Mann soll mein Haus nicht bekommen. Geht das?

    • (1) 16.05.18 - 10:57
      Kronjuwelen

      Hallo,
      es geht darum, dass ich verheiratet bin und ein Haus besitze (schuldenfrei), das alleine mir gehört. Im Grundbuch stehe nur ich.
      Wir haben Zugewinngemeinschaft.
      Für den Fall, dass ich vor meinem Mann sterbe, möchte ich nicht, dass er das Haus erbt, sondern unsere drei Kinder. Die Gründe sind verschiedener Art.
      Geht das?
      Und was ist mit Barvermögen? Ich möchte ebenfalls nicht, dass mein Mann das erbt. Nur zur Info: das ist Vermögen, von dem er nicht weiß und das ich von meinem Geld vor der Ehe weg gelegt habe bzw. ausschließlich von meinen Einkünften gespart habe.
      Wie gehe ich am besten vor?

      • Das beste wäre du lässt dich von einem Anwalt beraten. Kostet nicht die Welt!

        Erstmal ist es so, dass das was du vor der Ehe mitgebracht hast, deins bleibt. Im Falle einer Trennung hätte er Anspruch auf Entschädigung, falls er z.b. in die Renovierung mit investiert hat und auch nur dann, wenn es den Wert des Hauses steigert.

        Für den Todesfall müsstest du ein Testament machen. Dazu ist der beratende Gang zum Notar unabdingbar! Nur er kann dich vernünftig beraten!

        Hallo!
        Vielleicht vor Deinm Tod scheiden lassen?
        Ihr scheint ja keine besonders vertraute Ehe zu führen mit soviel Geheimnisskrämerei!
        Eigenartig. Ansonsten steht Deinem Mann nach Deinem Tod natürlich sein Erbe zu.

        Lg Sportskanone

      Deinem Mann steht ein Pflichtanteil zu. Die Höhe dessen richtet sich nach der Familienkonstellation. Umgehen kannst Du seinen Pflichtteil nur indem Du Dich scheiden lässt.

        • Ja, aber warum sollte er?

          • Hallo,

            es gibt Situationen, wo es einfach Sinn macht und die Beste Lösung ist. Rein sachlich gesehen.

            Zum Beispiel ist das im Fall von Immobilien oder Wertpapieren eine gängige Praxis. Vererbt man ein Haus, so müsste diese Immobilie verkauft und der Erlös an die Erben verteilt werden. Soll das Haus im Familienbesitz bleiben, so macht es Sinn, dass die Erben teilweise auf ihren Pflichtteil verzichten.

            Übrigens kann man jemanden auch ohne Anspruch auf einen Pflichtteil vom Erbe ausschließen. Gründe hierfür sind gegeben, wenn sich der Erbe "unwürdig" verhält, zum Beispiel wenn er im Gefängnis saß. Das ist mir jetzt beim Schreiben eingefallen.

            Viele Grüße,
            lilavogel

    (9) 16.05.18 - 11:51

    Zum Fachanwalt für Erbrecht gehen ganz einfach. Denkst du 4 Jahre Studium + 2 Jahre Referendariat + jahrelange Berufserfahrung eines Anwalts lassen sich durch Laienansichten in einem Forum ersetzen? In jeder Hinsicht unbrauchbar. Es geht um Vermögen - da kann man auch mal Geld in eine ordentliche Rechtsberatung stecken.

    • Sehr gut geschrieben.
      Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, solltest du an ein notarielles Testament denken.
      Auch wenn du deinen Mann enterbst, hat er Anspruch auf einen sog. Pflichtteil (gibt nur sehr wenige Ausnahmen).
      Abgesehen davon solltest du dich echt scheiden lassen, da dir an deinem Mann offensichtlich nichts liegt und du ihm schon vor der Heirat hintergangen hast. Echt traurig...

Ich stehe vor einem ähnlichen Problem. Ich lebe in Scheidung und habe jetzt geerbt. Was ist, wenn ich sterbe bevor ich geschieden bin?

Ich habe für den Fall ein Testament gemacht. Er würde zwar einen Pflichtteil bekommen, aber wenigstens nicht mehr.

  • Liebe bruchetta,

    sollten du und dein (Noch-)Mann keinen Ehevertrag haben, dann lebt ihr in einer Zugewinngemeinschaft.

    In dieser hat dein Mann keinen Anspruch auf das Erbe, nicht mal auf einen Teil davon, weil ein Erbe nicht als Zugewinn zählt.

    Bitte google einfach mal "Zugewinngemeinschaft und Erbe"

    Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

    LG,
    Kitty

Wenn die Scheidung eingereicht ist, erbt er nicht mehr.

Gemäß § 1933 BGB ist das Erbrecht des Ehegatten dann ausgeschlossen, wenn „zur Zeit des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe gegeben waren und der Erblasser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte". Maßgeblich für den Zeitpunkt des Scheidungsantrags ist die Zustellung beim Antragsgegner, also dem Ehepartner.

LG

Geht nicht wirklich. Zumindest ein Pflichtteil steht Deinem Mann immer zu - Du kannst es natürlich vorher Deinen Kindern schenken, dann ist er aus aus der Nummer.
Aber wie die anderen sagen: Geh zum Anwalt.

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