Ehefrau schießt mit Kanonen auf Spatzen

    • (1) 19.06.18 - 09:22

      Hallo,

      ich habe meine Frau vor fast 7 Jahren kennen gelernt. Wie hatten sofort einen Draht zueinander. Sie ist meine erste Frau mit der ich eine Beziehung habe; auf allen Gebieten. Bis 43 lebte ich allein und hatte nie eine feste Freundin. Sie ist geschieden und brachte eine 16jährige Tochter mit in die Beziehung. Das war nicht leicht. Sie sagte aber, wenn ich jetzt schon noch bei ihr bliebe, wäre ich der Richtige.
      Wir sind nach 6 Monaten Fernbeziehung zusammen gezogen und sind gemeinsam durch dick und dünn gegangen. Mittlerweile haben wir eine Tochter, 3, und einen Sohn, 2. Im vergangen Jahr haben wir geheiratet. Da ich seit über 25 Jahren im selben Betrieb arbeite und eine 40 Stunden-Woche habe, bleibt die Kinderbetreuung größtenteils bei meiner Frau (täglich ca 3 - 4 Stunden). Aus gesundheitlichen Gründen unternimmt sie nicht häufig etwas mit ihnen außerhalb des Hauses (Spielplatz, Roller fahren, Parks, Kinderfeste etc.) sondern schaut mit ihnen fern oder lässt sie alleine spielen. Während dessen macht sie nur gelegentlich Hausarbeit. Kocht aber meistens das Mittagessen. Das Geschirr und die Töpfe bleiben jedoch i. d. R. stehen. Komme ich nach hause und sehe, dass die Kinder noch nicht draußen waren, schnappe ich sie mir immer und verbringe mit ihnen Zeit außerhalb auf dem Spielplatz, Roller fahren, gehe mit ihnen in den Park Enten füttern oder auf Kinderfeste. Meine Frau möchte lieber daheim bleiben. Gesundheitlich könnte/sollte sie mitkommen. Auch diese Zeit nutzt meine Frau von sich aus nicht mit Hausarbeit, bis auf sehr seltene Ausnahmen. Da es meist schon Abend ist, bitte ich sie das Abendbrot vorzubereiten, damit die Kinder gleich essen können und zeitig ins Bett kommen. Das ist dann meistens nicht fertig und das Geschirr vom Vortag und dem Mittagessen und Frühstück steht auch noch herum. Wenn ich frage, warum sie die Zeit nicht genutzt habe um den Geschirrspüler aus- und wieder einzuräumen oder das Abendbrot vorzubereiten, und jetzt kommt das Problem:
      fährt sie mich meistens so an: "Du kannst mich mal. Ständig meckerst du wegen der Ordnung. Aber du rührst keinen Finger. Und wenn du die Wäsche machst bringst du dunkle und helle Sachen zusammen. Was stimmt nicht mir dir? Da sind meine Sachen dabei und du ruinierst meine Sachen. Mir bleibt nichts, nichts. Und du ruinierst das wenige, das ich noch habe. Ich wäre ohne dich besser dran. Ständig räume ich hinter dir her. Ich habe schon 2 Kinder. Ich brauch nicht noch ein drittes (sie meint mich). Wenn das nicht aufhört bin ich weg." usw. Sie droht die letzten 3, 4 Male sogar ausdrücklich mit Trennung. Fragte vergangenen Sonntag, ob sie sich eine Wohnung suchen sollte.
      Jetzt wird die eine oder andere denken, "Na, dann mach mal was im Haushalt! Du Macho." - Aber: Ich bin derjenige, der regelmäßig den o. g. Abwasch erledigt, die Sachen wegräumt und ja, oft die Wäsche erledigt. Meine Frau kann aus gesundheitlichen Gründen die Körbe nicht in den Waschkeller tragen, was ich dann erledige. Hat sie die Wäsche vom Vortag dann nicht aus der Waschmaschine genommen, stecke ich die Sachen für den Trockner da hinein und hänge die übrige Wäsche auf. Dann gehe ich aber nicht einfach wieder zurück, sondern sortiere die Schmutzwäsche und stelle eine neue Maschine an, da ich es für überflüssig halte meine Frau zu bitten die Wäsche zu erledigen. Immerhin habe ich das über 30 Jahre alleine gemacht. Ihre Waschregeln sind jedoch derart kompliziert, dass ich ohne Übertreibung (ich habe es mal nachgezählt) 8-9 verschiedene Waschkörbe benötigte um sie zu sortieren. Und mancher Waschkorb würde niemals eine Waschmaschinenladung ergeben. Trotzdem stecke ich die Wäsche in die Maschine von der ich WEIß, dass sie richtig ist. Dabei passiert es alle paar Wochen schon mal, dass eine helle Unterhose von ihr oder von unserer kleinen Tochter in die dunkle Wäsche gerät. Und sie flippt derart aus.
      Ich bin gut ausgebildet mit Konfliktsituationen umzugehen. Bei ihr schlägt jedoch alles bisher ausprobierte fehl. In persönlichen Beziehungen halte ich das auch für normal. Nach ein paar Stunden entschuldigt sie sich und beteuert, dass sie mich lieben würde. Doch nach mind. 3 Jahren mit diesem Verhalten fällt es mir immer schwerer dies zu glauben und ich merke, dass ich sogar beginne "abzustumpfen". Einerseits ist das gut, weil es mir ermöglicht objektiver mit ihren Vorwürfen umzugehen und z. B. nicht mit Gegenvorwürfen zu reagieren. Andererseits liebe ich meine Frau von Herzen, hasse jedoch diesen überflüssigen Teil ihres Verhaltens.
      Ich weiß einfach nicht, was ich noch tun kann. Meine bisherigen Maßnahmen:

      1. Ruhig mit ihr reden und Möglichkeiten anbieten die Umstände zu ändern
      2. Das ZImmer verlassen und mit den Kindern spielen gehen
      3. Sie fragen, was denn hinter ihren Vorwürfen steckt - sie sagt, das würde doch reichen
      4. Ihre Vorwürfe spiegeln
      5. Eine Nacht bei meiner Mutter verbringen (meine Frau hat mich rausgeschmissen und es 1 Tag später bereut
      6. Weinen, weil mich ihr Verhalten am Anfang immer verletzte und ich ihr das aber auch sagte
      7. Schweigen

      Mir tut es schon gut, mir das mal !!ausschnittweise!! von der Seele geschrieben zu haben aber ich bin gespannt, wie eure Reaktionen sind. Vielleicht ist ja etwas dabei auf das ich noch nicht gekommen bin.

      Achso, entschuldigt bitte herzlich den Roman...

      • Hallo, also die Frage ist: War das schon immer so, dass sie -sagen wir mal- kein Putzteufel ist? Oder dass sie nicht viel raus geht?
        Liebe Grüße

        • Wir haben von Anfang an viel unternommen (Freunde, Familie, Wochenendtrips, Feste, Kino, Theater, Feste etc.), konnten es zwischendurch aber auch mal bis nachmittag auf der Couch aushalten. Als wir ein Baby planten haben wir uns gegenseitig versprochen, dass wir viel mit dem Kind unternehmen wollten. Sie fantasierte davon, dass sie bestimmt Mühe hätte rechtzeitig wieder zuhause zu sein, wenn ich Feierabend hätte, damit ich auch was vom Kind hätte. Sie wollte alles besser machen als mit ihrer ersten Tochter. Ich habe das Gefühl, dass ich derjenige bin, der sein Versprechen auch hält (und das gerne!). Ich will gar keinen Putzteufel. Mir würde es reichen, wenn wir es schaffen könnten wenigstens oberflächlich eine Grundsauberkeit einzuhalten.

          • Also würdest du der Aussage zustimmen, dass sich das Wesen deiner Frau verändert hat?

            Es könnte eine Überforderung und/oder eine Depression dahinter stecken. Das könnte auch die Antriebslosigkeit erklären.

            Ich denke so oder so, würde es sich für euch lohnen, eine Beratungsstelle für Paare/Familien aufzusuchen. Da kann man dann genau hinschauen, wo es klemmt.

            Liebe Grüße

      Hallo erstmal!

      Zuerst würde mich interessieren ob dass immer schon so wahr oder erst so wurde. Wenn deine Frau erst so wurde steckt vielleicht eine Depression dahinter?

      Ich kenne sehr gute Bekannte bei denen es ähnlich ist. Allerdings war die Frau immer schon so. Geht arbeiten. Zuhause sieht es aus wie Sau. Entschuldigt sich immer wieder wenn man ungemeldet daher kommt. Dort fehlt es aber schon an der Grundsauberkeit. Ihr Ehemann hat es ihr auch schon 1000% mal gesagt sie soll mehr machen. Er hilft ihr auch wo er kann und ehrlich gesagt wenn sie mal für ein paar Tage weg ist ist der Haushalt sauberer als wenn sie da ist.

      Er hat aber aufgeben dauernd darüber zu sprechen. Der Umgang zwischen den beiden ist auch rauher geworden. Er frisst alles in sich hinein und hat meiner Meinung nach auch darum den Tinnitus.

      Zu dir nochmal. Ich würde ihr wirklich klipp und klar noch mal sagen was Sache ist und wenn sie anfängt beleidigend zu werden geh aus dem Raum. Falls es eine Depression wäre müsste sie natürlich in Behandlung.

      Alles Gute
      Gabi

        • Also ich erzähle mal kurz von mir,
          als meine Tochter geboren war, war sie unglaublich anstrengend, ich hätte wirklich für nix Zeit, habe kaum geschafft 1 mal am Tag zu essen, zu duschen gescheigeden den Haushalt machen. mein Mann arbeitet Vollzeit und studierte noch nebenbei (das Studium hat er vor dem Kind angefangen und sollte natürlich nicht bei der Hälfte aufhören) er war an 4 von 7 Tagen von 6 bis 21 Uhr weg. Dann wurde meine Tochter quasi von heute auf morgen pflegeleicht, sie lag plötzlich mehrere Stunden zufrieden rum, spielte mit dem spielebogen oder sonstigen und ich hatte plötzlich so viel Zeit. Ich hab erstmal alles nach geholt was so liegen geblieben ist und dann, meine Tochter war etwa 8 Monate, fiel ich in ein Loch. Ich hab irgendwie kein Sinn darin gesehen irgendwas aufzuräumen den meine Tochter krabbelte und machte ehh alles schmutzig, ich saß vor dem TV oder dem Handy, es war Winter rausgehen war auch scheiße und dann gerät man irgendwie in ein Teufelskreis. Mein Mann war bzw ist wie du, er ist verständnisvoll, er hilft wo er kann usw aber das half mir nicht wirklich. Ich saß da und hab teilweise geweint weil ich mich nicht aufraffen konnte irgendwas zu erledigen. Mein Papa hat mir dann in den arsch getreten. Er kam sagte Kind, Reiß dich zusammen, deine Tochter braucht dich, du musst dich kümmern, ihr was frisches kochen, mit ihr rausgehen, kannst du das nicht hol dir Hilfe, sofort. Er war ganz ernst und sah mich nicht an wie mein Mann, mit Mitleid bzw mit verständnisvollen Blick sondern sagte klipp und klar das ich mein arsch hoch bekommen soll weil ich meinem Kind schade und das hat mir geholfen. Ich würde dir also raten deiner Frau zu sagen das ihr Pläne hattet, eure Kinder sollten es gut haben, sollten was erleben können und das verwährt sie ihnen gerade, ich würde nicht bitten, ich würde sagen bekomm dich in den Griff für deine/unsere Kinder, kannst du das nicht holen wir dir Hilfe aber so geht es nicht weiter. fängt sie mit Vorwürfen an sagst du Stopp! hälst die Hand hoch, keine ausreden, keine Vorwürfe, du wolltest deinen Kindern was bieten, das musst du nun auch umsetzen.
          Versuch ihr erstmal die Augen zu öffnen mit einer ganz klären Ansage. sollte das was bringen dann kannst du Hilfe anbieten. z.b habe ich den Tipp bekommen mir kleine Ziele aufzuschreiben und den Zettel auf den Kühlschrank zu tun. sowas wie heute 24.6 zu erledigen
          Einkauf
          eine Runde spazieren
          Küche aufräumen

          Das hat mir auch geholfen. Nicht zuviel auf einmal aber schon so das man auch beschäftigt ist. ein Job von 2,3 Stunden am Tag würde deiner Frau auch gut tun, raus kommen unter Erwachsene hat mir auch sehr geholfen.

          Ich hoffe ich konnte mit irgendwas helfen alles gute, bleib stark 👍

          • Vielen Dank! Das ist sehr hilfreich für mich. Deine Schilderungen sind eindrucksvoll und passen auf meine Situation. Ich werde das bei nächster Gelegenheit umsetzen. Und die kommt bestimmt sehr bald.

    War sie schon immer so? Verließ sie auch früher eher ungern ihre Wohnung? Hat sie schon immer so wenig im Haushalt erledigt?

    Wenn es keine gesundheitlichen / psychischen Gründe dafür gibt, würde ich ihr Verhalten als faul bezeichnen. Sie geht deiner Beschreibung nach nicht arbeiten, betreut die Kinder nur 3-4 Stunden am Tag und auch da kann von Betreuung eigentlich keine Rede sein, sondern eher von Beaufsichtigung. Was macht sie eigentlich den ganzen Tag?

    Die Kinder können einem leid tun und du auch. Ich denke, DU wärst ohne SIE besser dran - nicht anders herum.

    • War sie schon immer so? Verließ sie auch früher eher ungern ihre Wohnung? Hat sie schon immer so wenig im Haushalt erledigt?

      -- Ein Putzteufel war sie nie. Und das hat sie mir auch gesagt. Aber ihre vorherige Wohnung war in der Beziehung ordentlich, wenn ich sie besuchte.

      Wenn es keine gesundheitlichen / psychischen Gründe dafür gibt, würde ich ihr Verhalten als faul bezeichnen. Sie geht deiner Beschreibung nach nicht arbeiten, betreut die Kinder nur 3-4 Stunden am Tag und auch da kann von Betreuung eigentlich keine Rede sein, sondern eher von Beaufsichtigung. Was macht sie eigentlich den ganzen Tag?

      -- manchmal macht sie Dinge, die m. E. eine geringere Priorität haben. Zum Beispiel Unterlagen sortieren. Die lässt sie dann aber auch tagelang liegen, so dass ich befürchten muss sie mal vom Tisch zu fegen und dann hat sie schon mal gemeint, SO würde sie nie damit fertig. Oder sie geht Pflanzen für den Garten einkaufen, die dann mehrere Tage unausgepackt vor sich hingammeln und dann teils weggeschmissen werden müssen. Oder sie macht Haushaltsbuchführung, die bisher ergebnislos verlief.
      Ich glaube, denn ich bin ja 9 Stunden arbeiten, dass sie viel fern sieht und am Handy spielt.

      Die Kinder können einem leid tun und du auch. Ich denke, DU wärst ohne SIE besser dran - nicht anders herum.

Lebt die 16-jährige bei Euch?

Wie hat denn Deine Frau in den Jahren Eures Zusammenlebens den Tag verbracht, bevor die kleinen Kinder auf der Welt waren? Und was sind das für gesundheitliche Probleme, mit denen sie eigentlich aus dem Haus gehen sollte, hinter denen sie sich aber anscheinend versteckt?

Wir waren aktiv und haben sogar bis zur Geburt des 1. Kindes Badminton gespielt.

(15) 19.06.18 - 10:02

Von welchen "gesundheitlichen Gründen" sprichst du?

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