Kann man da noch was retten?

    • (1) 16.06.18 - 23:20
      Freundschaft147

      Weil ich in schwarz schreiben kann, eine Frage zu einer Freundschaft.
      Ich, w, kenne ihn seit 15 Jahren.
      Es gab da nie weitergehende Ambitionen beiderseits.

      Jedenfalls hab ich seit einem halben Jahr massive Probleme mit Punkten, die früher nie so gewichtig für mich waren, jetzt aber stören.

      In seiner Wohnung ist es unaussprechlich siffig. Er lud mich und meine kleine Tochter zum Kochen und Essen ein. Die Küche war total dreckig (und ich bin echt kein Sagrotanputzer), der Tisch staubig, das Sofa, auf dem wir essen sollten voller Soßenflecken.
      Weil ich weiß, wie es dort aussieht, hatte ich schon eine Decke als Unterlage zum draufsitzen für mich und meine Tochter mitgenommen.
      Er hat es wohl gesehen, aber offenbar nicht mit dem Dreck in seiner Wohnung in Verbindung gebracht oder wollte es nicht sehen.

      Zudem das zweite Problem: er hat Geldprobleme, wiegelt das auf Nachfrage aber immer ab. Neulich wieder: es sei alles im Lot, er habe ja jetzt einen Kredit aufgenommen.
      Das ist für mich nur aufgeschoben, nicht gelöst.
      In seiner Wohnung befinden sich tatsächlich drei (!) Riesenfernseher, einen Saugroboter, der nie benutzt wird, der aber kontinuierlich am ladegerät hängt, er hat ein Iphone, Skx, Netflix, kauft sich einen neuen Induktionsherd, eine riesige Tiefkühltruhe (Singlehaushalt!)...
      Früher sind wir fast immer essen gegangen, wenn wir uns sahen.
      Wir wohnen etwa 100km auseinander.

      Andeutungen versteht er wohl nicht.

      Ich habe vor Ort mittlerweile ein gutes Sozialnetz (bin vor zwei Jahren umgezogen) und pflege dieses.

      Er hat zwar auch andere Sozialkontakte, aber ist auch viel allein.

      Nun fragte er neulich, warum ich neuerdings so selten käme, wir uns so selten sähen, ihm käme es vor, als weiche ich aus.

      Da traute ich mich, die Problempunkte anzusprechen, inklusive, dass er mir noch Geld schulde und ich es schade fände, dass ich ihn daran erinnern müsse.

      Leider kam da gar keine Einsicht. Das mit den Finanzen habe er gelöst (Kredit), früher hätte ich mit seiner Wohnung auch kein Problem gehabt, natürlich könne er jederzeit mit mir Essen gehen und sich das leisten.
      Dass ich mich unwohl dabei fühle, wenn ich glaube, dass das eben nicht so ist, ließ er nicht gelten..., das Geld würde er mir sofort überweisen und dass ich doch einfach nur hätte fragen müssen! (Wieso ich? Wenn ich mir Geld leihe, muss ich doch nicht abwarten, bis der andere mich bittet, es zurückzugeben?)

      Ich hab dann gar nichts mehr gesagt, weil ich das Gefühl hatte, es bringt nichts und frage mich ob da überhaupt noch was zu retten ist.

      Wie seht ihr das?

      • Bei Geld hört Bekanntlich die Freundschaft auf. Da ist was wahres dran.
        Ich sehe es wie Du! Leihe ich mir irgendwo Geld habe ich das nach Möglichkeit zeitnah zurück zu zahlen. Kann ich das nicht muss ich die Person ansprechen. Aber nicht mal abwarten wann se was sagt vielleicht vergisst sie das.

        Wenn die Wohnung so siffig ist das du sogar eigene decken zum drauf setzen mit nimmt würde ich da nicht mehr hingehen.
        Schade das er sich da nichts annimmt.

        Dein Freund ist nicht nur ein veranwortungsloses Dreckferkel, sondern hat überhaupt keinen Plan. Schulden, Netflix, Riesenfernseher und Geld nicht zurückgeben. Dem würde ich ziemlich deutlich sagen, was ich von solchen Leuten halte. "Retten" kann man solche Schludriane nicht, die müssen selber draufkommen.....wenn sie richtig auf der Nase liegen - oder sie landen unter der Brücke.LG Moni

        Hi

        Was genau meinst du mit retten? Ihn retten oder die Freundschaft retten?

        Ihn selbst retten: man kann nur Leuten helfen, die Hilfe auch annehmen wollen und auch Einsicht zeigen. Die hat er aber nicht. Direkt helfen kannst du ihm also nicht wirklich. Was du machen solltest : schauen, dass du dein Geld zurück bekommst und ihm nix neues leihen.

        Zur Freundschaft: ich hätte kein Problem damit, die Freundschaft normal weiterzuführen. Es sind ja keine Probleme die mich direkt betreffen (auch wenn es weh tut zu sehen wie sich jemand selbst das Leben ruiniert). Nur ob ich ihn oft in der Wohnung besuchen würde weiß ich nicht. Da würde ich eher auf andere (und nicht so teure Möglichkeiten) ausweichen. Statt essen gehen nur Kaffee trinken, die günstigste Pizzeria in der Gegend oder Picknick im Freien.

        LG

        • (5) 17.06.18 - 12:58

          Retten möchte ich ihn nicht. Irgendwie kommt er immer über die Runden.
          Aber er legt nichts zur Seite. Und das muss er, denn mit Altersvorsorge sieht's schlecht aus (hat sich selbständig gemacht).
          Mir ging's nur darum, ob die Freundschaft noch zu retten ist.
          Wenn er nur nicht so gebohrt hätte, warum ich mich zurückgezogen habe!
          Er ist seit 15 Jahren quasi Single, nur zwischendurch so kleinere Geschichten.
          Ich denke mir bloß, jede Frau, die diese Wohnung betritt, läuft schreiend davon.
          Irgendjemand muss es ihm doch mal sagen...
          Er ist ja nicht eben von daheim ausgezogen, er ist fast 50!
          Und was ich eben gar nicht zusammenbringe, er ist nicht dumm, sondern gebildet, hat Manieren (Tür aufhalten, in den Mantel helfen, trägt auch gern Hemd und Jackett, gute Schuhe).

          • Jemanden etwas sagen ist das eine. Das kann man in einer Freundschaft durchaus.
            Das andere ist, dass man - finde ich zumindest - kein Recht hat, vom anderen zu verlangen sein Leben so oder so zu führen (solange man nicht selbst davon betroffen ist).

            Ein guter Freund ist ebenfalls Richtung Messi unterwegs. Er wohnt ein Stück weit entfernt, und wenn wir ihn besuchen, dann gehen wir gleich gar nicht in seine Wohnung. Wir übernachten im Hotel! (hat aber auch damit zu tun, dass ich nicht mehr im Schlafsack schlafen will). Auch Kaffee trinken bei ihm machen wir nicht. Hat er auch gar nix dagegen, weil ihm bewusst ist, wie es bei ihm ausschaut. So what? Freundin hat er auch keine (zu viel Arbeit, zu viel Gewicht).

            Eine sehr gute Freundin hat ein Händchen für falsche Männer. Ich hab ihr auch schon direkt gesagt, dass das so mit Familie nix wird. Aber mehr kann ich nicht tun, will ich auch nicht. Sie ist trotzdem meine Freundin, obwohl sie gerade dabei ist, sich in diesem Punkt das Leben gründlich zu vermasseln.
            Finanziell agiert sie auch nicht wirklich geschickt. Aber es ist ihr Leben!


            LG

      Also ganz ehrlich der Typ hat tatsächlich Probleme, gibt sie aber nicht zu. Ob das nun ist weil ers nicht wahr haben will oder tatsächlich nicht sieht ist ne gute Frage. So oder so aber kommt ihr an dem Punkt nicht weiter. Mehr als sagen kannst du nicht. Den Rest muss er selbst machen. ABer ich glaube, solange er nicht richtig tief in der Scheiße hängt, versteht ers nicht.

      Ela

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