Sehr lang, bitte um Rat

    • (1) 25.06.18 - 00:03
      Liebersoalsmitname

      Hallo,

      ich bin besorgt um eine Freundin von mir.
      Es ist schwer einen Anfang zu finden...
      Sie ist 27 Jahre alt, seit 9 Jahren verheiratet und seit 12 Jahren mit ihrem Mann zusammen. Die beiden haben 2 Mädels 2 und 4 Jahre alt. Meine Freundin kommt aus einer mennoitischen Famille, sie ist aber modern und eher gläubig als religiös.
      Ihr Mann neigt zu Gewalt, körperlich und seelisch. Er meckert an allem rum, obwohl sie alles macht und er eigentlich nur arbeiten geht und dann seine Ruhe hat.
      Wenn er sich aber in irgendeiner Weise gestört fühlt rastet er aus, das können nur böse Beleidigungen sein oder er schlägt meine Freundin. Damals vor der Geburt der ältesten Tochter waren die beiden getrennt, sie hatte jemanden kennen gelernt und dadurch mit geschöpft ihn zu verlassen. Ihre gesamte Familie stand hinter ihrem Mann, sie sei eine Schande und sie sollte ihm vergeben es täte ihm doch alles so leid. Sie ist dann irgendwann eingeknickt, weil sie ihre Eltern mehr als alles liebt und einen Kontaktabbruch nicht hätte verkraften können. Ihr Mann besserte sich auch und 2 Jahre später bekamen sie eine Tochter. Er veränderte sich dort wieder etwas, aber es war noch nicht so schlimm wie früher. Sie bekamen noch eine Tochter und ab dann nahm das Übel seinen Lauf. Die jüngste hatte ein großes Hämangiom auf der Stirn, welches oft blutete ohne aufzuhören. Die kleine musste Beta Blocker dafür nehmen und schlief durch die Medikamente überdurchschnittlich viel. Sie war körperlich auch zurück in ihrer Entwicklung, nach absetzen der Medikamente holte sie aber alles in Rekordzeit auf. Was mich total fassungslos und sprachlos macht ist, dass der Mann meiner Freundin die kleine als "Knüppel"bezeichnete und sie knapp 2 Jahre nicht einmal küsste. Allein so einen Mann hätte ich persönlich in den Wind geschossen. Ihr Mann ist sexsüchtig. Sie musste damals trotz Wochenfluss mit ihm schlafen und das ohne Kondom. Oder die Kinder spielen auf dem Boden im Wohnzimmer und er will dass meine Freundin ihm einem bläst auf dem Sofa. Morgens wenn die Kinder zu denen ins Bett kommen wollen zum kuscheln und er noch keinen Sex hatte müssen die Kinder weichen, tun sie das nicht rastet er aus.
      Er hat meine Freundin auch schon mal mit einem Duschkopf verprügelt oder ein Trampolin nach ihr geschmissen und fast die Tochter getroffen.
      Meine Freundin hat jemanden kennen gelernt und sich verliebt. Sie hatte ihre Mutter gefragt ob sie hinter ihr stehen würde, wenn sie sich diesmal trennen würde, diese bejahte. Sie hatte ihre Mutter alles erzählt. Als sie sich trennte dann wieder dasselbe alle halten zu ihrem Mann. Sie sollte froh sein dass ihr Mann sie nur geschlagen hat und nicht umgebracht hat, nach dem alle von dem neuen Partner wissen. Über 2 Monate ging es so dass ihr Mann 100x am Tag anrief oder schrieb und seine Reue und liebe beteuerte und auch die Familie machte Druck. Ihr Mann würde sich doch die Augen aus dem Kopf weinen es sei doch jetzt mal gut.
      Ihre Familie wendete sich von ihr ab und sie knickte wieder ein und ging zu Ihren Mann zurück. Er geht jetzt zu einer Therapie aber dort wurde direkt gesagt er sollte erstmal ausziehen es bestehe Gefahr für Leib und Leben, sie sollten auch keinen Sex haben erstmal wurde dort als "Regel" genannt. Er ist natürlich nicht ausgezogen und Sex will er auch. Er ist wohl netter und hilft mehr, aber fängt gleich wieder an mit bösen Wörtern. Meine Freundin liebt eigentlich den neuen Mann und ist so unwahrscheinlich glücklich wenn sie von ihm spricht. Ich kann sie verstehen dass sie eingeknickt ist, ich kenne ja ihre Familie. Ich hab aber Angst um sie. Ihre Familie kann ich nicht verstehen, es geht doch um ihre Tochter und die Enkelkinder wie kann man sowas für gut heissen und dem Typen noch einen Freifahrtschein geben, die eigene Tochter so zu behandeln. Ihr Mann droht in seinen ausbrüchen auch oft damit sie umzubringen. Was kann ich tun ? Wie kann ich ihr helfen ? Könnte ich zur Polizei gehen oder kann nur sie das machen?

      • Hallo,

        das Ganze ist wirklich schrecklich. Da sie leider keinerlei Unterstützung durch die Familie erfährt, würde ich ihr an deiner Stelle in soweit helfen, als das ich ihr helfe einige Sachen zu packen und sie samt Kindern in das nächste Frauenhaus zu bringen. Allerdings muss sie dann auch erstmal vor ihrer Familie stillhalten, denn die würden sie ja anscheinend gleich an ihren Mann verpfeifen.
        Vom Frauenhaus aus kann sie dann die nächsten Schritte einleiten, wie ggf. eine Anzeige bei der Polizei, Trennung, neue Wohnung etc.

        Alles Gute für deine Freundin

        Vermutlich wirst du wenig helfen können, denn auch deine Freundin hat Verhaltensmuster, die zur jetzigen Situation führen. Zweimal aus der Ehe ausgebrochen als sie einen neuen Mann kennenlernte, zweimal zurück weil Familie und Ehemann Druck aufbauten.
        Freundschaft hin oder her, frage dich ob und wieviel Energie du reinstecken magst, du kannst das Verhaltensmuster nicht durchbrechen, das müsste sie.
        Ihre Ehe ist derart disfunktional, dass sie es schaffen müsste sie zu beenden über Polizei und Frauenhaus und nicht über einen Ersatzmann, denn so riskiert sie nicht nur ihr Leben und das ihrer Kinder, sondern auch das des neuen Mannes. Zudem müsste sie sich von ihrer Familie emanzipieren. Logischerweise bräuchte sie selber auch eine Therapie.

        Die Polizei wird nur tätig, wenn die Frau selbst eine Anzeige macht oder Deine Freundin so schwer verletzt wird, dass man das als gefährliche Körperverletzung ansieht (bspw. wenn Deine Freundin auf Intensiv landet). Das Jugendamt könntest Du versuchen einzuschalten, weil das keine Umgebung für Kinder ist, wenn der Vater sich so benimmt. Dann wird vielleicht wenigstens den Kindern irgendwie geholfen, bspw. über Familienhilfe. Nutzt aber letztendlich auch nichts, wenn Deine Freundin dann wieder alles vertuscht und etwas vorspielt.

        So lange sie ihren Mann nicht wirklich verlässt und sich auch nicht mehr von ihren Eltern zwingen lässt, zu ihm zurück zu kehren, sind Dir als Außenstehende ziemlich die Hände gebunden. Die einzige Hoffnung ist der neue Mann, wenn ihr das wichtig genug wird, könnte sie vielleicht irgendwann die Kurve kriegen.

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