Frage an verwaiste Eltern..

    • (1) 19.06.18 - 19:36
      nanos

      Hallo, ich habe eine Frage an die (leider) verwaisten Eltern unter uns.

      Mein Mann und ich haben letzten Monat unser Baby in der 12.SSW verloren.
      Seitdem ist unsere Beziehung völlig anders geworden. Wir streiten sehr viel, wegen Unsinn, den ich irgendwie absichtlich provoziere oder ihn ganz offensichtlich angreife. Ganz schlimme Sachen, das weiss ich auch. Aber ich bekomme das gerade nicht in den Griff. Ich bin einfach so wütend auf alles und jeden.
      Beispiel von heute: ich musste auf ein Kindersommerfest meines Sohnes. Mein Mann war beruflich verhindert. Ich sagte ihm daraufhin, die Kinder triggern mich und es geht mir schlecht.
      Er daraufhin: du steigerst dich da rein.
      Und dann bin ich wieder ausgeflippt. Meinte zu ihm, das Kind seiner Ex (NICHT SEINS!) würde ihn sogar mehr interessieren als unser Kind und er sollte sich schämen etc PP. Dann noch wieder hässlich über sie her gezogen.

      Ich erkenne mich gar nicht wieder, das ist nicht meine Art.
      Oder auch ein großer Streitpunkt ist, dass ich immer so viel weine und nichts mehr mache und mich so hängen lasse.

      Naja.. Wir wollen es wirklich unbedingt zusammen schaffen und zusammen bleiben. Wie habt ihr das geschafft? Wann wird es besser?
      Rituale haben wir ...

      • Entschuldige bitte wenn ich das sage, aber Deine Überschrift ist sehr irreführend. Ohne das, was Euch passiert ist, klein reden zu wollen - ihr seid nicht verwaist! Du hast ein Kind, und Du hast eine Fehlgeburt gehabt. Ohne Zweifel ist das schwer, ich habe das auch erlebt. Aber ich finde es absolut nicht in Ordnung, Deine Situation mit dem schweren Schicksal zu vergleichen, das Eltern ertragen müssen, wenn sie ein bereits geborenes Kind stirbt.

        • Auch dir guten Abend ☺

          Ich denke, dass dieser Begriff so gewählt ist in erster Linie aus dem Wunsch der Anerkennung des Verlustes (es war schon ihr Kind), was bei Fehlgeburten oft sehr schwer ist, als auch aus der Not heraus, dass da im Moment sehr viele unverarbeitete Gefühle sind, mit der die TE gerade absolut nicht umzugehen weiß.

          Aber ich finde es den absolut falschen Weg nur zu schreiben, um draufzuhauen.

          Sie braucht gerade schlichtweg Hilfe, Vorwürfe bewirken da leider oft das Gegenteil und man verbeißt sich sehr in seiner Position.

          Liebe grüße
          KleineFee

            • Ich lese es daher raus, dass alles was kommt das Ankreiden ihrer Wortwahl ist.
              Und das empfinde ich weder als hilfreich, noch als sinnvoll, sondern lediglich als kleinlich und deswegen auch als draufhauen.

              • (6) 19.06.18 - 21:14

                Das ist absolut NICHT kleinlich, sondern notwendig, da es sonst den Schmerz von Eltern, die ihrem Kind beim Sterben in die Augen geschaut haben, relativiert.

                Darauf aufmerksam zu machen ist wichtig.

                • Ich finde, dass wenn man schon darauf aufmerksam machen möchte, dann sollte ein Beitrag mehr enthalten, als nur Wortklaubereien.

                  Zumal ich da auch noch ganz ehrlich sagen muss, dass es mir nicht klar war, dass es lediglich Eltern betrifft, die ihr Kind nach der Geburt verlieren. Denn in den knapp 4 Jahren, die ich nun schon sehr viele Sternenkindereltern gelesen habe, die diesen Begriff auf sich bezogen haben. In den Gruppen waren auch viele Eltern, die ihr Kind nach der Geburt verloren haben, die sich daran nie gestört haben, es war eher das Gegenteil der Fall.

                  Unser Kind ist bei der Geburt gestorben. Was ist dann mit mir/uns? Darf ich dann etwas mehr trauern als die TE, aber weniger als Eltern, deren Kind gelebt hat?

                  Warum muß man Leid/Schmerz gegeneinander aufwiegen? Wem steht es zu für andere darüber zu urteilen, welcher Verlust, welches Leid schlimmer oder weniger schlimm ist?

                  • (9) 20.06.18 - 11:36

                    „Darf ich dann etwas mehr trauern als die TE, aber weniger als Eltern, deren Kind gelebt hat?“

                    Es tut mir leid, aber diese Worte empfinde ich als reine Polemik.

                    Es geht nicht darum, irgendjemanden sein Recht zu trauern abzusprechen.

                    Ich reagiere aber leicht abwehrend, wenn Begrifflichkeiten verwendet werden, um, bewußt oder unbewußt , eine Maximlawirkung zu erzielen.

                    Das tut der Begriff
                    „verwaiste Eltern“
                    nunmal.

                    • Das sehe ich anders. Wir können es auch so stehen lassen, dass wir da nicht auf einem Nenner sind.

                      Ich hatte auch 3 frühe FG vor dieser stillen Geburt, bevor wir dann endlich ein lebendes Kind in die Arme schließen durften. Und zu dem Zeitpunkt habe ich auch sehr unter den frühen FG gelitten. Die stille Geburt hat nur mehr gezeigt, was man verloren hat. Es war greifbarer.

                      Ich denke der Begriff "verwaiste" Eltern drückt einfach das aktuelle Empfinden der TE aus.
                      Ich hatte aufgrund unserer Geschichte viel mit anderen Betroffenen zu tun und kenne es auch nur so, dass da nicht unterschieden wird, ob das Kind nun gelebt hat oder nicht. Es steht uns nicht zu darüber zu urteilen, wie starkt die TE im Moment ihren Verlust empfindet. Ich finde es echt taktlos ihr hier an den Kopf zu werfen, dass sie übertreibt und sich nicht so anstellen soll und der arme Mann usw...
                      Mensch es ist doch gerade mal 4 Wochen her bei ihr. Das kann man doch einfach stehen lassen. Ich finde nicht, dass dadurch der Schmerz anderer Eltern, die ihr zunächst lebend geborenes Kind verloren haben, klein geredet wird.
                      Sie empfindet im Moment so. Vielleicht ist es auch eine depressive Verstimmung in die sie da durch die Trauer geraten ist. Da finde ich solche Aussagen und ein Streiten über Begrifflichkeiten echt unpassend.

                      @ TE: Geb dir Zeit. Es ist alles noch so frisch. Dein Mann hätte da sicherlich eine taktvollere Antwort wählen können. In einer Partnerschaft sollte man auch die Gefühle des anderen respektieren, auch wenn man es vielleicht nicht nachvollziehen kann. Er als Mann hatte zu diesem Zeitpunkt auch einfach weniger Bindung als du, die alles körperlich erlebt hat. Vielleicht hilft dir dieses Wissen es ihm nicht übel zu nehmen. Er fühlt sich sicherlich auch hilflos und weiß nicht wie er dir helfen kann.
                      Ich würde dir raten, tausche dich mit anderen Betroffenen aus, sprich ggf. nochmal mit deinem Arzt oder der Hebamme. Das hat mir auch geholfen, zu wissen, dass man nicht allein ist mit diesem Schicksal. Du wirst merken, dass die Traurigkeit sich mit der Zeit verändert und bestimmt auch bald wieder Hoffnung einzieht, wenn ihr es vielleicht noch einmal versucht. Auch wenn es jetzt vielleicht blöd klingt, aber bei mir war der Kinderwunsch dann halt irgendwann wieder stärker als die Traurigkeit und hat mir neue Hoffnung gegeben.
                      Versuch dich bis dahin nicht ganz zurück zu ziehen, auch wenn es schwer ist bei solchen Terminen wie Kindersommerfest. Mir hilft es immer auch auf das zu schauen, was ich haben darf und dafür dankbar zu sein, das verändert doch immer wieder den Blickwinkel, auch wenn ich das bewußt tun muß.

                  (11) 20.06.18 - 11:38

                  Dein Verlust tut mir sehr leid.

      (12) 19.06.18 - 22:02

      Empathie ist nicht Deine Stärke, oder?
      Die TE befindet sich im Trauerprozess und empfindet, als wäre sie verwaist. Ja, es gibt immer schlimmere Schicksale. Ich habe 2 Totgeburten erlitten. Die Babies wären mit 2,5 kg und 3kg Körpergewicht lebensfähig gewesen. Trotzdem gestehe ich der TE zu, dass sie trauern darf. Ist es in dem Zusammenhang so schlimm, einen falschen Begriff gewählt zu haben?

      • (13) 20.06.18 - 09:23

        Für Ich persönlich Ja, Ich finde so ein Überschrift anmaßend und einfach falsch und irreführend.

        Ich habe wie Du mein Sohn tot gebären müssen, allerdings in der 22 SSW. Ich finde so eine Aussage das man verwaist ist, weil man ein frühen FG in der 12. SSW hätte, ganz ehrlich sowas von übertrieben. TE hat weder ein Kind tot geboren noch ein lebend geborenes Kind verloren. TE hat ein frühen Fg gehabt wie 25% alle Schwangere es mindesten einmal im Leben erleben müssen. Ja, es ist traurig, aber sich auf der Stufe mit verwaiste Eltern zu stellen, ist einfach Empathielos und übertrieben..

        Ich finde das man sich in irgendwas hineinsteigert, wenn man sich als verwaiste Elternteil sehe nach ein frühen FG und es ist wie ein Schlag ins Gesicht, für Eltern die wirklich verwaist sind so ein Überschrift zu lesen, um dann beim weiter lesen festzustellen das es sich um ein frühen FG handelt.

        • (14) 21.06.18 - 17:55

          Hast Du ein Kind tot geboren? Eine Totgeburt liegt dann vor, wenn das Kind 500g oder mehr gewogen hat.
          Und dennoch ist es für mich in Ordnung, wenn Du sagst, Du hättest ein Kind tot geboren.
          Die TE ist momentan im Trauerprozess. Es ist noch nicht lange her. Empathie los empfinde ich, dass man sie so verbal angreift, nur weil sie ein falsches Wort benutzt hat.

          • (15) 21.06.18 - 18:26

            Ja, Ich habe mein Sohn tot geboren in der 22/23 SSW. Er wog 510 Gramm und der Geburt dauerte 8 Stunden. Mir ist es schmerzlich bekannt das ein Totgeborenes Kind mit 499 Gramm, ein späten FG genannt wird, obwohl Ich verstehen kann, das man irgendwo eine Grenze ziehen muss. Wir haben ihn beerdigen lassen und trotzdem bin Ich nach meiner Meinung als Elternteil nicht verwaist.

            Mir geht es darum das es unfair ist gegenüber Eltern die wirklich verwaist sind, wenn man sich als Elternteil auf die gleiche Stufe stellt, bei ein frühen FG, indem man durch ein Überschrift andere „ verwaiste“ Eltern suchen..

            Klar ist TE in ein trauerprozess, aber sie stellt sich gleich mit Eltern die ihre lebend geborene Kinder verloren haben und das ist einfach nicht in Ordnung..

            Jeder trauert anders und jeder hat den Recht zu trauern, aber man solllte auch relativieren können.

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