wann gehen?

    • (1) 24.05.18 - 22:47
      bluuuna

      Hallo,
      Wann wusstet ihr, dass eure Beziehung auf Dauer keine Zukunft hat?ich frage deshalb, weil ich mir in meiner Ehe zunehmend unsicher werde. Ich liebe meinen Mann aber wir haben grundverschiedene Ansichten was Kindererziehung angeht (und nein, das war vorher nicht abzusehen) -das führt so oft zu Streit. Ich empfinde unsere Kinder als Bereicherung, er oft als Last. Ich hätte gerne noch ein drittes, er auf keinen Fall. Wir streiten also oft, und während ich mich meist entschuldige oder auf ihn zugehe, ist er noch lange nachtragend. Oft liege ich nach einem Streit Abends im Bett und zweifele, weil ich mir nicht vorstellen kann, das jetzt immer so weiter zu haben, bis die Kinder aus dem Haus sind und vielleicht noch länger. So habe ich mir meine Ehe nicht vorgestellt. Andererseits weiß ich, dass Beziehungen Arbeit bedeuten und man eine Ehe nicht einfach hinschmeist, weil nicht alles rosa ist und anders läuft als geplant. Daher meine Frage: wann wusstet ihr, das es keinen Zweck mehr hat an der Beziehung zu arbeiten?
      Danke

      • Vielleicht müsst ihr nicht an der Be-ziehung arbeiten sondern an der (gemeinsamen) Er-ziehung.

        Mütter neigen oft dazu, ihren Weg als das Nonplusultra zu sehen. Vielleicht braucht ihr einfach Unterstützung einen gemeinsamen Weg zu finden? Wenn ich zB bei der Erziehung nix zu melden hätte, würde ich Vieles im Zusammenhang mit den Kindern auch als Last empfinden. Nehmen wir mal als fiktives Beispiel, dein Mann möchte, dass die Kinder nach dem Abendbrot nur noch ruhig bis zum ins Bett gehen im Kinderzimmer spielen und du findest es okay, wenn sie noch durchs Wohnzimmer toben. Dann würde ich mich an seiner Stelle eben auch belastet fühlen.

        Ich kenne eure Situation nicht, aber wenn ihr euch an den Kindern aufreibt, sollten Lösungen gesucht werden. Diese Konflikte blieben ja bei einer Trennung bestehen und würden sich ggf. noch verschlimmern.

        LG

        • "Mütter neigen oft dazu, ihren Weg als das Nonplusultra zu sehen."

          Das fällt mir auch öfter auf. Die Kindesfürsorge wird noch sehr, sehr lange eine Bastion bleiben, die sich der Emanzipation widersetzt.

      (4) 24.05.18 - 22:52

      Stell dir vor, dein Mann packt einen Koffer und geht - für immer.
      Wäre das eine Tragödie für dich (ich meine nur deine Gefühlswelt, nicht das Finanzielle) oder würdest du eher Erleichterung verspüren?

          • Das ist zu einfach natürlich ist man traurig und wütend wenn man verlassen wird. Verlassen wird wenn man selbst nicht verlässt. Das sie über die Trennung nachdenkt zeigt das es ihr nicht gut geht. Wäre alles gut wäre es doch anders.

            Sie hätte gerne noch ein Kind - er auf keinen Fall und ist schon von zwei Kindern die da sind genervt warum auch immer. Sie sagt ja selbst sie hat es sich anders vorgestellt. Ich weiß genauso wenig wie alle anderen was sie bisher unternommen hat ihre Ehe zu retten.

            Ich weiß aus eigener Erfahrung man ist wenn man aufgibt und sich trennt immer der Bösewicht der seinen Egotrip fährt es ist ganz selten das jemand das versteht. Manchmal gibt es aber Gründe die keinen anderen Ausweg lassen. So war es bei mir und ein guter Freund sagte mir dann: Ich hab mit Heinz gesprochen sogar er sagt das die Trennung richtig sei!#kratz Ich fragte wer ist Heinz?!? Ein Ordensbruder und Priester bei uns im Orden! (Besagter Freund ist Franziskaner Mönch und studiert auch kath. Theologie) Ich bin nicht kath. oder besonders religiös aber mir gab es zu denken das sogar solche Menschen Verständnis dafür aufbringen konnten. Er kannte die Gründe die ich hier nicht näher aufführen möchte.

    Hallo,

    mein Mann und ich haben in unserer Erziehung auch unsere Eckpunkte.
    Ermacht es etwas anders als ich. Und ich muss einer Vorschreiberin Recht geben: wir Mamas merken oft nicht, dass wir unseren Weg als Nonplusultra sehen und dass andere Einflüsse gar nicht mal so verkehrt sind. Ich gehörte auch dazu - bis ich es begriffen habe, dass ich das Problem war, hat es gut über 1 Jahr gedauert...

    Seither lasse ich meinen Mann auf seine Art und Weise erziehen und ich auf meine.
    Dem Kind schadet es ja nicht (so lange keine Gewalt im Spiel ist) - ganz im Gegenteil: so merkt es, wie unterschiedlich Menschen sein können.

    Wir sind auch seitdem entspannter und streiten uns deswegen nicht mehr :)

    LG

    Ich kann dich sehr gut verstehen auch wenn es bei mir ganz anders war. Ich war sehr jung als ich geheiratet habe 21 und hab das schnell bereut weil mein Exmann wie ein großes Kind war. Das war anfangs auch gar nicht so schlimm. Schlimm wurde es als mein Sohn geboren wurde. Es gab vieles was mich genervt hat und ich hab immer wenn ich über eine Trennung nachgedacht hab den Gedanken gehabt: Nein du warst alt genug ja zu sagen hast es getan also musst du das auch aushalten.

    Irgendwann ging es mir so schlecht in der Ehe das ich hier im Forum Trennung meine Absichten und Ängste geschrieben hab. Ich weiß nicht mehr wer mir geantwortet hat aber ich hab eine sehr gute Antwort bekommen! Nämlich:

    Wenn du die Trennung willst dann tu das du tust niemanden einen Gefallen wenn du wartest bis die Kinder 18 sind ,ausgezogen und einen Tag später die Scheidung einreichst.

    So in etwas war die Antwort, und dann hab ich im Fernsehen gesehen wie eine Frau ihrem Mann mitgeteilt hat das sie sich trennen möchte. Sie hat das so formuliert: Ich finde wir haben beide mehr verdient als einen Partner mit dem wir mehr oder weniger gut nebeneinander her leben können und noch sind wir beide jung genug noch können wir noch mal glücklich werden.

    Ich fand die Aussage sehr gut und musste an meine Mutter&Stiefvater denken. Meine Mutter hat sich für ihn entschieden und ihr angebliches Glück...heute ist sie eine gebrochene Frau deren Kinder aus erster Ehe keinen Kontakt mehr zu ihr haben und wollen sie kennt nicht mal alle ihre Enkel...

    Ich kann dir nur raten warte nicht darauf vieles was ich oben geschrieben hab trifft irgendwie zu das du noch glücklich werden kannst. Erkläre deinen Kindern das es nicht an Ihnen liegt sie nicht schuld sind an deiner Entscheidung das ihr immer Eltern bleiben werdet aber nicht mehr Ehepaar. Es ist glaube ich normal das es passieren kann das man in der heutigen Zeit sich verändert und die Vorstellungen auch nicht mehr ganz zusammen passen und eine Ehe dann vielleicht auch nicht funktionieren kann.

    Nach meiner Trennung wurde ich oft gefragt wie es mir damit geht? Ganz ehrlich lange nicht so gut wie zu dem Zeitpunkt! Ich war so unglücklich das ich meinen Mann betrogen hab und als ich nach Hause kam und er auf mich zu kam und mich küssen wollte ich konnte das nicht! Ich hab in dem Moment gewusst das unsere Ehe keinen Sinn mehr hat und nichts mehr zu retten ist. Das hatte ich vorher noch versucht. Mit Eheberatung,Paartherapie ect.

    Meine Schwester hat Jahrelang ne kaputte Ehe aufrecht erhalten und die Quittung ist das meine Nicht mit nur 13 Jahren völlig kaputt ist und mein vierjähriger Neffe auch einen Knacks weg hat.Leider kann ich aus gesundheitlichen Gründen nicht so wie ich möchte sonst hätte ich die Kinder zu mir geholt. Im Forum Familienleben hab ich vor einigen Tagen einen Beitrag gepostet des bezüglich da steht es ausführlich beschrieben.

    ich hoffe das die meine ehrliche Antwort ein wenig hilft für dich die richtige Entscheidung zu finden.

    was dir vielleicht noch helfen kann ist das man mich damals gefragt hat: Wie lange willst du noch so weiter leben? Das war im richtigen Moment da wusste ich muss sofort gehen und nicht erst in einem halben Jahr wenn es Jobmässig oder finanziell besser passt.

    Unstimmigkeiten und auch Streit gehören zu jeder normalen Beziehung dazu. Wichtig ist zum einen, wie man mit Auseinandersetzungen umgeht und zweitens, ob die "positive Grundstimmung" überwiegt.
    Worüber streitet ihr denn genau?

    Du schreibst nur etwas zum Thema drittes Kind.
    Wie man über soetwas streiten kann, verstehe ich eigentlich nicht wirklich. Wenn ein Partner kein zusätzliches Kind will, dann ist das für den anderen sehr traurig und enttäuschend, das verstehe ich. Aber wie kann man über solch eine höchstpersönliche Einstellung streiten? #kratz Wenn einer nicht will, dann will er eben leider nicht. Jeder hat eine unterschiedliche Belastungsgrenze und die Deines Mannes liegt eben bei 2 Kindern. Das ist doch jetzt nicht so ungewöhnlich.
    Würdest Du wegen eines dritten Kindes tatsächlich Deine Ehe beenden mit der vagen Vorstellung eventuell (!) einen anderen passenden Mann kennen zu lernen und mit diesem (eventuell!) noch ein Kind bekommen? #kratz

    Also nehme ich mal an, dass zwischen euch noch weitere Meinungsverschiedenheiten bestehen.
    Welche genau sind das?
    Kindererziehung im Allgemeinen?
    Dazu habe ich mich mal mit einer Familientherapeutin unterhalten. Sie meinte, es ist so schade, dass Eltern darüber so viel streiten. Denn eigentlich ist es völlig normal, dass dazu unterschiedliche Ansichten existieren. Und meinstens sind auch beide Wege richtig, denn es gibt eben nicht den EINEN Weg, wie man Kinder richtig großzieht. Kinder können auch sehr gut damit leben, dass ihre beiden Eltern unterschiedlich erziehen und in Situationen unterschiedlich reagieren. Da muß gar keine permanente Übereinstimmung herrschen. Jeder Elternteil löst die Sachen anders. Wichtig ist nur, dass beide Elternteile die Sicht des anderen AKZEPTIEREN und sich nicht gegenseitig in den Rücken fallen.
    Horch doch bitte mal in Dich rein: akzeptierst Du denn die unterschiedliche Erziehungssicht Deines Mannes?
    Akzeptiert er Deine?
    Da könntet ihr zunächst einmal ansetzen.
    Ggf. auch mit Hilfe eines Familientherapeuten.

    • Perfekte Antwort, die ich komplett unterstreichen kann......auch aus eigener Erfahrung aus 35 Jahren Ehe heraus, wo es selbstverständlich auch sehr oft unterschiedliche Ansichten gab in Bezug auf Kindererziehung usw.
      LG Moni

      "Denn eigentlich ist es völlig normal, dass dazu unterschiedliche Ansichten existieren. Und meinstens sind auch beide Wege richtig, denn es gibt eben nicht den EINEN Weg, wie man Kinder richtig großzieht. Kinder können auch sehr gut damit leben, dass ihre beiden Eltern unterschiedlich erziehen und in Situationen unterschiedlich reagieren. Da muß gar keine permanente Übereinstimmung herrschen."

      Genau so sehe ich es auch -- und höre dann immer, man müsse doch "an einem Strang ziehen" oder die Frau fühlt sich "hintergangen", wenn ich manche Dinge anders mache. Manchmal müsste man sich einfach nur darin einig sein, dass man nicht immer einer Meinung ist. Aber leider klappt diese Grundakzeptanz verschiedener Sichten auf die Wahl ja weder im Kleinen noch in der Gesellschaft insgesamt derzeit besonders gut.

      Meiner Meinung nach liegt das u.a. auch am Perfektionismus mancher Mütter und auch Väter (dazu gab's neulich einen interessanten Artikel: https://www.newstatesman.com/politics/uk/2018/05/what-new-cult-perfectionism-means-motherhood).

      Man meint, wenn nicht alles wirklich haarklein optimiert ist, hätte das katastrophale Konsequenzen, angefangen bei der Schwangerschaft (wenn z.B. die Schwangere in Panik verfällt, weil sie von einer verschimmelten Nektarine schief angeguckt worden ist, wie das lumi1980 neulich im Allgemeines so großartig auf den Punkt gebracht hat) über die optimale Babypflege zur Vermeidung von Kolliken / Allergien / Neurodermitis etc. bis hin zu Kindergarten und Schule, damit der Nachwuchs später nicht bei Hartz IV landet.

      Wenn man aber so wahnsinnige Angst vor jedem Fehlerchen hat, weil jedem Fleckchen Haut ohne Sonnencreme beim ersten Strahl der Frühlingssonne sofort maligne Melanome drohen, dann ist nur noch die eigene Sichtweise richtig und jede andere falsch und nicht nur das: falsch und gefährlich! Damit fehlt die Perspektive, dass es auch anders sein könnte, als man selber denkt.

      • Ja, ich gebe Dir absolut Recht.
        Dieses Dogma, was heutzutage überall vermittelt wird, immer an einem Strang ziehen zu müssen, ist mehr als hinderlich - zumindest, wenn man das so interpretiert, dass beide Elternteile immer einer Meinung sein müssen.
        "An einem Strang ziehen" sollte vielmehr so verstanden werden, dass man sich als Eltern gegenseitig unterstützt und respektiert - so wie man es ja auch in der Partnerschaftsbeziehung tut: dort ist man ja auch nicht immer einer Meinung und akzeptiert dennoch die andere Ansicht des Partners.

        • Und tatsächlich wird ja sogar umgekehrt ein Schuh daraus: Kinder brauchen unterschiedliche Vorbilder, um überhaupt so etwas wie eine Wahl zwischen verschieden Perspektiven von der und Herangehensweisen an die Welt zu haben. Natürlich darf man sich nicht gegeneinander ausspielen lassen, aber wie soll ein Kind Toleranz und Diskurs lernen, wenn daheim immer nur Zwei-Stühle-eine-Meinung gespielt wird...?

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