Ehe mit einem Kosovo-Albaner

    • (1) 05.06.18 - 19:14

      Hallo.

      Ich bin 38 Jahre alt, seit 20 Jahren mit meinem Mann, der aus dem Kosovo stammt , zusammen und davon 18 Jahre verheiratet. Wir haben 2 Kinder, 10 und 5 Jahre alt. Unsere Ehe war von Beginn an schwierig, wir hatten einerseits mit vielen Voruteilen zu kämfen und andererseits hatten und haben wir viele kulturelle Unterschiede. Mein größtes Problem ist es, dass mein Mann sehr faul und verantwortungslos ist. Ich fühle nicht, dass wir Partner sind sondern eher, dass ich drei Kinder habe, um die ich mich kümmern muss. Ich bin in unserer Ehe für alles verantwortlich, übernehme fast alle Aufgaben. Ich lebe eigentlich nur für die Kinder und für ihn, er hingegen genießt weiterhin sein Leben ohne große Verpflichtungen. Wir gehen beide arbeiten, er stundenmäßig mehr als ich. Aber außer seiner Arbeit tut er leider nichts. Jetzt ist er gerade wieder im Kosovo, ich wurde nicht gefragt, ob mir sein Urlaub zu dieser Zeit passt, oder nicht.
      Was mich interessieren würde, wäre, ob hier noch weitere Frauen sind, die mit einem Mann aus dem Kosovo verheiratet sind oder waren. Ob Ihr auch Schwierigkeiten habt, eine gleichberechtigte Aufgabenverteilung hinzubekommen? Ob Ihr auch darunter leidet, welchen hohen Stellenwert die Familie im Kosovo für Eure Männer hat?

      • Ich nicht, aber eine Kollegin von mir ist mit ein Albaner liiert seit 5 Jahren. Es ist haargenau das gleiche bei ihr zu Hause. Ihr „ Mann“ macht gar nichts zu Hause. Er geht und kommt wie es ihn passt. Alles bleibt an ihr hängen. Seine Familie steht an erster Stelle, egal um was es geht.

        Warum fällt es Dir erst jetzt auf wie dein Mann tickt und warum hast Du ihn geheiratet. Er wird aich niemals ändern. Er ist so aufgewachsen. Frauen haben nichts zu melden, die sind für Haushalt und Kinder verantwortlich..

        Das müsstest Du doch wissen..

        • Na ja, aufgefallen ist es mir natürlich nicht jetzt erst. Aber diese Reise hat mir irgendwie den Rest gegeben und ich bin wütender, als jemals zuvor. Ich habe mich noch nie in einem Chat "ausgeheult" und mich heute extra dafür angemeldet. Das zeigt ja schon meine Verzweiflung. Ich fühle mich alleine mit meinen Gedanken und weiß auch nicht, ob ich überreagiere...

          • (4) 05.06.18 - 19:38

            Dann würde ich ebenso eine Reise buchen und die auch antreten.
            Anders blicken die es nicht. Aber sei doch mal ganz ehrlich mit dir selbst, die Vorurteile sind doch gerechtfertigt oder?

            • Weißt Du, es ist für mich sehr, sehr schwer, mir einzugestehen, dass die Vorurteile zutreffen. Ich habe in der Vergangenheit sooo viel für diese Ehe gekämpft und deswegen fällt mir die Einsicht so schwer.

              Und eine Reise alleine kann ich einfach nicht. Da würden sich die Kinder sehr wundern und sorgen. Obwohl ich natürlich auch schon diesen Gedanken hatte...

              • Fang an mit einem Wochenende. Du weisst das er da ist, also buch dir ein Wellnesshotel. Deine kinder werden nicht verhungern oder verdursten.

                ich wollt dir das mit den Vorurteilen nicht noch extra aufs Brot schmieren.
                Es ist nur sehr verblüffend das du gegen alle Vorurteile gekämpft hast, obwohl sie ja der Wahrheit entsprechen, was deinen Mann betrifft meine ich.
                Da hast du dir ja eher jahrelang selbst was vorgemacht oder?

                Mein Rat an dich wäre: akzeptiere es oder gehe. Der wird sich nicht ändern er kennt es ja nicht anders. Du müsstest nur noch kämpfen, da du nen job hast und drei Kinder wäre es eine sinnlose aufreiberei.

                • Ich hab nur zwei Kinder und er ist das Dritte, so kommt es mir vor. Das war wohl mißverständlich formuliert, sorry.

                  Nein, ich kann weder gehen noch es akzeptieren. Und da er sich nicht ändert, muss ich es tun. Ich muss wieder mehr für mich tun Aber ich habe Angst, dass ich das nicht schaffe. Dass ich, um Streit zu vermeiden, wieder alles machen werden. Also aufräumen, kochen, einkaufen...

      Die Frage ist nicht, ob die meisten Kosovo-Albaner so sind. Die Frage ist auch nicht, ob viele Männer so sind. Die Frage ist nicht, ob andere Frauen dieselben Schwierigkeiten haben. Ebenfalls spielt keine Rolle, ob Gleichberechtigung in anderen Ehen vorhanden ist.

      Frag Dich, was Du willst. Wie soll Dein Leben, Deine Partnerschaft weiter verlaufen? Wen willst Du wirklich glücklich machen? Und was kannst Du tun, um dieses Ziel zu erreichen?
      In Eurer Ehe geht es Deinem Mann augenscheinlich nur um sich selbst. Dasselbe Recht, so zu denken hast Du auch. Du bist nicht weniger wert, als er.

      • Oh ja, da hast Du vollkommen recht. Und da ich ihn nicht ändern kann, habe ich mir fest vorgenommen, mich zu ändern. Mich mehr um mich kümmern, wieder mehr mit Freunden treffen usw. Nicht mehr alle Aufgaben und jede Veratwortung zu übernehmen. Ist nur leichter gesagt, als getan...

        • Wieso? Es sind seine Kinder, er ist der Vater. Er kann sich also genauso toll und liebevoll um sie kümmern, wenn Du unterwegs bist. Machst Du ja auch. Also nimm Dir gleich was vor, verabrede Dich für den Zeitpunkt, wenn er wieder da ist und setze ihn genauso einfach davon in Kenntnis, wie er das in so einem Fall bei Dir tut.

          Anhand seiner Reaktion darauf wirst Du ja sehen, wie gleichberechtigt er die Partnerschaft empfindet.

    (11) 05.06.18 - 19:49

    Hallo,

    Ich kann dich total nachvollziehen, wie du dich fühlst. Und ich bin Albanerin und kann sagen, dass 90 Prozent der Albaner so sind. Vor allem steht die Familie über allem! Die einzige Verantwortung die sie haben, ist das Geld nach Hause zu bringen. Wenn er arbeitet, dann ist das ein Freifahrtsschein für alles! Mein eigener Vater war auch von der Sorte. Ich hatte mir geschworen nicht so einen zu heiraten. Ich bin auch mit einem Albaner zusammen und es tut sehr viel für mich. Er hilft mir im Haushalt, hilft mir mit unserem Kind und geht Vollzeit arbeiten... nur Amtsgeschichten hat er keine Lust. Da muss ich mich dann immer drum kümmern, aber das ist mir recht.

    Ich kann dir soviel sagen, dass die meisten sich leider Gottes nicht ändern... mein Vater hat es nach 30 Jahren Ehe begriffen... jetzt hilft er meiner Mama sehr. Vielleicht kannst du nochmal ein klärendes Gespräch führen, wenn er wieder da ist... ich wünsche dir jedenfalls viel viel Kraft und alles Liebe!!

    • Danke für Deine Antwort. Nun, die Änderung Deines Vaters läßt ja zu hoffen...

      Ich weiß, dass in vielen albanischen Familien die Männer arbeiten und die Frauen sich um Haus und Kind kümmern. Aber ich gehe ja täglich auch 6 Stunden arbeiten, das ist der Unterschied. Das sieht er irgendwie nicht.

      Natürlich werde ich (wieder mal) ein Gespräch mit ihm versuchen zu führen. Aber dieses Mal müssen von meiner Seite endlich mal Konsequenzen und Taten folgen.

      Danke nochmal!

      • Ja bleib am Ball... sie sehen nicht, was und wieviel du machst. Ich kann mich bei meinem Papa daran erinnern, dass er genervt war, wenn das Essen nicht pünktlich auf dem Tisch war. Meine Mama musste 5 Kinder versorgen, Haushalt schmeißen, kochen und ist noch an 3-4 Stellen putzen gegangen... mein Vater hat es auch nicht gesehen... wenn du merkst, dass dich das kaputt macht, dann musst du handeln... manchmal ist man auch ohne Mann bssser dran :/

    "nur Amtsgeschichten hat er keine Lust."

    Das Problem haben aber viele Menschen, also das ist jetzt weder geschlechts- noch nationalitätsspezifisch. ;-)

Hallo, ich kann dir nur sagen, dass es sehr viele Paare gibt, die an einer gleichberechtigten Aufgabenverteilung zu knabbern haben. Unabhängig von ihrer Herkunft. Nichts desto trotz kann es natürlich sein, dass in eurem Fall die Kultur Deines Mannes einen Platz in dieser Thematik einnimmt.

Was Deine Problematik angeht, kann ich dich absolut verstehen, dass du mit der Situation nicht zufrieden bist.

Nun ist es so, dass du bereits seit 2 Jahrzehnten mit deinem Mann zusammen bist. Du kennst ihn somit sehr lange und innig.
Du hast ihn also so kennengelernt? Oder hat sich sein Verhalten erst zu einem bestimmten Zeitpunkt entwickelt? Was ist passiert, dass es dich jetzt (erst?) stört?

Liebe Grüße

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