Wenn der Ehemann keine Nähe sucht, kein Interesse hat...

    • (1) 09.06.18 - 00:13
      Ronjata

      Liebe urbia Gemeinde

      Ich schreibe um mir mal alles von der Seele zu schreiben, wem es zu lang ist, entschuldigt bitte und klickt weg. Ich weiß einfach nicht wohin noch mit meinen Gedanken und meinen Gefühlen, nirgends finden sie Gehör.
      Ich weiß auch gar nicht was ich mir für eine Resonanz erwarte. Wahrscheinlich wäre es schön mal von anderen Frauen zu lesen "mein Mann ist auch so, ich verstehe dich".

      Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll...

      mein Mann und ich, wir sind Anfang 30 und seit über einem Jahrzehnt zusammen. Wir haben unglaublich viel durchgemacht, es hat anfangs ordentlich gekracht, die verschiedenen Mentalitäten... es ist schwer.
      Ich habe uns ein recht harmonisches Familienleben aufgebaut. Ich habe mehrere Kinder bekommen wie ich es mir wünschte, und kümmere mich vom ersten Tag an um alles alleine. Ich bin zu Hause, habe von dort aus 6 Jahre ein klein wenig gearbeitet. Mein Mann hat mir alles ermöglicht was ich wollte. Ich lebe in einem Haus mit Garten, habe ein Auto, meine Kinder, meine Hobbys... ich kann quasi tun und lassen was ich will und sollte glücklich sein. Bin ich aber nicht.

      Zusammen gekommen bin ich mit meinem Mann aus "oberflächlichen Gründen". Wir haben uns gesehen und fanden uns attraktiv, knutschten, landeten im Bett und waren vom ersten Tag unzertrennlich, ich habe alles neben ihm vernachlässigt und mich nur über diese Beziehung definiert. Bis heute ist er mein Leben, ich bin Ehefrau und Mutter, fertig. Deswegen ist es für mich so essentiell ihn glücklich zu machen. Aber er ist nicht zufrieden. Und ich weiß nicht was ich noch machen soll...

      Als er mich "gejagt und erlegt" hatte schaltete er ein paar Gänge zurück. Unsere Beziehung wurde zwar immer ruhiger und erwachsener, allerdings fehlte auch das Feuer, das Flirten, von seiner Seite.

      Sex war mir schon ziemlich bald zu wenig, also nach wenigen Jahren.
      Ich nenne ihn "Schatz" seit wir uns kennen, er wollte das damals so. Er hingegen nennt mich bis heute lieblos bei meinem Spitznamen. Das ist doch nur eine Sache der Gewohnheit...

      Wir haben viel durchgestanden. Ich denke oft und gerne an die schönen Momente, an tolle einzigartige Sexerlebnisse, oder nette Gesten seinerseits. Aber ich habe eine Liste im Kopf, und die füllt sich immer langsamer. Diese Ereignisse sind wirklich seltenst.
      Wenn ich jetzt daran denke wann er das letzte mal was nettes zu mir gesagt hat, also was in die Richtung "Freude/ Kompliment machen", dann war das vor fast einem halben Jahr, als ich aus dem Krankenhaus kam, auf der Treppe saß und er lächelnd zu mir kam und sagte "schön, dass du wieder da bist." Mir kommen direkt die Tränen wenn ich daran denke.
      Oder im Oktober. Da stand ich mal am Herd, als er zu mir kam von hinten, mich im Nacken küsste und meine Hüfte umfasste...

      ich habe ihn immer so behandelt wie ich gerne behandelt werden würde, was unsere Liebesbeziehung angeht. Ich habe grundsätzlich geküsst oder umarmt zur Verabschiedung morgens und zur Begrüßung abends, und zum Gute Nacht sagen. Täglich.
      Von sich aus, von ihm aus, kam es noch nie.
      Ich habe mich regelmäßig an ihn gekuschelt nachts im Bett, auf seiner Brust geschlafen. Er hat zeitweise Wochen am Stück im Gästezimmer oder Wohnzimmer geschlafen.
      Letztes Jahr, als die Probleme zunahmen.

      Ich habe seit 2013 diagnostizierte Depressionen und Angststörungen. Bin in Therapie.
      Er ist wohl Ende 2016 depressiv geworden, flüchtete ständig aus dem Haus.
      Seine Arbeit ist seine Leidenschaft, ansonsten macht er wenig außer schlafen, aber im letzten Jahr wurde es extrem. Er ging nur noch aus, fing an zu rauchen, schlief seltenst neben mir.
      Wir haben viel diskutiert, gestritten... er entschuldigte sich öfters, gelobte Besserung. Es war das reinste auf und ab.
      Ich bin depressiv. Ich fühle mich allein gelassen und traurig, nicht gewertschätzt.
      Er ist mein Leben, schon immer. Ich liebe ihn so sehr, habe das Gefühl alles für ihn zu tun, und weiß nicht womit ich das verdient habe.
      Ich könnte damit leben, dass er ALLES mir allein überlässt, dass er die Socken VOR statt IN den Wäschekorb schmeißt, Lichter brennen lässt, Schubladen offen lässt und alles um sich herum schmeißt, Müll, Geschirr, Kleidung... wenn ich ein klein wenig zurück bekäme, mal ein nettes Wort, mal ein "danke, das hast du toll gemacht". "Das Kleid steht dir" "hübsch siehst du aus" "ich wär jetzt gern mit dir im Bett" oder "ich hab dich vermisst". IRGENDWAS.
      Er könnte mir einen Stein von der Straße aufheben und mit bringen und ihn mir geben mit den Worten "hab ich dir mit gebracht, da musste ich an dich denken", und ich wäre zu Tränen gerührt.
      Aber Geschenke gibt es keine. Seine Worte sind, er schenkt mir ja genug, im Sinne von, er bezahlt ja alles, Lebensstandard und so... dabei würde das kleinste ausgesuchte Geschenk mir mehr bedeuten als "hier, 150€ für diesen Monat, kauf dir was dir gefällt"

      Ich laufe nackt auf und ab vor ihm, in die Dusche. Er sieht mich nicht mal an. Es interessiert ihn n Scheiß.

      Kürzlich war ich beim Friseur. Ich war aufgeregt, denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Abends sah er mich an, sprach mich darauf an "oh, du hast dir die Haare geschnitten". Es hat die Welt für mich bedeutet. Es kam noch nicht mal ein "schön siehst du aus" oder "steht dir gut". Dass er s wahrgenommen hat, hat mich schon so glücklich gemacht! So verzweifelt bin ich.

      Es ist die EINE Sache für die ich ihn brauche. Klar, er finanziert uns. Aber dafür könnte theoretisch auch der Staat einspringen, bzw. lebte ich ja bei meinen Eltern als ich mit ihm zusammen kam. Ich will sagen, ich komme bestens alleine klar, ich tue ALLES allein, mein Haus, meine Kinder, Erledigungen, Termine, Reisen, Babysitter, Einkäufe, Handwerksarbeiten... ich brauche ihn nur für diese eine Sache: Liebe. Nähe. Berührung.
      Und genau DAS gibt er mir nicht.
      Sodass ich mittlerweile glaube, liegt da vielleicht der Hund begraben, ist das ein Machtspielchen. Weiß er genau, was anderes trifft mich nicht, nur DAS kann er mir vorenthalten, um "der Mann zu sein, der die Hosen anhat"?
      Im letzten Streit bin ich nämlich aus allen Wolken gefallen als er mir vorwarf, er wolle keinen Mann zu Hause, er wolle eine Frau.
      Bin ich unweiblich? Ich habe Rundungen, mache mich gern hübsch zurecht. Ich habe mich nicht darum gerissen alles allein und ohne ihn zu bewältigen und so selbständig und unabhängig zu leben... und meine finanzielle Abhängigkeit? Total männlich, ja.
      Wir verstehen uns nicht, wahrscheinlich reden wir völlig aneinender vorbei. Denn ich habe immernoch nicht geblickt was er mir damit eigentlich sagen wollte.
      Da lebt man fast 15 Jahre freiwillig als Hausfrau neben ihm, der nicht mal seinen Bademantel an den Haken hängen kann oder ein Glas in die Küche tragen kann, um dann vorgeworfen zu kriegen, Kinder und Haushalt seien MEINE Aufgabe, er sei keine Frau, und ich solle mich nicht wie ein Mann verhalten... ähm...

      Aber reden läuft nicht mehr.
      Schweigen funzt.
      Sich zurück ziehen, und danach so tun als ob nichts gewesen wäre. Das funktioniert für ihn. Wie er selbst immer sagt, er wolle nicht streiten, daher sage er nichts. Daher laufen auch Konfrontationen meistens so ab, dass ich wettere und motze, und er gar nichts entgegnet. Und weil es ihm zu viel wird wenn ich nicht aufhöre, macht er dann dicht, flippt kurz aus, schmeißt irgendwas oder bittet mich den Raum zu verlassen oder haut selbst ab. Er hat ne schlechte Impulskontrolle, wird schnell aus dem Nichts aggressiv.
      Mittlerweile fürchte ich Auseinandersetzungen und umgehe sie nun ähnlich gern wie er. Ich habe kaum noch Energie für Streit und das seelische Leid was damit einhergeht. Ich bin im Anschluss verletzt und weine. Aber Trost kommt nicht, den konnte er noch nie spenden.

      Er meidet mich dann wie eine Pestkranke, böse Verbrecherin. Schläft dann wieder getrennt. DAS scheint seine Waffe.

      Es war besser geworden seit Novermber. Jetzt geht es erneut den Bach runter.
      Streit gibt es normal über Meinungsverscheidenenheiten, eventuell bezüglich der Kinder oder einer Planung. Er ist für mich kopflos und unsensibel. Ich für ihn Kontrollfreak und immer am meckern.
      Nun hat sich viel angestaut. Bei mir sitzt das letzte Jahr noch tief. Und da ich völlig emotional vernachlässigt und sexuell ausgehungert bin kann er es mir nur noch selten recht machen, ja, ich bin schnell auf 180. Wäre er nur ein wenig liebevoller, täglich in kleinster Dosis, so würde ich über jeden Bartstoppel im Waschbecken, hingeschmissene Jeans im Eck und unangemeldet verspätetes Heimkommen großzügig hinwegsehen.

      Körperliche Nähe ist ALLES was ich brauche. Ich brauche Aufmerksamkeit und Bestätigung, jemanden der mich liebt und mal umarmt. Der mir mal sagt, dass ich ein lieber Mensch bin, und eine attraktive Frau, auch nach all den Entbindungen...

      Ich weiß wie armselig sich das anhört, aber ist es nicht menschlich dass man das braucht und möchte?

      In der Auseinandersetzung habe ich das Gefühl er HASST mich. Brutal redet er dann, laut, aggressiv. Er hat laaaaangen Atem, entschuldigt sich nicht, Versöhnung findet nicht statt.

      Es ist so frustrierend nicht gehört zu werden, nicht loswerden zu können was man auf dem Herzen hat.
      Mir tut alles weh, nach dem letzten Jahr bin ich sooo verletzt, viel mehr geht einfach nicht mehr.

      Der Sex findet alle 2-3 Wochen statt, immer von ihm ausgehend. Ich habe vor einigen Monaten aufgehört mich derart anzubieten und zu betteln und zu versuchen und angekrochen zu kommen. Es hat meinem Selbstwert nicht gut getan, mir noch mehr Ablehnung abzuholen, denn nicht selten bekam ich einen Korb "ich will jetzt nicht", "lass mich schlafen"...
      Ich möchte mich so gern mal wieder geliebt und begehrt fühlen...

      Wenn er dann ankommt bin ich willig, ich bin ja ausgehungert, habe normal 2-3 mal die Woche Orgasmen mit mir selbst. Wenn ich die Chance habe angefasst zu werden, ein klein wenig zu kriegen, und sei es nur kurz, kann ich nicht nein sagen.
      Sex mit ihm macht mir Spaß, natürlich. Ich finde ihn unglaublich attraktiv und er riecht gut, obwohl ich keine Raucher mag. Ich stehe total auf ihn.
      Leider kommt er immer in weniger als einer Minute, wohl weil er eben selbst häufiger zum Zuge kommen müsste, aber eben keinen Bock hat...
      Meist mag er es hart und schmutzig, versaut, redet vulgär. Turnt mich alles an, kein Thema. Lässt für mich aber tief blicken, ich denke oft hinterher was habe ich bloß verbrochen, dass er selbst beim Sex offensichtlich eine Wut auf mich hat, mich dominieren oder erniedrigen will...

      Im letzten Streit hat ER zum ersten mal von Trennung gesprochen, er sei nicht zufrieden mit mir.
      Letztes Jahr war ICH es, die immer von Trennung sprach. Da hat er mich irgendwann angefleht ihn nicht zu verlassen...

      Ich bin überfragt wie eine Trennung laufen soll, und er offensichtlich auch.
      Als wir im letzten Jahr darüber sprachen kamen wir auch zu keiner anständigen Lösung.

      Ich müsste zu meinen Eltern und mir von dort aus eine Wohnung suchen, Gelder beantragen. Ich müsste mindestens die 2 kleinsten mitnehmen, die Großen könnte ich bei ihm lassen. Aber würde ihnen das gut tun? Ich bin die wichtigste und erste ihrer Bezugspersonen, und bei seinem Arbeitspensum und seiner egoistischen Freizeitgestaltung und der Unfähigkeit einen Haushalt zu führen, was würde ich ihnen damit antun? Wer sollte sich überhaupt um Haus und Kinder kümmern wenn ich nicht da wäre? Oder müsste ich das täglich übernehmen, also hin und her pendeln, nur damit sie in ihrem gewohnten Haus und an ihrer Schule bleiben können. Aber wie sollte ich den Sprit zahlen?
      Und er würde hier niemals ausziehen, das hat er auch schon mal gesagt. Ich könnte mir das Haus eh nie leisten ohne ihn, und ich bezweifel eigentlich auch dass er das Haus ohne mich behalten würde. Er brüstet sich ja immer damit dass man so wenig braucht, wenig Platz, wenig Materielles, er würde wahrscheinlich auch mit allen Kindern in eine kleine 3 Zimmer Wohnung ziehen...

      Wenn ich also ganz realistisch darüber nachdenke, ihn verlassen, einfach gehen, meinen Kindern das antun, ob ich sie nun mitnehme oder nicht, bei 0 allein anfangen, meine Möbel zurück lassen, meine Komfortzone... nee, dann denke ich, niemals, nein. So groß ist der Leidensdruck ja nicht, ich werde hier weder misshandelt noch eingesperrt, er ist freundlich zu mir, und ich habe rein oberflächlich betrachtet ja alles was ich immer wollte. Ich werde halt nur offensichtlich nicht geliebt.
      Wie lange kann eine Seele das mitmachen?
      Sollte ich so mit ihm leben? Getrennte Schlafzimmer (was auch die Kinder skuril finden), ein Verhältnis wie zwischen Bruder und Schwester und jeder macht was er mag und ab und zu knallts halt mal?
      Ich merke schon jetzt dass ich das nicht mehr lange kann, und bis alle Kinder groß genug sind, dass ich tatsächlich einfach gehen kann und machen kann was ich will, muss ich noch mindestens 10-15 Jahre warten. Dann bin ich Mitte 40. Und dann bekomme ich noch Liebe und Aufmerksamkeit? Von wem? Von einem Mann dann bestimmt nicht mehr, wer will mich in dem Alter, verzweifelt, verlebt, nach mehreren Entbindungen, ohne viel Selbstwertgefühl, immer nur Ablehnung und Desinteresse gespürt?
      Tatsächlich würde ich auch gern JETZT leben, Spaß und Sex haben, und nicht erst in 15 Jahren...

      Gibt es hier bei urbia irgend wen im selben Boot?
      Was soll ich denn noch tun? Ich habs auch irgendwie über mich weiter zu verbiegen, Hauptsache Mann ist zufrieden mit mir. Bloß nicht den Mund öffnen um zu kritisieren... was muss ICH mir dabei denn alles gefallen lassen? Ihm den Bauch streicheln, und das mache ich wirklich, wie toll er doch ist, was er alles leistet in der Arbeit, wie gut er aussieht, wie ich ihn vermisst habe, wie ich mich freue ihn zu sehen, und als Antwort kriege ich NICHTS? Wer bin ich? Ein Fußabtreter?

      Die ein oder andere Leserin wird nun vielleicht sagen: Der hat ne Andere. Tatsächlich war ich letztes Jahr mehrmals so weit das zu denken und es ihm an den Kopf zu knallen.
      Aber es ist nicht schlüssig. Er hat keine Zeit für Frauen. Nie gehabt, sich nie genommen. Er ist kein Weiberheld, hatte auch vor mir kaum Erfahrungen da. Er arbeitet rund um die Uhr, und ja, das tut er nachweislich wirklich, also das ist kein Vorwand.

      Er beteuerte immer er würde mich lieben, ich bilde mir das alles nur ein, er renne nicht vor mir weg, alles sei okay... solche Sachen hat er im letzten Jahr immer gesagt. Beim Sex sagt er auch wie sehr er mich liebt. Er zeigt mir dann auch dass er mich attraktiv und hübsch findet...
      wie soll ich das alles einordnen?

      Danke fürs Lesen.
      Ronjata

      • Die ganze Zeit über während ich deinen Text las, habe ich mich gefragt, ob du dir eigentlich jemals selbst genug warst? Du brauchst deinen mann, damit er dich glücklich macht. Von Anfang an war das dein Ziel. Aber für dein Glück ist niemand außer du delbst zuständig. Du definierst dich ausschließlich über ihn. Nicht über dich. Was kannst du gut? Worauf in deinem Leben, was DU geleistet hast, bist du stolz? Dein ganzes Leben mit ihm ist begründet damit, dass du willst, dass er dich glücklich macht. Aber das ist nicht seine Aufgabe. DU musst dich glücklich machen. Niemand sonst. Du musst dir selbst genug sein und dich deinetwegen lieben, wenn du das nicht kannst, wie sollen andere dich lieben, wenn du einzig dafür lebst, andere zufrieden zu stellen? Du bist deines Glücks Schmied. Nur du bist für dein Glück verantwortlich. Du hast ihm den Job gegeben, dich glücklich zu machen. Dabei ist das nicht sein Job. Er ist unzufrieden, weil er spürt, das du etwas von ihm erwartest. Liebe hat aber nicht das geringste mit Erwartungen an den anderen zu tun. Erst, wenn du dich selbst glücklich machen, mit dir selbst glücklich sein kannst, kannst du auch anderen liebe geben und liebe annehmen, ohne Erwartungshaltung an den jeweils anderen. Das musst du DRUNGEND lernen.

        • (3) 09.06.18 - 00:46

          Danke.
          Meine Kindheit war leider auch so. Ich habe mich nie genug von meiner Mutter geliebt gefühlt. Ich habe immer viel Ablehnung gespürt und immer mehr gebraucht als ich bekam.
          Wie kann ich das denn lernen?
          Meine Therapie hilft mir nur insofern dass ich durch sie das Gefühl habe ich bin nicht die böse, alles falsch machende Ehefrau, sondern ich ein wenig Selbstbewusstsein auch gegenüber meinem Mann gewonnen habe. Und ich fühle mich verstanden, jemand hört mir zu.

          Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich gut kann, finde mich nicht wirklich hübsch. Ich weiß nicht wie man mit sich selbst glücklich sein kann.
          Der größte Horror meines Lebens ist allein zu sein. Wohl deswegen wollte ich viele Kinder, die mich brauchen.

          Wenn ich alleine bin kommt die Trauer und die Leere. Die Depression.

          • Ich denke, das wirst du nur mit Hilfe einer Therapie lernen können. Das schlimme ist, dass du eine krücke mit einer anderen tauscht. Du willst nicht allein sein, dafür benutzt du jeden anderen Menschen, damit diese dir geben, was DU brauchst. Du liebst andere nicht um ihretwillen sondern weil du sie brauchst, um deine innere Leere zu füllen..Das ist weder deinem Mann noch den Kindern gegenüber fair. Jeder Mensch verdient es, um seiner selbst Willen geliebt zu werden. Du hingegen benutzt andere Menschen um dich nicht einsam zu fühlen. Wie du da er aus kommst, kann dir eine geeignete Therapie zeigen. Ich hsbe Mitgefühl für dich, weil du es nie anders kanntest. Aber deine Kinder tun mir wirklich leid. Sie verdienen es, um ihretwillen geliebt zu werden und nicht, um für dich etwas zu sein, was sie nicht erfüllen können. Bitte such dir hilfe, allein um deiner Kinder wegen.

            • (5) 09.06.18 - 01:04

              Ich liebe meine Kinder weil sie toll sind und interessante Persönlichkeitenen. Ich kümmere mich gern um sie, das bedeutet mir viel. Ich brauche sie nicht die ganze Zeit um mich weil ich sonst einsam wäre,, nein das wäre mir auch zu anstrengend.

              Ich bemühe mich wo ich kann, auch mit Therapie. Aber ich weiß nicht was mir noch helfen könnte.

              Warum möchte ein Mensch so wenig Nähe, wenn er seine Frau doch liebt? Ist das denn so schlimm, das zu fragen? Warum kann er nichts zurück geben wo ich so viel gebe? War ja auch nicht immer so.

              Fast alle Menschen lieben andere, weil sie ihnen das Gefühl geben, geliebt zu werden. Das habe ich in einem psycholog. Aufsatz gelesen.

              Das ist also kein spezielles Problem der TE, sondern allgemein so beim Menschen.

      Ganz habe ich deinen Text tatsächlich nicht gelesen, aber mir fällt auf, dass und uns fragst, was er meint damit, dass du wie ein Mann seist - anstelle ihn zu fragen.

      Mein Eindruck ist, dass ihr entweder nonverbal oder aggressiv miteinander kommuniziert (du läufst nackt vor ihm herum oder machst dich hübsch, um ihn aufzufordern und er schläft getrennt um dir negative Gefühle mitzuteilen. Redet ihr, schreit er).

      Es scheint also ganz viel Unausgesprochenes zu geben, über das ihr reden müsstet, und zwar verbal, ohne Anschuldigungen und nicht aggressiv. Dabei steht euch jedoch im Wege, dass ihr nicht kommunizieren könnt. Hier würde ich ansetzen und eine Gesprächskultur erarbeiten. Am besten bei einer Paartherapie.

      • (8) 09.06.18 - 03:04

        Gerade letztes Jahr haben wir viel geredet.
        Ich schätze er hat abgespeichert "bringt ja nix" und daher lässt ers nun.
        Eine Paartherapie würde ich gern machen, sofort. Das Geld fehlt.

        • (9) 09.06.18 - 03:59
          unverstaendlich

          Naja, du hast ein Problem mit dir selbst. Wenn mich mein Mann nicht mehr wollen würde, dann würde ich gehen. Du musst dir deine Existenz aufbauen, niemand schätzt willenlose Anhängsel, sorry. Dein Mann weiß, dass er sich alles erlauben kann, weil du ihn für deinen Glück brauchst. Mein Mann weiß, dass wir geschiedene Leute sind, wenn mir zu vieles nicht passt. Klar kann man reden, klar kann man Kompromisse eingehen, aber man soll sich nur über sich definieren und sich nie abhängig von einem machen.

          • (10) 09.06.18 - 06:58

            Ich denke auch, hier liegt ein großer Teil des Problems. Du, also die TE, bis Zeit deines Lebens abhängig gewesen. Vom Elternhaus direkt in die finanzielle Abhängigkeit der Beziehung.

            Würdet ihr euch trennen, würdest du dich wieder von deinen Eltern oder vom Sozialstaat finanzieren lassen. Aus meiner Sicht eine schreckliche Vorstellung. Würde ich mich trennen, ich könnte mich und meine Kinder zwar nicht auf selbem Standard wie in der Ehe aber dennoch selbständig versorgen. Diese Gewissheit gibt mir Selbstbewusstsein und lässt mich mit meinem Mann auf Augenhöhe agieren.

            Hast du denn einen Beruf gelernt? Könntest du dir vorstellen, wieder bzw generell zu arbeiten? Wertschätzung von Kollegen, Vorgesetzten, Kunden, auch so könntest du dein Ego Aufbauen und ich bin mir sicher sicher, es würde eurer Beziehung gut tun , da es dir besser gehen würde und du deine Bedürfnisse auch in anderen Lebensbereichen außerhalb der Ehe bzw des Familienlebens befriedigen könntest.

            Ich denke auch, wenn dein Mann erleben würde, dass du rauskommst, dass dich auch andere Männer wahrnehmen wie z.b. Kollegen, würde das seinen "Jagdinstinkt" dir gegenüber reaktivieren.

            Zu Beginn deunes Textes liest sich dein Leben noch wie ein Bilderbuch, erst im zweiten Absatz tun sich die Abgründe auf.
            Für mich klingt es so als lebtest du im goldenen Käfig und ihr tut vieles dafür , um nach außen den schönen Schein zu wahren.
            Das ist ein echtes Leben!

            • (11) 09.06.18 - 08:59

              Nein, ich habe nicht wirklich was gelernt und gearbeitet.
              Ich bekomme auch Angstzustände bei dem Gedanken rauszugehen und irgendwas zu machen was mich überfordert oder keinen Spaß macht. Ich bin gern zu Hause und bei meinen Kindern.
              Dennoch habe ich die Idee mein Abi zu machen, vielleicht sogar zu studieren. Mein Mann würde mich unterstützen.
              Allerdings sieht er Haushalt und Kinder nicht als seine Aufgaben und will machen was er will.
              Kontakt zu Männern soll und will ich nicht haben. Ich soll mich nur mit Frsuen umgeben.

              Danke für deinen Beitrag.

              • Wie genau soll das denn laufen, in der echten Welt da draußen? Die besteht nämlich aus Männern und Frauen. Um zu leben wirst du ZWANGSLÄUFIG Kontakt zu beiden haben.

                • (13) 09.06.18 - 09:07

                  Natürlich. Gemeint ist wohl den Kontakt auf ein Minimum zu beschränken, nur das Nötigste reden und so.

                  • Ich finde es ehrlich gesagt furchtbar, was du als Lebensziel siehst und wie dein Mann dir Dinge vorschreiben darf und du kuscht, weil du ein unselbstständiger und von Grund auf abhängiger, Angst vor dem Leben habender Mensch bist, der sich alles von jedem bieten lässt, nur im nicht seine komfortzone zu verlassen und sich dem Leben zu stellen. Du bist ehrlich gesagt absolut erbärmlich und kein Mensch, vor dem man auch nur den geringsten funken Respekt haben kann. Genauso wird dein Mann auch empfinden. Du lässt dir einfach ALLES gefallen und bedankst dich auch noch dafür. Das ist in den Arsch kriechen, erbärmlich und widerwärtig, sorry.

                    • (15) 09.06.18 - 09:23

                      Nein, mein Mann bemängelt genau DAS. Dass ich mir wohl zu selbstbewusst, zu unabhängig nichts vorschreiben lasse, wie ein Mann tue und lasse was ich will und an ihm rummeckere. DAS meinte er im Zusammenhang mit "ich bin nicht zufrieden".
                      Ich kusche nicht. Ich brauche allerdings keinen Kontakt zu anderen Männern.

                      Ich finde JEDER Mensch hat Respekt verdient, gerade der der so viel gibt.
                      Aber danke dir.

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