Verzweifelt

    • (1) 25.07.18 - 04:32
      XXXverzweifelte

      Hallo zusammen,
      nun ist es spät in der Nacht und meine Gedanken lassen mit nicht schlafen!
      Ich muss sie loswerden und evtl Hilfestellung bekommen.
      Also, von Anfang an: ich bin seit fast 20 Jahren mit meinem Mann zusammen, wir sind mittlerweile Mitte 30 und haben zwei Kinder (2 und 6). Wir haben ein kleines Häuschen und beide gute Jobs, die zwar anstrengend sind, die wir aber beide gerne machen. Eigentlich alles toll. Nun kommt aber das große Aber: ich bin seit gefühlt einem Jahr mit unserer Beziehung unglücklich. Ich liebe ihn nicht mehr so, wie ich es früher mal getan habe, und er gibt mir sehr stark das Gefühl, dass es ihm ähnlich geht. Ja, es gibt Tage, da ertrage ich ihn nicht mehr! Ich ertrage seine Launen, seine zickige Art, seine Nicht-Kommunikation, ja manchmal seinen Geruch, seine Art wie er mir deutlich macht, dass er Sex haben will, nicht mehr. Ich kann kaum noch damit umgehen, wie er Stresssituationen mit unserer großen Tochter umgeht.ich halte das einfach nicht mehr aus, Er hat eigentlich mehr schlechte Laune als gute, aber wenn man ihn darauf hinweist, dann stimmt das alles immer nicht.
      Ich verzweifle richtig daran. Wir haben schon mehrfach darüber geredet, dass ich bspw finde, dass er an seinen Launen arbeiten muss und sich vor allem der Großen gegenüber ändern sollte. Das geht dann 2,3 Tage gut und dann verfällt er wieder ins alte Muster! Ich ertrage das wirklich bald nicht mehr. Dadurch das ich deutlich weniger arbeite, bleibt zu 90% Haushalt, Familienangelegenheiten an mir hängen. Das ist auch klar, weil er wirklich lange unter der Woche unterwegs ist, aber ich wünsche mir manchmal einfach ein nettes, ernst gemeintes Dankeschön. Es kommt einfach nichts.
      Mittlerweile denke ich sehr stark über eine Trennung nach, aber dann denke ich auch, dass man eine so lange Beziehung nicht einfach wegwerfen darf. Ich verzweifle daran.

      Danke, an alle, die diesen Text gelesen haben. Vielleicht hat ja jm eine Idee, was ich tun kann?

      • (2) 25.07.18 - 04:48

        Hallo.
        Hast du es denn schon mal mit einem offenen Gespräch mit ihm, ganz in Ruhe probiert?
        Ich würde versuchen ein ehrliches Gespräch mit ihm zu führen um ihm zu sagen, was dich stört, wie du dich fühlst und ihm deine Wünsche mitteilen kannst. Wichtig ist dabei nur, ihm KEINE Vorwürfe ("du machst das falsch, du kannst dich nicht ändern",..) zu machen, sondern aus der Ich-Perspektive zu sprechen ("Ich fühle mich nicht mehr wohl", "es verletzt mich, dass Konflikte so gelöst werden",...)

        Ich selbst bin mit meinem Partner seit fast 8 Jahren zusammen. Und wir hatten in unserer Beziehung eine Zeit in der wir nicht offen miteinander geredet haben über das, was uns stört. Das hat uns fast kaputt gemacht und unsere Beziehung zerstört. Wir haben uns dann mal zusammengesetzt und darüber geredet was wir ändern möchten. Und der wichtigste Punkt war, immer auf den anderen zugehen und offen und ruhig darüber zu reden, wenn es etwas gibt womit man sich nicht mehr gut und wohl fühlt. Uns hat das sehr geholfen. Bei uns ist es seitdem viel entspannter und es gibt weniger Konflikte.

        Wenn du jedoch der Meinung bist, dass du keine Gefühle mehr für ihn hast, solltest du vielleicht aber auch über eine andere Lösung die für dich denkbar ist Nachdenken. Denn du darfst auch dich nicht vergessen!

        • (3) 25.07.18 - 05:00

          Vielen Dank für deine Antwort. Ja, wir haben schon mehrfach darüber miteinander gesprochen, ich habe ihm mehrfach gesagt, und vor allem beim letzten Gespräch, dass es so nicht mehr weitergeht und ich nicht mehr kann. Meist fühlt er sich stark angegriffen,,obwohl ich versuche Ich-Botschaften zu vermitteln. Oder aber er verweigert das Gespräch, hört also zu, sagt aber nicht wirklich was.
          Letztens habe ich, allerdings im Streit, ihm knallhart gesagt, dass, wenn er sein Verhalten gegenüber unserer Tochter nicht ändert, dann müssen wir uns trennen. Er hat nicht reagiert und bis heute nicht mehr darüber geredet.
          Ich weiß einfach nicht weiter! Gefühle sind noch da, aber eben nicht mehr starke.

          • Du kannst nur Dein Verhalten ändern, nicht seins. Wenn er inzwischen nicht einmal mehr spricht und sich komplett verschließt, dann bleibt Dir nur noch der Weg zur Trennungsberatung und zum Anwalt.

            Manche Männer erwachen auch aus ihrer Starre und wenden sich um 180 Grad, wenn sie merken, die Frau droht nicht mehr nur, sondern meint es doch ernst. Vielleicht wacht er auf, wenn Du bei der Beratung warst und ihm gegenüber schriftlich die Trennung offiziell machst, das Trennungsjahr einläutest und er plötzlich seine Wäsche selber waschen muss. Im Moment gibt es für ihn ja keinen Grund, sich zu bewegen, Du führst ihm ja den Haushalt komplett weiter, er kann in Ruhe arbeiten gehen und bekommt ab und zu auch noch Sex. Scheint ihm für die Fortführung der Beziehung ja zu reichen.

      Hallo!

      Eine Eheberatung kann euch helfen, weil dein Mann da auch reden muss und es jemanden "neutrales" gibt, der moderiert. Vielleicht wäre da ein Mann ganz günstig, damit dein Mann den Gefühl hat, dass jemand auf "seiner Seite" ist.

      Gleichzeitig würde ich Dir raten, dich jetzt schon unabhängiger zu machen - mehr arbeiten, damit du im Falle einer Trennung finanziell besser über die Runden kommst, nicht mehr so eine große Schieflage herrscht mit Du alleine machst den Haushalt und er alleine muss Geld verdienen. Manchmal wachen Männer auch auf, wenn sie merken, dass die Frau auch ohne sie auskommen würde, und deswegen keinen Stinkstiefel ertragen muss.

      Wenn beides Zusammen nichts bringt, dann wird die Eheberatung eher zur Trennungsberatung und man versucht, sich im Guten zu trennen.

      Ohje, man hört Deine Verzweiflung deutlich raus.
      Wenn man so lange zusammen ist, verlieren häufig beide Partner das Verständnis für die Probleme des anderen. Die Ehe und das Zusammenleben wird nicht mehr als etwas besonders Schönes, sondern als etwas Selbstverständliches angesehen.
      An soetwas kann man arbeiten - wenn BEIDE es wollen.
      Das ist der Knackpunkt.
      Wenn Du, wie Du schreibst, selbst schon mit ihm geredet hast und nicht weiter kommst, versucht bitte eine Paartherapie. Es kann so hilfreich sein, wenn beide Partner einer neutralen Person gegenübersitzen und jeder mal ganz frei heraus seine Sichtweise schildern kann, ohne sofort verurteilt zu werden.

      Nur mal als Anregung: das hier ist mir in Deinem Text besonders aufgefallen:
      " aber ich wünsche mir manchmal einfach ein nettes, ernst gemeintes Dankeschön."
      Ich verstehe ganz klar, was Du damit meinst!
      ABER: offenbar ist eure Aufteilung so: Du wenige TZ Stunden + Haushalt, er Vollzeitarbeit (mit Überstunden).
      Natürlich wünschst Du Dir für Deinen Part auch mal ein Dankeschön. Aber kommt denn auch von Dir mal ein Dankeschön, dass er so fleißig ist und so viel arbeiten geht und damit den Familienunterhalt sicherstellt? Er hätte genauso ein Dankeschön verdient wie Du! Auch seine Arbeit sollte nicht für selbstverständlich genommen werden - genausowenig wie Deine!
      (Das meine ich damit, dass man im Beziehungsalltag schnell das Verständnis für den Partner verliert und nur noch seine Sichtweise wahrnimmt...)
      Setzt euch doch mal zusammen und jeder soll mal reden, ohne dass der andere einen unterbricht. Was wünscht sich jeder von euch? Welche Sorgen und Probleme hat jeder von euch? Welche Bedürfnisse?
      Und wenn ihr allein nicht weiter kommt, versucht wie gesagt eine Familien/Paartherapie.

      • (7) 25.07.18 - 11:45

        Danke, für die ganzen Antworten.

        Ja, ich denke eine Beratung ist da richtig. Ich werde bei uns im Ort machen gucken, wo es da was gibt.

        Das kann schon sein, dass man die Probleme des Anderen im Laufe der Zeit aus den Augen verliert. Es gab einfach in den letzten Jahren immer wieder sehr große Hürden, die wir aber immer gemeinsam durchstanden haben und unsere Beziehung eigentlich eher gestärkt haben, doch nun...

        Wir haben beide gesundliche Probleme, meine sind sehr heftig und lebensverkürzend, seine nicht! Sie stehen aber trotzdem immer im Fokus und beeinflussen unseren Familienalltag.

        Zum finanziellen Punkt: er verdient zwar aktuell mehr, ich würde aber bei Vollzeit mehr verdienen, und ich kann jederzeit zurück Vollzeit arbeiten. Das will ich aber nicht, er würde mit den Kindern überfordert sein und es gäbe nur Geschrei.

        Am Wochenende werde ich mich nochmal mit ihm hinsetzen und ihm die Pistole auf die Brust setzen und ihm klar machen, dass wir Hilfw brauchen

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