Geldprobleme in der Partnerschaft

    • (1) 11.05.18 - 19:40
      lieber Anonym

      Hallo zusammen,

      ich habe folgendes Problem und würde mich über eure Einschätzung der Situation freuen.
      Ich 57 J., und mein Partner 63 J. sind seit 10 Jahren ein Paar. Wir leben nicht zusammen und führen getrennte Konten.
      Wir haben uns kürzlich entschlossen ein Wohnmobil zu kaufen. Da mein Partner aus Krankheitsgründen Frührentner, mit kleiner Rente ist und über keine finanziellen Mittel verfügt habe ich mich dazu entschlossen das Wohnmobil zu bezahlen ( 20.000 € )
      Wir hatten ausgemacht das er das Wohnmobil auf seinen Namen versichert, sein Auto verkauft und für das Wohnmobil auch Versicherung und Steuern bezahlt.
      Für Steuern, Versicherung, Ölwechsel und ein paar "Verschönerungen" am WM habe ich nochmal 1000 € vorfinanziert mit der Vereinbahrung, dass wenn sein Auto verkauft ist, ich diese 1000 € zurück erhalte. Nun hat er das Auto vor einer Woche verkauft. Bis gestern hab ich mehr oder weniger darauf gewartet bis er sich mal bewegt mir die 1000 € wieder zu geben.

      Habe ihn dann gestern darauf angesprochen, wann er gedenkt mir das Geld zurück zu geben.
      Er legte mir fast wiederwillig das Geld wortlos auf den Tisch. Ich sagte ihm das ich das Gefühl habe, wenn ich nichts gesagt hätte, er mir nichts zurück gegeben hätte. Er nuschelte und eierte vor sich hin...
      Außer diesen 1000 € schuldete er mir aus vergangener Zeit nochmals 1600€. Ich fragte wie es denn mal mit dieser Rückzahlung aussieht. Ich muss dazu sagen, das er durch seine kleine Rente immer knapp bei Kasse ist, und ich das Geld mehr oder weniger abgeschrieben habe, denn unter normalen Umständen könnte er mir nie das Geld zurück geben. Der Autoverkauf brachte 4000 €. Ich hätte es gut gefunden, hätte er mir zumindest einen kleinen Teil angeboten zurück zu geben. Er denkt aber nicht daran und meint, ich hätte schon soviel Geld unnötig ausgegeben und hätte eh genug. Und ich solle mich doch freuen das ich mit ihm in Zukunft schöne Reisen unternehmen könnte.
      Ja, schön und gut ....mich stört nur das ich überhaupt erst in den Genuss komme zu reisen, wenn ich bezahle, alles von mir und meinem Geld abhängt.
      Ich bin über sein Verhalten enttäuscht und empfinde es auch respektlos, mein Bauchgefühl rebelliert - Ich habe das Gefühl ausgenutzt zu werden. Wie seht ihr das?
      Freue mich über jede Antwort. Danke!

      • (2) 11.05.18 - 20:21

        Ich frage mich, warum das in einer Partnerschaft wichtig ist, wer was zahlt und warum. Wenn man von Anfang an weiß, dass der Partner weniger hat, als man selbst, kann man sich überlegen, ob man damit leben kann (mit allen Konsequenzen) oder das nichts für einen ist, weil man möglicherweise in die Verlegenheit kommt, mehr zu geben, als man will. Auch, weil man sich ja auf einer Augenhöhe begegnen will.

        • (3) 11.05.18 - 21:26

          Danke für deine Einschätzung.
          ich hatte immer schon mehr Geld, weil ich eben besser verdiene. Damit hatte ich nie ein Problem. Augenhöhe, das ist das was überhaupt nicht mehr gegeben ist, und das stört mich. Das mehr Geben scheint keine Ende zu nehmen und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.

          • "Augenhöhe, das ist das was überhaupt nicht mehr gegeben ist, und das stört mich."

            Ich hab vollstes Verständnis für dich, aber mit diesem Mann wird sich das vermutlich nicht mehr ändern. Ist halt immer schwierig, wenn die Einkommensverhältnisse in einer Beziehung stark differieren...da muss die Augenhöhe ja auf der Strecke bleiben.

            Vor allem aber sollten getroffene Vereinbarungen eingehalten werden. Wenn dein Partner nicht bereit ist, sich an den Kosten für das Wohnmobil zu beteiligen, hätte er das von Anfang an kommunizieren müssen. Drauf eingehen und nachher die Kohle nicht rausrücken wollen, das ist ne Sauerei.

    DU hast ein Geldproblem, weil du es dazu machst.

Hallo!

Du schreibst doch selbst, dass er nur eine kleine Rente hat, die kaum für den normalen Alltag reicht. Jetzt auch noch Steuer und Versicherung für das Wohnmobil zu zahlen, dafür aber im normalen Alltag kein Auto mehr zu haben, das ist schon ziemlich viel Geld für ihn.

Mit einem Partner, der deutlich weniger verdient als du, kannst du einfach nicht erwarten, dass er genauso viel zahlt wie Du, es geht halt einfach nicht. Wenn er 1000 Euro zu den Kosten vom Wohnmobil gibt, dann tut ihm das einfach wesentlich schlimmer weh, als das bei deinen 20000 der Fall ist.

Natürlich ist das auch für Dich doof, aber er kann eben echt nicht. Eigentlich kann er sich gar keine Reisen leisten, auch Gebühren für Campingplätze und Essen gehen wenn man nicht immer nur im Wohnmobil Nudeln machen will wird eng werden.

Entweder, du lebst damit, dass du mehr zahlen musst, oder du passt dich an seine finanziellen Verhältnisse an - oder du suchst dir einen neuen Partner, der mehr Geld hat.

  • (9) 11.05.18 - 21:38

    Danke für deine Einschätzung.
    Du hast recht mit dem was du schreibst. Ich selbst habe mich dazu entschlossen das Womo zu bezahlen, und ist für mich ok. Mir geht es hauptsächlich darum das er sich an Abmachungen nicht hält. bzw ich ihn fragen muss wann er wie vereinbart die 1000 € an mich zurück zahlen will. Von 4000 € ( Auto Verkauf ) ist das wohl möglich. Wenn ihm das nicht passt, hätte er mir das vorher sagen müssen. Und wenn er sich eigentlich keinen Urlaub erlauben kann auch!!
    Das Womo kann er auch für private zwecke nutzen und fahren. Außerdem besitze ich auch ein Auto.

    • War es denn seine Idee, sich so sehr an den Kosten zu beteiligen? Oder eher Deine Idee, damit er auch was beisteuert?

      4.000 Euro sind ja jetzt auch nicht unbedingt viel, und wahrscheinlich kann er das Geld auch so brauchen, um Löcher zu stopfen oder Dinge zu erneuern, die schon längst kaputt sind.

      Wie viel so ein Campingurlaub wirklich kostet, weiß er das wirklich? habt ihr da dieselben Vorstellungen oder wolltest Du schon gerne den komfortablen Campingplatz und öfter Essen gehen und er dachte eher an einen kostenlosen Parkplatz (auch wenn nicht offziell erlaubt) und Abends ne Dose Erbsensuppe warm machen, um Kosten zu sparen?

      Du musst da einfach auch an deiner Sichtweise arbeiten, wenn es eine Zukunft mit diesem Mann geben soll: wenn Du ihn ins Restaurant einlädst, und er dafür im Gegenzug bei sich zu Hause kocht, dann muss das bei euch eben als Gleichwertig gelten, er kann es sich sonst einfach nicht leisten.

      Er hat schon immer schlechter verdient, und durch die Erwerbsunfähigkeit sieht es eben noch wesentlich schlechter aus. Aber das hat er sich ja so nicht ausgesucht.

      Er ist ja nicht faul deswegen, sondern krank.

      • (11) 14.05.18 - 12:09

        Danke für deine Einschätzung.
        Nein, es war meine Idee.
        4000€ sind in der Tat nicht viel Geld, aber Löcher stopfen muss er nicht. Er hat sonst keine Schulden, ist sparsam und kommt über die Runden.
        Wir wollen vorzugsweise autark unterwegs sein. Auf Restaurantbesuche legen wir keinen Wert. Bei uns wird, vorzugsweise kocht er täglich frisch, und das wollen wir auch auf unseren Reisen so beibehalten.
        Ja, ich arbeite an meiner Sichtweise, das hast du recht...ohne das ich dabei unbedingt zu kurz kommen muss.
        Faul ist er Gott sei Dank nicht, obwohl es ihm zur Zeit nicht so gut geht, putzt er das Womo wie verrückt, macht alles so schön und gemütlich für uns wie es nur geht.

Hallo
Du weißt ja, dass er deutlich weniger Geld hat als du. Wenn du gemeinsame Unternehmungen möchtest musst du entweder mehr zahlen oder solche Unternehmungen wählen, die nichts/wenig kosten. Woher soll er denn das Geld sonst nehmen?
Ich kann aber verstehen, dass du dich ärgerst, wenn er erst Versprechungen macht und dann diese nicht erfüllt bzw. nicht mit dir redet.
Er ist für seine Finanzen verantwortlich und sollte keine Versprechungen machen die er nicht halten kann oder aber offen mit dir darüber reden.
Zu sagen, du hast das Geld ja, finde ich nicht in Ordnung. Wenn er der Meinung ist, du solltest mehr finanzieren dann soll er es direkt sagen.
Du solltest ihm dabei aber schon entgegenkommen. Über Geld reden fällt vielen schwer und er macht einige Zusagen mit Sicherheit auch dir zuliebe.
Ihr habt euch für getrennte Konten/Wohnungen entschieden und das ist in Ordnung, aber nach 10 Jahren sollte man doch so ehrlich miteinander sein, dass man zumindest für die gemeinsamen Lebensbereiche eine Art Finanzplan erstellen kann mit dem sich beide wohlfühlen.

liebe Grüße
pustefixchen

  • (13) 11.05.18 - 21:48

    Danke für deine Einschätzung.
    Ich stecke schon genug zurück was gemeinsame Unternehmungen betrifft.
    Mein Partner war eine Zeit lang ziemlich krank. Ich habe ihn gepflegt und alles getan, was in meiner Macht stand.
    Das ist eben der Punkt, Versprechungen - Vereinbarungen nicht einhalten.
    Ich muss wohl einsehen das die Menschen verschieden sind. Würde ich mir Geld leihen, würde ich sobald es möglich ist umgehend mich bedanken und das Geld zurück geben.
    Und das auch ein Punkt, das er meint ich hätte ja genug, nach dem Motto ich kann ja geben.
    Richtig, er ist für seine Finanzen verantwortlich, ich habe aber bedenken das er diese auf mich abwälzen will, versteht du wie es meine.
    Ich hab das Gefühl das er sich auf mein Geld ausruhen will, es sich bequem machen will.

    • (14) 12.05.18 - 13:46

      --- Ich hab das Gefühl das er sich auf mein Geld ausruhen will, es sich bequem machen will. ----

      Sehe ich auch so!...Aber nicht nur auf deinem Geld sondern im Ganzen...

      Auch wenn der Einer mehr Geld hat, sollte der Andere es nicht als selbstverständlich sehen.
      Ich zahle auch gerne, aber es ist dennoch irgendwo ein geben und nehmen, man gibt es halt nur nicht finanziell zurück, es geht ja auch anders, z.B. mit Respekt und auch wenn ich meinen Partner pflege, dann sollte es für ihn nicht selbstverständlich sein auch wenn es selbstverständlich ist.

      Wenn immer nur Einer macht und gibt, egal ob Finanziell, Fürsorge usw...der Andere da aber nicht so tickt, geht das für mich absolut nicht...soll er sich ne andere Dumme suchen, da ist mir mein Geld und ich mir auch selber, zu schade für.

      Ich kann verstehen, dass es dich stört, wenn er sich an seine Versprechungen nicht hält. So etwas kann ich, unabhängig ob finanzielles oder nicht, auch nicht gut haben.
      Auch finde ich es nicht in Ordnung, wenn er versucht, dich "hintenrum" dazu zu bringen, dass du mehr finanzierst als vereinbart.
      Vielleicht solltet ihr mal grundlegend über solche Dinge sprechen. Nicht wenn es gerade aktuell ist, wie bei dem Wohnmobil sondern unabhängig von einem Anlass.

Top Diskussionen anzeigen