Burnout bei selbstständigem und es kommt alles zusammen

    • (1) 14.05.18 - 14:02

      Hallo ihr Lieben,

      Mein Partner ist selbstständig und gerade hat er mir per Nachricht seine Gefühlslage offenbart..
      Wir haben in der Vergangenheit schon oft darüber gesprochen dass er kurz vorm burnout steht..
      Verschuldet, Kredite (alles lediglich durch Firmenkauf) Angestellte, Zirkus mit Kunden, Baustellen etc.. das belastet ihn sehr, vorallem der finanzielle Aspekt..
      Hinzu kommen private Probleme, jede Menge Unterhaltszahlungen an andere Kinder, wir erwarten selbst nächsten Monat unser erstes gemeinsames Baby..
      Gerade haben wir auch noch dazu Streit wegen der anderen Kinder was ihn natürlich auch noch zusätzlich belastet..

      Mir geht es aber gerade um den burnout.. er hat Angst dass er zusammenbricht und der absolute Obergau eintritt.. verständlich wir leben beide von der Firma, sind einzig und allein von ihm abhängig.. die Verantwortung und Last die auf seinen Schultern lagert..

      Wie kann ich ihm helfen?
      Ich sehe die Firma mehr als Fluch und auch er würde den Schritt nicht nochmal gehen..

      Ich denke einfach nur mit da sitzen, zuhören und Spaziergängen ist es hier nicht mehr getan

      Ich danke für eure Ideen und Ratschläge

      • Wenn ihr wirklich die Befürchtung habt, dass er an einem Burnout erkranken könnte, müsst ihr die Belastung reduzieren.

        An seiner finanziellen Situation werdet ihr kurzfristig nichts ändern können. Es sei denn, es besteht die Möglichkeit, die Firma aufzulösen und sich dann in ein Angestelltenverhältnis zu begeben. Dies wird allein schon wegen der finanziellen Verpflichtung wahrscheinlich nicht möglich sein.

        Dein Partner muss prüfen, ob er Aufgaben delegieren kann, ob seine Rechnungstellung passt, sodass er nicht durch nicht oder verspätet gezahlte Rechnungen tiefer in die Misere gerät.

        Dein Partner muss - ggf. mit Hilfe einer Unternehmensberatung - eruieren, ob und wann sich die Firma überhaupt für ihn lohnt. Es bringt ja nichts, wenn er sich abrackert und nichts dabei rum kommt - da wäre ein Angestelltenverhältnis vielleicht der bessere Weg oder aber die Umwandlung der Firma in eine andere Gesellschaftsform, sodass das "Privatvermögen" geschützt ist.

        Auch Unterhaltszahlungen an andere Kinder kann man kaum beeinflussen, wohl aber die Streitigkeiten um die anderen Kinder. Versuche einfach, bei deinem Partner der Druck raus zu nehmen.

        Warum seid ihr beide allein von ihm abhängig? Hast du kein Arbeitsverhältnis?

        • Die Firma auflösen und ins Angestelltenverhältnis wechseln wäre wahrscheinlich die Lösung, er ist eigentlich ein Arbeitstier u hatte immer sehr viel Spaß an seinem Handwerk.. der Spaß und die Freude ist allerdings verflogen.. er ist auch nicht der Typ dafür eine Firma zu leiten..
          Warum er es eingegangen ist, es klang wohl verlockend u man hat es ihm scheinbar auch eingeredet, schmackhaft gemacht..

          Denke dass die Firma auflösen, wenn, dann erst dann geht wenn die Kredite abbezahlt sind?
          Andererseits dauert das noch etwa 5 Jahre.. dann wäre mehr Routine drinnen u die Riesen Belastung Schulden aber auch weg

          Ich war bis zuletzt bei ihm angestellt, habe das selbe Handwerk gelernt u Erfahrung in der Branche u wir dachten ich könnte ihn so besser unterstützen.. nun bin ich im Mutterschutz

          Leider härterer es da auch sehr an der Einarbeitung sodass er mich damit ziemlich im Regen stehen lies, denke wir haben uns das wohl beide, auf unterschiedliche Ansichten einfacher vorgestellt
          Stichwort Chaos im Büro, eigene Organisation, eben auch Rechnungsstellung usw..

          • (4) 14.05.18 - 14:35

            Kannst du nicht den Bürokram übernehmen und ihn dadurch entlasten?

            Wenn ihr die Firma jetzt auflöst, also mit Schulden, dann sind werden das wohl private Schulden werden. Könnte er denn in ein Angestelltenverhältnis zurück ?

            Die Firma auflösen ist ein riesiger Ratenschwanz. Wie lange ist er denn schon selbstständig? Gäbe es evtl. die Möglichkeit die Firma zu verkaufen? Dann kommt man wenigstens mit einem blauen Auge davon.

            • (5) 14.05.18 - 14:44

              Naja das mit dem Bürokram entlasten das war ja der Plan, weshalb ich mit in die Firma bin.. nur blicke ich leider überhaupt nicht durch bzw kann nicht selbstständig arbeiten da notwendige Unterlagen nicht bei mir ankommen, mir Infos fehlen etc.. ich brauche immer irgendwie ihn dazu.. aber bekomme ihn kaum, eben weil seine Motivation weg ist und er die Organisation nicht im Griff hat..
              zudem entbinde ich nächsten Monat, wie soll es da weiter gehen?

              Angestelltenverhältnis könnte er bestimmt sofort und überall, Fachkräfte am Bau werden händeringend gesucht und als Meister und seiner Fachkompetenz würde man sich um ihn reißen..

              Denke für ihn kommt da dann aber auch der gedanke des „ich habe versagt“ was er wohl nicht möchte..
              auch wenn es natürlich so nicht ist..

              Selbstständig ist er seit 5 Jahren, auf 10 Jahre sind die Kredite festgesetzt.. wir haben also Halbzeit

              • (6) 14.05.18 - 14:52

                "zudem entbinde ich nächsten Monat, wie soll es da weiter gehen?"

                Vermutlich so, wie bei anderen Familienbetrieben, bei denen die gesamte Familie auf das Einkommen aus dem Betrieb angewiesen ist: Mutti arbeitet schon im Mutterschutz wieder mit.

                • (7) 14.05.18 - 14:54

                  Und bezahlt mit einer Wochenbettbetreuung Depression, milchstau und brustenzündung. Das kann jedenfalls nicht die Lösung sein.

                  • (8) 14.05.18 - 14:56

                    Das kommt alles zwangsläufig?

                    • (9) 14.05.18 - 14:57

                      Durch Stress, ja, auf jeden Fall.

                      • (10) 14.05.18 - 15:00

                        Naja, für Milchstau und Brustentzündung muss frau ja erstmal Milch haben. Hatte ich z.B. nicht. Die Punkte wären bei mir also schon mal flach gefallen.

                        (11) 15.05.18 - 19:41

                        Also, das ist mit Verlaub gesagt, echt Blödsinn. Ich kenne einige Mamas mit Milchstau und Brustentzündung die daheim umsorgt und verwöhnt gemütlich ihr Wochenbett verbracht haben und ich kenne sehr viele Mamas, mich eingeschlossen die nach den Geburten aus den verschiedensten Gründen kein Wochen"bett" hatten, sich um kranken Ehemann, kranke Kinder oder Eltern kümmern, im Familienbetrieb mithelfen mussten oder sonstige andere Verpflichtungen und wirklichen Stress hatten und keinerlei Probleme mit stillen, Mastitis oder sonst was hatten.

                        Ich habe z.B. nach der Geburt meines 3. Kindes wochenlang an starken Kopfschmerzen von einer vermurksten Rückenmarksnarkose gelitten, das Baby war ein extremes Schreikind, mein damaliger Mann fiel krankheitsbedingt völlig aus, Verwandschaft war nicht in der Nähe oder selbst extrem belastet, zwei U-4 Geschwisterkinder hatte ich neben Schreibaby zu betreuen und dann starb noch mein Opa. Ich kann dir sagen das war wochenlang Stress pur. Und ich hatte 0 Probleme mit dem Stillen oder den Brüsten.

                        Es mag sein dass Stress das stark begünstigt, aber es passiert nicht zwangsläufig und auch entspannte im Bett liegende Mamas werden nicht verschont.

                        LG, Tina

                    (12) 15.05.18 - 10:16

                    Da ist wieder 10angelx unterwegs - in ihrer Welt gibt es nur schwarz und weiß...

            (14) 15.05.18 - 09:05

            Im Grunde muß er sich klar werden, was er will und wie es weitergehen soll. Zur Not mal mit externer Beratung.

            Ich bin auch in die Firma meines Mannes eingestiegen und ich kenne es, wenn man nix machen kann, weil wichtige Unterlagen oder Infos fehlen. Jetzt nach 10 Jahren fühle ich mich aber mittlerweile recht kompetent und kann meinen Mann wirklich entlasten. Das war am Anfang schon manchmal schwierig.... hatte da aber auch kein Baby zu versorgen, daher weiß ich nicht wie da dann mit Doppelbelastung zu wuppen ist.

            Ansonsten... man kann das auch extern machen lassen, vom Steuerberater z.B. manche bieten auch Rechnungsstellung und Verfolgung an... wenn deinem Mann nicht klar ist, dass man auch im Büro was leisten muß um langfristig erfolgreich zu sein wird er sich wohl besser umorientieren.

            Nicht jeder gute Handwerker ist auch ein guter Geschäftsmann.

        (15) 14.05.18 - 14:47

        Achso und bzgl Firma verkaufen.., wird man sich sehr schwer tun.. man findet kaum firmennachfolgen..
        und von den Angestellten kommt da auch keiner in Frage

(16) 14.05.18 - 16:19

Mein Mann ist seit 10 Jahren selbstständig... mit allen Höhen und Tiefen die da dazugehören. Letztes Jahr verloren wir unseren größten Kunden und kamen ins Straucheln, aber nie habe ich ihm den Druck gemacht die Firma aufzugeben. Das ist sein "Baby" und ich weiß, was sie ihm bedeutet. Die erste Zeit nachdem der Kunde weg war, war für uns alle hart. Aber ich habe ihm daheim den Rücken komplett frei gehalten und ihn immer wieder ermutigt, dass bessere Zeiten kommen werden und wir das gemeinsam durchstehen. Ich denke ein großes Problem von Selbstständigen ist der Druck von daheim....Natürlich hätte ich ihn Ostern lieber alle Tage daheim gehabt, aber wenn ein Kunde ihn genau da dringend braucht, geht das eben vor. Genauso wie ich zusätzlich mithelfe, wenn ich kann. Manchmal so blöd es klingt, bin ich einfach nur dabei (wenn der Auftrag meine körperlichen Fähigkeiten übersteigt) oder besuche ihn auf der Baustelle, so dass er kein schlechtes Gewissen hat, mich zeitlich zu vernachlässigen.

Schnapp dir die Buchhaltung und versuche dich durchzukämpfen ohne ihn. Und wenn du was brauchst, dann mache ihm keine Vorwürfe. Ich habe schon zu oft miterlebt, welche Multitaskingfähigkeiten als Selbstständiger teilweise gefordert sind und da geht sicherlich schneller mal etwas durch die Lappen.

"Jede Menge Unterhalt an ANDERE Kinder"
Wisst ihr noch die genau die Anzahl der Kinder?
Und warum setzt man dann noch eins drauf?

  • Ja, das wollte ich auch gerade schreiben.
    Zudem fällt die TE durch das Baby aus und ist finanziell von ihrem Mann abhängig.
    Das ist alles sehr unglücklich entschieden worden.

    Genau! Und warum macht sie ihm auch noch Stress wegen der anderen Kinder? Haben die nicht genug Baustellen?
    Wieso bekommt man in einer ohnehin schwierigen Situation noch ein Kind?

    Meine Cousine ist die Frau eines Schreinermeisters und hat mit ihm fünf Kinder. Sie hat die ganze Bande gewuppt, den Haushalt und seine Buchhaltung. Leicht war das sicher nicht aber alternativlos.

    Ich denke, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Also selber in die Buchhaltung einarbeiten, Baby mit ins Büro nehmen, evtl Fernkurse/VHS/ Pensionäre suchen, die einem helfen, vor Ort sein, Präsenz zeigen, Mann entlasten, keine weiteren Baustellen aufmachen (andere Kinder, Exen,..) und Unterstützung als Belastung sein.

    • Haste nicht gelesen? Wenn sie das macht, bekommt sie auf jeden Fall einen Milchstau, Brustentzündung und eine Wochenbettdepression!

      • Ach so. Stimmt ja. #klatsch#rofl

        (22) 14.05.18 - 20:04

        Unterschätzt das wochenbett nicht. Gerade beim ersten Kind ist es eben oft nicht möglich, mehr zu tun als zu liegen. Geburtsverletzungen müssen heilen, milchstau oder brustenzündungen gehen mit hohem Fieber einher, der akute Schlafmangel, die komplette Umstellung, das geht nicht spurlos an ein um vorbei und funktionieren funktioniert dann einfach nicht.

        • (23) 14.05.18 - 20:48

          Man muss ja nicht stillen.

          LG

          • (24) 14.05.18 - 20:51

            Muss man nicht, ich habe aber nichts gegenteiliges von der te gelesen, darum gehe ich davon aus, dass sie stillen möchte.aber auch wenn nicht, ist die Geburt des ersten eigenen Kindes schon etwas, was einen extrem viel körperlich abverlangt. So dass man vielleicht gar nicht in der Lage ist, auf den mutterschutz nach der Geburt zu verzichten.

            • (25) 14.05.18 - 21:28

              Und was haben Flüchtlingsfrauen gemacht? Oder Kriegswitwen auf dem Bauernhof? Mein Gott, jetzt hört doch mal auf mit diesem Geburtsverherrlichungs-Scheiß und Stillaktionismus. Klar, man kann sich dem Wochenbett hingeben und dem Kind halbstündlich die Brust geben, während der Ehemann sich allein abrackert und vielleicht abstürzt.

              Man kann aber auch Stillen probieren (wenn es läuft, dann läuft es auch bei Stress, etc.) oder gleich eine Flasche füttern (ohne dass man das vorher in urbia annociert). Und sich nebenbei ein paar Buchungssätze zu Gemüte führen.

              Lustig, wenn Mami beim ersten Kind sagt, sie würde evtl. theoretisch vielleicht wenn es klappt und weil es sein muss ein paar Büroarbeiten erledigen, wenn das Kleine schläft (vielleicht auch schon nach einer Woche), dann fallen alle drüber her. Beim zweiten Kind schleppt sich Mami nach 3 Tagen zum Kindergartenfest, fährt das Geschwisterkind zur Musikstunde, wuppt täglich den Hausaufgabenkampf, etc. Das ist GANZ ETWAS ANDERES.

              Oh Mann, merkt ihr eigentlich, wie unlogisch ihr seid?

              Ja, ein Kind zu bekommen ist manchmal leichter manchmal schwerer und eine Geburt ist meist kein Spaziergang. Aber Menschen schaffen viel mehr als sie glauben und nur im Bett liegen ist auch nicht immer das Wahre.

Top Diskussionen anzeigen