Dilemma

    • (1) 29.07.18 - 22:26
      grauimjuli

      Guten Abend,
      dieser Beitrag hat nichts mit meiner eigenen Partnerschaft zu tun, aber so kann ich in grau schreiben.
      Ich stecke in einem Dilemma. Meine Freundin hat sich von ihrem Mann getrennt. Er hat viele unschöne Dinge gemacht, sodass ich ganz klar in ihrem „Team“ bin. Er ist aber über die Jahre zu einem guten Freund von meinem Mann geworden und bevor ich von dem ganzen Ausmaß seines Scheißverhaltens als Ehemann erfuhr, eigentlich auch von mir.
      Mein Mann weiß davon und heißt das auch nicht gut, will sich aber nicht auf eine der beiden Seiten stellen und hat Kontakt zu ihm und kennt somit auch seine Sicht der Dinge. Soweit so gut.
      Wir waren als Familien gut befreundet, haben uns oft gegenseitig besucht (sie zogen vor ein paar Jahren etliche hundert Kilometer entfernt weg), somit sind unsere Kinder auch gerne mit ihren zusammen.
      Er möchte uns jetzt mit seinen Kindern besuchen. Mein Mann hat nichts dagegen, er will seinen Freund mal gerne wieder sehen, die Kinder sowieso.
      Jetzt kommt mein Dilemma. Ich will meinem Mann und den Kindern diesen Wunsch nicht verwehren, habe aber so überhaupt keine Lust mich auf so engem Raum über mehrere Tage mit ihm auseinander setzen zu müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es uns gelänge dieses Thema außen vor zu lassen. Wäre die Konstellation mit meinem Mann nicht, würde ich den Ex meiner Freundin wahrscheinlich nie wieder sehen und das wäre absolut in Ordnung für mich, denn ich habe eine ganz klare Position - pro Freundin.
      Ich weiß auch gar nicht, ob mir hier jemand helfen kann. Momentan würde ich bevorzugen für die Zeit hier die Biege zu machen und irgendeine Freundin zu besuchen. Das fühlt sich aber so feige und unerwachsen an. Erwachsen wäre wahrscheinlich mich der Sache zu stellen und mich vor ihm in Persona zu positionieren. Ich hab da aber überhaupt kein Bedürfnis nach. Null.
      Vielleicht hat ja jemand einen guten Rat für mich.

      LG

      • (2) 29.07.18 - 23:47

        Gibt es nicht die Möglichkeit, dass er für die Zeit seines Besuches irgendwo anders als bei euch zu Hause unterkommt. Eine kleine, nicht so teure Pension oder so?
        Mir wäre es auch sehr unangenehm ihn im Haus zu haben. So könnten er, dein Mann und deine Kinder etwas zusammen unternehmen, ohne das ihr aufeinander hockt.
        Du kannst ja eine kurze Erklärung abgeben, dass er gern zu Besuch kommen kann, aber du dich unwohl fühlen würdest, wenn er die ganze Zeit über bei euch wohnt.

        • (3) 30.07.18 - 21:08

          Nein, das mit der Pension geht aus finanziellen Gründen nicht. Letztendlich habe ich ja das Problem und will es nicht zu seinem oder dem meines Mannes machen.

      1.wenn ihr das macht, musst du vorher mit deiner Freundin sprechen, damit sie sich nicht verraten fühlt.
      2. müsstest du das Thema absolut außen vor lassen. Es geht dich nichts an. Niemand kann von außen beurteilen was da alles war.
      3. würde ich es aus Loyalität meiner Freundin gegenüber nicht tun oder soweit einschränken, dass er tatsächlich mit den Kindern woanders übernachtet.

      • (5) 30.07.18 - 21:13

        Meine Freundin ist nicht das Problem, sie weiß ja um die Freundschaft zwischen den Männern. Aber klar, würde ich ihr das sagen.
        Ich würde es gerne ausklammern, könnte mir aber vorstellen, dass es, wenn man so lange beisammen ist, dann doch irgendwie auf den Tisch kommt. Das möchte ich aber nicht.

    "Momentan würde ich bevorzugen für die Zeit hier die Biege zu machen und irgendeine Freundin zu besuchen."

    Gute Idee.. und jetzt überleg nochmal scharf *welche* Freundin genau Du zuerst fragen solltest, ob Du sie besuchen kannst. ;-) Ihr könntet auch einen Kurztrip machen. Täte ihr vielleicht gut.

    Du musst Dich nicht vor ihm positionieren, wenn Du das innerlich ablehnst. Denn das ist die Ehe bzw. die Trennung der beiden, nicht Deine. Du könntest auch genauso sagen, das Thema wird vor Dir (bspw. beim gemeinsamen Essen) bitte absolut nicht angeschnitten.

    Warum ich Dir nicht rate, Dir seine Seite auch anzuhören kann ich erklären: Meine beste Freundin hat ihre andere beste Freundin genau durch sowas verloren. Diese wollte sich beide Seiten anhören und der Ehemann meiner Freundin hat sie so geschickt auf seine Seite gezogen, dass meine Freundin am Ende das Gefühl hatte, sie steht alleine da. Das wurde zwar dann besprochen und geklärt, aber das Vertrauen war völlig hinüber und die Freundschaft beendet. Und wir reden hier von einer weiterhin bestehenden Ehe, in der es halt nur ab und zu die üblichen kommunikativen Probleme gibt. Jetzt stell Dir das im Falle einer Trennung vor.

    • (7) 30.07.18 - 21:23

      Ich habe eben Bedenken, dass, wenn wir so lange aufeinander hocken, das Thema eben doch auf den Tisch kommt. Und das will ich nicht. Es ist deren Trennung und dennoch habe ich halt viel zu viel mitbekommen, um neutral sein zu können.
      Ich hätte nichts gegen ein Treffen, aber weniger zeitintensiv.

Hi,
eines gabe ich gelernt:" die Erählungem einer besten Freundin wird immer negativ gegenüber dem Ex sein, wenn Streit zwischen beiden herrscht und das die Wahrheit in der Mitte liegt""

Für mich bedeutet Freundschaft nicht , dass man sich auf eine Seite schlägt, so das man auch dann für beide da sein kann. wenn man erwachsen genug ist, funktioniert es ganz gut. ich kommuniziere es gleich " Du bist meine Freundin, ich habe ein offenes Wort, alles bleibt vertraulich aber ich werde zu beiden neutral sein".

Jeder macht Fehler und keiner kann in diese Partnerschaft 100% Einblick haben, schon gar nicht, wenn man so weit auseinander wohnt.

lg
lisa

  • (9) 30.07.18 - 21:30

    Du hast grundsätzlich natürlich nicht unrecht, dass man neutral sein sollte. Aber ich habe in diesem Fall doch zu viel mitbekommen. Und selbst mit Abstrichen wegen der emotionalen hochsensiblen Phase, in der sie sich befand, reicht es für mich, dass ich erstmal nicht so viel Zeit auf engem Raum mit ihm verbringen möchte.
    Und ich will ihm auch kein Gehör schenken. Unverbindliche Treffen auf neutralem Grund, ja das schon.
    Und Bezug nehmend auf deinen anderen Beitrag hier in dem Strang: nein, mein Mann und ich haben keinen Stress deshalb. Ich respektiere seine Position und er meine, wir müssen halt eine gute Lösung für uns finden.

<< Erwachsen wäre wahrscheinlich mich der Sache zu stellen und mich vor ihm in Persona zu positionieren. >>

So sehe ich das auch. Ich würde es tun.

Gib ihm die Gelegenheit, seinen Standpunkt darzulegen.

(12) 30.07.18 - 14:08

Hallo!

Ich sehe es anders:
Der Ehekrach zwischen ihm und seiner Frau ist eben deren Ehekrach!
Mit Sichheit gibt es immer 2 Seiten und Du kennst nur die von Deiner Freundin. Villeicht ist das auch die ganze Wahrheit und er war wirklich von vorn bis hinten ausschließlich ein Dreckskerl - dann ist es immer noch ein Thema zwischen den beiden und hat mit Euch (Deiner gesamten Familie) gar nichts zu tun und mit den Kindern noch viel weniger!
Es ist nicht umsonst in der Rechtsprechung so, dass bei Scheidung nicht mehr ein Schuldiger ausgemacht wird.

Versetz Dich mal in die Rolle der Kinder, die auch hoffentlich unparteiisch mit ihren Eltern umgehen sollen - es ist der Krach der Eltern und das jeweilige Verhätnis Elternteil-Kind sollte nur minimal berührt werden. - DAS ist eine Herausforderung! Oder würdest Du es gut finden, wenn die Kinder sagen: Papa hat sich böse Mama gegenüber verhalten - wir wollen ihn gar nicht mehr sehen. Sofern nichts kriminelles vorgefallen ist, sollte das nicht passieren.

Meinst Du wirklich dass der Mann mit den Kinder zu Euch kommt um über Tage das sehr unagenehme Thema mit dem Ehekrach mit Euch aufzuarbeiten - kaum vorstellbar! Du hast kein Interesse am Thema er garantiert auch nicht und Dein Mann - eher auch weniger!

Die Kinder sehen sich - DAS wird vermutlich auch Deine Freundin sehr befürworten!

Ich würde kein Gewese drum machen, würde aber in jedem Fall die Freundin informieren, dass er mit Kinder kommen wird und schon alleine wegen der Kinder wird er willkommen geheißen. Du musst ja nciht permanenet den beiden Männern in den Rippen hocken und kannst Dich eher etwas zurückziehen, aber das haus verlassen würde ich nicht. Ich würde es aber auch nciht als "feige" einstufen, wenn es so wäre.

LG, I.

  • (13) 30.07.18 - 21:39

    Ich befürchte in der Tat, dass er mit mir darüber sprechen möchte. Ich bin die einzige ihrer Freundinnen, die etwas enger mit ihm befreundet ist, wegen meines Mannes, zweckmäßig.
    Ich würde das Thema gerne komplett ausklammern, aber wenn wir mehrere Tage aufeinander hocken, könnte das schwierig sein. Ich hätte gerne eine sanftere Annäherung. Ein unverbindliches Treffen auf neutralem Grund.

Hallo!


Auf mich macht das ein wenig den Eindruck von Kindergarten - der X war böse zu mir, und deswegen darf jetzt keine meiner Freundinnen mehr mit dem X spielen.

Dabei war ja der Mann deiner Freundin gar nicht böse zu dir, und du kennst auch nur IHRE Version der Geschichte. Da gibt es normalerweise durchaus noch Luft in Richtung Realität. Wenn der Mann etwa ein Fremdgänger ist, erwähnt die Freundin dabei vielleicht nicht, dass schon längere Zeit vorher sexuell nichts mehr lief. Wenn er sie wegen allem möglichen belogen hat, sagt sie nicht dazu, wie sehr sie ihm sonst wegen jedem Pups die Hölle heiß gemacht hat. So eine Liste lässt sich beliebig lange fortsetzen. Es gibt nur wenige Gründe für eine Trennung, die man wirklich niemandem verzeihen kann.
Und auch bei allem Groll aufeinander: Irgendwann hat man den Menschen geliebt, also irgendwas liebenswertes muss er ja trotzdem an sich haben.

Noch dazu muss man als Paar mit Kindern schon alleine den Kindern zuliebe zusehen, dass die Normalität erhalten bleibt. Darf der Papa dann noch mit den Schwiegereltern reden, oder muss da das Verhältnis unbedingt frostig werden? Was ist mit Freunden der Kinder und deren Familien, müssen die sich dann auch immer für "ein Team" entscheiden? dürfen die Kinder dann an Papa-Wochenenden keine Freunde mehr sehen oder nur noch bestimmte?

Ich denke, du solltest deiner Freundin sagen, dass ihr Ex euch samt Kindern besuchen will und dass Du da eigentlich nicht im Wege stehen willst. Dass das nicht bedeutet, dass du in irgendeinem "Team" bist, sondern einfach nur wie ein erwachsener Mensch damit umgehen willst.
Er besucht euch, ihr klammert das Thema Eheprobleme weitgehend aus, fertig.


Ich finde es schon eher lächerlich, sich das wie gegnerische Teams vorzustellen. Was ist denn mit Paaren, die viele Jahrzehnte zusammen waren und zu 90% gemeinsame Freundschaften pflegen? Ich habe einen Arbeitskollegen, der auf die Art einen Großteil seiner Freunde verloren hat, weil seine Ex allen ganz fleissig jede einzelne seiner Verfehlungen berichtet hat, aber nicht dazu erwähnt hat, dass sie Affären hatte und die Eheberatung zwar mitgemacht hat, aber nicht einen einzigen Punkt umsetzen wollte. Das macht es schon echt schwierig, wenn einer kämpfen will und der andere eigentlich keinen Bock mehr hat. Aber sie hat ja noch das Sorgerecht für die Kinder, und er sieht sie nur noch am Wochenende. Er hat entschieden mehr verloren.

  • #proich frage mich nur, wenn die TE im Team der Freundin ist, wird ihr Mann, der ja im "Team des verlogenen Mannes " ist, zu Hause dann auch ausgegrenzt, weil ihr eigener Mann im falschen Team ist?

    Wenn, sollte man da ja kompromisslos sein, wenn man "nur" zur eigenen Freundin steht. Den Stress möchte ich bei denen zu Hause jetzt nicht haben,

    lg
    lisa

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