Mit Ehemann wohnen, Partnerschaft am Ende...

    • (1) 01.07.18 - 20:26
      heutelieberohne75

      Hallo!
      Wollte hier mal in die Runde fragen, ob es Paare gibt, die noch erfolgreich und harmonisch als Familie zusammenwohnen und leben, obwohl als Paar schon lange nichts mehr läuft (Unternehmungen, Sex, etc..)
      Und wenn das so sein sollte, wie Ihr diesen Weg dorthin umgesetzt habt und warum.
      Vielen Dank schon mal für die Antworten.

      • Hallo!

        Meine Eltern haben das versucht - und meine Kindheit und Jugend damit kaputt gemacht.

        Das geht nicht gut. Man kann nicht von Ehepaar auf WG umschalten, und schon gar nicht als "Freunde" harmonisch zurecht kommen. Das ergibt immer eine komische Stimmung, und spätestens, wenn einer sich anderweitig verliebt, wird es echt unangenehm.

        Gerade Kinder leiden darunter, wenn sie merken, dass ein Elternteil leidet, weil der andere eine Verabredung hat.

        Meine Eltern hatten sich erst ewig schon nichts mehr zu sagen, bis meine Mutter sich dann "offiziell" getrennt hat und sie die Wohnungen im Zweifamilienhaus getrennt haben. Danach waren sie weiter unter einem Dach aber jeder in seiner Wohnung und es war nicht wesentlich besser. Es waren einfach keine getrennten Verhältnisse, mein Vater wusste immer, wenn meine Mutter nicht daheim war, meine Mutter hat dagegen gemeckert, wenn er nicht rechtzeitig den Rasen gemäht hat. Von harmonischem Leben war das sehr weit weg und auch nicht so viel besser als das ungemütliche Anschweigen vorher.

        Auch wenn ich da schon 16-18 war, ich war heilfroh, als ich da draußen war. Auch danach war Weihnachten eine Zumutung.

        Sorry, aber klare Verhältnisse sind für alle besser.

        • (3) 01.07.18 - 20:48
          heutelieberohne75

          Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!!! Das hört sich ja schrecklich an!! Wie ist heute Dein Verhältnis zu den Eltern?

          • Mein Vater ist vor vier Jahren gestorben. Mein Verhältnis zu meiner Mutter ist okay aber nicht innig. Wir wohnen ca. 25 km voneinander weg und sehen uns ca 3-4 Mal im Jahr. Telefonieren vielleicht alle zwei Wochen.

            Es war halt alles andere als schön für meine Brüder und mich, entsprechend haben wir alle so eine eher distanzierte Beziehung. Sie hat es nicht böse gemeint und wollte eben unbedingt als intakte Familie Durchhalten, bis ich sie mit 16 ganz offen gefragt habe, warum sie sich nicht endlich trennt.
            Als ich in der Grundschule die ersten Freundinnen mit getrennten Eltern hatte, habe ich sie beneidet. Einfach weil da weder Streit noch Schweigen war, sondern da auch gelacht würde.

            Man kann es auch gut meinen und trotzdem schlecht machen. Kinder spüren eben, was nicht stimmt.

      Ich kenne zwei derartige Fälle. Bei einer Familie ist es allerdings so, dass Mann und Frau Haus an Haus, nicht unter einem Dach leben.

      Ich frage mich nur, was passiert, wenn ein neuer Partner ins Spiel kommt? Dann wird sich einiges ändern.

      Sonst kann so etwas bestimmt gut funktionieren. Bzw. Ist es ja Realität in vielen Beziehungen. Schön ist es jedoch, wenn es so auch offen kommuniziert wird.

      Welche Bedenken hast du? Würdet ihr zusammen essen , einkaufen etc?
      Wie sind die räumlichen Gegebenheiten?

      • (6) 01.07.18 - 20:59
        heutelieberohne75

        Vielen Dank für deine Antwort!
        Kurz zur Erklärung! Mein Mann ist wahrscheinlich der beste Mensch der Welt...total lieb, sehr attraktiv Verantwortungsbewusst, der beste Papa den es gibt. Das Problem, er hat keinerlei Interesse an Sex. Es war noch nie besonders viel, sehr Phantasielos, meistens musste ich beginnen. Jetzt seit einigen Jahren gar nichts mehr. Wir sind seit 21 Jahren ein Paar. Jahrelang dachte ich, es liegt an mir. Nicht schön genug, etc....das ist aber nicht der Grund. Nach vielen Gesprächen weiss ich, er braucht es nicht. Weder mit mir, mit sich selbst, oder gar mit anderen. Es ist zum Verzweifeln. Ich hab wirklich lange gekämpft, so viel versucht, ihn verführt, etc...nichts.

        Irgendwann ist dann auch mein Begehren verschwunden. Und auch meine Liebe. Zumindest die, die man für seinen Mann empfindet. Ich liebe ihn, aber mehr wie einen besten Freund.
        Ich bin Anfang 40, so will ich nicht weiterleben.

        ABER ich will meiner Tochter auch das Familienleben nicht nehmen. Da kann man mir sagen, was man will, irgendwelche Wechselmodelle und sind sie noch so gut, ersetzen nie eine intakte Familie.

        Das finanzielle ist auch ein Grund, das gebe ich ganz offen zu. Wir beide, auch mein Mann hätten durch eine räumliche Trennung immense Nachteile, was sich dann auch wieder auf unser Kind auswirken würde.

        • Hi,
          welches Modell ihr auch immer nach einer Trennung leben würdet, in eurem Fall wird ja keine intakte Familie ersetzt. Ein Elternpaar, bei dem sich zumindest ein Teil entliebt hat und das auch nicht mehr wirklich wie ein Ehepaar lebt, bringt doch ein intaktes Gefüge ordentlich ins Wanken. Spätestens wenn dann noch ein Dritter ins Spiel kommt, wird das schwierig.
          Klare Verhältnisse für alle, sind wahrscheinlich doch der bessere Weg, auch wenn das finanzielle Entbehrungen mit sich bringen mag.

          vlg Tina

          War dein Mann denn beim Arzt? Ist er vielleicht Diabetiker? Das hemmt die Lust total. Oder Probleme an der Prostata? Ich würde erstmal alles ausschließen und wenn nichts hilft, einen sauberen Cut machen und nicht geheucheltes Familienglück vorgaukeln. Kinder sind nicht doof.

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