Wie kann ich für ihn da sein?

    • (1) 08.06.18 - 18:52
      moonshine123

      Ihr lieben, ich benötige Euren Rat...
      Mein Freund hat derzeit gesundheitliche Probleme. Er hat nächste Woche einen Termin beim Arzt um abzuklären, was es sein kann.
      Jetzt ist es so, dass ich in den letzten Tagen gemerkt habe, wie er sich zurück zieht von mir. Er hat mir auch erst heute gesagt was los ist. Generell ist er der Typ, der sich nicht gerne verletzlich zeigt und über Gefühle redet.
      Dass er sich jetzt Sorgen macht ist klar. Dass ich für ihn da sein werde, egal was ist, für mich natürlich auch.
      Wir sind erst seit 6 Monaten zusammen, weshalb ich es auch ehrlich gesagt ein bisschen schwer einschätzen kann, wie er sich Unterstützung von mir vorstellt. Oder will er überhaupt welche? Für mich ist klar, dass ich ihn nicht alleine da stehen lasse...

      Könnt ihr mir Ratschläge geben, wie ich für ihn da sein kann, ohne "bemutternd" oder aufdringlich zu sein? Ich will ihm ja nicht auch noch zur Last fallen, er hat ja schließlich gerade genug selber im Kopf.
      Vorher war ich schnell bei ihm und ihm geht es wirklich nicht gut. Er hat natürlich versucht alles runter zu spielen, aber das nehme ich ihm nicht ab.
      Es geht hier auch nicht um mich, sondern lediglich, wie ich für ihn da sein kann. Da bin ich leider etwas ratlos...

      • Ich frage da mittlerweile ganz offen.

        "Sag mir ruhig, wenn Du Deine Ruhe brauchst, das könnte ich verstehen. Ansonsten bin ich jederzeit für Dich da und lenke Dich auch gerne ab. Wollen wir heute etwas Bestimmtes zusammen machen oder nur zusammen sein oder soll ich gar nicht vorbei kommen?"

        Bei mir ist es nämlich auch so, ich brauche eher Abstand und meine Ruhe, wenn ich an einer schwierigen Situation zu knabbern habe.

      Ich denke, du solltest ihn einfach fragen, was er von dir braucht. Frag ihn direkt, wie und womit du ihm jetzt am besten helfen kannst. Damit kannst du nichts falsch machen.

    Sage/Frage ihn ungefähr so wie du es in Deinem Beitrag geschrieben hast.
    Das du für ihn da bist, wenn er dich braucht. Aber ihr ja noch nicht so lange zusammen seit, du dir unsicher bist. Ob er das möchte oder lieber seine Ruhe möchte. Da du ihn nicht bemuttern möchtest,nichts falsch machen willst..

    Was du denkst, fühlst ca.
    In deiner Art wie er dich kennt.
    Verstell dich nicht deshalb, das könnte falsch rüber kommen.

  • (7) 08.06.18 - 19:57

    Ich bin nun seit 5 Jahren mit einem ähnlichen Exemplar verheiratet. Er sagt mir gar nichts, wenn er krank ist oder ihn irgendwas belastet. Er zieht sich zurück und will einfach seine Ruhe habe.

    Ist jetzt vielleicht etwas theoretisch, aber mir haben meine Pädagogik-Bücher geholfen ihn zu verstehen und besser zu reagieren. Ich fühlte mich immer abgelehnt und wurde noch aufdringlicher. Grober Fehler. Die meisten Frauen reden über ihre Probleme um sich mitzuteilen und damit die anderen Anteil nehmen. Das funktioniert für Frauen sehr gut, denn sie leben nach dem Prinzip "Geteiltes Leid ist halbes Leid".

    Männer reden jedoch über Probleme um eine Lösung zu finden. Gibt es ein Problem bespricht man es mit dem, der es lösen kann oder einen Rat gebe kann. Männer suchen kein Mitgefühl. Es geht um Lösungen und allenfalls noch Bestärkung in ihrer Entscheidung für eine Lösung. Ein leidender Mann, der von seiner Frau bemitleidet wird, fühlt sich hingegen verpflichtet sie wieder glücklich zu machen. Weshalb für viele Männer gilt "Geteiltes Leid ist mindestens doppeltes Leid". Besonders wenn ihr beide das eigentliche Problem nicht beheben könnt.

    Das ist jetzt natürlich sehr holzschnittartig. Männer und Frauen sind Gott sei Dank wesentlich vielschichtiger und komplexer, aber vielleicht hilft es dir trotzdem weiter ihn zu verstehen und einen für euch passenden Umgang zu finden.
    Liebe Grüße
    Steinkind

    Huhu,
    Mein Freund ist chronisch krank und hat eine sehr harte medizinische Vergangenheit. Oft belastet ihn seine Krankheit und er hat viele Ängste. Allerdings mag er es auch überhaupt nicht, auf seine Krankheit „reduziert“ zu werden und will nicht, dass sie im Mittelpunkt steht.
    Ich habe zu Beginn unserer Beziehung ein ausführliches Gespräch mit ihm geführt, in dem wir die „Grenzen“ abgesteckt haben. Ich mache ihm regelmäßig klar, dass ich immer für ihn da bin und er immer mit mir darüber reden kann. Er grübelt meist aber eher für sich und ich lass ihm seinen Raum. Das fiel mir am Anfang schwer, aber das muss ich respektieren.
    Sei für ihn da, aber sprich es nicht von dir aus an und verhalte dich normal. Sag ihm einfach einmal, dass er jederzeit mit dir darüber sprechen kann, dass du ihn aber nicht bedrängen wirst, sondern das von ihm ausgehen soll. Das ist glaube ich das beste für ihn.
    Ich wünsche euch beiden alles gute!

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