mit Gesprächen über eure Situation oder Gefühle. Er wird sich jetzt erstmal gründlich sortieren müssen.

      Versuch mit gemeinsamen Aktivitäten wie Abendessen, Kino etc. eine freundschaftliche Basis aufzubauen. Probleme wälzen erstmal beiseite legen. Auf einer guten Freundschaft kann man auch vieles dann wieder leichter aufbauen.

(15) 03.05.18 - 11:55

Hey du,

Manno, das ist ja so eine richtig bescheidene Situation.

Dir geht es so richtig, richtig mies, oder?

Niemand, der dich auffängt.

Dein Mann ist abweisend, verletzend , unaufmerksam, will weiterhin Abstand, will sich nicht festlegen, hält dich hin........

Macht man das mit einem Menschen, dem es miserabel geht und den man liebt oder der einem wenigstens am Herzen liegt?

Mich verwundern die Antworten hier.
Mach dich rar,
Männer wollen jagen,
laß ihn in Ruhe.......

Ja, wie lange denn?
Das bedeutet ja ein Abhängigkeit von seinen Launen und eine emotional unerträgliche Dauersituation für dich.

Ist eine Beziehung, in der man leidet, nur gibt und sich ungeborgen und ungeliebt fühlt,
besser
als den Schritt ins Ungewisse einer Trennung zu wagen?

Ich finde, dass dein Mann sich dir gegenüber unzumutbar verhält und würde das so auch ansprechen.
Du musst nicht still vor dich weiterleiden, nicht für einen distanzierten Eisklotz!

Dein Mann weiß nicht, was er will, wie bequem.
Dann mach ihm klar,
was du NICHT mehr willst.
Vielleicht braucht er einfach eine klare Positionierung.

lg
(und deine Situation tut mit aufrichtig leid)

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