Update 2 "Schlimme Vorwürfe"

    • (1) 04.07.18 - 22:09
      Ichkannnichtmehr

      Nachdem ihr mir nach meinem letzten Beitrag wieder so gut zugeredet habt, dachte ich, ich lass euch mal wissen, wie die ganze Sache weiter verlaufen ist...
      Die Sozialpädagogin, die die Beistandschaft für meine Tochter übernommen hat, war ja zu einem Einzelgespräch bei uns zuhause, nachdem sie einen Tag vorher die Interaktion zwischen meiner Tochter und ihrem Vater beobachtet hat. Zu Beginn hatte ich den Eindruck, dass sie ein sehr schlechtes Bild von mir hatte, auf Grund der Schilderungen meines Exmannes. Dieses hat sich aber im Laufe des Gesprächs zunehmend relativiert und sie sagte mir ganz offen, sie habe den Eindruck, dass mein Ex durchaus versucht hat, sie durch subtile Andeutungen auf seine Seite zu ziehen und mich in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken.
      Meine Tochter hat in einem "Gespräch" mit ihr, nach eindeutigen Fragen zwar gesagt, dass ich sie hauen würde, allerdings hätte sie das lachend geschildert und dabei völlig unbelastet gewirkt, sodass die Aussage für die Pädagogin völlig nichtssagend sei und es für sie genau so wahrscheinlich ist, dass der Vater sie zu dieser Aussage aufgefordert, bzw diese mit ihr eingeübt hat.
      Eine Woche später war dann die Gerichtsverhandlung, in der über das Wechselmodell und eine Urlaubsreise meiner Tochter mit ihrem Vater verhandelt wurde. Beide Anträge hat das Gericht, auf Anraten der beteiligten Pädagogen abgelehnt. Eigentlich ist also alles sehr gut für mich gelaufen.
      Allerdings hatte meine Tochter am Wochenende regulär Umgang mit ihrem Vater. Bei der Übergabe am Sonntag Mittag dann ist dieser aber völlig ausgeflippt und hat sowohl mich, als auch die Kleine auf offener Straße massiv angeschrieen und F wieder sehr schlimme Dinge gesagt, die die kleine nicht verarbeiten kann (bspw "deine Mama hat dich nicht lieb"). Daraufhin habe ich meinen Anwalt und die Verfahrenspflegerin über die Vorfälle informiert und beide haben übereinstimmend gesagt, dass unter diesen Umständen der Umgang sofort eingestellt werden muss und vorerst, wenn überhaupt nur noch begleitete Umgänge stattfinden können.
      Mein Exmann streitet natürlich alles ab, obwohl ich Zeugen habe.
      Jetzt graut es mir vor morgen, denn dann würde der nächste reguläre Umgang stattfinden. Ich weiß nicht, wie er reagieren wird, wenn er merkt, dass der Umgang wirklich nicht stattfinden wird. Er hat mir geschrieben, er wird F dennoch wie gewohnt abholen...
      Ich habe in der Ehe mit ihm durchaus sowohl körperliche als auch seelische Gewalt erlebt und habe nun ehrlich gesagt Angst davor, dass er morgen vor unserer Tür steht. Andererseits schätze ich ihn aber zu intelligent ein, als dass er eine weitere Eskalation herbeiführen wird...
      Verzweifelte Grüße...

      • "Jetzt graut es mir vor morgen, denn dann würde der nächste reguläre Umgang stattfinden. Ich weiß nicht, wie er reagieren wird, wenn er merkt, dass der Umgang wirklich nicht stattfinden wird. Er hat mir geschrieben, er wird F dennoch wie gewohnt abholen..."

        Ganz ruhig.

        1. Informiere die Polizei, lass Dir die direkte Durchwahl zu einem Polizisten geben, der Deinen Anruf im Ernstfall entgegen nimmt. Falls Dein Ex vor der Tür steht und Gewalt androht. Die können echt schnell vor Ort sein! Du solltest ein Hausverbot aussprechen, so dass Dein Ex sich Deinem Haus/Deiner Wohnung nicht mehr nähern darf. Das erklärt Dir, wie gesagt, die Polizei.
        2. Sei nicht daheim mit dem Kind, rechtzeitig vor dem Zeitpunkt, wenn Dein Ex sie abholen will. Bist Du nicht da, kann er Dich nicht angehen. Nr. 1 ist für den Fall, dass er vor der Tür oder woanders lauert. Es gibt Dir Rückendeckung.
        3. Du brauchst ein soziales Hilfsnetzwerk! Wer kann Dich morgen begleiten, vor wem hat Dein Ex Respekt, wer kann Dir als Zeuge dienen?
        4. Stärke Dich, schütze Dich, hab keine Angst und wenn Du sie hast, dann zeig sie nicht.

        Du schaffst das.

        (Übrigens hab ich keine Ahnung, auf welchen Thread Du Dich beziehst.. hoffe, das macht nichts.)

          • Ach, der Typ ist das. In dem Fall würde ich zusätzlich noch die Verfahrenspflegerin bitten, ihm den eingestellten Umgang noch einmal telefonisch mitzuteilen und auch die Konsequenzen, die sich ergeben könnten, wenn er Dich belästigt. Das Problem ist nämlich, Du kannst nicht einfach den Umgang aussetzen, außer das steht so im Gerichtsurteil.
            Dazu wie gesagt das Hausverbot, lass Dir das genau von der Polizei erläutern (wie man das ausspricht, ab welcher Grenze das gilt etc.) und dann sollte doch vorerst Ruhe sein.

            War beim letzten Vorfall auf der Straße denn bei der Übergabe ein Zeuge dabei oder waren die Nachbarn die Zeugen, die sein Geplärre gehört haben?

            • (6) 05.07.18 - 07:32
              Ichkannnichtmehr

              Die Verfahrenspflegerin hat ihn gestern telefonisch informiert. Er hat in dem Gespräch mit ihr alle Vorwürfe als Lüge abgetan und sagt ich würde mir das ausdenken, weil ich den Kontakt zwischen ihm und F verhindern möchte. Meine Mutter war Zeugin bei dem Vorfall am Sonntag. Es waren auch einige Passanten in der Nähe, aber ich war einfach zu aufgebracht, um diese anzusprechen...
              Gleich kommt ein guter Freund von mir vorbei und wird den Tag mit uns verbringen. Die Polizei rufe ich dennoch gleich an.
              Vielen Dank nochmal für deine Tipps.

      Hallo,

      ich schließe mich Witch an, die Vorschläge sind super!

      Ich habe ähnliches mit meinem Ex durch. Inzwischen hat er ein seit einem Jahr laufendes gerichtliches Annährungsverbot an die Kinder und mich- wir sind noch mindestens ein weiteres Jahr geschützt.

      Es ist wichtig, dass Du Dich klar abgrenzt, alles "öffentlich" machst (im Sinne von immer Polizei, Verfahrensbeistand, Jugendamt etc informieren) und Dir Schutz suchst, damit Du Dich sicher fühlen kannst.

      Ich kann mitfühlen, wie schwer und angstüberschattet die Situation gerade für Dich ist. Wenn Du magst, schreib mich gerne privat an - vielleicht kann ich Dir aus eigener Erfahrung bei weiteren Schritten helfen.

      Liebe Grüße und viel Kraft,
      Tina

      <<<Daraufhin habe ich meinen Anwalt und die Verfahrenspflegerin über die Vorfälle informiert und beide haben übereinstimmend gesagt, dass unter diesen Umständen der Umgang sofort eingestellt werden muss und vorerst, wenn überhaupt nur noch begleitete Umgänge stattfinden können. >>>

      Ist es denn schon richtig festgelegt oder muss es noch beantragt bzw. bestätigt werden. Ich würde mir vom JA jemanden holen und dann sehen, wie er reagiert. Sollte er sie wirklich abholen wollen. Notfalls dann auch die Polizei einschalten.

      Man, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich für den King in allen Lebenslagen halten. Ich wünsche euch beiden viel Glück und auch Ruhe, dass das mal ein Ende hat.

      LG

      • (10) 05.07.18 - 07:38
        Ichkannnichtmehr

        Dankeschön
        Nein, es ist noch nicht gerichtlich festgelegt.
        Die Verfahrenspflegerin wird aber eine Eingabe bei Gericht machen und versuchen eine einstweilige Anordnung zu erwirken.

        (11) 05.07.18 - 07:51

        "Ich würde mir vom JA jemanden holen und dann sehen, wie er reagiert."

        Das klappt doch so kurzfristig nicht, die Mitarbeiter beim JA haben doch heute schon ihre Termine. Und kommen nicht spontan bei jemandem vorbei, um darauf zu lauern, ob der gewalttätige Ex eine Szene macht. ;-)

        Wenn, dann wäre sowieso die Verfahrenspflegerin die beste Zeugin, da sie dann auch den Antrag auf begleiteten Umgang stellen müsste. Und auch die wird nicht sagen, sie setzt sich da jetzt mal auf Verdacht hin und wartet. Bringt ja auch nix, der Umgang ist offiziell ausgesetzt und die TE kann sich mit Kind einen schönen Tag machen.

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