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Ich bin zwar ein Mann und keine Frau, kann das aber trotzdem gut nachvollziehen.

Es ist ein bisschen verhext: Man kann sich nicht vorstellen, in 15 Jahren immer noch mit der Partnerin zusammenzusein und ebensowenig kann man sich vorstellen, in den nächsten 15 Monaten die Familie zu zerstören.

Die Psychologen sagen dann schlau, man bliebe lieber im bekannten Leid als das unbekannte Glück zu suchen -- und recht haben sie.

Ich bin da auch immer unschlüssig. Manchmal bin ich soweit mir zumindest bewusst zu sagen, dass ich jetzt aus guten Gründen, nämlich der Kinder wegen, bleibe und dementsprechend versuchen sollte, das Beste daraus zu machen.

Dann wieder denke ich, bei uns gibt's nicht mehr viel, woraus man das Beste machen könnte, diese Streitereien hat niemand verdient, nicht die Kinder, nicht ich, nicht mal meine Frau und dass ich mir dementsprechend ein Ultimatum setzen sollte: Bis zum Zeitpunkt X versuchen ich es und wenn sich dann nichts in zum Besseren verändert, ziehe ich endlich die Konsequenzen.

Eines Tages, Baby...

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Hallo

Meine Freundin empfindet wie du in ihrer Ehe. Ich ehrlich gesagt auch. Wenn die Kinder älter sind trennen, wieso nicht.

Als meine Tante das tat waren alle bestürzt und kamen mit blöden Kommentaren "nach 25 Jahren Ehe rennt man doch nicht mehr auseinander". Warum nicht? Nach 15 traue ich mich es noch nicht, aufgrund der Kinder, damit sie keinen knacks kriegen, damit sie einfach keine Trennungskinder sind, die ihre Eltern unharmonisch und nur im Wechsel sehen. Wir sind erwachsen und können ein Familienleben leben, auch wenn wir so gar nicht zusammen passen und uns dann vielleicht gar nicht mehr lieben...

Meine Freundin und ihr Mann lieben sich nicht, teils ist es wirklich Abscheu, sie denken grundverschieden und sehen auch Haushaltsführung und Familienleben ganz verschieden.

So krass ist es bei meinem Mann und mir nicht.
Wir kamen aus Oberflächlichkeit zusammen. Sahen uns, tanzten, küssten uns, schliefen miteinander, und sahen uns von da an JEDEN TAG und teils noch die Nacht, die nächsten Monate. Das war im Zeitraffer, unglaublich schnell und man lernte sich intensiv kennen.
Wenn andere sagen "wir sind seit 5 Monaten zusammen" meinen sie damit vielleicht, einmal wöchentlich für Kino oder Abendessen getroffen, und 2x Sex gehabt...
Wir haben uns nach 5 Monaten verlobt. Wir hatten bis zu 7x täglich Sex, kannten uns in und auswendig, wenn ich mal nicht bei ihm schlief, sondern zu mir nach Hause wollte (ich lebte noch bei meinen Eltern), kam er halt mit. Trennen wollten wir uns gar nicht mehr voneinander, wir wollten zusammen leben, uns 24 Stunden sehen.
So zogen wir dann 5 weitere Monate nach der Verlobung zusammen und heirateten.

So, nun kennen wir uns 13 Jahre und jetzt hätte ich auch so ne Liste wie du. Wir haben uns durchaus sehr verändert, einiges bleibt auch im Kern ein Problem... Unterschiede ziehen sich an sagt man ne, man ergänzt sich, und wie langweilig es doch wäre, wenn man sich so ähnlich wäre... ich kann das nicht recht glauben.

Er ist gern allein, ich kriege Angst und bin traurig allein.
Er möchte immer machen was er will, wann er will, allein. Ich hingegen denke immer erst an die Kinder und mache gern mit ihnen was.
Er raucht, und ich hasse den Geruch.
Er mag nicht dass ich kritisiere oder meckere, findet ich bin ein Neinsager. Ich bezeichne mich hingegen einfach als vorsichtigen Menschen, und bin gar nicht so negativ.
Er braucht kaum bis gar keinen Körperkontakt, Sex, und Nähe. Ich hätte das gern so häufig und täglich wie damals, als wir uns kennen lernten.
Er redet nicht gern, ich diskutiere gern aus.
Er trifft gern exzessiv Freunde, ich nicht.
Ihm geht arbeiten über alles, ich finde Familie wichtiger.
Er kann nicht mit Geld umgehen, muss immer alles ausgeben und im minus sein. Ich kann gut haushalten und hasse leihen und auf Pump.
Bei Streit rennt er weg oder schweigt. Ich möchte gern reden, trösten, versöhnen...
Ich bin ordnungsliebend, er ist ein Chaot der ständig vergisst oder verliert.
Er ist spontan, ich muss von langer Hand planen und wissen.
Er ist sehr ichfixiert.

Ich könnte noch so weiter listen...

Für mich ist es so: Optisch ist er mein Traummann, ich liebe ihn und begehre ihn und finde ihn attraktiv. Ob das für ihn auch so ist weiß ich natürlich nicht.
Er will immer nur seine Ruhe, ich bin ihm definitiv zu fordernd und redend. Würde ich einfach existieren, ein stilles Püppchen was nett aussieht aber nichts sagt und nichts revidiert, so würde er mich wohl öfters begehren.
Ich brauche ich körperlich und emotional und finanziell.
Er braucht mich eigentlich nur damit ich mich um die Kinder kümmere und ihm den Rücken frei halte.
Er hat aber schon mal geäußert (sollte witzig sein), dass es schön wäre, ich käme nur kurz vorbei zum sauber machen und so, und dann verschwinde ich wieder damit er in Ruhe arbeiten kann, konzentriert, ohne Kinder und Gequatsche etc...

Die Userinnen hier verstehen das in aller Regel nicht. Da kommen dann die Empfehlungen: TRenn dich, du hast ein Recht darauf glücklich zu sein, du lebst nur einmal, du schaffst das schon blabla...

ich sehe das anders. Ich trage Verantwortung für mehrere Kinder. Es ist nicht fair dass ich gehe nur weil ich nicht vollends das habe was ich gerne hätte in einer Beziehung. Er liebt uns, behandelt uns gut, finanziert uns, und wenn wir das Thema Liebesbeziehung komplett ausklammern, dann verstehen wir uns freundschaftlich.

Ideal ist das nicht, für mich fühlt sich eine Trennung allerdings falsch an.

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Der Unterschied besteht aber darin

Ob der Mann diese Entscheidung was Frau getroffen hat, auch so sieht. Wenn sich beide Parteien sich gemeinsam dafür entscheiden.
Ist es ihr Ding ob Sie unglücklich zusammen leben wollen..

Jedoch ist es ein großer Unterscheid, Ob nur Frau die Wahl für Sich trifft, wartet auf ihren Ticket um zugehen & der Ehemann zuhause davon nichts weiß!
Und Sie ihn somit nur die restliche Jahre belogen und ausgenutzt hat!

Ehrlichkeit ist wohl nicht zu viel verlangt !

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Ja, wir haben darüber ehrlich geredet. Nicht, dass wir uns eines Tages trennen wenn die Kinder groß sind, das weiß man ja vorher nicht. Aber wir haben über trennung gesprochen und beide befunden, dass es für die Kinder und für die Orga/ Gewohnheit etc. einfach das Beste ist wir bleiben hier zusammen leben. Nun sind wir vorischtig und rücksichtsvoll miteinander.
Bemühen uns.
Aber passen tun wir deswegen trotzdem nicht zueinander, Streit kommt hin und wieder vor. Sex so alle paar Wochen, wenn es sich aus guter Laune und einer guten Phase ergibt.

Wir sind wie Bruder und Schwester sag ich immer, in einer WG. Ich bin der Meinung das schadet den Kindern nicht. Sie sehen wie gern ich ihren Papa habe, durch meine Worte und Gesten ihm gegenüber. Und sie sehen, dass er uns gern hat, weil er doch viel tut/ finanziert.

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Hallo,

Vorweg gesagt, ich habe die komplette Diskussion nicht gelesen.

War früher, sprich vor den Kindern, alles anders? Hast du das gerne gemacht was dein Mann jetzt gerne macht und umgekehrt? Du möchtest seine Freunde und er hatte Spaß mit dir in die Stadt zu gehen?

Wenn nein, warum habt ihr geheiratet, warum Kinder bekommen?
Erwachsene Menschen ändern sich in ihren Gewohnheiten kaum. Man geht Kompromisse ein, mal mehr mal weniger.

Vllt hätte dir das alles früher klar werden sollen, oder kam die Erkenntnis erst mit der Geburt der Kinder?

Ich würde auch gerne Dinge machen, die ich aber nicht machen kann. Unsere Kinder begleiten wir die wenigste Zeit unseres Lebens, dann steht uns alles wieder offen.

VG

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Ich muss sagen, dass ich sehr erstaunt bin, wie vielen das hier so geht.

Es ist fast schon erschreckend. Nicht nur in diesem threat, so generell hier im Forum.

Ich für mich kann mir nicht vorstellen in einer solchen Situation zu verharren (darin landen kann jeder)

Mein Mann ist mein bester Freund und die Liebe meines Lebens. Wir haben theoretisch auch mal über eine Trennung gesprochen, also was mit erspartem Geld passiert, das wir uns Wohnungen in der Nähe zueinander suchen und das unsere Tochter eine Woche da und die andere da verbringt. Ich kenne dieses Modell von anderen und das funktioniert prima. Solche Sachen eben aber weder er noch ich könnten uns Momentan vorstellen und zu trennen. Aber sollte sich das ändern, tuen wir das sofort. Wir verdienen beide nicht die Welt aber würden beide gut über die Runden kommen, ohne das einer dem anderen etwas zahlen müsste oder finanziell sehr viel schlechter gestellt ist als jetzt wo wir ein Paar sind. Mir war es immer wichtig, dass ich nie in ein Abhängigkeitsgefüge gerate.

Wir kennen uns seit 13jahren, sind seit 11jahren ein paar und 5 davon verheiratet.
Als wir damals zusammen gekommen sind war ich 17 und er 21 Es Null gepasst. Wie Feuer und Wasser. Nach einem Jahr offizieller “Trennung“ haben wir es nochmal probiert weil wir nicht ohne einander konnten. Nichts von wegen aufgewärmt schmeckt nicht. Seit dem ist alles super. Ab der Schwangerschaft (sehr viele Komplikationen) waren wir dann quasi eine Einheit. (Wir haben auch Krisen, wir leben nicht nur mit rosaroter Brille auf unserer Einhornfarm) aber wir können mit den Macken des anderen Leben und reden viel über Probleme/Gefühle etc.

Unsere Tochter belastet das Thema Trennung manchmal seit Bekannte von uns vor zwei jahren auseinander gegangen sind. Da sie es nicht verstehen kann, dass Eltern sich nicht mehr lieben. (Schwer auch, sie sieht ja nur uns) Manchmal wenn sie bei uns schlafen möchte und es nicht passt, dann erkläre ich ihr auch, dass Verknallte manchmal auch alleine sein müssen damit die verliebt bleiben. Dann lacht sie immer beschämt oder fragt uns ob wir wieder knutschen :D ich möchte mich nicht nur als Mama und meinen Mann als Papa sehen. Er ist ja immernoch der attraktive Typ von früher ;)

Ich möchte ihr nie vorleben unglücklich in einer Beziehung zu bleiben und ich empfinde es auch als unfair, den Kindern die große Last aufzuerlegen, dass man sich wegen ihnen nicht getrennt hat. Sie quasi der Grund für das Unglück der Eltern sind. Denn das kommt bei Kindern auch an. Meine Mutter hat mir damals auch gesagt sie kann nicht mit uns gehen weil sie kein Geld hat für uns.

Ich wünsche allen unglücklichen da draußen alles Gute. Ich hoffe ihr finden euren Weg zum Glück, auch wenn es nicht der ist, den ich oder andere gehen würden.

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Ihr wisst schon alle das ihr nur DIESES EINE LEBEN habt oder? 15 Jahre zusammen bleiben damit die Kinder keine Trennung durch machen müssen??? Wirklich? Ich habe auch eine Tochter, ich möchte mir nicht ausmalen wie ich reagieren würde wenn sie ihr Leben so "verschwendet" und ich möchte mein Leben genauso wenig verschwenden. Es gibt für uns nur dieses eine. Was macht ihr dann mit, Hmm, ich sag mal knapp 60 Jahren und Erwachsenen Kindern, ihr trennt euch, und dann? noch gute 10 Jahre bis der Körper langsam in den Verfall Modus schaltet und man sich ins Grab legt. Tolle Aussichten 👍 Ihr fragt euch jetzt schon ob es das gewesen ist und wollt dann weitere 10, 15 Jahre in diesem Leben bleiben um sich dann was zu fragen? Also ich lebe mein Leben so wie ich es will und das MIT Mann UND Kind. Aber ich bin glücklich in meinem Leben so wie es ist, mit meinem Mann so wie er ist, mit meinem Kind, so wie sie ist und mit mir, so wie ich bin. Wäre ich das nicht würde ich es ändern den meine absolute Horror Vorstellung ist, ich, 80 auf einem Stuhl vor dem Fenster, blicke in die Ferne, lasse mein Leben an mir vorüber ziehen und stelle fest ich war 70 Prozent von diesem unglücklich, ich habe mein Leben verschwendet oder ich habe aus Angst nichts gewagt.
Nein, sorry, so möchte ich nicht enden. Ich möchte mit 80 ein Lächeln auf meinen Lippen haben und sagen können "ich hatte ein tolles Leben"
Für jeden Menschen ist Glück etwas anderes, jeder stellt sich sein Leben anders vor. sicher ist meine Vorstellung von Glück für jemand anderen eine Horror Vorstellung, das ist auch okay, jeder soll leben wie er möchte aber wenn man doch schon etliche Jahre für sich selbst weiß das man sein Glück nicht erreicht hat. wenn man merkt nein, das war's noch nicht. ich bin nicht glücklich, dann sollte man das doch ändern. Ihr könnt mich jetzt für naiv halten, ihr könnt sagen das ich mir das alles so leicht vorstelle oder das ich leicht reden habe...ja, vielleicht, doch ich bleibe dabei
Wir haben nur dieses EINE Leben.

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Den Satz "man hat nur ein Leben" habe ich jetzt schon so oft gelesen.

Was ist denn wenn die Alternative schlechter ist?

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Ganz genau das denk ich auch immer.
Zeit zurück drehen geht halt nicht. DAS wäre ne echte Alternative. Aber Trennung? Nee, würde mich noch unglücklicher machen.

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Wer frei sein will, muss Geld verdienen. Selbst wenn du von deinem Mann getrennt bist, wirst du nicht frei sein, wenn du kein eigenes Geld hast. Ob sich die Firmen so sehr auf eine Frau mittleren Alters freuen, die jahrelang minimal berufstätig war?

Ehrlich gesagt erschreckt mich dieser gesamte Thread. Er scheint die dunkle Kehrseite all dieser "Fremdbetreuung kommt für uns nicht in Frage, mein Mann ermöglicht es mir, zu Hause zu bleiben, ich genieße lieber die Zeit daheim" Threads zu sein.

Warum sorgen Frauen nicht besser für sich?

Dass man wegen der Kinder alles versucht, verstehe ich. Aber dass man nicht gehen kann, weil man kein Geld hat, das ist doch schlimm und bitter!

Klar ist arbeiten anstrengend und den Mann davon zu überzeugen, dass zumindest die Kinderbetreuung ihn genauso viel angeht wie die Mutter, auch. Aber in einer Ehe ohne Liebe gefangen zu sein ist doch noch anstrengender, oder?