Wie mit dem Vertrauensbruch umgehen?

    • (1) 29.06.18 - 10:10
      Rollingstones

      Hallo!

      Es hat länger gedauert bis ich es geschafft habe mich zu überwinden hier zu schreiben über mein Problem. Denn es ist mir auch irgendwie peinlich und ich überlege ob ich aus einer Mücke einen Elefanten mache. Doch es belastet mich schon länger unendlich und es beeinflusst auch meine gesamte Beziehung die inzwischen darunter leidet. Ich habe manchmal einen Hass auf meinen Freund deswegen, auch wenn ich es eigentlich nicht will. Denn ich liebe ihn und er ist eigentlich ein guter Partner. Aber er hat einmal etwas getan, was ich ihm nicht verzeihen kann. Und es steht immer zwischen uns, seit Wochen. Und zwar hatte er Analsex mit mir gegen meinen Willen. :-( Ich wusste seit 2 Jahren schon dass er das gerne machen will und habe ihm aber immer gesagt ich will das nicht. Unser Sexleben ist eigentlich toll und wir probieren viel aus, also es ist nicht langweilig mit mir. Wir haben auch oft Sex. Wir haben es auch einige Male probiert aber ich habe immer abgebrochen weil das Gefühl für mich nicht schön war und es auch weht getan hat. Und er war zwar immer enttäuscht aber er hat es akzeptiert. Nun, bis vor 4 Wochen. Wir waren beide sehr heiß aufeinander. Hatten beide Lust auf Sex und er meinte wir sollten es nochmal versuchen. Ich habe ihm gesagt das will ich nicht und er soll sich eine von den zig anderen Stellugen aussuchen, egal was er will, alles ist gut aber nicht anal. Er fing immer wieder damit an, und hat versucht mich so hinzudrehen dass er dran kommt. Ich sagte dann schon ziemlich sauer er soll aufhören und mir ist von dem ganzen Gerede auch schon die Lust komplett vergangen. Ich wollte aufstehen und weg gehen. Da kam er mit hinterher und hat mich gepackt und gegen den Tisch geschubst und meinen Kopf auf den Tisch runter gedrückt, sodass ich nicht weg konnte. Und dann ist er eingedrungen. Es war so ein tierischer Schmerz, als ob man mich innerlich aufschneidet und ich habt total geschrien weil es so weh getan hat. Er hat aber nicht aufgehört. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit und ich war komplett fertig, obwohl es in Wirklichkeit nur 1 oder 2 Minuten gedauert hat und er gekommen ist. Ich war danach in wie in Trance und konnte überhaupt nicht mit ihm reden. Er hat dann schon gemerkt dass es mir schlecht geht und meinte so schlimm war es doch garnicht. Und wir waren doch beide heiß aufeinander und bla bla. Die Tage darauf habe ich einfach nur funktioniert für unser Kind aber ich konnte immernoch nicht mit ihm reden. Geschweige denn mich von ihm küssen lassen oder so. Er hat sich dann entschuldigt und er meinte er hätte nicht gedacht dass es so schlimm für mich sein würde. Man muss auch andere Dinge ausprobieren. Nach einer Woche ging es mir wieder besser (auch körperlich hatte ich so lange Schmerzen) und ich habe ihm gesagt dass er mich enttäuscht hat, dass er etwas kaputt gemacht hat zwischen uns und ob es das wert war für diese 2 Minuten Spaß. Er meinte nein das war es nicht wert und wenn er gewusst hätte was er damit anrichtet hätte er das auch nicht getan. Aber es war ihm nicht bewusst welche Auswirkungen das auf uns und mich hat. Er hat sich seitdem noch öfter entschuldigt und ich glaube ihm auch dass es ihm leid tut jetzt wo er sieht welche Folgen das hat. Wir hatten seitdem auch keinen Sex mehr, ich kann das nicht zur Zeit. Und das obwohl wir früher mindestens 2 Mal pro Woche guten Sex hatten. Also alles in allem ist es schecklich zur Zeit. Und ich will es eigentlich nicht. Denn er ist sonst kein so ein Trampel. Er achtet sehr dass ich auch auf meine Kosten komme beim Sex und Spaß habe. Ich weiß nicht was in ihn gefahren ist. Wie soll ich weiter damit umgehen? Wird es bald wieder besser? Er drängt mich auch nicht zu Sex gerade, da er weiß dass er daran Schuld ist und es verbockt hat. Aber glücklich sind wir beide nicht damit. Was fällt euch dazu ein? Was können wir tun damit es wieder besser wird? Ich möchte ihm das nicht ewig vorhalten. Doch ich kann nicht über meinen Schatten springen. Wer hat so etwas schonmal erlebt?
      Danke!

      • Das ist nichts anders als eine Vergewaltigung!

        (3) 29.06.18 - 10:44

        Was tun sollst?

        Kommentarlos gehen. Das hätte er sich vorher überlegen müssen.

        Vergewaltigungen in der Ehe sind strafbar.

        Oh man. Das tut mir sehr leid für dich. Ich kann mich nur anschließen. Dein Mann hat dich vergewaltigt. Er ist gegen deinen Willen mit Anwendung von Gewalt in dich eingedrungen. Ich würde mich an deiner Stelle schleunigst beraten lassen. Da nützt auch keine Entschuldigung seinerseits im Nachhinein. Ist dein Mann denn von allen guten Geistern verlassen???

        Ich hoffe, Du kannst das aufarbeiten. Für mich wäre dein Mann gestorben.

        Ich wünsche dir alles Liebe

      • (5) 29.06.18 - 10:56

        Hallo,
        dein Mann hat Lust empfunden, während er dich erniedrigt, gedemütigt und verletzt hat. Er kam zum Orgasmus, während du große Schmerzen hattest. Und er hat nicht von dir abgelassen, obwohl er genau wusste, dass du das nicht wolltest und er dir damit richtig weh tut. Er hatte Freude daran, dich zu verletzen.
        Das ist so abartig, egoistisch und ekelhaft, dass ich dem Mann nie mehr vertrauen könnte! Sowas passiert nicht aus Versehen. Er wusste, dass du das nicht kannst und möchtest, doch ihm war es wichtiger, dass er es mal gemacht hat als wärst du seine Gummipuppe.
        Die Partnerschaft wäre für mich erledigt.

        (6) 29.06.18 - 11:00

        Meiner Freundin ist das passiert, mit ihrem damaligen Lebensgefährten. Er hat sich hundertmal entschuldigt, geweint, beteuert, dass er das nie wieder tut. Sie hatte sich zeitweise sogar von ihm getrennt. Nach Wochen war alles wieder gut, die Beziehung wurde wieder aufgenommen - und nach einiger Zeit hat er es nochmal getan. Da hat sie ihn dann angezeigt und nie wieder Kontakt zugelassen!

        Du solltest Dich in einer Beratungsstelle informieren, die sich mit Gewalt in Beziehungen auskennt. Denn es gibt hier nichts schönzureden, es war eine Vergewaltigung.

      • Du hast klar positioniert, du möchtest kein Anal. Er hat es trotzdem versucht. 1. GRENZÜBERSCHREITUNG! Darauf hin ist deine Lust flöten gegangen, woraufhin du der Situation den Rücken gekehrt hast. Er hat dich verfolgt, geschlagen und VERGEWALTIGT! Du hast geschrien, vor Schmerzen und Entsetzen und ihm war das SCHEIß EGAL! Vielleicht hat ihn das sogar besonders in Fahrt gebracht?!

        Danach VERHARMLOST er SEINE STRAFTAT, und macht das was für Vergewaltiger typisch ist. Du warst doch auch heiß. Mit anderen Worten, DU wolltest es nicht anders! Und so schlimm war es doch gar nicht? FÜR DICH SCHON!

        Ich weiß, die Liebe geht von so einem einmaligen Verhalten nicht sofort weg. ABER wenn du jetzt nichts tust, passiert es irgendwann wieder!!!!

        • (8) 29.06.18 - 11:31

          Ich möchte noch ergänzen, dass dein Körper und deine Psyche dir ja ganz klar zeigt, dass das alles andere als ok war!

          Du kannst keine Nähe zulassen, empfindest sogar Widerwillen und Verachtung! Zu Recht!

          Die Entschuldigung macht es doch jetzt nicht besser??

          Letzte Woche hat ein BMW Fahrer meinem auf dem Motorrad fahrendem Mann die Vorfahrt genommen und ihn von der Straße gedrängt. Gott sei dank ist nichts passiert. Der BMW Fahrer hat sich entschuldigt. Wäre meinem Mann etwas passiert, was hätte ich dann von der Entschuldigung? Im schlimmsten Fall einen Mann, den ich Beerdigen müsste!

          Entschuldigung für ein Fehlverhalten. Ok. Aber nicht ein ausgiebiges Ausleben seines Willens gegen deinen, unter Gewalt!

      Ich kann mich nur anschließen- das war eine Vergewaltigung! Zeig ihn an und Trenn dich! Du musst immer Angst haben, dass er es wieder tut, wenn er sich so wenig unter kontrolle hat! Du schreist vor Schmerz und er macht einfach weiter, fand das vielleicht sogar noch geil!

      (10) 29.06.18 - 11:52

      Vielen Dank für eure Antworten! Ich musste erst einmal stark schlucken bei diesen deutlichen Antworten hier. Mir ist es zwar vorher auch klar gewesen dass es nicht in Ordnung war und eine Grenzüberschreitung, aber dass es wirklich als echte Vergewaltigung mir um die Ohren gehauen wird. Das ist schon hart für mich. Denn ich liebe ihn wirklich und abgesehen von diesem Vorfall gibt es auch nichts Großes was in unserer Beziehung schief läuft oder wir immer streiten würden oder so etwas. Und er war immer ein sehr achtsamer Mensch beim Sex. Ich weiß nicht ob ich wirklich so drastisch sein kann und mich von jetzt auf gleich von ihm wegen diesem Ausrutscher trennen kann. Ich dachte schon dass man das zusammen überwinden kann. Doch jetzt bin ich noch versunsicherter als vorher.

      • (11) 29.06.18 - 12:10

        Das musst du entscheiden wie du das betrachten willst!

        Für mich wäre es mit das Schlimmste was mein Partner mir würde antun können. Gerade weil er bis zum Ende gerammelt hat!
        Wenn du es als nicht so schlimm betrachten willst, dann tu das. Aber hier kann dir niemand einen Rat geben wie du da rüber hinweg kommen kannst. Und wenn du es nicht kannst, wird über kurz oder lang diese Sache eh euer Ende bedeuten.

        Hallo!

        Ich weiß, wie es dir geht. Vor 20 Jahren war ich in einer ähnlichen Situation.

        Aber: eine Vergewaltigung in der Partnerschaft ist wirklich keine Kleinigkeit.

        Dein Partner wusste genau, dass du nicht willst. Er hat seine körperliche Überlegenheit ausgenutzt, um dich zu zwingen. Deine Schmerzen waren ihm egal, und es war ihm egal, dass er dich dabei verletzt hat, so sehr, dass du tagelang Schmerz hattest. Er hat nicht sofort aufgehört und sich sehr spät erst entschuldigt.

        Er sagt zwar, dass es ihm leid tut, aber dein Vertrauen ist weg. Und das ist auch richtig so, weil er schon einmal etwas gegen seinen Willen trotz schmerzen und Verletzungen erzwungen hat - seine Hemmschwelle es wieder zu tun ist damit auch deutlich geringer. Vor allem wenn er meint, dass du dann halt ein paar Tage sauer bist, dich dann aber ohne Konsequenzen wieder beruhigst.

        So ging es mir damals, die Hemmschwelle war weg. Ich habe viel zu lange gewartet, bis ich mich getrennt habe.

        Zieh erst Mal deutlichere Konsequenzen jetzt wo der erste Schock vorbei ist: werf ihn erst Mal aus der Wohnung. Er soll bei einem Kumpel auf dem Sofa schlafen.
        Ohne Anti-Aggressions-Training braucht er sicher gar nicht dran denken, wieder zurück zu kommen. Mach deutlich, dass diese Situation sehr ernst ist.

        Du musst dich nicht gleich entscheiden, aber erst Mal muss er gehen, damit du nachdenken kannst. Gut wäre therapeutische Hilfe für dich. Bitte nimm das ernst und gehe nicht einfach so zum Alltag über.

        • (13) 29.06.18 - 13:10

          Das kann ich mir schon eher vorstellen, dass ich ihn erst einmal raus werfe um wieder zu mir zu finden und nachzudenken. Denn gleich eine komplette Trennung, das schaffe ich nicht. Aber er soll schon deutlich merken was er mir angetan hat und wie schlecht es mir geht. Das wäre eine gute Lösung.

      Also, ich bin auch etwas erschrocken über die Antworten. Sofort zur Trennung zu raten und von Vergewaltigung zu sprechen halte ich für sehr übertrieben.

      Natürlich war das Verhalten Deines Mannes überhaupt nicht in Ordnung. Ich kann mir auch keinen Analsex vorstellen und wäre sehr, sehr enttäuscht von meinem Mann, wenn er es gegen meinen Willen tun würde.

      Aber es war Deinem Mann vielleicht in dem Moment nicht klar, was er Dir damit antut. Du schreibst selbst, dass er ansonsten ein guter und nicht egoistischer Sexpartner ist. Keiner hier kennt ihn, nur Du kannst das einschätzen. Jeder macht mal Fehler, egal in welchen Bereichen. Nur Du weißt, ob Du ihm verzeihen kannst. Aber ich denke, dass man auch so etwas zusammen überwinden kann.

      Lass Dich nicht allzu sehr verunsichern von den Antworten. Es hilft ja oft auch, einfach zu schreiben. Und wenn Du mit der Zeit das Gefühl haben wirst, ihm verzeihen zu können, dann wird es der richtige Weg sein.

      Alles Gute!

      • "Aber es war Deinem Mann vielleicht in dem Moment nicht klar, was er Dir damit antut."

        Das ist umso mehr ein Grund, sofort möglichst viel Abstand zwischen sich und den Täter zu bringen. Dass er sonst ganz nett ist, ist kein Freifahrtschein!

        Du verharmlost außerdem eine Straftat, die eigentlich angezeigt gehört. Ist Dir das bewusst?

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