Wie kann ich meinem Mann noch helfen? (Quarter Life Crisis)

    • (1) 26.06.18 - 15:26

      Hallo Ihr,
      Vielleicht kann mir jemand von Euch helfen weil er ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Tut mir Leid, wenn der Text sehr lang wird :-(

      Erst einmal zu den "Eckdaten"
      Mein Mann ist 31, ich bin 29. Wir sind seit fast 12 Jahren zusammen und haben im Mai letzten Jahres ein wunderbares, aufgewecktes kleines Töchterchen bekommen, das wir sehr lieben. Bei Erziehungsfragen sind wir uns meist einig, da ich Erzieherin bin, vertraut mir mein Mann da auch vollkommen. Manchmal ist er sogar etwas zurückhaltend und ich würde mir eher etwas mehr Austausch und Teilhabe von ihm wünschen.

      Nun aber zum eigentlichen Problem.
      Er hatte immer sehr viele Freiheiten, konnte seine Freizeit neben seinem anstrengenden Beruf genießen und seinen Hobbies fröhnen. Seit unsere kleine Maus da ist, hat er das auch nicht wirklich einschränken müssen, auch wenn ich gehofft habe, dass er es zumindest teilweise tut, selbst als ich im Wochenbett lag konnte er es nicht ganz lassen und war beim Sport, angeln etc. Ähnlich sah es auch in der Elternzeit aus, die er zwei Mal über jeweils einen Monat genommen hat. Auch da war er teilweise sogar alleine im Angel-Urlaub oder anderweitig unterwegs. Das alles scheint ihm aber immer noch nicht auszureichen, Anfang des Jahres kam es zu einem großen Streit, von dem wir uns gerade erst erholt hatten (dachte ich) , aber nun geht es wieder los.
      Er möchte sich selbst verwirklichen,stellt alles in Frage, unsere Beziehung, unser gesamtes Leben, seinen Job. Darunter leidet natürlich auch das ganze Familienleben, denn ich habe den Eindruck, ich kann ihm nichts recht machen. Er bekommt seine Freiheiten, aber er muss sich doch auch um mich und unsere Tochter kümmern. Gemeinsame Aktivitäten am Wochenende gibt es nur vereinzelt, häufig ist er noch mit Freunden unterwegs oder wie gesagt beim Sport. Er sagt auch häufig, dass er keine Lust hat, in den Tierpark zu fahren oder auf den Spielplatz.

      Er ist in allem, was er tut sehr erfolgreich, ist auch schnell bei der Arbeit aufgestiegen, wir haben ein eigenes Haus und müssten doch eigentlich so glücklich sein, aber er ist es nicht. Er kann nicht sagen, was das Problem ist, nur dass er meint, wir wären zu unterschiedlich. Da führt er dann eigentlich recht unbedeutende Beispiele an, etwas aus dem Zusammenhang gezogen und ich habe häufig das Gefühl, er blendet vieles aus und baut sich so sein eigenes Bild, das aber einfach nicht der Realität entspricht. Auch die weitere Familienplanung war ein Thema. Da waren wir uns eigentlich einig, jetzt rudert er zurück.

      Er sagt, dass er mich liebt, was ich ihm auch glaube, denn zwischenzeitlich haben wir auch schöne Momente, auch als Familie. Aber dann steht er wieder so unter Strom und setzt sich selbst unter Druck, möchte noch erfolgreicher werden
      und halst sich neben der Arbeit viele andere Dinge auf.
      Wir haben bereits eine Sitzung bei der Eheberatung gemacht, die mir auch geholfen hat. Mein Mann möchte aber nicht ein weiteres Mal hin, weil er den Eindruck hatte, dass der Therapeut ihm nur gesagt hat, was er alles falsch macht (was natürlich nicht der Fall war)

      Danke fürs Lesen und ich hoffe, ihr habt Anregungen, was ich noch tun kann, denn dieses Auf und Ab knackt schon sehr an mir. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll bzw ob ich ihm irgendwie helfen kann seine Gedanken und Gefühle zu ordnen

      Ganz liebe Grüße

      • Die quarter Life crisis kenne ich noch nicht.

        Männer pflegen im Allgemeinen ihr Hobby trotz Familie weiter, haben weiterhin alle Sozialkontakte.
        Bei der Frau ändert es sich. Offenbar verschwindet bei Frauen auch der Wunsch nach einem eigenen Leben. Das ist okay. Ich würde es jedoch nicht so machen.

        Ich würde nicht auf ihn warten.

        Sückchenweise überlege dir, was deine Bedürfnisse sind und setze sie authetisch um.

        Er wird mit eurer Tochter wahrscheinlich mehr anfangen, wenn sie älter ist und mitlaufen kann.

        Es tut mir leid, dass er alles in Frage stellt. Leider muss man sich eben auch zusammenreißen und die Bedürfnisse des Partners erkennen. Gebe ihm intelligent Kontra. Du bist nicht seine Mutter, sondern seine Partnerin mit eigenen Bedürfnissen. Ich meine es nicht gemein, wenn ich das so schreibe. Ich möchte dir nur Mut machen, für dich einzustehen.

        Ich wünsche dir dabei Erfolg.

        Ich glaube du kannst gar nix tun.
        Es liest sich so als wäre dein Mann nicht bereit Familienvater zu sein, vielleicht hat er sich das Ganze anders vorgestellt, - es liest sich so als würde er alles tun um nicht in den Familienalltag zu geraten.
        Familie ist halt anstrengend und bedeutet am Anfang einfach sehr viel Verzicht - das scheint ihm nicht so zu gefallen 🤷‍♀️.
        Und egal was du tust - glaube er wird nicht über Nacht das alles toll finden.

        Wenn du dich trennst, hat er entweder die Rolle eines alleinerziehende ( sofern das Kind bei ihm bleibt ) oder die Rolle des Umgangsvaters, was ihm sicher sehr viel weniger gefallen wird als die jetzige Situation.
        Dann muss er nämlich Unterhalt zahlen und Zeit „opfern“.
        Ich glaube ich würde ihm genau das mal so aufzeigen - zum wach werden!
        Er ist der Vater, er hat dementsprechend Verantwortung - entweder er reißt sich zusammen und wird erwachsen oder ihr geht getrennte Wege.
        Ich glaube mit Verständbis kommt an diesem Punkt nicht mehr so weit- du hast ja schon viel versucht .
        Ihn unter Druck zu setzen ist sicher kein Allheilmittel gegen das Problem - doch ich würde ihn zwingen sich ganz klar zu positionieren..

        (4) 26.06.18 - 18:57

        Wir müssten doch glücklich sein...

        So ist es im Leben aber leider nicht immer. Ich selbst bin 27 und habe grade das Gefühl selbst mittendrin zu sein in der Quater life crisis...

        Ich habe eigentlich alles und doch vom Gefühl her nicht das richtige. Bis auf meinen Mann und meine Tochter bin ich mir grade in nichts sicher. Meine Launen, Gedanken und Pläne wandeln sich täglich. Neuer job? Ne ich bleibe da oder doch? Ich suche etwas neues, dann der Gedanke nein passt doch. Das gleiche mit Weiterbildungen bis hin zur Frage nach einem Branchenwechsel. Dann zweites Kind ja, nein, schwanger, glücklich, traurig etc. Dann umziehen ja, nein, wohnungssuche, ach nein lieber nicht. Manchmal sind es nur noch Sekunden bis eine Entscheidung wechselt.

        Ich fühle mich damit auch nicht wohl. Ich weiß einfach nichts mehr ganz sicher. Anfangs dachte ich noch es würde mich vorran bringen aber es dreht mich nur im Kreis.

        Wenn ich mal wieder mit einer Idee um die Ecke komme sagt mein Mann das muss ich selber wissen aber eben genau das passiert Momentan nicht. Er hatte auch schon Angst, dass ich an uns auch noch zweifle aber das passierte bis jetzt nicht.

        Es tut mir sehr leid, dass du/eure Maus jetzt darunter leiden müsst aber ich verstehe auch deinen Mann. Er würde sicher auch gerne wieder einen sortierten Kopf und eine klare Linie haben.

        Ich finde es prima, dass du dich mit der Sache beschäftigst und ihm und die hekfen möchtest

        • Danke für deine Nachricht!
          Ja, so kommt es mir auch vor. Er müsste sich erst einmal richtig sortieren und ich würde ihm auch gerne helfen, aber das scheint nicht so gehen. Er liebt unsere Tochter sehr und scheut eigentlich auch nicht die anstrengenden Phasen mit ihr, er ist ein Familienmensch, aber trotzdem flüchtet er häufig vor der Situation. Vielleicht hängt das auch mit seiner eigenen Kindheit zusammen, ich weiß es nicht

          • (6) 26.06.18 - 20:01

            Das ist doch absoluter bullshit #augen ein liebender Familienvater geht sicher nicht in den angelurlaub in seiner Elternzeit.

            Er hat kein Bock auf euch als Familie. Zwingen kannst ihn leider auch nicht.
            Echt schlimme Geschichte.
            Gibt es auch keine Lösung für, manche Männer sind einfach so.

            • Klar, das war auch mein erster Gedanke. Aber wenn ich ihn dann im Kontakt mit unserer Kleinen beobachte, dann denke ich mir, dass das doch nicht alles gespielt sein kann. Er ist sehr geduldig mit ihr, bringt sie mittlerweile jeden zweiten Tag ins Bett. Das ist ihm auch sehr wichtig, aber genau so wichtig sind ihm eben halt auch seine Freiräume

              • (8) 26.06.18 - 20:16

                Ja klar ist er sehr geduldig wenn er ständig auf Tour ist, ganz logisch.
                Wenn ich den ganzen Tag die Kinder bespass bin ich abends platt. Kommt mein mann heim hat er noch Energie für die Kids.

                Ich glaub du machst dir da richtig was vor.

                Hallo,

                natürlich ist ihm seine Familie wichtig Aber seine Freunde, Freizeit und Karriere sind ihm wichtiger oder anders gesagt: ihr (also seine Familie) seid trotzdem da. Dafür muss er nichts tun. Für die anderen Dinge hingegen schon.
                Ich glaube witklich, er meint das nicht so, aber ihm ist seine Einstellung und sein Verhalten nicht so wirklich bewusst.

                Alles Gute!

                mare88

                Was ist mit deinen Freiräumen? Gibt es die?
                Vielleicht bist du wieder interessanter, wenn du dich rar machst?

                • Die hat er mir immer gelassen, er nimmt die Kleine auch, wenn ich mal mit Freundinnen was essen gehe oder am Wochenende los gehe. Da gibt es keinerlei Diskussionen, auch nicht von wegen : "Ich wollte doch zum Sport oder da oder da hin". Dann wird halt umdisponiert. Das war bisher aber wirklich eher selten der Fall, weil ich es auch einfach noch nicht wollte, also kann ich ihm daraus keinen Strick drehen. Es wird jetzt mehr!

      Ich habe bei deinen Worten auch durch und durch das Gefühl, du machst dir was vor...

      Schon allein der Begriff "Quarter Life crisis". Ähm. Wie alt soll er denn werden? 120?

      Du schreibst zwischendurch, er baut sich sein eigenes Bild, was nicht der Realität entspricht.

      Löse dich davon! Wir nehmen alle unsere Welt um uns herum anders, teils sehr unterschiedlich wahr. Und eine allgemeingültige Realität gibt es nicht!!!!

      • Die Quarter Life Crisis gibt es wirklich. Mag sein, dass sie nicht auf ihn zutrifft, aber es gibt schon unheimlich viele Parallelen, wenn man sich die Definition davon ansieht.

        Aber vielen Dank natürlich für deine Antwort :-)

        • Ja, das weiß ich. Aber damit sind Menschen gemeint, die ihre Ausbildung gerade hinter sich haben, unzufrieden mit der nun erlebten (beruflichen) Realität sind und bei denen nun der WUNSCH nach einer Familie aufkommt!

          Nichts davon trifft auf deinen Mann zu. Also nochmal: Nee, aus dieser "Phase" ist dein Mann ganz bestimmt raus!

          Aber deine Realität und seine passen gerade nicht zusammen. Deine Aufgabe ist es aber ganz bestimmt nicht, ihm beizubringen, dass DEINE Realität die einzig richtige ist!

          PS: Du scheinst ein ganz klares Familienbild zu haben (z.B. gemeinsam auf den Spielplatz, das gab es bei uns insgesamt vielleicht 5 Mal), das ihm völlig fremd ist (wäre mir auch nix!!!). Da müsst ihr ansetzen. GEMEINSAM!!!

          • Nein, so war das auch nicht gemeint :-) . Ich habe auch keinerlei Probleme alleine mit ihr zum Spielplatz zu gehen, es war nur ein Beispiel.
            Ich mache halt Vorschläge und alles wird irgendwie abgelehnt, andere Vorschläge bringt er aber auch nicht (weil er meint, ich würde eh Nein sagen) Wir haben ein Boot, damit fahren wir bei schönem Wetter auch gerne raus, aber mit kleinem Kind geht das halt schlecht den gesamten Tag (zumindest nicht mit unserem, auch wenn sie jetzt "unkomplizierter" wird) Und man möchte ja auch mal andere Dinge sehen und erleben

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