ADS bei meinem Partner, wie weise ich ihn darauf hin?

    • (1) 04.07.18 - 01:05

      Hallo!
      Ich habe schon länger bemerkt dass mein Freund vermutlich an ADHS leidet. Er macht mich manchmal verrückt mit seiner Vergesslichkeit, Unordnung, Schusseligkeit und das er alles anfängt aber nichts zu Ende bringt. Ich habe das nun schon alles akzeptiert und versuche ruhig zu bleiben. Allerdings hat er ein ganz großes Problem: er rastet sehr schnell aus bei den kleinsten Disskussionen und Missverständnissen. Er lässt mich nicht aussprechen, schreit mich an und verlässt danach den Raum und gibt mir keinerlei Chance etwas dazu zu sagen. Dabei wird er oftmals auch sehr persönlich und beleidigt mich. Ich versuche ich oft zu beruhigen und dabei ist es jetzt schon oft vorgekommen dass er mir dabei körperlich verletzt hat ( Ich wurde vom Sofa gestoßen, beim festhalten an den Handgelenken verletzt, wenn er an mir vorbei will drückt er mich weg indem er mir in den Bauch drückt) Wenn ich ihn darauf aufmerksam mache das er mir weh tut, sagt er das ich selber Schuld bin, da ich ihn ja nicht in Ruhe lasse. Ich bin nervlich am Ende und weis nicht mehr weiter. Er ist der liebste, netteste und hilfsbereiteste Mensch den ich kenne wenn alles so läuft wie er sich das vorstellt. Aber wenn er sich nicht genug beachtet fühlt oder etwas missversteht oder kritisiert wird rastet er aus und droht mir ständig damit Schluss zu machen. Ich habe noch nie eine Entschuldigung bekommen außer da wo er mich vom Sofa gestoßen hat, da ich tagelang nicht selbstständig aufstehen konnte ohne Schmerzen. Er hat mir mal erzählt dass er es als Kind mal ADHS hatte. Wie kann ich das Thema ansprechen ohne das er ausflippt? Hat jemand schonmal die gleichen Erfahrungen gemacht? Ich wäre für jede Hilfe dankbar.

      • Selbst wenn er mal AD(H)S hatte (das hatte man nicht, das hat man, sowas geht nicht weg, man kann nur lernen damit zu leben), gibt ihm das kein Recht ein asoziales Ars...... zu sein.

        Er verfügt weder über Frustrationstoleranz, noch über Kinderstube, Einsicht über sein Fehlverhalten oder ein erwachsenes Verhalten.

        Der Rat wäre: trenn dich und überdenke dein künftiges Beuteschema. Den Rat wirst du garantiert nicht annehmen. Deshalb mein Ersatz-Rat: werde unter keinen Umständen schwanger. Du bist erwachsen, deine Entscheidung wie du dir dein Leben versaust und mit wem. Aber zieh kein Kind in die Nummer rein!

        (3) 04.07.18 - 06:23

        Ich glaube nicht, dass das irgendwas mit ADHS zu tun hat. Mag ja sein, dass er vielleicht davon betroffen ist aber Menschen mit ADHS sind Gewalttäter.

        Dich körperlich anzugreifen hat nichts mit ADHS zu tun. Dein Freund respektiert dich nicht und hat hoffensichtlich kein Interesse das zu ändern.

        Ich an deiner Stelle würde zu sehen, dass ich Land gewinne.

        "Wie kann ich das Thema ansprechen ohne das er ausflippt?"

        Ihm sagen, dass Du Dich umgehend trennst, wenn er Dich dafür wieder angeht oder misshandelt. Dann druck ihm ein Infoblatt über ADHS für Erwachsene aus und streich vorher die Dinge an, die Dir an ihm auffallen. Das kann er dann ja auch in Ruhe lesen.

        "Hat jemand schonmal die gleichen Erfahrungen gemacht?"

        Meine Freundin hat ADHS, ist diagnostiziert, wird therapiert und sie nimmt Medikinet. Ihr geht es sehr viel besser. Aber sie hat meines Wissens nach nie jemanden im Streit vermöbelt, nur weil ihr dessen Meinung nicht gepasst hat. Das ist mangelnde Impulskontrolle, zudem schiebt er die Schuld dafür Dir in die Schuhe.

        Das ist nichts Anderes, als eine gewalttätige Beziehung. Es kann sein, dass sich Dein Partner ändern kann, aber er muss das umgehend wollen und eine Therapie machen. Lehnt er das ab kannst Du nichts mehr tun, ausser fliehen.

      • Hallo aus Erfahrung sage ich dir ADHS wird immer da sein und nicht heilbar als erwachsener kann man oft besser damit umgehen.

        So ein verhalten hat für mich aber wenig mit ADHS zutun und letzt endlich hilft ihm nur ne theraphie

        Wenn er als Kind diese Diagnose bekommen hat, hat er sie ja immer noch. Das bleibt ein Leben lang bestehen.
        Mein Mann hat auch ADHS, aber mir gegenüber ist er nicht unverhalten, beleidigend oder handgreiflich. Das hat etwas mit Respekt zu tun.

      • Mein Bruder hat (auch) adhs. Das ist eigentlich gar keine Krankheit, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wenn man es nxiht „behandelt“ (die Kinder brauchen einfsch aufmerksamkeit) es sich so einlebt und man es später kaum aus dem Menschen raus bekommt. Meine Eltern haben es bei meinem Bruder verpasst und er ist extremst(wirklich ganz extremst) aggressiv gegen alles und jeden. Schlägt, droht, attakiert usw.. da reicht es schon, wenn man nur mal sagt man ist nicht der selben Meinung wir er. Das einzige was UNS (meiner keinen Familie) geholfen hat, Kontakt abbrechen. Er sagt zwar zu allem und jedem weil wir scheisse sind und ihm nicht akzeptieren würde das so sein (ich hab ihn, neben meinen Eltern, mehrmals aus der scheisse geboxt, Geld geliehen usw.) aber das sehen die nicht. Die sehen nur sich und sich als Opfer. Wie gesagt bin ich der festen Überzeugung dagegen hätte man angehen können indem man sich viel Zeit für den Menschen nimmt.
        Bei uns ist das Thema quasi abgelaufen. Meine Eltern akzeptieren das er so ist und lassen sich noch völlig unterbuttern, angreifen usw... aber eigentlich müsste er selbst auf die Idee kommen was ändern zu wollen. Freundin oder freunde hat er nicht. Wenn er was ändern will, muss er zur Psychologin. Würde ihm geraten als er sich geritzt hat, als seine ex das Theater nicht mehr mit gemacht hat und er im KH landete.
        Ich kann dir nur empfehlen, lass es nicht mit dir machen! Umso öfter du dir das gefallen lässt umso geringer wird die hemmschwelle für ihn. Wenn er das hat, sollte er mal mit einer fremden / neutralen Person über seine Probleme reden. Eventl hilft es.

        • "Das ist eigentlich gar keine Krankheit"

          Es ist sogar nachweislich eine Krankheit, gehört offiziell zu den emotionalen und Verhaltensstörungen und ist klassifiziert nach ICD-10. Und man behandelt das bestimmt nicht einfach dadurch, dass man dem Erkrankten Aufmerksamkeit schenkt. Das hat gar nichts damit zu tun.

          • Danke für die Info. Warum so unfreundlich?
            Wir kennen das nunmal anders und auch unser (Kinder)Arzt hat es so gesagt. Wir sind selber am überlegen ob unser großer das hat und im Gespräch. Bei uns hieß es, adhs ist keine Krankheit und man muss besagen Personen auch mehr Aufmerksamkeit schenken. Eben fördern... sie nicht als dumm stehen lassen... diese Menschen brauchen Aufmerksamkeit / förderung. Sagt unser Arzt jedenfalls und da gab es auch nie ein Gespräch über Tabletten die wir geben müssten, wenn es so wär

          (11) 04.07.18 - 21:37

          Ja es ist noch eine Krankheit.

          Aber selbst der "Entdecker" sagte auf dem Sterbebett, dass er einfach einigen Symptomen anderer Erkrankungen einen Namen geben wollte.

          • Ja, weiss ich doch. ;-) Nur die Ursache sieht man immer noch in der Vermutung, dass ein Dopaminmangel im Gehirn vorliegt. Und das ist ja definitiv eine medizinische Ursache. Und es gibt inzwischen auch Forscher, die wollen an Augenmessungen feststellen, wie schwer und ob überhaupt jemand erkrankt ist.

            Das wichtigste Argument ist für mich aber die Vererbung. Nach wie vor. Denn Erwachsene mit Tendenzen oder diagnostiziertem ADHS haben häufig Kinder, die ebenfalls betroffen sind. Das lässt sich halt nicht leugnen. Und das macht für mich eben die Überzeugung aus, dass hier tatsächlich ein mehr oder minder schwer auftretendes Krankheitsbild vorliegt.

            • (13) 04.07.18 - 21:57

              Ja da geb ich dir recht. Und manchen hilft ja auch das Amphetamin.

              Aber eben nicht allen mit der selben Symptomatik.

              Und dann ist es schade, wenn es dann heißt "austherapiertes ADHS" nur weil Eltern und Ärzte dann nicht weiter psychiatrisch forschen wollen.

              Dann ist das Kind gezeichnet für sein Leben.
              Dabei hat es vielleicht eine Bipolare Störung etc.

              Verstehst was ich meine 🤗

              • Ja und ich stimme total zu. Ich bin generell immer dafür, erst einmal alternative Methoden zu versuchen bzw. fände ich es toll, wenn Eltern als ersten Schritt eine spezialisierte Erziehungshilfe an die Seite gestellt würde. Jemand, der sich den Alltag professionell ansieht und Tipps gibt und erst dann Medikamente verabreicht werden würden.

                Aber, wie heisst es so schön, von was träume ich nachts. ;-)

                • (15) 04.07.18 - 22:17

                  Ja träumen darf man noch.

                  Ich habe halt 6 Jahre nach meiner Ausbildung auf einer geschlossenen Männer Station gearbeitet. Da sind einige Exemplare bei, die als Kind schon vernünftige Behandlung gebraucht hätten und dann vllt nicht bei mir gelandet wären in der Vollfixierung

Top Diskussionen anzeigen