Frage an muslimische Frauen

    • (1) 17.07.18 - 14:56
      unwissendplanlos

      Ich habe eine Frage die mich schon länger beschäftigt. Und zwar habe ich das so verstanden dass muslimische Frauen Kopftuch tragen damit die Männer ihre Haare nicht sehen sollen, weil das zu aufreizend ist oder keine Ahnung, Männer eben auf "dumme Gedanken" bringt und sie sich deswegen die Haare verstecken. Nun ist mir aber aufgefallen, dass sehr viele dieser jungen Frauen mit Kopftuch sich total stark schminken. Also sehr auffälliges Augen Make Up, Lippenstift, so wie ich es nicht von deutschen Frauen kenne. Das erscheint mir aber unlogisch, da sie doch damit auch extrem die Aufmerksamkeit der Männer auf sich ziehen. Auch ziehen sie sich sehr figurbetont an. Klar, man sieht keine Haut, aber enge leggins, enger Pulli der alles erahnen lässt. Ich finde da macht es doch gar keinen Sinn ein Kopftuch zu tragen damit die Männer nicht gucken? Oder habe ich einen Denkfehler? Sollte eine nicht muslimische Frau ebenfalls etwas darüber wissen und beitragen können, dann bin ich natürlich auch über andere Antworten froh.

      • Das ist aber doch einfach Traditions- bzw. Ansichtssache WAS eben als aufreizend angesehen wird.

        Nimm doch mal die Himba-Frauen (Namibia), die - auch in Windhuk, also einer Großstadt - barbusig gehen. Die werden sich auch fragen, warum die weißen Frauen (oder auch schwarze aus anderen Stämmen) ihre Brust bedecken, sich aber gleichzeitig in sexy Röckchen zwängen oder die Nägel machen lassen oder, oder.

        • (3) 17.07.18 - 15:04
          unwissendplanlos

          Aber die wollen oder sollen doch nicht anderen Männern gefallen oder auffallen. Da würde ich doch eher vermuten, sie dürfen sich auch nicht schminken. Doch fast alle jungen Frauen die ich hier so sehe, sind sehr auffallend, aber für mich persönlich auch sehr hübsch geschminkt und da guckt man doch als Mann direkt länger hin. Was doch aber nicht gewünscht ist. Wenn sie schon ihre Haare und Körper verstecken wollen/müssen.

          • Wie kommst du denn drauf, dass eine muslimische Frau - noch dazu im Gegensatz zu einer christlichen - Männern nicht gefallen darf? Sie soll - übrigens genau wie eine christliche Person (m/w) - suggerieren, dass sie nicht "einfach mal so zu haben ist". Deshalb darf man doch trotzdem "schön sein" oder "gefallen".

            Ich bin einigermaßen gläubige Katholikin, zumindest so gläubig, dass mir die Ehe mit meinem Mann einigermaßen heilig ist und ich noch nie als reine Sexpartnerin zur Verfügung gestanden wäre. Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder und nicht gewillt, mit einem anderen Mann auch nur zu knutschen. Das geht für MICH persönlich gar nicht. Auch ein One-Night-Stand wäre für mich nie in Frage gekommen (auch nicht vor der Ehe). Ich denke, dass ich das auch genau so ausstrahle. Jeder Mann weiß nach kurzer Zeit, dass es hier nichts zu holen gibt. Gleichzeitig liebe ich es aber, mit Männern zu flirten. Ich ziehe mich gern hübsch an (ohne mich aufzutakeln, weil mir das nicht gefällt), aber mein Rock geht definitiv über meinen Hintern drüber und mein BH muss auch nicht für alle Welt zu sehen sein. Ich lasse Körperkontakt mit anderen Männern gerne zu, aber ich setze ganz, ganz deutlich meine Grenzen.

            Genauso stelle ich mir es bei muslimischen Frauen vor: Ich setze mit dem Kopftuch ein Zeichen, dass hier eine "anständige" Frau steht, die weiß, welche Körperteile in IHRER Kultur "zu bedecken" sind, also z.B. die Haare. Dass man nicht bedeckte Körperteile oder Körperteile unter der Bedeckung vorteilhaft in Szene setzt, ist Ausdruck davon, dass man es mit einer selbstbewussten Frau zu tun hat, die natürlich gefallen will.

            Dass es daneben natürlich genauso Damen mit lockerer Moralhandhabung gibt, die das Kopftuch als kokettes Accessoire missbrauchen und sich damit nur noch interessanter machen wollen, ist wohl unbestritten - gibt ja auch Nutten im Klosterschwesterkostüm. Und es gibt ja per se nichts was es nicht gibt, oder? Aber die allermeisten handhaben es wohl so, wie ich oben beschrieben habe.

      (5) 17.07.18 - 15:11

      Sie sollen die Tücher tief über sich ziehen damit sie erkannt und geschützt werden.
      Ergo, auch keine aufreizenden Kleidungsstücke.
      Erkannt heißt hier, sie sollen als Musliminnen erkannt werden und somit schon eine Barriere gebaut werden zwischen den nicht verwandten Geschlechtern.

      Ich bin selbst Muslimin und trage auch Makr Up und man sieht leicht meine Fronthaare, da ich einen bestimmten Schalstil mag, aber keine Untertücher oder Klammern mag.
      Ich trage modebewusste Kleidung, aber nicht sexy, zwar auch Leggins, da drüber aber längere Oberteile oder Kleider.
      An meinen Waden wird sich wohl kaum einer ergötzen.

      Durchsichtiges oder extrem figurbetontes mag ich nicht, aber ich trage schöne Kleidung und mag den "sack-Stil" nicht.

      Ich werde auch nicht belästigt, aber da ich eine gepflegte Person bin und mich schon schön kleide sehe ich, dass die Männer zumindest einen zweiten Blick auf mich werfen.
      Ergo, ich bin Teil dieser Welt, angepasst aber trotzdem in meinem Rahmen.

      Make up trage ich weil ich keine schöne Haut habe und ich mich defenitiv optisch aufwerten will, was ja der Sinn von Make up ist.
      Ich trug auch lange kein Make up oder dezent. Aber mit fühle ich mich per se besser und komme gut an.

      Es sollte immer mehrere Wege geben und bunt ist besser als nur schwarz oder weiß.

      • (6) 17.07.18 - 15:20

        Bei dir hört sich das ziemlich normal und gemäßigt an. Hier gibt es aber wirklich sehr extreme Frauen, die schon fast übertrieben geschminkte Augen oder Lippen haben. Und da gucken die Männer natürlich noch mehr. Und für mich ist somit der Sinn des Kopftuches dahin. So wie du es sagst, dass sie erkannt und geschützt werden. Ich meine ok, als Mann traut man sich sowieso an keine Frau mit Kopftuch ran, das stimmt schon. Aber das mit dem Schminken finde ich trotzdem sehr interessant. Vor allem, dass die Väter das bei ihren doch manchmal noch sehr jungen Töchtern zulassen, dass sie so stark geschminkt herum laufen.
        Aber wenn du schon bereit bist hier Auskunft zu geben, hätte ich noch eine Frage. Ich kenne eine Frau mit Kopftuch näher, wir unterhalten und ziemlich oft, aber ich habe doch ziemliche Berührungsängste wie bereits oben erwähnt. Sie ist aber schon sehr flirty drauf und ich würde sie gerne näher kennenlernen. Ich traue mich aber nicht sie zu fragen. Verrückt. Da ist das Kopftuch schon eine Barriere. Findest du ich sollte sie fragen ob wir mal Kaffee trinken gehen?

        • (7) 17.07.18 - 15:39

          Auf einen Kaffee einladen ist ja recht unverbindlich. Sie kann trotzdem ablehnen, auch wenn sie sonst sehr flirty wirkt, denn 1. fällt ihr dann u. Umständen auf; warum sie ein Tuch trägt und 2. dass sie gesehen werden kann und dann das Getratsche rumgeht.

          Ich bin trotz Tuch auch sehr nett und offen, aber auf einen Kaffee täte ich mich dennoch nicht einladen lassen, ok, bin kein Single mehr, aber trotzdem sollte das Stück Tuch schon erinnern, wer man ist.
          Eine Beziehung mit Dir dürfte sie auch nicht haben, es wäre immer etwas Verstecktes, Geheimes.

          Das wäre mir als Europäer zu schade!

          • (8) 17.07.18 - 16:30

            Wieso erinnern wer man ist? Kaffe trinken ist nun ja kein One night stand oder etwas verbotenes. Wir unterhalten uns auch so mal eine halbe Stunde, wo wäre da der Unterschied wenn man in ein Cafe geht?

            " aber trotzdem sollte das Stück Tuch schon erinnern, wer man ist."

            Sehr erschreckend deine Aussage. Erst, wenn das für den Kontakt mit anderen Menschen keine Rolle spielt, ob und wer ein Kopftuch trägt oder nicht, dann ist die religiöse Tradition in unsere Gesellschaft integriert.

            So zeigt deine Aussage, dass der Islam beziehungsweise die Traditionen, die vielfach damit verbunden sind, ein Integrationshemmnis darstellen.

            Wer ist man denn mit Kopftuch? Ist man anders als Frauen ohne Kopftuch? Oder als nette Männer, die Interesse haben?

            "Eine Beziehung mit Dir dürfte sie auch nicht haben, es wäre immer etwas Verstecktes, Geheimes."

            Sehr schade!

        Da siehst du mal, ja das Kopftuch ist eine Barriere. Ziel erreicht. Flirty kann sie ja trotzdem sein. Und unter dem Kopftuch kann zwischen einer hoch moralischen Frau bis zu einer männerfressenden Nymphomanin alles sein - genau wie bei einer Frau im Minirock. Meine beste Freundin trägt z.B. immer wieder ultraknappe Kleidchen (wobei sie sehr groß ist, da ist das Kleid auch gleich mal kurz) und würde NIE mit einem Mann auf einen Kaffee gehen, außer vielleicht mit meinem oder meinem Bruder oder sowas.

        Fragen kostet nichts, vielleicht wird es die Liebe deines Lebens. Und Kaffeetrinken ist ja erstmal noch nichts verbindliches.

        Das starke Schminken - auch unter dem Gesichtsschleier - ist in vielen muslimischen Kulturen schlicht Tradition. Der Gesichtsschleier ist gefallen, das Schminken bleibt. Die finden dabei nichts. Deutsche Frauen schminken sich ja traditionell eher wenig im Vergleich auch zu z.B. Frauen vom Balkan (auch nicht-muslimischen), aus dem Osten, etc - und eben auch im Vergleich z.B. zu Araberinnen. Für Deutsche wirkt starkes farbiges Make-Up oft mal aufgetakelt oder "nuttig" oder sehr aufreizend. Dafür wirken für Araber z.B. Hotpants aufreizend, hier wird es mittlerweile als normal angesehen. So unterschiedlich sind Kulturen.

        Ich mag z.B. nicht gern übertrieben auffallend gekleidet, geschminkt oder frisiert sein - dafür hab ich null Problem damit, mit meinem Lächeln und meinen Blicken aufzufallen oder auch das Gespräch an mich zu ziehen.

(12) 17.07.18 - 16:45

......ich finde , dass einige dieser Frauen mit ihren Kopftüchern sich dermaßen stark und aufreizend schminken und stylen, dass man sich manchmal fragt,
was sie eigentlich damit bezwecken wollen?!

Wenn sie nämlich gläubige muslima wären (wovon ich gehe ausgehe, wenn sie einen Kopftuch tragen) , würden sie sich in der Öffentlichkeit nicht so schminken und präsentieren wie Erotikdarstellerin/Prostituierte , sondern nur zuhause für ihre Ehemänner!

  • (13) 17.07.18 - 16:55

    Das war auch die Absicht meiner Frage. Viele dieser Frauen sind sogar verheiratet und die Männer "gestatten" es ihnen, sich so aufreizend zu schminken. Dabei sagt man doch, die Männer sind so eifersüchtig. Ich finde das interessant und habe mir erhofft, hier eine Erklärung zu finden. Ich finde es oft sehr schön wie diese Frauen sich schminken, aber ich mag diesen exotischen Typ Frau auch. Und ich denke mit offenen Haaren würden sie wirklich bildhübsch aussehen.

    • (14) 17.07.18 - 19:24

      Ich nochmal, ich gehöre zu den Geschminkten, obwohl ich Europäerin bin, helle Haut, Haare schminke ich mich gern und vielleicht für deutsche Verhältnisse zuviel.
      Mein Mann hat nichts dagegen, auch nicht, dass man meine vorderen Haare sieht. Eifersüchtig ist er nur wenn nötig, er weiß wen er geheiratet hat und ich könnte keinen Mann ertragen, der mich 24/7 begleitet und bewacht.

      Ich flirte auch nicht rum, ich bin lediglich gut aussehend angezogen, geschminkt und achte auf mein Erscheinungsbild bei allen Anlässen.

      Das weiß er, ich bin nicht umtriebig, dann hätte er Grund zum Meckern.

      Ich sehe nicht ein, mich zu verstecken und nur daheim gut auszusehen, diese Fronten, sollten sie jemals dagewesen sein, sind längst geklärt. Dazu bekomme ich oft Komplimente und mein Mann wird bewundert und hört natürlich lieber Positives.

(15) 17.07.18 - 17:42

Teilweise ist das reiner Pragmatismus.

Wenn ich als junge Frau nur die Wahl hab zwischen "ohne Kopftuch darf ich mich nicht mit meinen Freundinnen treffen/ist mein Bruder die ganze Zeit dabei" und "mit Kopftuch darf ich ohne Aufpasser raus", wüsste ich auch, was ich tu.

Das hat nicht immer was mit tiefer Gläubigkeit zu tun. Das steckt teilweise einfach knallharte soziale Kontrolle hinter.

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