Schwiegervater belastet Ehe und Vorfreude auf das erste Baby....

    • (1) 28.07.18 - 10:43
      Brauche-einen-Rat

      Hallo...

      Ich bin mir nicht sicher, ob der Beitrag hier hin passt, möchte jedoch auch anonym schreiben.

      Nun ich muss etwas ausholen...

      Mein Mann hat, bis er mich kennengelernt hat, bei seinen Eltern im Haus gewohnt. Mit 26 ist er dann nach 9 Monaten Beziehung mit mir zusammengezogen.

      Er ist Einzelkind und hat eine sehr starke Bindung zu seiner Mutter und Oma (Mutter der Mutter), da er die ersten vier Lebensjahre mit seiner Mutter bei der Oma gewohnt hat, weil sein Vater das Haus umgebaut hat und durch seine damalige Selbstständigkeit wenig Zeit hatte.

      Nun, es war schon zu Beginn für mich immer etwas seltsam, dass er mindestens zwei Mal in der Woche nach der Arbeit und generell jeden Samstag zu seinen Eltern gefahren ist. Um zu helfen (Gartenarbeit, sehr großes Grundstück). Wobei er nicht immer wirklich was gemacht hat.

      Oft hat er dadurch vergessen mir Bescheid zu geben, dass es später wird und ich stand dann meist zwei Stunden mit dem Essen da und war durchaus sauer... In Zeiten von WhatsApp und co... Nun ja.

      Er hat seine Mutter auch immer jeden Mittag angerufen, um zu fragen wie es ihr geht. Meiner Meinung nach war es sein schlechtes Gewissen, da er ja nun auch das Haus verlassen hat und Mama alleine zu Hause sitzt. Er hat es mir dann auch irgendwann bestätigt, dass er sich eben für seine Eltern verantwortlich fühlt.

      Es kam auch meist bei jedem Besuch, wenn wir wieder fuhren, der Satz von seiner Mutter "Aber du kommst uns bald wieder besuchen, oder?"... Ich meine, sie wusste doch, dass er eh mindestens 3 Mal die Woche da ist...

      Die beiden haben uns auch nie Besucht, sind jeder Einladung irgendwie aus dem Weg gegangen, mit den absurdesten Begründungen (Durchfall, Magenschmerzen, Kopfschmerzen)...

      Also seine Mutter mochte mich, das war mir bewusst, denke eher sein Vater mag mich nicht. Und seine Mutter war sehr unsicher beim Autofahren und Schwiegervater trinkt gerne auch Mal Morgens schon etwas.

      Also wie gesagt, beide haben aber kein Interesse am Leben ihres Sohnes gezeigt. Und er hat es auch immer schön geredet, von wegen sie haben ihm ja auch keine Steine in den Weg gelegt, ja aber auch keinen Finger beim Auszug gerührt...

      Nun, meine Schwiegermutter ist vor knapp 3,5 Jahren relativ plötzlich verstorben (Lungenfibrose im Endstadium, wovon keiner was wusste... Sie vielleicht schon, wir wissen es nicht). 6 Monate später die Oma...

      Das hat meinem Mann die Füße unter dem Boden weggerissen... Die folgenden drei Jahre waren die Hölle... Ich habe mich um alles was bei uns anlag gekümmert, damit er trauern konnte, womit er aber bis heute Probleme hat... Nun Schwiegervater machte derweil eigentlich immer einen stabilen Eindruck, klar war es nicht einfach. Aber es schien zu laufen.

      Lange haben mein Mann und ich versucht schwanger zu werden. Nach 20 Monaten hat es dann im Dezember letzten Jahres endlich geklappt. Mein Mann war wie ausgewechselt. Ein völlig anderer Mensch. Endlich hat er wieder so richtig Freude empfunden. Ich war so überglücklich!

      Nun... Seitdem... Stagniert mein Schwiegervater... Er war im Januar einmal so schwer krank und lag auf der Intensivstation, dass die Ärzte sagten, der wird wohl die nächsten 48 Stunden nicht überleben. Für uns war es wieder so als ob wir um 3 Jahre zurückgeworfen wurden. Keine Nacht geschlafen und jederzeit mit dem Anruf aus dem KH gerechnet...

      Aber er hat sich wieder erholt. Wir waren natürlich froh. Aber seit dem ist alles anders... Er schiebt einen Depri-Anfall nach dem anderen. "So habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt. Ich bin ständig nur alleine, und habe keinen zum Reden"...
      Stimmt nicht. Seine Schwester wohnt über ihm im Haus. Er hat Nachbarn, mein Mann ruft täglich an und besucht ihn regelmäßig... Wenn wir ihn fragen, ob wir ihn zum Grillen abholen sollen kommt immer die Ausrede dass er ja auf seine Hühner aufpassen muss. Und wenn wir ihm versuchen zu erklären, dass sie nicht sterben, wenn sie Mal einen Tag im Gehege bleiben... Hört er gar nicht zu. Es macht den Eindruck als wolle er nur ständig meckern.

      Letzte Woche waren 16 Personen zum Grillen bei ihm... Und er lag in seinem Bett und jammerte Rum... Ich habe da so langsam kein Verständnis mehr für. In meiner Familie hätten wir uns aber gegenseitig gesagt, wenn wir was scheiße finden. Mein Mann würde das niemals tun.

      Mein Schwiegervater lässt sich auch nicht helfen. War haben Essen auf Rädern für ihn organisiert... Hat er wieder abbestellt. Er würde Durchfall davon bekommen. Wir haben einen Gärtner organisiert. Den hat er auch abbestellt, meckert gleichzeitig aber wieder wie viel Arbeit das doch alles sei.

      Ich weiß, wie er sich das vorgestellt hat. Der Sohn hätte niemals ausziehen sollen und es wäre besser, wenn wir da jetzt wieder wohnen. Passt ja, die alte ist ja bald 2 Jahre in Elternzeit und kann sich somit auch gut um den Schwiegervater kümmern.

      Wobei uns jeder (selbst die Schwester) davon abrät... Mein Mann will das ja auch nicht.

      Er ist fix und fertig. Sein Vater freut sich noch nicht einmal auf sein erstes Enkelkind "das werde ich ja sowieso nur ganz selten sehen"... Ganz ehrlich, wenn er trinkt wird er mein Kind nicht alleine betreuen dürfen, ganz einfach. Mein Mann sieht das ja auch so...und wie würden ihn ja einmal die Woche mit Kind Besuchen, aber er wüsste ja noch nicht einmal, wie man ein Kind Wickelt. Ebenso würde ihn die Kraft fehlen überhaupt mit ihr spazieren zu gehen.

      Auch heute war mein Mann vorhin bei ihm... Mein Schwiegervater macht sich mittlerweile in die Hosen...und nicht nur Urin... Und jammert, will aber nicht zum Arzt.

      Mein Mann ist mit seinen Nerven am Ende.. und kann sich nun auch kaum noch auf unsere Tochter freuen... Die nächsten Monat kommt.

      Ich bin so verdammt wütend und sauer auf meinen Schwiegervater, aber er ist der störrigste Bock, den ich je gesehen habe...

      Ich könnte noch tausend Dinge erzählen...
      Aber der Text ist jetzt schon zu lang...

      Wie soll ich damit umgehen? Mich aufregen nützt nichts, Tipps werden immer abgeschmettert. Mich zurückziehen hilft meinem Mann erst Recht nicht...

      Ich will helfen, weiß aber nicht wie...

      Danke für's Lesen.

      • Wie wäre es, wenn du deinem Schwiegervater einmal (!) eine klare Ansage machst?

        Wie alt ist er? Könnte Demenz ein Thema sein?

        Ich finde es schwierig, dass du ihm absprechen möchtest, dass er sich einsam fühlt.

        Hallo.
        Also ich tippe eher auf eine Depression bei deinem Schwiegervater.
        Er braucht eine Aufgabe die ihn erfüllt. Wo er das Gefühl bekommt,er wird gebraucht.

        Definitiv eine klare Ansage machen, zwar im netten aber mit bestimmten Ton.

        Wie ist es wenn er Einlagen nimmt ? Dafür müsste er zwar immernoch zum Arzt, damit die KK das übernimmt aber das wäre schonmal eine wesentlich bessere lösung, wobei es sowas ja auch bei DM und Rossmann zu kaufen gibt.

        Oder du wartest einen kleinen Moment bis die kleine da ist, vllt wird er nochmal anders ( dein Schwiegervater)

      • Dein Schwiegervater scheint ziemlich krank zu sein, da hilft Wut wenig. Was ihr braucht ist Hilfe. Geht zum Hausarzt des Schwiegervaters und informiert ihn vollumfänglich, fragt wohin ihr euch wenden könnt. Es würde euch alle sehr entlasten, wenn für den Schwiegervater ein Pfleger oder Vormund organisiert werden könnte, der sich um die täglichen Belange kümmert und eventuell auch dafür sorgt, dass gewisse Therapien angeleiert werden. Ihr seid ja sowieso überfordert und habt auch eine andere wichtige Baustelle, auf die ihr euch konzentrieren müsst.

      (8) 28.07.18 - 13:41

      Also, die Einsamkeit, hat er sich in soweit selbst zuzusprechen, dass er schon immer so gelebt hat.

      Er ist zu Arbeit, dann nach Hause und ab im Garten arbeiten.

      In den Urlaub (was seine Frau durchaus gerne mal gemacht hätte), wollte er nie, weil wegen dem Garten.

      Er hat den Garten immer als Grund genutzt.

      Zum Verständnis: es ist das Haus seiner Eltern (also Großeltern meines Mannes), seine zwei Brüder wollten dort nicht bleiben. Haben jeder ein eigenes Haus. Mein Schwiegervater war aber der Meinung es solle in der Familie bleiben, somit ist er dort drin geblieben. Das Haus hat drei Wohnungen und einen ausgebauten Dachboden.

      Er selber empfindet das Haus und die Arbeit (es ist ein wirklich verdammt großes Grundstück) als Fluch, da man eben so viel Arbeit damit hat. Aber niemand hat ihn gezwungen dort zu wohnen.

      Ich bin der Meinung, dass er dadurch erst Recht seinem Sohn diese Arbeit ersparen sollte. Aber er verlangt indirekt, dass wir dort irgendwann auch wohnen...

      Nur ich habe es eben erlebt, er und meine Schwiegermutter hatten kaum Zeit füreinander und er hat immer was zu tun im Garten. Und das möchte ich nicht für meinen Mann. Ich will, dass wir leben.

      Mein Schwiegervater geht ungerne zu anderen hin und empfängt auch ungerne Besuch. Ein seiner Cousinen kommt z.B. jeden Sonntag vorbei und würde gerne ein Radler trinken. Er stellt aber kein Getränk kalt. Wenn man ihn fragt warum, kommt dann "Warum soll ich? Ich will das doch nicht trinken. Außerdem habe ich keinen Platz im Kühlschrank."

      Und das stimmt nicht, dass weiß er, das wissen wir...

      Er ist einfach mit nichts zufrieden zu stellen... Es sieht bei ihm aus wie bei Hempels unterm Sofa, aber wenn man ihm helfen möchte, will er das nicht.

      Er ist unzufrieden, weil es im Leben nicht so gelaufen ist, wie er das gedacht hat. Und das merkt er jetzt. Er vergrault die Leute aber auch mit sein Art. Ich habe auch bereits mehrfach versucht mit ihm zu reden, aber man kann förmlich sehen, dass es zum einen Ohr rein und zum Anderen wieder raus geht...

      Demenz wird es nicht sein. Kenne es von meinen Großeltern. Es ist Älterstarrsinn und die Resignation, dass er doch so langsam was falsch gemacht hat.

      Es war aber schon immer so, dass alles so sein soll, wie er das gerne hätte. Und wenn das nicht so war..

      Wenn zum Beispiel eine Feier bei ihnen war und er war irgendwann genervt (was sehr schnell ging) ist er einfach ins Bett gegangen...

      Also es wir wirklich schwer mit ihm....

      • Trotzdem ist es nicht mehr normal, dass er sich einkotet. Er braucht Hilfe. Oben wurde ja bereits berichtigt, dass man einen Betreuer organisieren könnte (ich hatte fäschlicherweise von Pfleger/Vormund gesprochen). Und da ist bspw. der Hausarzt Ansprechpartner.

        Fühl dich mal gedrückt von mir #liebdrueck

        Ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen. Soweit ich verstanden habe ist die "fehlende Vorfreude des Schwiegervaters auf den Enkel" ja nur die Spitze des Eisbergs. Dein Schwiegervater ist unglücklich, was wiederum deinen Mann bedrückt, da er ihm gerne helfen möchte. Das ist des Pudels Kern.

        Eure Bemühungen wirklich in allen Ehren. Ihr tut alles, was ihr könnt. Mach das deinem Mann mal klar. Er braucht sich nicht schlecht zu fühlen, weil ihr ja wirklich schon alles menschenmögliche getan habt (Gärtner bestellen, Essen auf Rädern bestellen, oft besuchen,...). Wenn das sein Vater nicht annehmen kann, ist das seine Sache, nicht eure.

        Sein Verhalten hört sich stark nach Altersdepression und Demenz an (vergammelte Sachen im Kühlschrank, vergessen wieviele Tropfen Durchfallmittel,...). Viele Demente reagieren auf ihr "Fehlverhalten" aggressiv, weil sie sich die Vergesslichkeit nicht eingestehen wollen. Deswegen will er wahrscheinlich auch nicht zum Arzt, weil der die Demenz "amtlich" machen würde. z.B. Dass er nie ein Getränk für den sonntäglichen Besuch einkühlt. Ich glaube, er vergisst einfach darauf.

        Eine letzte Sache könnt ihr noch für ihn machen: Ihn dazu bewegen, zum Arzt zu gehen/Pflege zuzulassen. Wenn er sich weigert, könnt ihr nichts mehr machen. Das müsst ihr euch vor Augen halten. Ihr habt alles getan.
        Es wird sich erst wieder etwas tun (behördlich), wenn er gefährlich wird (zB vergisst, den Herd abzudrehen - installiert unbedingt Feuermelder, falls es noch keine gibt!!!).

        Leider kann ich dir keine Tipps im Umgang mit Demenzkranken geben.

        Und zieht keinesfalls in das Haus!!!! Zum Glück sieht dein Mann die dinge so wie du, das ist das wichtigste #blume

        • (11) 30.07.18 - 14:01

          Vielen Dank für deine lieben Worte.
          Es ist wirklich nicht einfach.

          Mein Mann hatte gestern Geburtstag und sein Vater hat ihm Mal wieder nicht gratuliert. Mein Mann hatte ihn angerufen, um zu wissen wie es ihm geht, wohl etwas besser, aber wie gesagt... Mein SV denkt einfach nicht an andere. Hat er noch nie gemacht, das hat meine Schwiegermutter immer getan. Und da man ihm ja nie böse sein durfte, hat man ihm auch nie Mal die Meinung "gegeigt".

          Ich kann mich noch an den ersten Geburtstag meines Mannes nach dem Tod meiner Schwiegermutter erinnern. Wir waren zu dem Zeitpunkt im Urlaub. Mein Mann hat bei seinen Vater angerufen, wie jeden Tag und er hat nicht gratuliert.

          Das tat mir so unendlich leid, wenn ich bedenke, was mein Mann alles für ihn getan hat nach dem Tod und niemals ein Danke erhalten hat...

          Als wir eine Woche später wieder in Deutschland waren und meinen SV besucht haben, habe ich extra davon erzählt, dass wir am Geburtstag seines Sohnes richtig lecker essen waren. (Mein Mann war gerade nicht im Raum) und mein SV guckte nur und meinte "ach ja, da muss ich ja noch gratulieren." Keine drei Sekunden später kam mein Mann wieder rein und es kam nichts von meinem SV. Ich habe es noch einmal durch die Blume in Gegenwart meines Mannes erwähnt, um meinem SV die Chance zu geben...aber es kam keine Gratulation. Es hat ihn einfach nicht interessiert.

          Und das tut mir so unendlich leid für meinen Mann. Wobei er seinen Vater immer nur in Schutz nimmt und eine Entschuldigung nach der anderen für ihn findet. Wahrscheinlich um selber besser damit zurecht zu kommen...

          Er macht so viel für seinen Vater und es kommt kein Danke. Nichts ist gut genug. Ich sehe in meinem Mann dann immer den kleinen Jungen, der gerne Mal von seinem Vater hören möchte, dass er stolz auf seinen Sohn ist. Aber egal was mein Mann macht, mein SV muss immer dagegen reden...

          • Ohje, ich verstehe deinen Mann. Auch erwachsene "Kinder" freuen sich über Lob, Wertschätzung und Dankbarkeit der Eltern. #blume

            Hm, ich kann deinen Schwiegervater ja nur aufgrund deiner Erzählungen beurteilen. Wäre es möglich, dass er schon länger mit dem Kurzzeitgedächtnis Probleme hat? Dass deine verstorbene Schwiegermutter das immer etwas ausgeglichen hat, indem sie ihn an seine "sozialen Pflichten" erinnert hat?

            Könnte es sein, dass es nicht Bösartigkeit oder Undankbarkeit ist, sondern er tatsächlich nicht weiß, welcher Tag (nämlich der Geburtstag deines Mannes) ist? Oder dass er glaubt, er hätte eh schon gratuliert (als du ihn durch die Blume nochmal gesagt hast, was ihr anlässlich des Geburtstags gemacht habt)? Dass er einfach vergisst, dass du schwanger bist bzw. er sich schämt, dass er überhaupt nichts aktuelles mehr weiß und deswegen so ablehnend/garstig reagiert? So in der Art "Solange ich nicht zugebe, dass ich seinen Geburtstag vergessen habe, ist das gar nicht passiert"?

            Vielleicht würde dass deinem Mann gut tun zu wissen, dass sein Vater einfach nicht anders KANN, weil er krank ist...

            • (13) 30.07.18 - 16:42

              Es ist ja so, dass er das nicht vergisst. Er weiß es ja, sagt ja auch von sich aus, dass er das weiß aber er agiert einfach nicht danach.

              Ein wenig durcheinander ist er schon, aber das liegt an seinem Lebensstil. Trinkt viel zu wenig und wenn dann eben gerne was alkoholisches.

              Er redet ja auch mit meinem Mann immer darüber, wie es war als seine Mutter mit meinem Mann schwanger war und vergleicht immer viel. Also vergesslich ist er nicht. Aber er meckert auch gleichzeitig, warum wir denn jetzt "schon" alles kaufen. Das bräuchte man ja erst, wenn das Kind da sei.

              Er hat einfach Null Interesse am Leben anderer. Und wenn man ihn darauf anspricht, hört er weg. Ich denke Mal schon, dass er weiß wie sehr er andere damit verletzt. Aber er kann auch nicht aus seiner Haut. Nicht mehr mit 66. Das wiederum muss ich noch lernen.

              Meine Schwiegermutter war immer der Puffer zwischen ihrem Mann und dem Rest der Welt. Ich habe zwar früher schon immer gemerkt, dass er eigenartige Ansichten hat, aber nach dem Tod wurde es erst Recht deutlich.

              • Für viele Demente ist die Vergangenheit immer noch ganz deutlich, nur das hier und heute, das haben sie nicht mehr im Griff. Es ändert sich zu schnell, zu viel, und sie können es nicht mehr überblicken.

                Weißt Du eigentlich, dass man vor wenigen Jahrzehnten noch sagte, dass es Unglück bringt, schon lange vor der Geburt Babysachen zu besorgen? Vielleicht hängt er auch dieser Theorie noch an.

                Üblicherweise ist das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt, nicht das Langzeitgedächtnis. Es ist einfach körperlich etwas "kaputt", sodass der Übergang vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis nicht mehr so funktioniert.

                "Demente" Menschen erinnern sich üblicherweise gut an Dinge, die lange zurück liegen. Ihr Problem ist, dass sie sich "neue" Dinge nicht mehr so gut merken können!

                Wie gesagt, ich weiß nicht, ob dein Schwiegervater dement ist, aber ich würde die Möglichkeit in betracht ziehen! V.a. dass sich ein 66jähriger einkotet und gammeliges Zeug im Kühlschrank hortet ist nicht "normal".

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