Mann seit Arbeitsbeginn leicht reizbar, versteht Bitten falsch

    • (1) 18.05.18 - 11:15

      Vorausgeschickt sei, dass wir von den Kommunikationsproblemen abgesehen eine gute Beziehung.

      Mein Mann arbeitet seit 1,5 Jahren in einer IT-Firma. Als er noch studierte, haben wir uns 6 Jahre lang super verstanden. Seit dem Job ist er extrem dünnhäutig geworden. Bitten fasst er als sofort auszuführende Befehle auf, aus Fragen macht er Kritik oder subtile Aggression, obwohl ich nicht so ticke. Ich kommuniziere direkt, ohne unterschwellige Botschaften/Erwartungen, also nicht wie dieses weibliche Klischee, dass man was erwähnt und sich dann Erfüllung erwartet. Das war schon immer so. Ich sage mittlerweile explizit dazu, dass er sich Zeit lassen kann, meist verpeilt er die Sache dann allerdings komplett. Das ist auch nichts neues und stört mich auch nicht wirklich. Dann bleibt der Wäschehaufen halt da, wo er ist. Das wiederum stört aber meinen Mann. Ich sage immer, wer das höhere Ordnungsbedürfnis hat, soll halt aufräumen. Aus Sicht meines Mannes versäume ich jedoch aufzuräumen, obwohl nur die Sachen liegen bleiben, die er auch machen könnte und aus Zeitgründen auch müsste. Ich kritisiere ihn nicht, aber jedes Ansprechen von solchen Zusammenhängen beleidigt ihn. Ich mache ihm keinen Druck wegen der Arbeit, meinetwegen kann er wechseln, Hausmann werden oder einfach auf die Ansichten der Kollegen nichts geben. Er ist sonst kein Macho und trug auch bisher mind. 50% im Haushalt bei.

      Wie mache ich ihm klar, dass ich hinter ihm stehe, nichts Negatives von ihm denke und meine Bitten etc. keine kritischen unterschwelligen Botschaften beinhalten?

      • (2) 18.05.18 - 11:20

        Ich schätze, in seiner firma herrscht wohl kein sonderlich gutes Betriebsklima. So dass er das, was und wie er die Stimmung auf der Arbeit erlebt, auf zu Hause eben so interpretiert. Ich glaube nicht, dass du da viel machen kannst. Vielleicht wäre ein firmenwechsel für ihn gut. Um zu erkennen, dass nicht jede Firma diese Art drauf hat. Erst wenn er auf der Arbeit nicht mehr unter diesem Stress steht, wird er sich privat auch wieder fallen lassen können.

        • (3) 18.05.18 - 11:29

          Das mit dem Klima stimmt, ich nehme aber an, dass er in fast jeder Firma nicht glücklich wäre. Schon bei Praktika war es ähnlich, aber da denkt man halt, als Praktikant ist man ganz unten, als Mitarbeiter würde man mehr Respekt erhalten. Ich habe bisher auch nur schlechte Arbeitsumfelder erlebt und versuche ihm, meine Erfahrungen weiterzugeben, jedoch ist er viel emotionaler als ich, fast paranoid. Ich habe unbegründet Angst vor bestimmten Situationen, sage mir während dessen aber “Sch*** drauf“. Er kann das nicht, ihn beschäftigt jede Kritik tagelang. Ich hätte schon längst nüchtern das Gespräch gesucht, er traut sich das nicht. Zuhause läuft das Fass dann über. Gut, wenn er auf Arbeit keinen Respekt erhält, dann wenigstens von seiner Frau - aber mir legt er ja vieles falsch aus. Ich wüsste nicht, wie ich noch unterstützender sein könnte. Das ist ein Problem, welches es bei der Wurzel zu packen gilt, bevor er die Stelle wechselt.

          • (4) 18.05.18 - 11:36

            Ich habe einen guten Freund, der auch in der IT Branche arbeitet. Er war früher in zig Firmen tätig, wo es ähnlich war. Man stand unter enormen Druck und Stress und den anderen war egal, wie man seine Arbeit erledigt und was man dafür tun muss, Hauptsache, sie wird fertig. Dadurch bekam er innerhalb von 3 Jahren 2 burn outs. Inzwischen ist er bei einer Firma, die sehr gut mit ihren Mitarbeitern umgeht. Es wird sich gekümmert und umeinander gesorgt, es gibt anti stess Bälle im jedem Büro, die Kollegen machen sich Sorgen umeinander, helfen freiwillig beim Umzug eines Kollegen oder Grillen in der Mittagspause auf der Terasse. Glaub mir, es geht auch anders.

      (5) 18.05.18 - 16:09

      Oh Gott, das klingt ja ätzend. Ich war noch nie angestellt, habe mir über das Klima noch keine Gedanken gemacht. Da lob ich mir doch meine Selbstständigkeit. Ist der Kunde ein Ars*h - auf Wiedersehen!

      Wäre das eine Option für ihn?

      • (6) 18.05.18 - 19:27

        In der IT mutieren auch nette Kunden leicht zum Hulk, wenn die Anlage/Software abraucht und keiner arbeiten kann. Da kann man dem Kunden nicht einfach "machts gut und danke für den Fisch" wünschen, wenn man einen Vertrag mit ihnen hat.
        Einen gewissen Druck muss man einfach aushalten können, da oft der ITler für sämtliche Fehler 47 (der Fehler sitzt 47 cm VOR dem Bildschirm) verantwortlich gemacht wird.

        Programmierer haben ebenso oft Druck durch Termine, Kunden etc. zumal es oft auch ein komisches Volk ist. Ich brauch einfach nur Ruhe, ein Kollege geht die Decke hoch, wenn man zu einem Termin 09.15 Uhr um 09.13 erscheint. Wieder andere halten sich für Gott, obwohl man denkt, sie hätten ihr Gehirn nur als Probeabo gehabt.

        An die TE
        Der Mann muss ersteinmal lernen beruflichen Stress und Privatleben zu trennen. Versucht euch zusammen zu setzen und eure Bedürfnisse in Worte zu fassen, verteilt Aufgaben und ganz wichtig, versucht abzumachen, auf den Ton zu achten. Wenn man deinen Mann fragt, ist es vermutlich dein Ton oder ähnliches was ihn nervt.

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