Was haltet Ihr von Abstand bzw. Auszeit innerhalb einer Beziehung?

    • (1) 10.05.18 - 11:49

      Hallo,

      ich möchte mal eine grundsätzliche Frage in den Raum stellen: Wie steht Ihr zu "Auszeiten" innerhalb einer Beziehung? Könnt Ihr Euch so etwas vorstellen, wenn ja, vor welchem Hintergrund, unter welchen Bedingungen, Dauer etc.? Oder ist das für Euch der sogenannte Anfang vom Ende und eigentlich schon eine Trennung?

      Schönen Feiertag,

      Eva

      • Hallo Eva :)

        ich muss gestehen ich halte davon nicht viel und habe es auch noch nicht gemacht.
        Wenn man sich auf eine Auszeit einigt, dann hat das Gründe und es ist bestimmt viel vorgefallen zwischen beiden Partnern.
        Meistens gibt es eine Partei die die Auszeit möchte und die andere die sie meist nicht möchte. Die Standpunkte sind da schon verschieden. Sie da zu einigen ist denke ich schwer.

        Für mich wäre eine Auszeit, eigentlich ein Standpunkt kurz vor einer Trennung, warum sollte man sich sonst eine Auszeit nehmen. Viele denken bestimmt das nach so einer Auszeit alles viel besser ist. das denke ich nicht, weil dafür müssten beide ja sehr hart an sich selbst arbeiten und das dauert wiederum. Bei manchen ein ganzes Leben lang. :)

        Egal wie die Sachlage ist, wichtig ist das darüber geredet wird, nicht das der eine der es nicht möchte denkt es geht alles so weiter wie vor der Auszeit.

        Letzten endlich entscheidet dies jeder für sich selbst und es wird auch jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Und das ist auch gut so. :)

        Wäre ja schlimm wenn wir alle gleich wären. ;)

        Kommt, wie immer, auf die Umstände an. Eine Woche Auszeit ohne Kommunikation kann helfen, für sich Klarheit zu finden. Aber eine Partnerschaft über längere Zeit ohne Kommunikation aufrecht zu erhalten geht gar nicht.

        Ebenfalls habe ich bereits mehrere Beziehungen erlebt, in denen eine Trennung räumlich und/oder auch tatsächlich stattfand und man sich dann durch den gewonnenen Abstand wieder besser verständigen konnte. Es gab eine neue Basis und die Paare waren dann erneut glücklich miteinander.

        Ist halt abhängig vom Einzelfall.

        Hallo!
        Ich kann mir das nicht vorstellen.
        Wir haben soviele Alltagsauszeiten durch unsere Berufe, dass wir froh sind, wenn wir mal Zeit zusammen haben. Wir sind schon 25 Jahre zusammen, arbeiten beide viel , ich im Schichtdienst, jetzt 30 Stunden, mein Mann voll plus Rufbereitschaft, 4 Kids)
        Ich glaube eher, dass bei Trennung auf Zeit die eigentlichen Probleme nicht gelöst werden und es eh früher oder später zur Trennung kommt.
        Lg Sportskanone

      • (5) 10.05.18 - 14:07

        Hallo :-)
        Und hat genau das wieder zueinander finden lassen.
        Wir haben uns, im Nachhinein definitiv voreilig, getrennt. Nicht auf Zeit, sondern richtig.
        Vieles blieb ungesagt und mit der Zeit wurde uns dann bewusst. Heimlich sind wir diesen Gefühlen dann nachgegangen und zum Entschluss gekommen: wir müssen es nochmal probieren. Es war nicht einfach alles gut. Es steckt viel Arbeit hinter dieser Entscheidung.
        Bisher sage ich, es war gut genau so wie es war. Ich denke der „Schlusstrich“ hat uns einfach richtig aufatmen lassen. Zu verlieren hatten wir nichts.
        Eine „Pause“ wäre für uns denke ich nicht hilfreich gewesen. Die Gedanken wäre anders gewesen, eben weil es so ein Zwischending ist. Die Erwartungen an uns selbst wären höher gewesen.
        Aber wie gesagt: ich spreche hier von uns. Beziehungen sind so individuell.

        LG #winke

        (6) 10.05.18 - 14:54

        Hallo,
        ich halte gar nichts davon. Entweder ich bin mit meinem Partner zusammen oder ich trenne mich.

        Auszeiten bestehen für mich nur darin, dass man auch innerhalb der Beziehung mal Zeit für sich hat und nicht ständig nur aufeinanderhockt.
        Probleme werden besprochen, ab und zu kracht es auch mal und man arbeitet dann gemeinsam an Lösungen.

        Wenn für mich klar ist, dass ich den anderen liebe und mit ihm zusammensein möchte, dann brauche ich auch in Krisenzeiten keine Beziehungspause.
        Wenn es nicht klar ist, gehe ich erstmal meinen Gefühlen auf den Grund, ohne mich direkt zu trennen.
        Wenn ich spüre, dass wir uns überhaupt nicht gut tun und alles arbeiten nichts bringt, trenne ich mich.
        Alles andere ergibt für mich keinen Sinn. Entweder man gehört zusammen oder nicht.

      • (7) 10.05.18 - 15:00

        Ich kenne bis jetzt keine Beziehung wo, wenn dieser Vorschlag von dem Mann aus ging, dass keine andere Frau im Spiel war....

        Ansonsten, ich halte generell nichts davon und für mich ist es der sogenannte Anfang vom Ende.

        Hallo

        Abstand heißt für mich mal getrennt verreisen.Das kann manchmal wirklich helfen.

        Auszeit heißt für mich, sich vorübergehend räumlich komplett trennen.(eigene Wohnung )
        Das war , egal von wem der Wunsch ausging, eigentlich immer der Anfang vom Ende
        und führte oft zu diesen On/Off Beziehungen.
        Rein theoretisch halte ich eine Auszeit für durchaus machbar und manchmal angezeigt.
        Bei mir selbst und im Umfeld beobachtet, endete das allerdings meist mit Trennung.

        L.G.

        Ich habe das mit meinem früheren Freund gemacht. Der Gedanke ging von mir aus.
        Wir haben uns dann aber getrennt.

        Hallo!

        In der Regel entsteht ja das Bedürfnis nach einer offiziellen Auszeit von der Beziehung dann, wenn man sich sowieso schon nicht mehr sicher ist, ob man die Beziehung weiterführen soll. In einer intakten Beziehung gibt es diesen Bedarf einfach nicht, da freut man sich über gemeinsame Zeit und macht höchstes mal getrennt Urlaub, wenn einer unbedingt Aktivurlaub mit Bergsteigen und Raften will, und der andere lieber chillig am Strand liegen. Aber das nennt man dann nicht "Auszeit".

        Ich würde eher hinterfragen, woher der Wunsch nach der Auszeit kommt, weil dann ist es wirklich meistens der Anfang vom Ende - man trennt sich erst mal nur "zur Probe", merkt, es geht einem alleine durchaus gut, und damit entfernt man sich immer weiter.

        Wenn man eine Beziehung retten will, ist der umgekehrte Weg in den meisten Fällen erfolgreicher: gezielt Zeit zu zweit, gemeinsame Aktivitäten, viele Gespräche, ggf. auch im Rahmen einer Eheberatung als moderierte Problemgespräche, um einen Lösungsansatz zu finden.

        • Schön, dass so viele geschrieben haben, danke :-)

          also, ich empfinde eine Auszeit, als eine, wenn ich ehrlich bin, recht seltsame Idee. Wenn überhaupt könnte ich mir das im Falle eines größeren Vertrauensbruches, den ich mir vorstellen kann evtl. zu verzeihen, nachvollziehen, aber sonst...? Für mich ist es sonst auch eher der Anfang vom Ende.

          Eben, wenn ich weiß, dass ich jemanden liebe, will ich mit ihm zusammen sein und, wie man so schön sagt, in guten wie in schlechten Zeiten, auch Probleme gemeinsam lösen, in gemeinsam verbrachter Zeit.

          Wenn ich merke, dass die Gefühle nicht mehr da sind oder ich nicht sicher bin, sagt dies doch eigentlich genug aus, meine ich. So will ich mir mit einer gewählten Auszeit doch i-wie noch ein "Hintertürchen offen lassen", so ungefähr, oh, ich vermisse den anderen doch etwas, prima, dass wir uns nicht ganz getrennt haben.

          Sich bei plötzlich sichtbar gewordenen großen Problemen oder nach einem einmaligen Riesenkrach zurückzuziehen und die Haltung zu vertreten, dass man nun eine wochenlange Auszeit braucht, statt dass man mit der Partnerin in Ruhe redet, Missverständnisse (die zweifelsohne existieren) klärt u. a. und lieber beschließt, alles mit sich selbst auszuhandeln, nicht mehr auf whatsapp reagiert, komplett abblockt, macht mich fassungslos. So jetzt seit 2 1/2 Wochen meine aktuelle Situation, und das trotz großer Gefühle auf seiner Seite und Zukunftsplanung.

          Eine Auszeit wird in vielen psychologischen Ratgebern (unter der Prämisse, dass es dafür gewisse Regeln gibt) als durchaus positiv bewertet; was ich persönlich dem abgewinnen könnte, ist die Tatsache, dass man sich vllt wirklich etwas näher mit sich selbst auseinander setzt und auch die eigenen Fehler erkennt. Dazu brauche ich aber nur 2, 3 Tage und nicht länger. Im weiteren Verlauf besteht auch die Gefahr, dass man sich immer mehr voneinander entfernt. Und grundsätzlich empfinde ich eine Auszeit als eine Art Bruch!!

      (12) 10.05.18 - 18:14

      Hallo,
      wenn es sich um eine Auszeit in dem Sinne handelt, dass man nicht weiß, ob man die Beziehung weiter führen möchte, ist es für mich schon das Ende.
      Der Schritt von der inneren Überlegung "Ich überlege gerade, was/wo diese Beziehung steht" zu einem nach Außen gelebten "Ich möchte den anderen nicht sehen/hören etc." ist für mich schon das Zeichen, dass man ohne diese Beziehung besser dran wäre.

      Kurze oder längere Auszeiten innerhalb einer stabilen Beziehung im Sinne von "Ich fahre allein/mit Freunden in den Urlaub/brauche Zeit für mich" finde ich hingegen sehr gesund.
      Während dieser Auszeiten bleibt man ja auch eher in Kontakt und es ist nicht gleichbedeutend mit "Ich kann den anderen nicht ertragen".
      Lg

      Hallo, gerade könnte ich mir das nicht vorstellen, bin aber auch in einer glücklichen Partnerschaft und daher stellt sich die Frage auch nicht.
      Liebe Grüße

      Das kommt ganz drauf an. Eine wochenlange Auszeit, mit eigener Wohnung oder so halte ich für den Fortbestand der Beziehung für eher kontraproduktiv. Man entfernt sich noch mehr voneinander. Aber mal ein Wochenende, um in sich zu gehen und sich seiner Gefühle für den anderen bewusst zu werden, kann hilfreich sein.

      LG Lea

      (15) 11.05.18 - 15:02

      Hi
      Das kann aus meiner Sicht nur dann etwas bringen, wenn man plant, die Auszeit zu nutzen.
      Das heißt um sich selber über seine Gefühle klar zu werden oder aus "Streitspiralen" herauszukommen.
      Wie oft streitet man weiter, weil man nur nicht nachgeben will obwohl man aber weiß, dass der andere nicht ganz Unrecht hat?
      Gerade bei großem Zoff oder immer wieder kehrenden Themen kann es da durchaus Sinn machen sich eine begrenzte Zeit aus dem Weg zu gehen und dann mit kühlerem Kopf und Selbstkritik wieder zusammen zu kommen,
      Ich kenne Paare, bei denen war es tatsächlich nur der erste Schritt der Trennung. Man hatte nicht den Mumm zu sagen, dass man nicht mehr will und hat es so versucht einzuleiten.
      Ich kenne allerdings auch zwei Paare, denen hat es die Beziehung gerettet.
      Bei dem einen hatte sich der Mann fremd verguckt (Schwärmerei ohne Körperlichkeiten) und sie brauchte die Zeit um sich klar zu werden, ob sie bereit ist weiterzumachen. Das ging laut ihr nur, solange sie ihn nicht jeden Tag um sich rum hatte.
      Bei dem anderen Pärchen war ihr Vater sehr dominant, hat sich in alles eingemischt. Es gab immer wieder Streit zwischen den Eheleuten und sie hat den Vater nur verteidigt. Der Mann wollte da die Pause und sie hat sich, und schließlich auch ihm, eingestanden, dass der Vater tatsächlich zu distanzlos war.
      Kommt wahrscheinlich immer auf den Einzelfall und die beteiligten Personen an.

      Liebe Grüße

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