Respektlosigkeit

    • (1) 06.05.18 - 19:17
      bin bekannt

      Hallo

      meinen Mann habe ich vor zwanzig Jahren als sehr liebevollen und treuen Menschen kennengelernt. Eigentlich ist er das heute immer noch. Bis auf manche Aussetzer, die mich mittlerweile sehr nerven. Es geht sogar schon soweit, dass ich denke, das auf Dauer nicht mehr hinnehmen zu wollen. Ich verstehe, dass er Stress auf der Arbeit hat, die Kinder machen es uns gerade auch nicht leicht und somit ist er oft genervt. Bin ich auch, aber niemals ihm gegenüber so respektlos. Vor den Kindern motzt er mit mir rum, warum es bei uns so unordentlich ist (das ist es nicht, wenn ich das meinen Freundinnen erzähle glauben sie es nicht, weil es ordentlich bei uns ist) Wenn ich irgendetwas versuche, werde ich als "dumm" hingestellt, wenn es nicht klappt. Wenn es mir nicht gut geht, nimmt er kaum Rücksicht. Wie gesagt, alles nicht ständig, sondern immer wieder mal. Dazwischen ist er der tollste Mann den ich haben könnte.

      In dem Moment, wenn er so ist kann ich ihm das nicht sagen. Da wehrt er sich und schiebt alles von sich weg oder geht dem aus dem Weg.
      Wenn ich ihn später anspreche auf Probleme sagt er, da ist nichts. Oder er schiebt es auf andere Dinge oder mich, also das er nicht Schuld ist daran und doch wohl seine Meinung sagen darf.

      Ich hab noch Hoffnung, das es sich wieder bessert. Vielleicht wenn die Kinder größer sind oder sein Job nicht mehr so stressig. Aber was ist, wenn ich bis dahin kein Interesse mehr habe an einer Besserung?

      • Welche Konsequenzen hat denn sein Verhalten? Ich empfinde das ganz schön herabwürdigend, als müsse er sein Ego dadurch pushen, dass er Dich nieder macht. Hast Du ihm jemals deutlich gesagt, dass er damit aufhören soll? Oder ihn z.B. gefragt, warum er nicht selbst aufräumt, wenn es ihm nicht ordentlich genug ist?

        "Aber was ist, wenn ich bis dahin kein Interesse mehr habe an einer Besserung?"

        Wie wäre es, wenn Du ihn das in einer ruhigen Minute mal direkt fragst?

        • (3) 06.05.18 - 21:20

          In unserer Ehe habe auch ich mich verändert. Ich war als er mich kennengelernt hat sehr schüchtern und habe wohl zu ihm aufgesehen. Jetzt hat er eine Starke Frau neben sich. Das es mich verletzt ist die eine Seite. Das ich bei vielen Dingen einfach drüber stehe die andere. Beim Aufräumen ist es so, dass er mir ganz oft hinterher räumt. Er ist sehr penibel und wenn im Schrank die Gläser nicht ganz gerade sind oder die Spülmaschine "falsch" eingeräumt ist, räumt er einfach um. Mich stört das. Ich sehe das als meinen Job an. Und er tut immer so, als wäre er mir eine große Entlastung und Hilfe im Haushalt weil er was macht. Das was er macht, ergibt aber für mich keinen Sinn :-(
          Ich habe ihm schon ganz deutlich gesagt, dass ich mich von ihm trenne, wenn die Kinder älter sind, wenn er sein verhalten nicht ändert. Aber er sieht schlichtweg nichts Falsches darin :-[

          • Huhu

            "Wenn die kinder älter sind" ist ein ganz falscher Ansatz, der mehr schaden kann, als eine trennung, glaub mir.
            Außerdem wiegst du ihn so in sicherheit. "Ist ja noch genug zeit".

            Setz ihm die Pistole auf die Brust: er hat dich nicht respektlos zu behandeln oder du bist weg.
            Ändert er nix, ziehs durch.

            Oder lern damit zu leben. (Bitte nicht.)

            LG

          • Hm, also ganz ehrlich: Ich räume auch mal den Geschirrspüler um, wenn ich sehe, das auf andere Weise noch etwas mehr reinginge. Und wir haben zwei Sorten Gläser (farbig und normal), die ich immer gern auf eine gewissen Art in den Schrank stelle. Wenn mein Mann einräumt, tausche ich die auch einfach mal flix um. ;-) Das braucht mein innerer Monk einfach und er rollt dann zwar mit den Augen, aber prinzipiell ist es ihm total wurscht. Ist ja meine Zeit. ;-)

            Also wegen solchen Kleinigkeiten würde ich tatsächlich kein Fass aufmachen und mich sicher nicht trennen. Warum teilt ihr das dann nicht so auf, dass er die Sachen einfach allein macht, die er anders handhaben würde? Ich krieg zum Beispiel die Krise, wenn ich sehe, wie mein Mann Wäsche aufhängt. Darum mache ich das fast ausschließlich selbst. Sonst hab ich hinterher nur noch mehr Ärger mit der Bügelwäsche. ;-) Könnt ihr es nicht einfach aufteilen?

            Dass er vor den Kindern respektlos mit dir redet, ist nicht in Ordnung, respektloses Verhalten generell nicht. Kannst du das nicht mal ruhig ansprechen?

            • (6) 07.05.18 - 15:07

              Habe ich ja, aber er hat immer eine Rechtfertigung parat. Es liegt nicht an ihm, sondern daran, wie ich mich in der Situation anstelle... meint er.
              Wenn er den Geschirrspüler umräumt, die Gläser oder sonstwas gibt er immer seinen Kommentar dazu, der mich eben klein in dieser Situation macht. Und er denkt, dass er mir dabei eben eine große Hilfe wäre. Wenn man ihn fragen würde, würde er sagen, er macht sehr viel im Haushalt. Für mich ist das aber alles keine Hilfe. Sondern er macht mir damit eher noch ein schlechtes Gewissen und dadurch, dass ich es beim nächsten mal besser machen will, mehr Arbeit. Unsere Gläser sind im geschlossenen Schrank. In welcher Reihenfolge sie stehen ist völlig egal, sie werden doch sowieso wieder raus genommen. Der innere Monk ist nur solange gut, solange er für Ordnung sorgt. Sobald er einen einschränkt im denken und Dinge tun lässt, die einfach keinen Sinn machen, stört er.

      Hast du da eine Kopie meines Mannes erwischt?

      Es ist nicht alles ganz gleich, bei meinem hängt es massiv von seiner (Grund)Laune ab, was ihn gerade stört (und wie respektlos er dann wird). Reden konnte man mit ihm einmal gut, dass geht leider kaum noch (schlecht). Dass die anderen (wer auch immer) schuld sind ist meist leider auch so.

      Auf der anderen Seite hat er auch viel Gutes.

      Ich für mich merke aber, dass mir das auf Dauer zu viel wird. Ob er sich bessert? Ich glaube nicht mehr daran, hoffe aber noch.

      Und: ich bereite schon ein bisschen Plan B vor. Auf Dauer will ich das SO sicher nicht.

      Manchmal frage ich mich wirklich wie Menschen so blind sein können (glaubt er wirklich dass er auf Dauer mit x und y durchkommt?). Wie geht es dir in dem Punkt?

      LG

      PS kannst jederzeit eine PN schreiben, alles mag ich Forum dann auch nicht erzählen

      Ich würde ihm keine Ausreden mehr zulassen. Mag ja sein, dass man Stress hat und dass das Leben nicht immer einfach ist. Das rechtfertigt aber in keiner Weise Respektlosigkeiten oder die eigene Ehefrau als "dumm" hinzustellen.

      Ich würde noch ein letztes Mal in aller Ruhe ein Gespräch mit ihm führen und ihm klar machen, dass ich mir das so nicht mehr bieten lasse. Redet er denn mit anderen Menschen auch so oder nur mit dir? Ich würde ihm klar machen, dass das so nicht geht und dass sein Handeln künftig Konsequenzen haben wird.

      • (9) 07.05.18 - 00:03

        Welche denn? Ich liebe ihn ja trotzdem noch. Und wenn man ihn von früher kennt und jetzt wenn er entspannt ist, dann weiß man warum.
        Wie ich vorhin schon geschrieben habe, ich bin eine selbstbewusste Frau. Sowas haut mich jetzt nicht um und mein Selbstwertgefühl wird dadurch ganz sicher nicht weniger. Aber klar - verletzen tut es schon und langfristig ist das Ziel, immer den "entspannten" Partner bei sich zu haben.

        • Von wegen du bist selbstsicher und Selbstbewusst. Du bist einfach nur abgestumpft!

          Du bist weder für seine Laune, noch für seine Entspannung zuständig. Was ist denn los mit euch Frauen? Ich habe auch ein sehr stressiges Leben. Ich gehe voll arbeiten und kümmere mich dann noch alleine um meine Kinder und meine kranke Mama und weißt du was? Ich habe meinen Mann noch niemals respektlos behandelt.

          • (11) 07.05.18 - 12:04

            Na gut, aber die Antwort kann doch nicht sein, dass ich mich trenne. Es heisst doch in Guten und in Schlechten Zeiten. Ich werde mir jetzt vornehmen ihn immer direkt und kurz darauf hin zu weisen, dass ich das in dem Moment respektlos finde. Mal sehen, was passiert.

            • "Es heisst doch in guten und in schlechten Zeiten."

              Aber damit sind ja wohl eher schlechte Zeiten gemeint, die von außen über einem hereinbrechen als selbstverursachte. Und bei selbsteingebrockten wäre für mich die entscheidende Frage, ob der Partner bereit ist, gemeinsam an der Problembeseitigung zu arbeiten. Wenn er das tut, lässt sich für eine gewisse Zeit Vieles ertragen, falls nicht, ist der eigene Akku schneller aufgebraucht, als man das wahrhaben möchte.

    Huhu,

    ich hoffe, dass das erlaubt ist, wenn nicht, bitte löschen. Es gibt da ein ganz tolles Buch, dass ich selbst zu dem Thema gelesen habe. Es heißt
    "Liebe & Respekt: Die Nähe, nach der sie sich sehnt. Die Anerkennung die er sich wünscht."

    Ich hab das Buch damals gelesen, als ich merkte, dass mein Mann und ich ab und zu Kommunikationsschwierigkeiten hatten. Irgendetwas in unserem Verhalten stimmte nicht und es passierte uns ab und zu, dass wir im Eifer des Gefechtes Dinge los ließen, die wirklich nicht sehr respektvoll waren.

    Das wurde mir aber erst so richtig beim Lesen bewusst. Der Titel verrät eigentlich schon sehr viel. Du schreibst, du hast anfangs stark zu ihm aufgesehen - hast dich nun in deinem Wesen etwas verändert, bist stärker, selbstbewusster. Gibt es vielleicht auch in deinem Verhalten eine Veränderung ihm gegenüber? Fühlt er sich so, als würde er von Dir keine Anerkennung mehr bekommen? (damit meine ich keinen hoheitlichen Knicks, versteht sich hoffentlich von selbst).

    Damit will ich weder sagen, dass du irgendeine Schuld trägst, noch dass sein Verhalten korrekt ist. Aber oftmals reicht es schon das Verhalten zueinander zu reflektieren, was sich vielleicht innerhalb der Beziehung verändert hat. Das Bewusstsein reicht manchmal schon, um die ganze Situation zu verbessern.

    Ich halte im Übrigen von Trennung auch nichts. Ich finde es ganz schlimm, dass es zum Trend geworden ist, wegzulaufen, wenn es schwierig wird. Als würde Familie nichts mehr bedeuten. Ich habe mit meinem Partner schon ganz andere Schwierigkeiten überwunden und das kämpfen hat sich gelohnt.

    Blätter mal in dem Buch, wenn du magst. Wie gesagt, mir hat es ganz extrem geholfen auch "meine" Verhaltensweisen zu überdenken und damit habe ich automatisch auch unser Miteinander verbessert.

    Achja, ansprechen würde ich das Thema gar nicht, wenn er sich mal wieder in "Rage" geredet hat. Umdrehen. Gehen. Durchatmen. Und in einem ruhigen Moment ansprechen.

    • (14) 07.05.18 - 14:14

      Vielen lieben Dank für deinen Tipp und deine Antwort die für mich viel Sinn ergibt.
      Ob ich mich ihm gegenüber verändert habe kann ich gar nicht genau beschreiben. Dieser "Hofknicks" fehlt ganz sicher. Sozusagen hatte er früher die Hosen an und Entscheidungen gingen von ihm aus. Ich hatte Angst etwas falsches zu machen und war deshalb ganz froh drüber die Verantwortung ab zu geben. Mit den Kindern kommt dann ganz automatisch Verantwortung auf einen zu, die man nicht abgeben kann (zumindest in vielen Situationen nicht, denn der Partner ist ja nicht 24 Stunden am Tag dabei) und das war wohl der Anfang an dem sich die ganze Situation geändert hat. Mein Sohn war bis zur Schulzeit so schüchtern wie ich früher und da mich diese Situation damals belastet hat habe ich alles daran gesetzt ihm mehr Selbstbewusstsein zu geben und es hat funktioniert und bei mir gleich mit.
      Somit entsteht die Situation, das ich in Entscheidungen, die er früher ganz alleine getroffen hat mit reinrede oder sie sogar zunichte mache und das ist er nicht gewohnt, denn er ist Perfektionist und denkt, das seine Wahrheit die richtige ist. Also insofern ja, habe ich mich ihm gegenüber auch verändert. Aber wie auch schon geschrieben ich liebe ihn noch und respektiere ihn sehr und ich glaube das müsste er schon spüren, da es ja nicht vorgespielt ist.

      • Dann müsst ihr vielleicht einfach nur eine neue Basis für euch schaffen. Ich bin mir aber sicher, dass ihr das wieder hin bekommt. Du schreibst ja, dass er ansonsten ein toller Partner ist und solange die Liebe da ist, ist noch nichts verloren.

        Als mein Mann mich kennen lernte, habe ich sehr viel in unserer Beziehung runter geschluckt. Ich hab ihn machen lassen. Ich wollte Harmonie. Es lief auch alles gut, natürlich nur, bis ich geplatzt bin. Da kam dann halt nach ein paar Jahren mit voller Wucht meine echte Natur zum Vorschein #rofl, denn irgendwann kann man nicht mehr schlucken.

        Die eigene Meinung, die oft nicht der seinen entsprach, die Selbstsicherheit, der eigene Kopf - wir mussten uns auch wieder neu aufeinander einspielen. Das war auch nicht immer leicht, aber hat dann irgendwann ganz wunderbar geklappt, weil wir es beide wollten und vor allem bereit dazu waren, selbstkritisch zu sein. Wenn dein Mann da natürlich total abblockt, wird das wohl etwas schwieriger.

        Übrigens, ich dachte auch immer mein Mann muss doch sehen und spüren, wie sehr ich ihn respektiere. In einem Gespräch hat er mir dann aber gesagt, dass er genau das nicht spürt. Mann und Frau ticken wohl wirklich sehr unterschiedlich. #schein

        Ich wünsche Dir alles alles Liebe und dass ihr beide das schafft, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. #klee

"die Kinder machen es uns nicht leicht..."
Die Eltern haben mehr mit dem "Verhalten"tun, als die Kinder selbst.

Und diese Sätze "sonst ist er der tollste Mann der Welt" kommen in fast jedem Post vor und könnenän nicht wirklich der Realität zu entsprechen.
Nicht bös gemeint, aber ihr müsst gemeinsam an eurem gegenseitigen Respekt und das gegenüber eurer Kinder arbeiten.

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