Wie sprecht ihr euren Partner auf Dinge an, die euch stören?

    • (1) 01.06.18 - 15:13
      Kann.nicht.streiten

      Hallo,
      Frage steht schon im Betreff.
      Ich bin seit einem Jahr mit meinem Partner zusammen, wir wohnen nicht zusammen und führen eine Wochenend-/Fernbeziehung.
      Ich habe zudem eine Tochter, die bei mir lebt, aber jedes 2. Wochenende bei ihrem Papa ist.
      Nun zum Thema, seit ein paar Wochen ist es so, dass mein Freund sich - in meinen Augen - total daneben benimmt und ich nur noch genervt bin. Beispielsweise kam er gestern, auf Grund des Feiertages schon morgens zu uns und bleibt bis Sonntag. Seit gestern Morgen 11 Uhr spielt er fast durchgehend mit seinem Handy oder Tablet und beteiligt sich null am Familienleben. Ist in Ordnung, ich kann mich sehr gut allein mit meiner Tochter beschäftigen und brauche ihn nicht. Aber zum Zocken muss er nicht herkommen, Das kann er genau so gut, bzw noch besser bei sich zuhause tun. Ich möchte nicht, dass meine Tochter das vorgelebt bekommt. Heute Morgen ist meine Tochter bereits um 6 Uhr aufgestanden - klar, Ich hätte auch gerne noch weiter geschlafen, geht mit kleinkind aber eben nicht. Ich bin dann also mit ihr aufgestanden, habe mich leise mit ihr beschäftigt und Frühstück für uns gemacht. Als wir am Tisch saßen, ist mein Freund aufgestanden, hat sich nen Kaffee gemacht und ist damit wieder im Schlafzimmer verschwunden. Ich hab echt gedacht ich sehe nicht richtig. Ich habe ihn ja schon extra weiter schlafen lassen, aber zu dem Zeitpunkt war er ja dann wach und schließt sich selbst vom Familienleben aus. Ich kenne so ein Verhalten nicht. Weder aus meiner Familie, noch aus meiner Ehe oder sonstigen Beziehungen vorher. Und ich bin ehrlich gesagt auch nicht gewillt, Das weiter so hinzunehmen. Mein großes persönliches Problem ist aber, dass ich nicht streiten kann. Ich weiß einfach nicht, welche Reaktion angemessen ist. Am liebsten würde ich ihm sagen, dass er nach Hause fahren soll und wieder kommen kann, wenn er bereit ist, sich (wieder) zu ändern.
      Wie besprecht ihr denn so was mit eurem Partner? Sagt ihr ganz aktiv, dass euch etwas stört oder "wartet" ihr, bis die Situation so offensichtlich ist, dass ein Gespräch unumgänglich ist?
      Würde mich wirklich über Antworten freuen. Ich bin nämlich eigentlich sehr gut darin, Dinge in mich hinein zu fressen, aber das will ich nicht mehr. Zumal es wie gesagt nicht nur um mich geht, sondern auch und vor allem um mein Kind, dem ich so einen Lebensstil nicht vorleben möchte.

      • Du musst Dich ja nicht streiten. Frag ihn doch, wie er sich die Wochenenden bei Euch wünscht. Dann sagst Du, was Du Dir wünscht, und dann sprecht Ihr darüber, inwieweit die beiden Vorstellungen zusammenpassen.

        "Wie besprecht ihr denn so was mit eurem Partner? Sagt ihr ganz aktiv, dass euch etwas stört oder "wartet" ihr, bis die Situation so offensichtlich ist, dass ein Gespräch unumgänglich ist?"

        Beides. Wir sprechen normal über Dinge, die uns allgemein stören oder es kommt eine Situation, in der jemand findet, etwas könnte optimaler laufen.

        Die Wochenend-Patchwork-Situation haben wir ebenfalls und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich mein Partner so verhalten könnte, außer er wäre krank. Dann weiter schlafen zu wollen (selbst bei Kopfschmerzen) finde ich völlig okay, ABER das kommuniziert man dann ja auch. Bei Euch scheint es ja nicht einmal ein Gespräch zu dem Thema gegeben zu haben? Er fand also, das sei alleine seine Entscheidung?

        Als Versuch, das mit ihm zu klären, könntest Du ihm heute Abend auch einfach sagen, dass Du ihn schon seit gestern als sehr abwesend empfindest. Und dann frag ihn mal, wie es ihm bei euch gefällt oder ob er sich langweilt. Mal sehen, was er sagt. Sprich dann weiter aus Deiner Sicht über Deine Gefühle und was Du Dir wünscht. Wenn er darauf nicht eingeht kannst Du ihn immer noch nach Hause schicken.

        Ich würde mal sagen, dass er keine Lust auf deine Tochter hat. Wie ist er denn, wenn sie bei ihrem Vater ist? Oder er kann mit Kindern generell nichts anfangen.

      • Hallo!

        Ich würde vielleicht anfangen, Regeln für alle aufzustellen:

        gemeinsame Mahlzeiten am Tisch, von denen man nicht einfach aufsteht.
        Guten Morgen, Bitte und Danke sagen.
        es wird eine Tagesplanung besprochen: Eisdiele, Park, Schwimmbad?
        und während solcher Aktivitäten ist das Handy Tabu.

        Es macht den Eindruck, als ob er sich den Tag gestern gelangweilt hätte, aber ich bekomme auch nicht den Eindruck, als ob ihr irgendwas sinnvolles miteinander unternommen hättet. Wenn die Wahl ist, am Handy zu daddeln, TV zu gucken oder gelangweilt in Zeitschriften zu blättern, ist es ja relativ egal, was er macht. So wirklich ZUSAMMEN was getan habt ihr ja auch nicht.

        • Bei aller Liebe, wäre ich die Freundin eines solchen Papas und er würde solche Regeln für alle aufstellen, wäre ich weg. Ob ich vom Tisch aufstehe oder mein Handy raushole, entscheide ich als Erwachsene selber. ;-)

          Ich vermute mal ins Blaue, dass er mit der Situation überfordert ist und keine Lust auf Vater, Mutter, Kind spielen hat.

          • Sorry, das sind für mich absolute Basics an Tischmanieren. Dass man beisammen sitzen bleibt, bis alle fertig sind, oder man sich wenigstens mit triftigem Grund entschuldigt, bzw. den Kindern bewusst erlaubt, aufzustehen, statt andere Esser alleine sitzen zu lassen, sollte ebenso selbstverständlich zu sein, wie miteinander zu reden, statt sich mit TV oder Smartphone zu beschäftigen.

            Gemeinsame Mahlzeiten sind oft die einzigen Gelegenheiten, wirklich im Alltag miteinander zu reden, ohne ständige Ablenkung. Das ist gerade für Kinder unendlich wertvoll.

      Wenn mir was auf der Seele/Zunge brennt, bitte ich um ein Gespräch und trage es offen/vorwurfsvoll vor 👍.
      Offenbar möchte er sich nicht am Familienleben beteiligen...klar, er kennt es ja nicht anders...er ist ja kinderlos und wohnt nicht bei euch.
      Sprich ihn doch einfach an „Du, was hältst du davon, wenn wir morgen ins Schwimmbad/an den See fahren? Es wird so ein schöner Tag werden“.
      Ach ja, in MEINER Wohnung würde ich nicht leise sein, nur weil der gnädige Herr schlafen will.

      (13) 01.06.18 - 17:27

      Hallo,
      ich sage einfach, was ich denke.
      - Leg doch bitte mal das Handy weg.
      - Komm, setz dich zu uns, wir haben Brötchen geholt.
      - Wollen wir morgen mal alle zusammen was unternehmen? Worauf hast du (heute) Lust?
      - Bist du krank/hast du Kopfschmerzen?
      - Ich habe das Gefühl, dass du dich sehr zurückziehst. Ist alles in Ordnung?
      - Schade, dass wir die wenige gemeinsame Zeit nicht zusammen verbringen.

      Und wenn das alles nicht hilft:
      - Warum kommst du eigentlich am Wochenende zu uns, wenn du nichts mit uns zu tun haben möchtest?
      - Würdest du gerne etwas ändern wollen?
      - Vielleicht bleibst du nächstes Wochenende mal zuhause, wenn du mehr Interesse an deinem Handy als an uns hast.

      Einfach frei raus.

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