Heiraten - warum habt ihr es getan oder nicht?

    • (1) 13.07.18 - 14:45

      Hallo liebe Forengemeinde ­čśŐ

      Ich habe mir gerade eine Dokumentation dar├╝ber angeguckt und dachte mir ich stelle mal die Frage hier in den Raum:
      Wenn ihr geheiratet habt, was hat euch zu dieser Entscheidung bewogen?
      Wenn ihr bewusst NICHT geheiratet habt, was hat euch zu dieser Entscheidung bewogen?
      Und wenn ihr zur├╝ck blickt auf eure Entscheidung, w├╝rdet ihr es wieder so machen oder anders entscheiden?
      Da finde ich es ├╝brigens nicht wichtig wie lange die Entscheidung zur├╝ckliegt ­čśë



      Ich kann auch direkt von mir sprechen:
      Ich habe meinen Mann nach 2 Jahren Beziehung geheiratet und habe und w├╝rde es jederzeit wieder tun.
      Das mag zwar erst 3 Jahre her sein, aber ich bin nach wie vor sehr verliebt in meinen Mann ÔŁĄ

      Daf├╝r entschieden habe ich mich, weil mir dieses Versprechen 'f├╝r immer' sehr wichtig war. Und ich finde es sehr sch├Ân dieses Versprechen mit einem besonderen Tag und Freunden und Familie zu feiern.
      Auch habe ich schon immer an die gro├če Liebe geglaubt und glaube auch heute noch sie in meinem Mann gefunden zu haben.
      F├╝r mich ist die Ehe eine rein emotionale Entscheidung und deswegen sind mir Statistiken zur Scheidungsrate auch nicht wichtig bei.
      F├╝r mich ist auch die Hochzeit ein Zeichen, dass man sich jeden Tag f├╝reinander entscheidet und alles versucht miteinander zu meistern.

      Jetzt bin ich aber gespannt auf eure Antworten ­čśŐ

      • Ich lebe seit 20 Jahren in einer gl├╝cklichen Beziehung. Ich war schon zu Beginn der Beziehung davon ├╝berzeugt, dass er der Mensch ist, mit dem ich mein leben verbringen m├Âchte. Wir sind nicht verheiratet. Mir war das nicht wichtig.

        Meiner Meinung nach spielt es f├╝r die Qualit├Ąt einer Beziehung keine Rolle, ob man verheiratet ist oder nicht. Wir haben uns f├╝reinander entschieden, eine Hochzeit w├Ąre f├╝r uns aber entgegen deiner Sichtweise eben gerade kein Zeichen daf├╝r, es sei denn, dass man darunter die Wirkung anderen gegen├╝ber versteht, die mir aber egal ist. Unsere Beziehung geht nur uns etwas an.

        Als unsch├Ân und abwertend empfinde ich den Gedanken, dass eine Ehe im Vergleich zur nichtehelichen Lebensgemeinschaft h├Âherwertig sein soll. Wohlgemerkt: das hast du gerade nicht geschrieben und das kommt in deinem Beitrag auch nicht zum Ausdruck. Ich habe es aber in den letzten Tagen im Forum wiederholt gelesen, daher war mir das wichtig.

        Dass mir die hochzeitstypischen Szenarien (Paar im Mittelpunkt, das ganze Ged├Ânse eben) unangenehm sind, hat keine Rolle gespielt, denn man kann ja auch in aller Stille heiraten.

        F├╝r dich war es eine emotionale Entscheidung, das kann ich gut verstehen. Du bist damit gl├╝cklich und das ist wunderbar. Wir sind es auch und aus meiner Sicht gibt es nichts, was man daran durch eine Hochzeit toppen k├Ânnte.

        Wir haben vor 6 Jahren geheiratet und w├╝rde
        Immer wieder heiraten.

        Es ist f├╝r uns ein offizielles Bekenntnis zueinander und der gemeinsame Name war uns beiden auch in Hinblick auf die Kinder sehr wichtig. Seitdem sind wir (f├╝r uns) eine richtige Familie. Ohne h├Ątte ich mir keine Kindern vorstellen k├Ânnen.

        Klar durch den Ring lieben wir uns nicht mehr oder weniger, aber es f├╝hlt sich richtig an und inniger...l├Ąsst sich schwer beschreiben ­čśé

        • So ├Ąhnlich geht es uns auch. Uns war das Bekenntnis zueinander vor Gott wichtig. Dadurch und irgendwie auch durch den gemeinsamen Namen f├╝hlen wir uns jetzt noch enger verbunden und das ist einfach wunderbar!

      Ich bereue es nicht
      Heiraten war von Anfang an angepeilt, wir durften auch aus religi├Âsen Gr├╝nden nicht unverm├Ąhlt eine Beziehung haben.
      Ich bin gerne verheiratet und das seit 18 Jahren.
      Es ist Liebe, Zusammenhalt, Treue.
      Ja ich wei├č, das geht auch ohne Papier, aber f├╝r mich hat die Ehe einen hohen Stellenwert.

    • Hallo.
      Ich bin seit 8 Jahren mit meinem Mann zusammen und seit 1 Jahr verheiratet.
      Mein Mann war schon verheiratet, wir lernten uns ein halbes Jahr nach seiner Trennung kennen,die Scheidung folgte dann aber erst 2014. War alles bisschen komplizierter, weil er au├čerdem eine Tochter und einen Stiefsohn hat. Aber letztendlich ist alles gut gegangen, beide Kinder leben bzw. lebten bei uns, der gro├če ist vor 2 Monaten in eine eigene Wohnung gezogen.
      Wir wussten, dass wir irgendwann heiraten wollen, vor allem nachdem wir durch die ganze Scheidungssache und so weiter umso mehr zusammengeschwei├čt wurden. Ich hatte meinem Mann aber nie Druck gemacht, weil ich wusste, dass er sich nach der Scheidung etwas Zeit mit einer neuen hochzeit lassen wollte.
      Was soll ich sagen, letztes Jahr erfuhren wir dann, dass wir ohne fremde Hilfe keine Kinder zusammen bekommen k├Ânnen. Das hie├č entweder heiraten oder alles selbst bezahlen. Ist zwar sehr unromantisch, aber wir entschieden uns dazu den Schritt zu wagen. Wir beantragten alles und machten einen Termin auf dem Standesamt aus. Zuvor fuhren wir in den Urlaub. Dort machte er mir an der ostsee dann noch einen richtigen Antrag, was dann doch sehr romantisch war.
      Wir heirateten dann im ganz ganz engen Kreis und gingen nur sch├Ân essen. Obwohl es eine Hauruck Aktion war, bereue ich es keinen Moment. Ich und mein Mann lieben uns noch wie am ersten Tag, wenn nicht sogar noch etwas mehr.

      Ich habe geheiratet, weil ich schwanger war und mein damaliger Freund bereit war, die Babybetreuung zu ├╝bernehmen - und wir so Krankenversicherung und gemeinsames Sorgerecht am einfachsten regeln konnten.

      Es hat ├╝berraschenderweise einen Unterschied gemacht - vor allem habe ich es als "Aufnahme" in die beiden Familien erlebt. Das hat sich gut angef├╝hlt. Wir haben uns nach 10 Jahren getrennt - damit war ich f├╝r mich "aus der Ehe" raus. Geschieden wurden wir dann offiziell erst 4 Jahre sp├Ąter - ein rein formaler Akt.

      Ich hatte dann lange einen Freund, der aus Prinzip nie Heiraten wollte - und den ich auch nicht geheiratet h├Ątte, wenn er es gewollt h├Ątte. Daf├╝r was diese Beziehung zu schwierig.

      Mein jetziger Freund ist bereits zweimal geschieden - er war einmal mit seiner Jugendliebe, viel sp├Ąter dann mit der Mutter seiner Kinder verheiratet. Ich kann mir nicht vorstellen, das er "noch mal" will, und w├╝sste auch nicht, wieso wir Heiraten sollten - wir haben keine Kinder zusammen (beide um die 50), wir wohnen nicht in einem Haushalt (arbeiten in verschiedenen St├Ądten), haben kein gemeinsames Eigentum (und haben weder den Wunsch danach noch die finanziellen M├Âglichkeiten daf├╝r).

      Mir mangelt es einfach ganz entschieden an Romantik - ich sehe die Ehe vor allem als vertragliches Regelwerk. Bei uns gibts weit und breit kein Grund f├╝r eine vertragliche Regelung von irgendwas. Alles Paletti wie es ist.

      Ich bin ehrlich und muss sagen mir geht es bei der Ehe eher darum der Gesellschaft einfacher mitzuteilen, was man als Paar eh schon wei├č n├Ąmlich, dass man miteinander alt werden will und ganz zueinander geh├Ârt. Das sind vermutlich oberfl├Ąchliche Gr├╝nde...

      Mir ist durchaus bewusst, dass eine Ehe kein Garant daf├╝r ist, dass man l├Ąnger zusammen bleibt oder sich nie mehr trennt. Auch sehe ich eine Ehe nicht als Ma├čstab f├╝r die Qualit├Ąt einer Beziehung. Aber es macht kommuniziert f├╝r mich pers├Ânlich automatisch einen festeren Zusammenhalt nach au├čen. Auch durch den gemeinsamen Nachnamen, aber auch, indem man einfach fallen lassen kann, dass man verheiratet ist bzw. Mann/Frau Zuhause hat und damit ist dann alles erkl├Ąrt.

      "Ich habe einen Freund/Freundin" oder "Wir sind zusammen" k├Ânnte alles von einer 2 Wochen Beziehung, bis hin zu 20 j├Ąhrigen stabilen Beziehung sein.

      F├╝r mich auch das Gef├╝hl davon, dass jedem klar ist, dass das meins ist und sie sich gar keine Hoffnungen machen brauchen. Und auf der anderen Seite, dass ich mein Herz bereits jemandem geschenkt habe. (Und ja mir nicht bewusst, dass sich manche Leute nicht mal davon abschrecken lassen ;-))

      • (10) 13.07.18 - 17:23

        Sehe ich ganz genau so :)

        Wirklich "fix" ist erst eine Ehe :)
        Bei lange unverheirateten Paaren denke ich mir immer, die warten noch auf was Besseres

        • Viele Ehen werden auch fix geschieden. Wie w├╝rde es dir gefallen, wenn man dir unterstellen w├╝rde, dass du geheiratet hast, weil wohl nichts Besseres kommt, Hauptsache "fix".

          Mich ├Ąrgern solche Vorurteile, die wenig Toleranz f├╝r andere Lebensentw├╝rfe zeigen.

          Schublade auf - Denke rein - Schublade zu :-)

          Nat├╝rlich kann ich Dir Deine Meinung nicht abreden, ich finde sie aber etwas unfair. Denn was ich immer wieder sehe ist, dass die wilden Ehen alle irgendwie viel stabiler sind als Ehen. Ich kann Dir nicht sagen, warum das so ist. Ich hab eine Theorie, dass man als unverheiratetes Paar sich vielleicht noch etwas mehr M├╝he gibt, die man in einer Ehe nicht mehr gibt aber beweisen kann ich das auch nicht.

          Ich lebe seit 12 Jahren in einer sehr gl├╝cklichen, sehr harmonischen Beziehung und wir haben zwei gemeinsame T├Âchter. Sogar ein gemeinsames Unternehmen f├╝hren wir. Und das alles schockierenderweise ohne Trauschein und es f├╝hlt sich so richtig an. Wir sind Ende 30 und Anfang 40. Wir finden wohl nichts "Besseres" mehr als uns ;-) Vielleicht heiraten wir doch noch mal irgendwann. Vielleicht auch nicht. Denn auch ohne Trauschein wei├č ich, dass die Kinder und ich von meinem Partner bzw. dem Papa mehr als alles andere auf der Welt geliebt werden.

          Ich k├Ânnte im Gegenzug der Meinung sein, wer unbedingt heiraten will, will sich nur versorgen lassen. Bin ich aber nicht. Ich denke, dass die, die heiraten wollen, es auch tun sollten ohne sich von wem f├╝r verurteilen zu lassen. Daf├╝r darf ich aber auch erwarten, dass die, die jahrelang eine stabile, sch├Âne Beziehung f├╝hren, sich nicht vorwerfen lassen sollten, dass sie nur auf was "Besseres" warten :-)

          • (13) 16.07.18 - 10:40

            Witwenrente, Freigrenzen beim Erben, Besuchsrechte im Krankenhaus, Sorgerecht, etc.

            Vieles davon kann man auch (teuer) notariell regeln, Dinge die im Todesfall schlagend werden, nicht. Wenn man also plant, das Leben miteinander zu verbringen (und Kinder miteinander hat), ist eine Ehe das rechtliche Rundum-Sorglos-Paket. Da braucht es mMn eher valide Gr├╝nde, die GEGEN eine Ehe sprechen um nicht zu heiraten.

            • Ehrlich, was bekommt man heute noch an Witwenrente? Das ist ein Witz!! Das ist wirklich wenig, was man da als Witwe noch bekommt. Da seh ich keinen Vorteil, weil ich auf mich selbst aufpassen kann und meinen Partner habe weil ich ihn liebe und nicht, weil ich einen Versorger brauche. Besuchsrechte im Krankenhaus haben auch Partner, bzw. in unserem Fall geben wir uns als Verlobte aus (was wir ja eigentlich irgendwie auch sind). So kam es, dass mein Partner mich nach meiner Not-OP noch sp├Ąt abends besuchen kommen durfte. Die Einzige, die wir noch fragen mussten, war meine Bettnachbarin, ob es f├╝r sie okay ist, wenn mein Partner f├╝r f├╝nf Minuten rein kommt. Obwohl er nicht mit mir verheiratet ist. Also auch gekl├Ąrt, ganz ohne Notar. Sorgerecht haben wir noch vor den Geburten der Kinder gemeinsam mit der Vaterschaftsanerkennung geregelt. Beim Jugendamt kostete uns das keinen Cent. Und wenn einer von uns stirbt, bekommen grunds├Ątzlich die Kinder das Erbe, das haben wir im Vorfeld bereits geregelt. Wir schlie├čen uns gegenseitig und unsere Familien vom Erbe aus! Wozu soll ich da noch heiraten? Ich sehe nach wie vor keinen Grund daf├╝r #gruebel

    Guten Abend,
    vielleicht ist es meiner juristischen Ausbildung und hunderten Scheidungsf├Ąllen geschuldet... Aber f├╝r mich hatte unsere Hochzeit nicht diesen besonderen romantischen Stellenwert. Wir hatten zum Zeitpunkt der Hochzeit bereits zwei kleine Kinder und wir fanden es dann aus finanziellen Gr├╝nden besser.
    Man ist einfach abgesicherter. Wie ich in einem anderen Thread schon mal geschrieben habe: wenn ein Partner versterben sollte, bekommt man wenigstens zumindest ein paar hundert Euro Rente. Warum verschenken? Das ist wenn man Kinder hat und pl├Âtzlich allein ist eine verdammte Erleichterung! Und abgesehen davon hat es steuerliche Vorteile. Und eine Familienversicherung ist zumindest m├Âglich.
    Ich bin kein Typ, der tausende von Euro f├╝r eine Hochzeit ausgeben w├╝rde oder mit vielen Leuten feiern w├╝rde. Auch kirchlich war uns nicht wichtig.
    Und ich wei├č auch gar nicht, warum es Bitte so verp├Ânt ist, die Wahrheit zu sagen.
    Ja, ich finde es gut, dass ich wenigstens ein bisschen abgesichert bin, sollte mein Mann vor mir sterben. Das kann man ruhig offen so sagen, finde ich.

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