Grundlose Angst vor der Zukunft

    • (1) 27.06.18 - 15:30
      Allthethings

      Ich versuche mal die Dinge auf den Punkt zu bringen - mir geht es gerade echt schlecht und zwar wegen nix đŸ€·â€â™€ïž.
      Ich lebe in einer glĂŒcklichen 2. Ehe, habe gesunde Kinder, mein Mann verdient ĂŒberdurchschnittlich gut und wir können uns viel leisten.
      Ich kenne aus meiner 1. Ehe und vor allem auch aus der Zeit als alleinerziehende auch die andere Seite - Hartz4 und stÀndige Sorgen.
      Ich bin sehr froh dass das vorbei ist.
      Ich bin ebenfalls berufstÀtig, verdiene aber sehr viel weniger als mein Mann. Und genau das macht mir zu schaffen.
      Ich habe gar keinen Grund anzunehmen mein Mann wĂŒrde mich verlassen oder ĂŒber uns wĂŒrde die plötzliche Armut hereinbrechen.
      Aber genau davor habe ich total Angst, ich will unbedingt einen Job mit dem ich alles allein finanzieren kann, dazu sollen natĂŒrlich die Arbeitsbedingungen noch passen - also quasi das wonach wohl alle suchen.
      Ich suche und finde etwas, ich will mich beruflich verbessern, fange an und habe dann Zweifel weil die Kids lĂ€nger allein sind, weil ich denke ich bin zu blöd, weil ich denke soviel MĂŒhe und am Ende reicht es dennoch nicht vom Gehalt.
      Ich Dreh mich im Kreis und denke oft : wenn ich nicht dauernd zweifeln wĂŒrde, hĂ€tte ich schon lĂ€ngst ein Studium oder sonstwas fertig....
      Ich will im sozialen Bereich bleiben und finde immer einen Haken oder lasse mich verunsichern đŸ€·â€â™€ïž

      • Sprich mit deinem Mann darĂŒber.

        • (3) 27.06.18 - 16:50

          Das habe ich schon.
          Er beruhigt mich natĂŒrlich und ist auch etwas gekrĂ€nkt weil fĂŒr ihn fest steht wir bleiben ewig zusammen - fĂŒr mich auch, ich bin aber ein gebranntes Kind.
          Das versteht er nicht so ganz- ich soll das machen was mir Spaß macht und wenn es zusĂ€tzliches Geld rein bringt super - wenn nicht, auch nicht schlimm.
          Und wenn ich dann meinem Herzen folge und das tue was ich will ( einen Beruf ergreifen bei dem man definitiv nicht reich wird ) dann kommt im Nachgang der Gedanke wie ich davon unsere Familie ernÀhren soll.

          • (4) 27.06.18 - 17:05

            Vielleicht kannst du dir mit deinem Mann zusammen einige absicherungen anschauen? wenn es euch nicht an Geld fehlt kann man sich fĂŒr spĂ€ter oder fĂŒr harte Zeiten ja absichern dann bist du möglicherweise freier um dich im Beruf um zu orientieren.

            • (5) 27.06.18 - 18:11

              Hm also wir teilen alles - stehen ĂŒberall gemeinsam drin. Kein Ehevertrag.
              Er wird immer sehr traurig wenn ich meine Bedenken Àusser - er denkt dann ich glaube nicht an uns.
              Was ĂŒberhaupt nicht stimmt.

      (6) 27.06.18 - 17:01

      hab ich auch.
      glĂŒcklich verheiratet, Kind, Haus alles was man so braucht und doch irgendwo die Angst was wenn mein Mann plötzlich eine andere kennen lernt oder ihm passiert was? ich kann das Haus allein nicht halten, wohin mit meinem Kind und mir? mein teilzeitjob reicht nicht fĂŒr Wohnung, Heizung, Strom, essen, Auto usw. Ich denke ich muss was machen, weiter kommen aber wie? wo? in was? Irgendwie liest man ja so oft ĂŒber gescheiterte Ehen, im Freundeskreis schon 3 geschiedene und man selbst fragt sich dann warum sollte es bei mir halten wenn es wo anders nicht klappt. Aber wie sagt mein Mann immer so schön "man wĂ€chst an seinen Herausforderungen" ich denke wenn wirklich etwas passiert und du aktiv werden musst schaffst du das in der Situation auch. aber versuche dich von dem Gedanken frei zu machen und beruflich etwas zu suchen weil du es kannst, nicht weil du musst. Denk einfach Hey mir geht es super, alles lĂ€uft Spitze ich muss nix Ă€ndern, aber ich könnte es also schau ich mal was sich ergibt und probiere was aus. Vielleicht findet sich dann die traumstelle. Ich drĂŒcke die Daumen

      • (7) 27.06.18 - 17:06

        Darf ich fragen was du beruflich machst ?

        • (8) 27.06.18 - 18:21

          Ich bin im Einzelhandel. Teilzeit und bekomme 9.5 die Stunde. mein Mann bekommt 18 Euro plus ZuschlÀge also mehr als das doppelte. Aber wie ich schon sagte vielleicht sichert ihr euch bzw dich und euer Kind ab, durch Versicherungen, Aktien oder was auch immer damit du den Kopf frei hast und beruflich was anderes machen kannst, oder habt ihr das schon getan?

          • (9) 27.06.18 - 18:29

            Also wir haben gemeinsame Versicherungen und ich bin natĂŒrlich bei allem eingetragen wenn ihm was passiert - wir leben auch nicht in GĂŒtertrennung sondern wie gesagt alles gemeinsam.
            Mein Mann verdient so ca. 80 Euro die Stunde - und egal was ich beruflich mache, da werde ich wohl nie hin kommenđŸ€·â€â™€ïž
            Durch diesen hohen Verdienst ist vielleicht auch der Anspruch an mich selbst viel zu hoch. Mein Mann sagt auch ich soll mich nicht mit ihm vergleichen - er hat frĂŒh Karriere gemacht und viel GlĂŒck gehabt.
            Mir erscheint ein Einkommen von 2000 - 3000 Brutto als viel zu wenig um klar zu kommen ... vielleicht denke ich da auch falsch

            • (10) 27.06.18 - 22:20

              Ja natĂŒrlich kannst du dich nicht mit ihm vergleichen. Er war nicht in Elternzeit, du schon. Ich denke auch nicht das du nun durch jobwechsel 80 Euro die Stunde machen wirst, dazu gehören einige Jahre harte Arbeit, sicher auch etwas GlĂŒck aber vor allem Einsatz und viel Zeit. diese wirst du mit mehreren Kindern nicht aufbringen können aber musst du das den? Du hast anderes geleistet, Kinder groß gezogen. Du hast Erfahrung mit wenig Geld auszukommen und erfĂ€hrst jetzt Luxus, du möchtest auf diesen nicht mehr verzichten das ist klar aber mach dir keine Sorgen. Du bist abgesichert, dein Mann liebt dich, deinen Kindern und dir geht es gut...genieße es! Und so wie ich rausgehört habe liebst du deinen Job bzw die Branche in der du arbeitest, das können auch nicht viele von sich behaupten. viele quelen sich in den Job und halten es nur aus weil sie gut verdienen. das ist nun meiner Meinung nach auch nicht Sinn der Sache.

      (11) 27.06.18 - 17:43

      Geh Vollzeit arbeiten

      • (12) 27.06.18 - 18:14

        Je nach alter und Anzahl der Kids geht das nicht immer so einfach

        Welch geistreiche Antwort

        • (14) 27.06.18 - 19:58

          Das ist meine RealitÀt - und sicher auch die vieler andere.
          Vielleicht kamen deine Kids, sofern du welche hast, schon mit 12 Jahren auf die Welt mit einem implantieren Chip fĂŒr die Ganztagsbetreuung.
          Meine nicht :)

          • Sei mir nicht böse, jedoch arbeiten sehr sehr viele Mamas in Vollzeit mit mehreren Kindern und Alleinerziehend. Ich habe vier und arbeite 39 Stunden. Ich war immer nur ein Jahr daheim. Geht alles.

            • (16) 28.06.18 - 06:45

              Ich arbeite ebenfalls annĂ€hernd Vollzeit - ich weiß aber dass das nicht immer geht!
              Bei uns schließen Schule und Kita um 4 - sofern man einen ganztagsplatz hat.
              Den haben aber nicht alle !
              Und nicht jeder hat um 4 Uhr seine 8 Stunden voll.
              Dazu kommen Ferien usw- ErzÀhl mir nicht dass sowas geht wenn man nur will, so einfach ist das nicht.

              • Vielleicht bin ich als GroßstĂ€dter verwöhnt. Hier ist es gar kein Problem und auch hier jammern MĂŒtter, dass sie keine Möglichkeit haben mehr zu arbeiten. Und das stimmt einfach nicht.

                • (18) 28.06.18 - 09:52

                  Es geht schon - ich kann sogar Vollzeit arbeiten und mich nebenher weiterbilden. aber auch nur weil ich viel Home Office habe und unter den Kids auch grĂ¶ĂŸere da sind, die mal aufpassen können.
                  Und weil ich nicht den Chauffeur spiele.

                  Ich kenne sehr viele die sagen sie schaffen nur Teilzeit - und ich habe nicht den Eindruck das wÀre vorgeschoben.

Versuche doch mal deine Gedanken zu ordnen. Dass, was du schreibst, klingt sehr chaotisch.
FĂŒr seine berufliche Zukunft sollte man immer etwas tun - unabhĂ€ngig davon, ob man mit einem gutverdienenden Mann zusammen ist oder nicht. Berufliches Vorankommen hat nicht nur etwas mit finanzieller Absicherung zu tun, sondern auch mit Zufriedenheit und Weiterentwicklung.
Recherchiere doch mal, in welche Richtung du dich weiterentwickeln möchtest und wie dies machbar ist. Abendstudium? Kurse? Abteilungswechsel? Vielleicht fördert ja dein Arbeitgeber sogar etwas, was dich interessiert. Vielleicht kannst du ein weiteres oder neues Aufgabengebiet ĂŒbernehmen.
Sammele Informationen und ĂŒberleg dir in Ruhe, was dich interessiert und dir Spaß macht.

  • (20) 27.06.18 - 18:18

    Die Richtung weiß ich - wenn es um Talente, FĂ€higkeiten, Erfahrungen und Vorraussetzungen geht.
    Das Problem ist dass mein Interesse und meine FĂ€higkeiten komplett im sozialen Bereich angesiedelt sind- der schreit ja jetzt nicht gerade nach Geld.
    Und weil mir die Absicherung so wichtig ist schaue ich mich nach anderen Branchen um und kann mir das so gar nicht vorstellen - ich habe immer nur im sozialen Bereich gearbeitet und habe irgendwie das GefĂŒhl dieser Weg ist jetzt festgefahren.
    Mich stört ja auch nur das Gehalt - nicht die TÀtigkeit.

    • (21) 27.06.18 - 18:24

      Kannst du im sozialen Bereich durch Weiterbildung nicht in höher bezahlte Bereiche kommen?

      • (22) 27.06.18 - 18:31

        Manche sagen ja - manche sagen lohnt nicht

        • (23) 27.06.18 - 19:29

          Hallo,

          ich habe nach meiner Trennung (2Kinder) mein begonnenes Studium der SozialpÀdagogik beendet und ernÀhre seit 7 Jahren meine Familie alleine, na ok plus Unterhalt.

          Was ich mir nicht leisten kann und auch will sind Urlaube und ein Eigenheim. Was ich mir zurĂŒcklegen kann geht meistens so alle 2-3 Jahre fĂŒr Autoreparatur drauf, bin zwei mal umgezogen, was auch ganz schön ins Geld geht und eine Schönheits OP fĂŒr 2000 Euronen konnte ich mir auch leisten.

          Ich bin zufrieden, weil ich niemandem Rechenschaft ablegen muss wofĂŒr ich mein Geld ausgebe und ich immer in dem GefĂŒhl, dass ich das selbst verdient habe auch mal großzĂŒgig sein kann meinen Kids gegenĂŒber.

          Ich denke Du hast Angst, weil Du unzwischen Deine AnsprĂŒche höher gesetzt hast, und in dem GefĂŒhl lebst, dass Du diese alleine nicht aufrecht erhalten wirst können, ergo aus diesem Grund auf Deinen Mann angewiesen bist.

          Ich habe vor kurzem einen Mann kennengelernt, der in Scheidung lebt, und mit Bedauern festgestellt hat wie viel Geld er seiner Frau zuliebe ausgegeben hat. Er selbst hat eigentlich auch nicht so viele KonsumwĂŒnsche wie er sie dann fĂŒr seine Familie realisiert hat.

          Vielleicht solltest Du mal mit Deinem Mann das Thema Geldausgeben thematisieren, einfach um fĂŒr Dich die Sache GefĂŒhlsmĂ€ĂŸig geordnet zu bekommen.

          Ich gehe mald davon aus, dass in Eurer Anfangszeit ihr darĂŒber nicht gesprochen hattet.

          • (24) 27.06.18 - 19:54

            Ja ich denke auch dass meine Gehaltsvorstellungen völlig unrealistisch sind - mein Mann ist viel mit Unternehmern zusammen, und irgendwie verliert man den Blick fĂŒr das „normale“.

            Aber das was du schreibst beruhigt mich schon etwas.

            Mein Mann sagt immer nur ich soll mir wegen Geld, Rente und Co. keine Sorgen machen.
            Das sagt sich so leicht

Wie alt sind die Kinder?

Du bist finanziell nicht ein Leben lang fĂŒr sie verantwortlich. Irgendwann musst du im Ernstfall nur noch fĂŒr dich alleine sorgen. Das geht!

Und jetzt lÀuft deine Ehe ja eh gut, und das wird noch Jahre so bleiben :-)

Ich verstehe aber deine Bedenken - ich hatte auch schon Zeiten mit den Gedanken "finanzielle UnabhĂ€ngigkeit ist fĂŒr den Fall der FĂ€lle ein Segen"

LG

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