Schwere Ehekrise wg. 2. Kinderwunsch

    • (1) 05.06.18 - 15:11

      Hallo Leute,

      meine Frau und ich haben eine schwere Ehekrise aufgrund ihres Wunsches nach einem zweiten Kind und meiner Ablehnung dieses Wunsches, und ich weiß mir keinen Rat mehr...

      Hintergrundinfo:

      Ich bin 44, sie 30. Wir haben uns vor 7 Jahren kennengelernt, und sind seit 4 Jahren verheiratet. Ich bin eher der Typ sozial inkompetenter, rational denkender Nerd, sie der emotionale kleine Vulkan. Sie kommt aus der Schweiz und ist zu mir nach Deutschland gezogen. Ich habe einen sicheren, gut bezahlten Job. Sie ist seit dem Umzug nach Deutschland arbeitslos, hatte aber für ein Jahr ein leider nicht sehr erfolgreiches Kleingewerbe. Wir wohnen zur Miete in einer geräumigen aber ungünstig geschnittenen 3-Zi.-Wohnung in einer Gegend mit hohen Mietsteigerungen - ein Umzug würde eine deutlich höhere Miete bedeuten. Sie leidet an einer Angststörung; ich wiederum an Depressionen mit latentem Alkoholproblem. Wir haben diese Probleme momentan gut im Griff, aber Stress wirkt sich negativ darauf aus. Wir haben einen kleinen Sohn (19 Monate), den wir über alles lieben, und der ein echter Wonneproppen ist und als Baby sehr "pflegeleicht" war. Meine Frau wünscht sich schon seit 10 Jahren eine Familie mit 2-3 Kindern - es ist ihr Herzenswunsch! Bei unserer Hochzeit haben wir uns geeinigt: ein Kind: auf jeden Fall, zwei Kinder: mal schauen, aber eher ja, drei Kinder: nein. Aufgrund einer starkem Übergewicht verbundenen Schilddrüsenstörung bei meiner Frau hat es direkt nach der Hochzeit nicht mit der Schwangerschaft geklappt. Sie hat sich daher den Magen verkleinern lassen, 30 Kilo abgenommen, und dann klappte es auch.

      Alle paar Monate gibt es bei uns einen heftigen Streit (meist geht es darum, dass sie sich von mir emotional und/oder betttechnisch vernachlässigt fühlt), bei dem von ihrer Seite oft das Angebot zur Scheidung kommt. Sie meint dazu, dass der Grund dafür ihre pure Verzweiflung ist. Mit diesen Streits komme ich nur schlecht zurecht und brauche mehrere Tage bis zu zwei Wochen, um mein Gleichgewicht wieder zu finden. In dieser Zeit läuft dann auch betttechnisch nichts, was meine Frau natürlich noch stärker frustriert.

      Aktuelle Situation:

      Seit ungefähr einem Jahr fühle ich, dass mir ein Kind völlig ausreicht. Mit dem Gedanken an ein zweites und die damit verbundene Belastung (sei es finanziell, wegen meines Alters, von der Wohnsituation her, oder auch aufgrund der Situation nach einer eventuellen Scheidung) fühle ich mich überfordert. Es ist ist schwer in Worte zu fassen, aber FÜR MICH fühlt sich die aktuelle Familiengröße RICHTIG an, und daran etwas zu ändern wäre FALSCH...

      Meine Frau wünscht sich nun sehr ein zweites Kind, weil es halt ihr Herzenswunsch ist. Als wir das Thema Anfang des Jahres besprochen haben, sagte ich, dass mir eins reicht und ich es lieber sehen würde, wenn sie sich wieder einen Job sucht. Daraufhin kam es zu einem so heftigen Streit, dass ich erstmalig für eine Nacht im Hotel geschlafen habe, weil es mir zu viel wurde. Zwei Wochen Später haben wir uns dann wie folgt geeinigt: wir versuchen es mit einem zweiten Kind, dafür sucht sie sich einen Job, sobald das zweite im Kindergarten ist. Einige Zeit danach hat sie die Pille abgesetzt. Ich ging davon aus, dass es gleich nach der Abbruchblutung mit der Fruchtbarkeit losgeht, sie sagte mir vor kurzem, dass das meist erst nach der ersten "richtigen" Regel der Fall sei. Während der letzten Wochen beherrschte mich dann nur noch der Gedanke: "Nein, ich will kein zweites Kind! Ich schaff das nicht, ich kann das nicht!". Ich habe versucht, mir nichts anmerken zu lassen und mit der Situation klar zu kommen, aber leider vergeblich.

      Letzte Woche, als die erste "richtige" Regel gerade vorbei war, habe ich ihr dann gesagt, dass ich das mit Nummer 2 einfach nicht schaffe, und dass wir es doch bitte bei dem einen belassen sollten. ein Kind sei doch besser als keins, und warum sollten wir das, was wir haben, für eine ungewisse Zukunft aufs Spiel setzen? Daraufhin brach der bisher heftigste Streit unserer Beziehung los, der bis heute andauert. Sie sagte mir, dass nur ein Kind für sie nicht in Frage käme; sie wolle unseren Sohn auf gar keinen Fall als Einzelkind aufwachsen lassen, und wir hätten doch ausgemacht, dass wir es mit zweien versuchen. Dann stellte sie mich vor die Wahl: entweder ein zweites Kind, oder sie verlässt mich mit unserem Sohn. Ich habe ihr darauf gesagt, dass ich bei dieser Wahl mich nur für die Trennung entscheiden kann. Sie war am Boden zerstört und fragte mich, wie ich ihr das antun könne, wenn ich sie doch angeblich so sehr lieben würde, wie ich es immer sagte.

      Jetzt wissen wir beide nicht mehr weiter. Zwischen uns herrscht praktisch Funkstille. Mein Angebot (zu dritt weitermachen) ist für sie nicht akzeptabel, ihres (zwei Kinder) für mich nicht, und bei einer Trennung wäre erst recht keinem geholfen, schon gar nicht unserem Sohn. Ich bin der Meinung, dass in unserer Situation (ein Geldverdiener, zwei psychisch angeknackste Eltern, kein sinnvoll möglicher Wohnungswechsel) ein zweites Kind nicht zu verantworten ist, sie sieht das anders und meint, wir sollten uns nicht um Zukunftsprobleme Gedanken machen, das geht ja auch dann noch, wenn sie tatsächlich auftauchen. Es bricht mir das Herz, sie so um ihren Wunschtraum trauern zu sehen, aber aus meiner Haut kann ich einfach nicht...

      Mir ist bewusst, dass dieser Text meine subjektive Meinung widerspiegelt, und es für sie möglicherweise anders aussieht.

      Was meint ihr dazu?

      • (2) 05.06.18 - 15:23

        Hallo,
        Ich finde es etwas doof, dass du von Anfang an wusstest, dass sie mindestens 2 Kinder möchte. Bei der Hochzeit sagst du ihr auch, ein 2. Kind eher ja. Vor kurzem lässt du sie die Pille absetzten, und nun sagst du nein.
        Meinst du nicht, man wächst mit dem Aufgaben?
        Musst du mal sehen, wenn ihr zusammen bleiben würdet, wer wäre unglücklicher: du mit einem 2. Kind, oder sie ohne ein 2. Kind?
        Oder ihr trennt euch tatsächlich. Sie hat noch paar Jahre jemanden zu finden, der ihr ein 2. Kind macht. Und du darfst ohne deinem Kind leben. Ich würde da lieber die 2. Kind Variante nehmen.
        Vielleicht könntet ihr als Entlastung noch eine Putzfrau oder festen Babysitter nehmen. Und deine Frau sollte doch auch arbeiten.

        • (3) 05.06.18 - 17:02

          >>Ich finde es etwas doof, dass du von Anfang an wusstest, dass sie mindestens 2 Kinder möchte. Bei der Hochzeit sagst du ihr auch, ein 2. Kind eher ja. <<

          Ich denke, niemand kann das wirklich beurteilen, bevor das erste Kind da ist. Für mich ist es nachvollziehbar, dass man seine Meinung ändern kann, wenn man weiß, was ein Kind wirklich bedeutet.

          (4) 05.06.18 - 18:05

          Nee, also das sehe Ich komplett anders.

          Ein Kind muss man zu 100% wollen und nicht einfach loslegen in der Hoffnung das man mit der Aufgabe wäschst.

          Man kann doch nicht bei der Hochzeit wissen, wie die Zukunft aussieht. Viele Sachen ändern sich vielleicht und neue Situationen entstehen. Arbeitslosigkeit, Krankheit, etc. Dann kann man sich doch nicht wie ein Kind aufführen, auf dem Motto: Du hast aber damals gesagt.. Es geht um ein Kind, nicht darum das man versprochen hat seine eigene Hemden zu bügeln..

          Deren momentane Situation ist alles anders als rosig. Die Frau hat keine Arbeit, beide sind krank, Te hat ein latenten Alkoholproblem, finanziell sieht es auch nicht so gut aus, Wohnungsmäßig auch nicht. Ich finde es unter diesen Umständen nicht gerade vernünftig ein zwietes Kind zu bekommen. Dazu kommt auch och das seiner Frau in mit Trennung droht, weil sie wohl in einer Traumwelt lebt und die Augen vor die realität schließt.

          Du wurdest Dich für die Variante zweites Kind entscheiden. Ich auf keinem Fall, weil Ich mich niemals von meinem Partner zu so eine wichtige Entscheidung erpressen lassen wurde.. Nach deiner Meinung sollte TE sich also zu ein zweites Kind erpressen lassen, obwohl er dagen ist, weil seiner Frau in sonst mit Trennung droht. Wenn mein Partner mich erpressen wurde und mit Trennung drohen wurde, weil Ich nicht nach seiner Pfeife tanzen wurde, wurde Ich ihn den Marsch blasen und um mein erstes Kind kämpfen..

      (7) 05.06.18 - 15:40

      Wenn man mal die Argumente objektiv betrachtet, dann hast Du natürlich recht: Ihr habt nicht so tolle Voraussetzungen für ein weiteres Kind. Und damit meine ich nicht mal die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Psychische Balance ist wichtig, und man muss das Schicksal da auch nicht über Gebühr beanspruchen und einen von Euch aus dem Gleichgewicht bringen.

      Das Problem ist: Sie ist nicht im Gleichgewicht.

      Und leider nutzt es bei so etwas Emotionalem wie dem Kinderwunsch auch nichts, wenn man Argumente objektiv betrachtet.

      Tatsächlich gibt es für das Problem keinen Kompromiss. Wenn Du nicht mit einem zweiten Kind leben kannst, sie aber nicht ohne ein zweites will, dann wird wohl eine Trennung anstehen. Die muss ja aber keinesfalls bedeuten, dass Du dann ohne Dein Kind leben musst. Kinder können ja auch beim Vater bleiben, es gibt das Wechselmodell, und auch das klassische "jedes zweite Wochenende und ein Tag in der Woche" ist ja Umgang. Deine Frau wird halt mit dem Kind nicht weiter weg ziehen können. Zurück in die Schweiz wird also nur mit Deiner Zustimmung gehen.

      (8) 05.06.18 - 15:41

      Wie wäre es mit einer umgekehrten Vereinbarung? Ihr setzt euch das Ziel einige grundlegnde Dinge zu verbessern/stabilisieren beispielsweise in einem Zeitrahmen von drei Jahren, sprich deine Frau sucht einen Job und bewältigt die daraus resultierenden Anforderungen, ihre Angststörung und ihr Gewichtsproblem treten im Alltag nicht mehr auf, dank entsprechender Therapie und Medikamenten, ebenso suchst du intensive Hilfe für deine Depressionen/dein Alkoholproblem. Wegen deinen sozialen Problemen allenfalls zusätzlich Verhaltenstherapie.
      Ebenso arbeitet ihr an eurer Streitkultur und Kommunikation sowie an einer Wohnlösung die für 4 Personen in Frage kommt.

      Danach das zweite Kind. Was aber bei so einer Vereinbarung bedeuten würde, dass du wenn das alles erreicht ist nicht den Schwanz einziehen würdest und andere Gegenargumente ins Spiel bringen würdest.

    (10) 05.06.18 - 16:22

    Bist du derjenige mit Angststörungen oder sie? Warum muss man denn so verdammt viel über die Zukunft reden und grübeln, warum nich einfach machen?

    Mein Mann und ich sind beide depressiv, da geht es auf und ab. Wir haben 4 Kinder, nur das erste war geplant. Es läuft schon alles...

    Darf ich dich als Mann mal was offtopic fragen? Woran liegt das, dass du Sparflamme fährst bei körperlicher Nähe die sie so dringend möchte, wenn du sie doch liebst? Haargenau das selbe Problem habe icv nämlich mit meinem Mann.
    Die Sicht des "ignoranten Verweigerers" würde mich interessieren, da mein Mann kaum zum reden zu bewegen ist... Wenn ich meckere ist er wie du, zieht sich 1-2 Wochen in sein Schneckenhaus zurück und meidet das Ehebett. Damit mach ichs also nur schlimmer.

    (11) 05.06.18 - 16:44

    Ich finde auch ihr solltet evtl erstmal die grundlegende Situation beseitigen die speziell Dich daran hindert ein zweites Kind zu bekommen. Ich kann deine Ängste und Sorgen gut nachvollziehen und auch die daraus resultierenden Streitigkeiten mit deiner Frau machen das dann nicht besser. Eine Ehe und Beziehung besteht immer aus Kompromissen auch und ich denke nicht das du generell gegen das Kind bist, nur eure Situation ist im Moment nicht so günstig. Also könntet ihr daran arbeiten um die Situation zu verbessern.

    (12) 05.06.18 - 16:49

    Meine klare Meinung:

    Wenn einer nicht mehr will, gibt es kein zweites Kind.
    Der Andere muss dann entscheiden, ob er den Wunsch nach einem weiteren Kind höher ansiedelt als das gemeinsame Leben mit bereits vorhandenem Kind und zugehörigem anderen Elternteil und muss sich ggf. trennen.

    Meine Empfehlung an dich:
    1. Bleib jetzt auch bei deiner Meinung, jedes Hin und Her macht ihr unnötig Hoffnung
    2. Zieh die Konsequenzen und lass eine Vasektomie machen.

    LH

    (13) 05.06.18 - 17:08

    Führt ein gemeinsames Gespräch (oder mehrere) zu dem Thema zusammen mit einem eurer Therapeuten oder einer neutralen Eheberatung. Wobei ich hier ziemlich schwarz sehe, falls ihr nicht jeweils in Therapie seid, weil sich Eure psychischen Probleme dann nicht wesentlich bessern werden. Der Streit ums zweite Kind ist möglicherweise nur eine Verlagerung (bin keine Expertin).

    (14) 05.06.18 - 17:37

    Was für eine doofe Situation.

    Wenn Ich das ganze hier lese, muss Ich ganz ehrlich sagen das Du mir sehr leid tust. Ich bin zwar einer Frau und kann Kinderwunsch verstehen, wir haben auch bis jetzt „ nur“ ein Kind, trotzdem wurde Ich niemals, Kinderwunsch hin oder her, auf die Idee kommen mein Mann zu verlassen und mit Trennung drohen, wenn er irgendwann kein zweites Kind haben möchte. Wo ist dann die Liebe zum Partner? Hängt die Liebe von ein zweites Kind ab.??? Unverständlich...

    Es ist legitim das Du deiner Meinung wegen ein zweites Kind geändert hast. Man kann doch nicht am Traualter stehen und vorausagen, wie man denkt über ein zwietes Kind jahre später.. Man kann doch nicht voraussagen was alles passiert und wie die Lebensumständen sind in 2 oder 5 Jahren. Das ist doch blödsinn..

    Ich finde übrigens das Du absolut recht hast, weil eure momentane Situation nicht der beste ist um ein zweites Kind zu bekommen und wenn der eine Part kein zweites Kind haben möchte, dann ist es halt so. Liebt man sich, trennt man sich deswegen nicht.

    Wenn deiner Frau nur bei Dir bleiben möchte wenn Du auf ihren Wunsch wegen ein zweites Kind eingehst, obwohl Du strickt dagegen bist, wurde Ich mich in deiner Stelle Gedanken darüber machen, ob Ich Lust dazu hätte in meiner Ehe zu bleiben. Was deiner Frau macht ist emotionale Erpressung.

    Bleib bei deine Entscheidung. Mann kann nicht sein Partner erpressen und mit Trennung drohen, weil man unbedingt ein zweites Kind haben möchte.. Absolut daneben.

    Wenn deiner Frau Dich deswegen verlassen sollte, dann ist ihre Liebe zu Dir nicht so groß dass es sich lohnt um ihr zu kämpfen.. Es ist natürlich sehr traurig weil ihr schon ein Kind haben, aber ganz ehrlich erpressung und Trennungsdrohungen ist das allerletzte in einer Ehe..

    (15) 05.06.18 - 17:41

    Du solltest auf keinen Fall nur ihretwegen ein zweites Kind bekommen. Ich kann sehr gut verstehen, dass diese Situation dich mitnimmt. Es ist nie leicht, wenn sich nur ein Part in der Beziehung ein (weiteres) Kind wünscht. Du hast deine Gefühle aber mehr als deutlich geschildert und ich finde sie absolut nachvollziehbar. Daran sollte man nicht rütteln.

    Weißt du, hier kann man nur Ferndiagnosen abgeben. Aber ich bin mir ziemlich sicher, du würdest nicht glücklich werden mit einem zweiten Kind. Das ist nicht einfach irgendeine Entscheidung, bei der man Kompromisse eingehen kann.

    (16) 05.06.18 - 20:27
    Lieberohnenick

    Wir wäre es wenn sie sich erst einen Job sucht, anfängt zu arbeiten und sie dann guckt, ob sie sich Job + 2 Kinder vorstellen könnte?
    Dann habt ihr mehr geld, dann auch mehr Elterngeld und sie kann sich eher vorstellen wie es später sein wird (arbeiten mit zwei kindern)
    Und du kümmerst dich um dein Alkoholproblem.

    Das wäre der erste Punkt.
    Ich versteh nicht warum sie die ganze Zeit zuhause hockt.

    • Sehe ich auch so.
      Für mich hört sich der Wunsch deiner Frau zur Zeit eher wie ein Lückenfüller an.

      Ich kenne das von meiner Cousine. Diese hat nie eine längere Zeit am Stück gearbeitet und alle Ausbildungen etc. abgebrochen. Irgendwann fühlte sie sich als ob sie ein Versager wäre und wollte das mit einem Kind ausgleichen.

      Ebenso kenne ich das von einem Arbeitskollegen, der nun 2 Kinder hat 14 und 16 und bei den ersten Erzählungen dachte ich, dass die Kinder noch klein sind, weil seine Frau niemals gearbeitet hat und er jedes Wochenende zusätzlich arbeiten muss und wenn er Urlaub nimmt noch woanders arbeiten geht, damit sie überhaupt über die Runden kommen. Die Ehe ist dann gescheitert... und ich könnte schreien, weil ich mir sicher bin, dass schon ein 400€ Job nebenbei den Mann soweit entlasten hätten können, dass ein normales Familienleben möglich gewesen wäre.

(18) 05.06.18 - 23:12

Ich finde Ehe geht über Kinderwunsch, wenn man schon eins hat wenigstens...Dieser Irrsinn dass man sein Kind misshandelt wenn man es als - Oh Gott - einzelkind aufwachsen lässt, ist nur schwer erträglich. Da ist nix dran.
Ich würde euch Therapien vorschlagen, ganz einfach. Einzeln und zusammen. Da scheint sich viel im Argen zu befinden.

(19) 06.06.18 - 08:04

Deine Gründe klingen sehr plausibel und du solltest nicht ihretwegen ein 2. Kind bekommen.

Ich finde auch...,das eine ehe ÜBER den kinderwunsch stehen sollte! Man hat dem Menschen schließlich geheiratet um mit ihm alt zu werden.

Ihr habt ein gemeinsames kind, das sollte mehr wert sein als ein weiterer kinderwunsch!

Mein mann und ich konnten keine gemeinsamen kinder bekommen....hätte ich ihn deswegen verlassen sollen? Nein...,wir haben ein gemeinsames Leben, eine Zukunft!

(20) 06.06.18 - 09:12

Hallo Leute,

danke für eure zahlreichen Antworten. Wir haben es geschafft, ganz kurzfristig einen Termin bei einem Paartherapeuten zu bekommen, und werden mal schauen, ob uns das weiterhilft. Die Argumente für und gegen ein zweites Kind haben alle was für sich, und unser Hauptproblem ist wohl wirklich die Kommunikation.

bye, casey

(21) 06.06.18 - 10:54

Hallo,

du gehst sehr verantwortungsbewusst und überlegt an das Thema heran; lasse dich nicht "überreden", deine Bedenken sind begründet und liegen nicht an Egoismus.

Eine zusätzliche Belastung kann euch aus dem labilen Gleichgewicht werfen und die Konsequenzen können erheblich sein. Ich kenne etliche Beispiele, wo die Rechnung psychische Schwäche über Kinder auszugleichen, schief gegangen sind.

Ich finde es gut, dass du achtsam mit euch umgehen willst, davon profitiert jeder.
Ein "Herzenswunsch" ist ein unbewusst entstandener Wunsch, der nicht trotz realer, begründeter Bedenken erfüllt werden soll.

(22) 06.06.18 - 11:13

Deine Frau erpresst Dich emotional, was ist das denn für ein Mist? Entweder sie bekommt ihr 2. Kind, oder sie verlässt Dich? Das macht doch überhaupt gar keinen Sinn, denn es bedeutet, dass ihr die Beziehung eigentlich egal ist. Sie will anscheinend nur dieses Kind durchdrücken.
Würde sie dich dann verlassen, um mit einem neuen Partner noch eins zu bekommen?
Als jemand, der vielleicht gar keine Kinder bekommen kann, würde ich ihr mal ganz klar sagen: sei froh und glücklich über das, was du hast, und mach dir nicht alles mit so einer Scheiße kaputt! Es klingt so, als könne sie mit sich selbst nicht viel anfangen und definiert sich nur über ihre Kinder. Das wiederum kannst du nicht verstehen und ich kann dich in dem Punkt verstehen. Erpressung jeglicher Art ist immer Scheiße in einer Beziehung! Das würde ich nicht dulden.
Das Problem ist, dass ihr beide psychisch eher labil zu sein scheint. Wie wäre es mit Paartherapie?

(23) 06.06.18 - 11:14

nur so nebenbei würde ich dir raten mit ihr entweder keinen Sex mehr zu haben oder auf jeden Fall nur Kondome zu benutzen, die auch sicher vor ihr versteckt sind, damit sie sie nicht manipulieren kann.
Solche Frauen sind leider unberechenbar und am Ende habt ihr einen "unfall"
Oder wenn du dir 100% bewusst bist kein Kind mehr zu wollen dich sterilisieren zu lassen.


Pass da echt auf wenn du kein Kind willst.

Ich finde deine Einstellung im übrigen toll und sehr verantwortungsbewusst!

Ihr solltet erstmal eure Probleme hinbekommen bevor ihr überlegt ein Kind in einer solchen Situation zu bekommen.

LG

(24) 06.06.18 - 15:39

Deine Frau macht sichs ja denkbar einfach - in meinen Ohren klingt sie deiner Beschreibung nach (Achtung, Küchentischpsychologie) wie einer dieser Menschen, die ihrem Partner alles Mögliche an den Kopf werfen und doch keine ihrer "Drohungen" in die Tat umsetzen. Ich bin mir sicher, deiner Frau ist völlig klar, dass sie trotz Unterhaltspflicht deinerseits bei einer Trennung ziemlich schlecht dastünde (ich schätze mal, die Schulden aus dem gescheiterten Gewerbe sind auch noch nicht abbezahlt?), aber in ihren Augen vergibt sie sich mit Drohungen ja nichts.
Ich will psychische Krankheiten keinesfalls verharmlosen, aber ich glaube, deine Frau hat sich da in was reingesteigert. Sie sitzt seit Jahren zuhause, der letzte Versuch, beruflich Fuß zu fassen, ging in die Hose...da erscheint ihr ein weiteres Kind wohl als Allheilmittel gegen den Alltagstrott zuhause, den fehlenden Input, die angeknackste Ehe...

Ich kann dir nur raten, dich verhütungstechnisch wasserdicht (im wahrsten Sinne des Wortes...) abzusichern. Vorsicht ist besser als Nachsicht.

(25) 07.06.18 - 09:35

Ich denke du siehst die Situation völlig richtig. In einer Partnerschaft geht es nicht darum dass ein Teil die Lebenswünsche des anderen abarbeitet, sondern es ist eine Entscheidung zum Zusammenleben und Zusammenhalten, ein Geben und Nehmen unter guten und weniger guten Situationen. Ihr Ultimatum ist nichts anderes als ein Aufbau von Druck... Erpressung irgendwie. Du hast deutlich gemacht, dass dein Lebenswunsch mit ihrem Lebenswunsch momentan so nicht vereinbar ist. Nun könnt ihr es negativ angehen euch trennen oder positiv und daran arbeiten, dass es für dich leichter wird sich dafür zu entscheiden. Denn es hängt denke ich gar nicht am Herz,sondern an den schwierigen Umständen. Mach ihr klar, dass du sie liebst und nicht dagegen bist mit IHR weitere Kinder zu haben, aber dagegen bist sie so in die MOMENTANEN UMSTÄNDE zu zeugen, die eben nicht so sind, wie es am Anfang geplant war. Du würdest anders empfinden, wenn du andere Möglichkeiten hättest. Und an denen müsst ihr als Paar zusammen arbeiten und beide Verantwortung übernehmen.

Z.b. indem ihr erst an euren Problemen arbeitet via Therapie, euch da beide verbindliche Ziele setzt, oder z.b. indem ihr eure finanzielle Situation verbessert. Sie kann nicht einen Haufen Kinder verlangen ohne selber etwas zur finanziellen Absicherung beizutragen. Will sie das, sollte sie sich auch eine Arbeit suchen. Am besten eine mit Kindern vereinbare. Sag ihr, Kind Nummer 2 traust, du dir nur zu, wenn sie einen halbwegs sicheren Job hat und den auch dauerhaft weiterführen will. Es müssen ja keine 40 h sein. Aber ein zusätzliches Einkommen sollte da sein.

Drittens muss sich auch an der Wohnsituation etwas ändern. Mit einem 2. Gehalt ist ein Umzug sicher denkbarer. Parallel sollte man dann nach Wohnungen schauen die ein 2. Kind zulassen.

Und wenn sich in all dem etwas positives tut, dann kann man immernoch neu darüber verhandeln. Wir waren in einer ähnlichen Lage. Mein Mann hat jetzt einen besser bezahlten Job und wir sind in eine bessere Wohnung umgezogen. Und nun ist es mein Mann, der vorher unbedingt noch eins wollte, der sagt, dass es ihm nun doch so reicht. Bei uns gings aber um das 3.

Richtet euch erstmal darauf aus, schafft euch eine gute Ausgangslage und verhandelt dann noch einmal neu. Ich persönlich finde 2 Kinder zwar in den ersten Jahren schwerer aber nach hinten raus einfacher, weil sie viel zusammen agieren, während man ein einzelnes doch immer irgendwie unterhalten muss.

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