Welcher Rat / welches Verhalten ist der / das Richtige?

    • (1) 26.07.18 - 01:07

      Um mich herum zerbrechen gerade diverse Beziehung, einige krieseln.
      Ich bin mir immer öfter unsicher, wie ich beraten oder reagieren soll.

      2 Fälle als Beispiele:

      Fall 1:
      Eine sehr gute Freundin mit Mann und 2 Kindern.
      Sie war nun aus verschiedenen Gründen einige Zeit als Hausfrau zu Hause.
      Nun fängt sie wieder an zu arbeiten.
      Das ist im Kopf ihres Mannes aber wohl nicht so wichtig oder nur nebensächlich.
      Die Hausfrauen-Jahre haben ihn wohl etwas zum Macho werden lassen.
      Die Kinder sind relativ fordernd. 2 richtige Energiebündel.
      Sie muss noch für die Arbeit Sachen erledigen, soll bis dahin die Kinder gut versorgen, einkaufen, kochen, Wohnung aufräumen (was mit diesen Kindern ein Ding der Unmöglichkeit ist) usw.
      Ich will gar nicht zu ausschweifend werden - jedenfalls denke ich ganz klar, dass er es sich einfach macht, oft unmöglich verhält. Sie Aceton auch zugegebener Weise etwas chaotisch ist und versucht es allen recht zu machen.... mit dem Erfolg dass es niemandem Recht gemacht wird.

      Als gute Freundin würde ich eigentlich dazu sagen, dass sie sich nicht so behandelnlassen soll etc....
      Jedoch glaube ich gleichzeitig, dass das nicht förderlich ist und ich eher Zuspruch geben sollte.
      Was ist also richtig?


      Fall 2:
      Meine Schweizer ist mit einem richtigen Ar******* verheiratet.
      Sie sind schon ewig zusammen, ich habe ihn von der ersten Sekunde an nicht gemocht und phasenweise richtig gehasst.
      Gründe hierfür sind völlige Empathielosigkeit seinerseits, schreckliches Verhalten meiner Schwester, seinem Sohn und meinem Vater gegenüber etc .
      Nun wurden nach Jahrzehnten doch meine Gebete erhört und sie trennen sich.
      Noch leben sie zusammen, ich bin mir ziemlich sicher dass das noch sehr unschön werden wird.
      Als ich zuletzt zu Besuch war, war es zunächst gaz ok. Schließlich beleidigte er mich aber auf eine Art und Weise, wie ich noch nie beleidigt wurde.
      Seither schwillt in mir ein unbändiger Hass auf diesen Menschen. Dieser Spruch hat das Fass zum Überlaufen gebracht und ich wusste gar nicht wieviel unterdrückte Wut ich diesem Typen gegenüber mit mir rumschleppe.
      Mein Kind so im September getauft werden. Da die Einladungen vor der Trennung raus gingen, war er ja auch eingeladen.
      Nun will ich diese Katastrophe von einem Menschen aber auf keinen Fall mehr dabei haben.
      Er hat sich bis heute nicht entschuldigt, wird er auch nicht da er sicherlich gar nicht mehr daran denkt weil es für ihn vermutlich gar nicht gemein war, sondern einfach Blablubb...
      Auch wenn er sich entschuldigen würde, wäre es mir ehrlich gesagt egal. Die Entschuldigung wäre nicht ernst gemeint und es gibt ja auch noch 2464 andere Gründe warum ich ihn hasse.

      Meine Schwester bat mich nun irgendwie, ihn nicht auszuladen da sie befürchtet dass es sich negativ auf ihre Trennung auswirken könnte. Bzw. auf das noch Zusammenleben.

      Kann ich verstehen.
      Aber ich habe eine so bezaubernde Tochter, habe nette Verwandte, tolle Freunde - ich will diesen negativen Miesepeter mit seinem Rücksichtslosigkeiten und Unangebrachtheiten einfach nicht auf meinem Fest haben.

      Mache ich es nun da meiner Schwester oder mir selber Recht?!

      Irgendwie weiss ich gar nicht mehr wie ich bei all dem Chaos reagieren soll.

      • Hallo,

        Fall 1: eigentlich egal. Du kannst ihr deine Meinung sagen. Was die tun, ist deren Sache.

        Fall 2: was hat er gesagt? Natürlich darfst du ihn ausladen, aber du hast die ganze Familie eingeladen.

        Gruß

        • Ich habe die ganze Familie eingeladen, weil man das ja um des lieben Frieden willens macht.
          Nun, nach der Trennung, gehört er für mich aber nicht mehr zur Familie.
          Bzw. viel schwerwiegender ist sein Verhalten zuletzt mir gegenüber.
          Ich habe sowas jahrelang ertragen, damit es keinen Streit gibt.... aber nun fehlt mir die Grundlage...
          oder ich habe selber genug Probleme.
          Oder keine Ahnung.

          Er ist wirklich ein Empathie-loser, rücksichtsloser Mensch.

          Alles in mir schreit, dass ich ihn nicht dabei haben möchte.

          Und ich bin einfach im Zwispalt, weil meine Schwester mich gebeten hat, davon abzurücken.

          Es gibt die Chance, dass er vielleicht auch noch zu diesem Zeitpunkt verreist.
          Aber auch das zeigt ja widerum, wie wichtig ihm die Taufe wäre ;)

          Böse gesagt wäre es für ihn ein Umsonst-Essen.

          • Hör auf dein Bauchgefühl, und lass dir nicht einreden, dass man es so machen muss "weil man es so macht".
            Kennst du den Ausdruck, man müsse in den Spiegel schauen können, ohne sich dafür zu schämen was man macht, was man für ein Mensch ist? Ich glaube, man muss auch in den Spiegel schauen können, ohne sich dafür schämen zu müssen, was man mit sich machen lässt.....

      Bei ersterem: du kannst zwar deine Meinung äussern, aber vermutlich wird Zuspruch deiner Freundin mehr helfen.

      Bei zweiterem: An von mir organisierte und für mich emotional wichtige Anlässe kommen nur die Menschen, die ich dabei haben will. Deshalb würde ich den Ex Schwager tatsächlich ausladen. Aber ohne ein grosses Getue. Kurze Info ohne viele Erklärungen, Worte des Bedauerns, Vorwürfe usw., an ihn direkt (Mail, Karte), dass du mit ihm keinen weiteren Kontakt wünscht und dass er an der Taufe im September nicht willkommen ist.

    Deine Freundin braucht Deinen Beistand und nur wenn sie fragt, was Du tun würdest in ihrer Situation kannst Du ihr sagen, was das konkret wäre. Fragt sie nicht um Rat, sondern jammert nur, dann halt Dich besser zurück.

    Den Ex Deiner Freundin kannst Du persönlich ausladen mit der Begründung, dass Du ihm seinen Spruch nicht verzeihen kannst. Also ihn wirklich auch direkt darauf ansprechen und ihm auch reflektieren, wie fies das für Dich war. Wenn ich er wäre würde ich jetzt sowieso nachfragen, ob ich nach der Trennung überhaupt noch auf der Feier willkommen bin. Aber das wird er wohl nicht tun und ich wundere mich auch ziemlich, dass Deine Schwester ihn überhaupt unbedingt dabei haben will, wenn er sich mehreren Familienmitgliedern gegenüber so scheußlich benimmt.

    • Er benimmt sich ja auch ihr gegenüber scheußlich... aber nach knapp 30 Jahren merkt sie das kaum noch.
      Man kann das wirklich kaum beschreiben. Alle Verwandten finden ihn zum ko****, Freunde und Bekannte ebenso....
      Aber um es meiner Schwester nicht noch schwerer zu machen, wurde immer nur dezent Kritik geübt.

      Ich selber habe noch keinem anderen Menschen so oft die Pest an den Hals gewünscht...

      Jeder normale Mensch würde sich von sich aus fragen, ob man noch willkommen ist.
      Aber wie gesagt.... unreflektiert.... umsonst Essen....

      Ansonsten hat meine Schwester einfach Angst davor, dass er böse reagiert und sie das ausbaden darf... plus - dass die anderen komisch kucken wenn sie alleine kommt.
      Man muss dazu sagen, dass sie noch nie wirklich Single war und mit ihm zusammen ist, seit sie 16 ist.
      Und ihr ist einfach nicht bewusst, dass ihr alle Verwandten eher gratulierend um den Hals fallen werden, als dass einer schief schaut....
      Ich habe schon mehrfach versucht ihr das schonend beizubringen... aber sie sieht einfach nicht dass keiner versteht, warum sie mit ihm zusammen war.

      • Ich verstehe das alles, aber es gibt eben nur die Wahl zwischen Deinem Wohl und dem vermeintlichen Wohl Deiner Schwester. Einen guten Kompromiss gibts hier nicht, Du kannst es nicht gleichzeitig ihr und Dir rechtmachen, da Du ihn entweder nur ertragen oder ausladen kannst. Ein Gespräch zum Thema wie Du ihn findest würde ich mit ihr sowieso auch erst führen, wenn sie nach der Trennung selber merkt, wie erleichtert sie ist. Außerdem musst Du damit rechnen, dass sie wieder zusammen kommen, wenn sie nicht alleine sein kann. Das ist ja keine Seltenheit, dass Frauen lieber mit ihrem Peiniger zusammen leben als die Einsamkeit und Selbständigkeit auszuhalten.

1. Die ehrliche Meinung sagen. Meine wäre, der Partner solle mal im 21. Jahrhundert ankommen und sie sich zur Wehr setzen.

2. Ausladen. Die Beleidigung ist der Hauptgrund. Und wenn der Typ ein Arsch ist, macht er ihr sowieso Probleme, denn dann sucht er Gründe. Da kommt es auf die Taufe nicht mehr an.

LG

  • Danke.
    Ab Taufe müssen sie noch ca. 4 Wochen zusammen wohnen... das macht ihr Sorge.

    Was ich auch verstehen kann.
    Aber ich kann mich eben auch verstehen.

    • Wäre er "nur" das übliche Arschlich, hätte ich vielleicht die Zähne zusammen gebissen. Aber wenn er mich persönlich beleidigt, dann hat das übliche Verhalten nur einen marginalen Einfluss.

      Ich würde ihn direkt mit dieser Beleidigung konfrontieren und ihm sagen, dass deshalb die Teilnahme keine Option mehr ist.

      LG

      Sie hat sich so entschieden, du bist dafür nicht verantwortlich, sie "muss" nicht zwingend noch vier Wochen nach der Taufe mit ihm zusammen wohnen, es gäbe IMMER Alternativen.

Fall 1
Wenn Deine Meinung gefragt ist, diese dann auch sagen. Wenn nicht, den Schnabel halten.

Fall 2
Du konntest den Typen von Anfang an nicht ausstehen, lädst ihn aber um Deiner Schwester Willen trotzdem ein. Hätte ich auch getan. Nun bittet Dich Deine Schwester darum, ihn trotz deren Trennung nicht auszuladen. Ich würde den Knaben kommen lassen und gepflegt ignorieren oder mit einem scheingeheiligem Lächeln begegnen. An dem Tag wirst Du andere Aufgaben und Sorgen haben als den zukünftigen Ex-Hintern Deiner Schwester. Stärke macht gelassen.

  • Das Problem ist, dass er ignorieren nicht bemerken würde!
    Es sei denn ich bin so pampig und unfreundlich, dass ich mir aber auch selber den Tag versaue.

    Er ist wie gesagt ein Egomane, der sich am liebsten selber reden hört - und ich möchte das einfach nie wieder ertragen müssen.

    Ihr glaubt nicht, was mir für ein Stein vom Herzen gefallen ist, als ich von der Trennung hörte.
    Ich freue mich sooooo für meine Schwester.

    Wie sehr ich mich für mich freue, wird mir erst jetzt bewusst.

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