Kinderwunsch vom Partner während Studium, ich skeptisch

    • (1) 31.07.18 - 15:39
      Melanieeeee

      (falls es im falschen Forum gelandet ist, bitte verschieben)
      Hallo Zusammen

      Ich wollte euch mal um Rat fragen.
      Kurz zu mir: Ich bin 25, mein Partner 39. Ich kann, dank der Wartezeit (und TMS), dieses Jahr im Oktober mit dem Medizinstudium beginnen. Eine Ausbildung o.ä. habe ich nicht, ich habe nur kurz ein anderes Studium angefangen nach dem Abi, mein Partner ist schon Arzt. Wir beide haben noch keine Kinder.

      Jetzt hat er von sich aus den Wunsch geäussert, dass er mich gerne heiraten (wir sind schon verlobt #verliebt) und eine Familie gründen möchte.
      Ich liebe Kinder über alles und hatte selbst eine Abtreibung vornehmen lassen (vor einigen Jahren). Nun bin ich dadurch kurz in ein Loch gefallen und habe es so sehr bereut. Jetzt vermisse ich mein Sternchen natürlich schon sehr, möchte aber nicht wieder in der selben Situation sein - denn dieses Mal sollte es geplant sein.

      Ich habe skeptisch darauf reagiert und ihm gesagt, dass ich bis Ende Studium warten möchte, also bis ich als Assistenzärztin arbeiten kann. Da ich Scheidungskind bin und weiss, was es heisst, kein Geld zu haben.
      Er reagierte schon verständnisvoll, aber ich sah ihm die Enttäuschung an, denn immerhin müssten wir noch 6 Jahre warten, bis ich mit dem Studium fertig bin. Dann wäre ich 30 Jahre alt, und er 45.
      Einige meinen, es wäre besser, während des Studiums Kinder zu bekommen, da man viel mehr Freizeit hat (sagen auch einige Ärzte). Aber ich hab total Angst, dass ich versagen und ohne nichts dastehen würde, weil mir das Studium irgendwann mit Kind zu schwer wird.

      Nun bin ich verunsichert. Er hat mir versichert, dass er mir 100% den Rücken freihalten würde, und er sich auch um die Kita kümmern würde. Aber ich würde doch auch gerne etwas vom Kind haben...?!
      Ich weiss, dass es nie den richtigen Zeitpunkt zum Kinderkriegen gibt. Also habe ich ihm versprochen, dass wird das Ganze wieder nach dem 3./4. Jahr anschauen können. Er meinte nur, dass die biologische Uhr einer Frau nicht für ewig ticket, und die Fruchtbarkeit mit 30 rapide abnimmt. Ich habe nun totale Angst, dass ich mal keine Kinder bekommen kann, denn die Abtreibung hat mir schon sehr weh gemacht und ich wünsche mir viele Kinder, nur noch nicht jetzt, wo ich ohne nichts dastehe.
      Was meint ihr? Gibt es vielleicht einige unter euch, die Medizin studieren?

      • Hallo,

        ich kann seinen Wunsch verstehen und deinen auch. Ich würde aber keine Kinder bekommen ohne abgeschlossene Ausbildung und/ oder Studium und ein paar Jahre Berufserfahrung, wenn ihr euch trennt, stehst du da mit Kind aber ohne Ausbildung. Mir wäre nicht wohl dabei.



        vg
        novemberhorror

        Ich kenne mehrere Ärzteinnen und Studentinnen, die während des Studiums die Kinder bekommen haben und das klappte super - da eben doch mehr Flexiblität gegeben ist als dann im Beruf. Zumal als Ärztin im Schichtdienst es gut ist, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Zumal je nach sechs Jahren zwar das Studium abgeschlossen ist, aber nicht deine Ausbildung.
        Zudem bieten ja viele Unis auch Kinderkrippen etc. an - bzw Studiengruppen für Mütter. Wichtig ist, dass du dir es zutraust und deinem Partner klar ist, dass er dann auf gefordert ist.

        Ich habe nicht Medizin sondern Jura studiert.... alleinerziehend mit Tochter von 4 Jahren beim Start.
        Ich habe nicht abgeschlossen, weil ich eben NIEMANDEN hatte der mit den Rücken freihalten konnte . Allerdings hatte ich bereits eine abgeschlossene Ausbildung. Ich bin jetzt 30 und grade in der 17ten Woche schwanger.

        Ich denke schon, dass das durchaus praktikabel ist. Du kannst dir im Studium ja auch ein oder zwei Semester frei nehmen um fürs Baby da zu sein. Niemand hetzt dich. Du bist die einzige die Erwartungen an dich stellt und es ist egal ob du mit 1 oder 4 bestehst ... vier gewinnt... 😉

        Und der richtige Zeitpunkt ist nie. Es gibt immer etwas das einem den Gedanken an ein Kind schwierig macht.

      • Hallo,

        ich finde es, gelinde gesagt, eine Unverschämtheit, dir mit 25 Jahren das Ticken der biologischen Uhr vorzuhalten.

        Mit 30 in die Familienplanung einzusteigen ist ja wohl nicht ungewöhnlich! Wenn du warten wolltest bis du über 35 wärst, ok.

        Kann es sein, dass er selbst nicht über 40 sein möchte? Dass er mehr an sein eigenes Alter denkt?

        Mein Mann ist 13 Jahre älter als ich - unser erstes Kind haben wir bekommen, als ich 31/32 war. Nach dem 2.Kind hätte ich gerne noch ein bis 2 Kinder bekommen - beruflich haben mich 2 Kinder schon ziemlich ins Aus geschossen (ich habe denselben Job wie mein Mann mit vielen Nachmittags/Abendterminen. Das geht nicht gut gleichzeitig, wg der Kinderbetreuung.) Mein Mann fühlt sich, seit er 49 ist zu alt, um nochmal Vater zu werden.

        Generell war ich überrascht, dass der Alterunterschied so früh eine Rolle spielt: mir war klar, dass er ca 14 Jahre früher in Rente gehen wird, als ich. Aber ich kenne eine Menge sehr fitte Rentner. Mein Mann hat leider jetzt schon mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und thematisiert sein "alt werden/alter Vater sein" seit seinem 49. Geburtstag. Jede Kleinigkeit und sei es eine neue Brille, schlägt in diese Kerbe.

        Bei einem großen Altersunterschied würde ich frühzeitig thematisieren, wie sich jeder sein Leben vorstellt: mit 40, mit 50, als Rentner. Welche Art von Urlaub? Wie alt sollen die Kinder zu demZeitpunkt sein? Wie wichtig ist es, dass die Kinder wieder aus dem Haus sind, wenn man in Rente geht?

        Und v.a.: wer darf wann an seiner Karriere basteln?
        Bei uns geht z.B. Immer der Job meines Mannes vor. Klar, von seinem Job leben wir, daß ist unser Familieneinkommen. Ich wollte wieder einsteigen, sobald die Kinder im Kindergarten sind. Vollzeitstelle hat nie geklappt, weil sich immer Termine mit regelmäßigen Terminen meines Mannes überschnitten haben. Bei euch könnte ich mir vorstellen: Einstieg am Krankenhaus wir shwierig, wenn dein Mann schon Schichtdienst arbeitet. Womöglich ist er bis dahin Chefarzt. Muß flexibel und immer einsatzbereit sein. Mit Kita ist es in eurem Job nicht getan. Wie schnell sagt man sich dann "ach, jobbe ich was anderes, der Verdienst des Mannes reicht doch..."

        Neulich hat ein guter Freund zu meinem Mann gesagt (es gibt um eine Stwllenbewerbung meinerseits): "dann verschieb du doch deinen Abendtermin. Du kannst doch deiner Frau nicht die Karriere verbauen". Solche Freunde muß man aber erstmal haben... Manche Leute wundern sich auch, warum ich so viel arbeite, obwohl die Kinder noch so klein sind.


        Was Kinder im Studium angeht, wünsche ich mir manchmal, ich hätte damals schon Kinder bekommen. Wäre bestimmt gegangen - Kinderbetreuung an der Uni ist jedenfalls prima und flexibel. Aber niemals auf Wunsch des Partners, der seine eigene biologische Uhr ticken hört. (Obwohl - hätten wir früher angefangen, hätten wir jetzt evtl 4 Kinder. Nein sagen ist immer einfach. Den Partner zu einem Kind "überreden" sollte man wohl nicht.).

        Und grundsätzlich ist es zwar schwer, sich ein Leben mit Kindern vorzustellen, solange man noch keine hat. Aber: dass ein Kind IMMER, und abends erst recht, betreut werden muß, bis das Jüngste (!) ca 10Jahre alt ist, weiß man vorher.
        Also klärt auch für diesen Zeitraum, wer beruflich zurückstecken soll. Und zwar realistisch, zu allen Uhrzeiten und unter Berücksichtigung von kranken Kindern.

        Liebe Grüße!

        (6) 31.07.18 - 18:57

        Du musst dir klar werden,was DU wirklich willst.

        Ist dein Partner denn bereit, dich zu unterstützen mit Kind und Studium und evtl nur Teilzeit zu arbeiten?

        Ich kann dir von mir sagen, dass ich Jura studiert habe (sicher ähnlich anspruchsvoll) und das hätte ich mit Kind NIEMALS geschafft, zumal ich eine gute Note für den Staatsdienst wollte. Vor den beiden Staatsexamen lernt man ein Jahr mehr oder weniger den ganzen Tag...

        Und mal wirklich, deine biologische Uhr tickt doch noch lange nicht.

        Ich bin froh, dass ich mein Studium ohne extra Stress mit Kind durchgezogen und dann noch drei jahre in meinem Traumjob gearbeitet habe. Nun widme ich mich voll und ganz und mit ganzem Herzen unserem Wunschkind.

        • Na super. So viel gelernt und vom Studium profitiert -welches vom Steuerzahler subventioniert wird- um nun zu Hause zu sitzen. Sehr sehr schade. Wofür dann der Aufwand?

          An die TE: Ich hatte kein typisches Studentenleben da ich während des Studiums Kinder bekommen habe. Dafür arbeite ich jetzt Vollzeit in dem von mir gewählten Beruf.

      (9) 31.07.18 - 18:59

      Naja, vielleicht denkt dein Partner, das wird eh nix mit dem Studium.
      Keine Ausbildung, Studium angefangen und jetzt neues Studium mit 25 beginnen.
      Was ist, wenn du es wieder nicht durchhälst? Ist ja nun auch kein leichtes Studium, da fallen viele durch.

      Ich kenne einige die neben Kids studiert haben und dein Partner als Arzt verdient sicherlich jetzt auch nicht wenig. Ausserdem ist er nicht mehr der Jüngste....

      lg
      lisa

      (10) 31.07.18 - 19:36

      Vielen Dank für eure Antworten.
      Sicherlich werde ich nichts überstürzen. Aber was das Thema Kinder betrifft, bin ich einfach zu ängstlich, um welche zu bekommen, noch vor meinem Studienabschluss. Einige Antworten haben mich darin bestärkt. Es braucht schon sehr viel Nerven und Zeit ein solch hartes Studium zu schaffen. Und ich als Scheidungskind möchte nichts aufs Spiel setzen, dann warte ich doch lieber bis ich 30 bin.

      Muss noch hinzufügen, dass ich meine Wartezeit sicher hätte sinnvoller gestalten können, aber mein Traum war es schon von klein auf, Medizin zu studieren. Mein Partner möchte nicht mehr gross "Karriere" machen. Er will weiterhin "einfach" Facharzt (ohne Schichtarbeit) bleiben, hätte auch eine Kita neben seinem Arbeitsplatz (welche jedoch ca. 45 Minuten von unserem Wohnort mit dem Zug entfernt wäre - weiss nicht, ob das so optimal wäre, weil auch ich was vom Kind haben möchte, v.a. in den ersten Jahren & in den Stosszeiten ist der Zug überfüllt). Er würde auf 4 Tage pro Woche reduzieren (anstatt 5), und in dieser Zeit wäre das Baby auch in der Krippe, so dass ich Zeit zum lernen hätte.
      Muss noch hinzufügen, dass mein Partner nur unabhängige Frauen mag (& er relativ sparsam ist), er meinte sogar, dass wenn ich als Assistenzärztin anfange zu arbeiten, er komplett aufhören möchte zu arbeiten und er sich ausschliesslich um die Kindern kümmern würde, so dass ich Karriere machen kann. Für mich ist das aber alles noch in so weiter Ferne, dass ich mir ein solches Modell überhaupt noch nicht vorstellen kann.
      Tja, da werde ich nochmals mit ihm reden müssen. Der Altersunterschied ist nunmal spürbar, v.a. in solchen Situationen.

      • (11) 01.08.18 - 11:03

        Ich bin 36 und habe keine Kinder,... manchmal wünsche ich mir welche mit 25 bekommen zu haben. Dachte damals auch, ach, dass kann man mit 30 auch noch machen. Klappt aber seit dem nicht mehr.

        (12) 01.08.18 - 13:37

        Wenn Kinderkriegen definitiv etwas ist, das zu Deinem Leben dazugehört, dann solltest Du die nächsten Jahre planvoller angehen, als Du es anscheinend mit den letzten Jahren getan hast.

        Viele junge Frauen wollen ja erstmal studieren und in den Beruf einsteigen, bevor sie dann wegen des Kindes/der Kinder kürzer treten wollen/müssen. Vermutlich sind die meisten davon in Deinem Alter aber schon einen Schritt weiter als Du: Sie haben ihr Studium abgeschlossen oder stehen kurz davor.


        Aus meiner Sicht ist es nicht sinnvoll, den Kinderwunsch direkt im Anschluss ans Studium verwirklichen zu wollen. Ohne Berufserfahrung direkt in eine Pause zu gehen, halte ich nicht für sinnvoll. Gar nicht mal, weil man dann im Lebenslauf keine Berufserfahrung angeben kann, sondern vor allem, weil das Gelernte ja auch erstmal praktisch angewandt und somit verfestigt werden muss. Realistisch wäre es also, wenn Du ab Mitte 30 anfängst, Deinen Kinderwunsch (wenn er denn da ist) zu realisieren. Abgesehen davon, dass Dein jetziger Partner vielleicht dann nicht mehr Dein Partner ist und Du ggf. in der Phase, in der es beruflich grad passen würde, Single bist, darf man die Natur der Frau eben auch nicht unterschätzen.

        Natürlich gibts Frauen, die auch mit Ende 30 nur den Schlüpper an den Bettpfosten hängen müssen und schwanger sind, aber die Statistiken zeigen eben, dass es mit zunehmendem Alter doch schwieriger wird mit dem Schwangerwerden. Ob man sich dann darauf verlassen will, zu den statistischen Ausreißern zu gehören?

        Ich hab den Vater meiner Kinder erst mit 35 kennengelernt. Da ich mich mit Anfang 30 noch mal beruflich umorentiert hatte, wollte ich mit dem Kinderkriegen warten, bis ich im neuen Job fest im Sattel saß. Da war ich dann 38 und noch relativ entspannt. Gibt ja so viele Frauen, die spät Mutter werden. Erstmals Bedenken hab ich dann bekommen, als ich nach meiner Fehlgeburt feststellen musste, dass uns für die Bezuschussung von Reproduktionsmedizin durch die Krankenkasse nur noch wenige Monate bleiben. Die Ärztin in der Kinderwunschklinik hat uns dann erzählt, dass ganz viele Frauen mit völlig falschen Vorstellungen von weiblicher Fruchtbarkeit in die Klinik kommen. Zur Zeit gehen ja haufenweise Promidamen durch die Medien, die auch in ihren 50ern noch Mutter werden. Das suggeriert ja, dass es auch ganz spät noch möglich ist, Mutter zu werden. Möglich ja, aber es kostet ggf. einen Haufen Geld, oder ist doch sehr vom Glück abhängig.

        Mit dem Wissen, das ich jetzt habe, hätte ich mein Leben anders gestaltet. ich hätte mir mit Mitte 20 keinen Kindsvater backen können, und wenn ich heute den Mann sehe, mit dem ich mit 30 verlobt war bin ich froh, dass das mit der geplanten Familie nicht geklappt hat. Aber ich hätte vielleicht mit dem jetzigen Mann eher angefangen. Wenn man wartet, bis alles in trockenen Tüchern ist, ist frau ggf. "vertrocknet".

    Hallo,

    Kinder bekommen während dem Studium ist super. Ich kenne selbst einige die das gemacht haben und würde es auch selbst auf jeden Fall tun wenn ich noch studieren würde 😅. Positiv ist daran, dass du dann deine Kinder hast wenn du fertig mit dem Studium bist. Wenn du jetzt noch 6 Jahre wartest, dann bist du mit deinem Studium fertig, hast keinerlei Berufserfahrung und gehst in Mutterschutz / Elternezeit.

    Mein Mann wollte alles perfekt haben bevor das erste Kind kommt, wie du in etwa. Ich bereue das! Wir haben viel zu lange gewartet. Ich bin zwar immer sofort ss geworden aber durch 2 Fehlgeburten hat sich unser Glück noch mal um 1,5 Jahre nach hinten verschoben. Nachher bist du 36 und es will einfach nicht klappen. Da ziehen auch schnell 1,5 Jahre ins Land. Ich würde nicht warten.

    Allerdings hast du am Schluss deines Textes geschrieben, dass du jetzt noch keine Kinder willst. Dann würde ich es auch nicht tun. Ein Kind fordert einen manchmal schon sehr da muss man voll und ganz dahinter stehen 😅

    • Sorry, ich sehe eben das du erst 25 bist. Ich hatte irgendwie 30 im Kopf. Da du dir jetzt mit Kindern noch nicht sicher bist würde ich vielleicht zwei Jahre warten und dann während dem Studium Kinder bekommen. Bis danach würde ich nicht warten.

Hey,

also ich habe meine Tochter geplant im Studium bekommen und würde es immer wieder so machen. Ich war ein Jahr zu Hause, allerdings War mir relativ früh langweilig, so dass ich dann doch mit Baby in die Uni gegangen bin. Also für ein paar Kurse. Sie hat meist ganz entspannt geschlafen. Danach ist sie zur Tagesmutrer gegabgeb und geht auch immer noch hin. Sie ist jetzt 2,5 Jahre alt und ich schreibe nun nur noch meine Masterarbeit und bin dann fertig.
Ich finde, man ist im Studium einfach so flexibel wie nie wieder, so dass es perfekt ist. Klar braucht man auch die Selbstdisziplin zum Lernen und muss sich gut organisieren, aber ich kenne so viele, die im Studium Eltern wurden und alle sind der gleichen Meinung wie ich.
An deiner Zelle würde ich einfach erstmal das erste Jahr studieren und danach gucken, wie der Stand ist. Vorher kann man das eh nicht einschätzen. Ich persönlich finde es allerdings nach dem Studium viel ungünstiger, gerade als Arzt. Ein Freund von mir möchte eigentlich auch langsam Kinder, aber weder er noch seine Freundin wollen so wirklich in Elternzeit gehen, weil es eben so schädlich für die Karriere sein kann. Ich kann auch deinen Freund verstehen. Mit 45 ein Baby ist.nochmal etwas anderes als mit 30. Er wäre bis zum Auszug Mitte 60.
Wie gesagt, lass dir Zeit und redet einfach immer mal wieder drüber und guckt, wie es aktuell aussieht.

Liebe Grüße

Wenn DU ein Kind möchtest, dann solltest du es lieber im Studium als später bekommen. Dann bist du in der FA-Ausbildung und ich denke nicht, dass es dann einfacher wird - gehen wird immer alles, wenn man will.

Ich habe mein Informatikstudium angefangen, da war mein Sohn 4 Jahre alt und er ist geistigbehindert und verhaltensauffällig. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt zwar einen Partner, bezüglich des Kindes war der aber nicht wirklich relevant - im Nachhinein gesehen eher störend ;-)), dem Unterhalt vom Kindesvater musste ich ständig hinterherrennen und mehr als 120 DM waren es sowieso nie. Ich bekam elternunabhängiges Bafög (ich hatte mich schon 5 Jahre durchgängig selbst versorgt und war geschieden - deshalb), Kindergeld und Wohngeld. Die Einzige, auf die ich mich bezüglich Kinderbetreuung in Ausnahmesituationen verlassen konnte, war meine beste Freundin und zwei Tage in der Woche hatte ich über Mittag einen Nebenjob in der Mensa.

Es war teilweise wirklich schwierig und anstrengend, aber es hat sich gelohnt, ich war ein halbes Jahr nach der Regelstudienzeit fertig. Im letzten Studienjahr kam ich mit einem Studienkollegen zusammen, der später auch davon anfing, ein Kind zu wollen. Ich hatte mich gut zwei Jahre später überreden lassen und unsere Tochter kam zur Welt, da war mein Sohn schon 14. Wir hatten uns das Jahr Elternzeit geteilt und beruflich zurückstecken musste hier keiner - das hatte ich mir von Anfang an "ausgebeten". Heute ist unsere Tochter 14 und ich bin froh, "überredet" worden zu sein, auch wenn ich mich mit meinem Sohn nie unausgelastet gefühlt hatte.

Ich habe dir das nur so ausführlich geschildert, weil ich zeigen wollte, dass man Vieles schaffen kann, wenn man es möchte. Wichtig finde ich, dass man die Entscheidung für oder gegen etwas aus freien Stücken fällt, dann klappt ne Menge. Hilfe von den Eltern hatte ich so gut wie nie, aber es gab eben den Integrationskindergarten für meinen Sohn und meine Freundin.

(17) 31.07.18 - 21:24

Soweit ich weiß ist die Zeit bis zum Physikum hart, danach soll das Medizinstudium entspannter werden. Das würde ich allerdings in jedem Fall abwarten.

Ich finde die Situation schwierig... wenn man einen derartigen Altersabstand hat, sollte man wohl Kompromisse eingehen. Ich kann deinen Mann in gewisser Weise verstehen.

Aber du solltest dich entscheiden, wenn du selbst weißt was das Studium für dich bedeutet an Lernumfang etc.

(18) 31.07.18 - 21:34

Ich wurde im Studium geplant schwanger,habe noch bis zum Ende des 5 Semesters studiert, dann ein Jahr ausgesetzt und die letzten drei Semester weiter studiert.Das Studium war allerdings Dual und im Ausland.Ich habe es geschafft aber zu einem hohen Preis auf meine Kosten.Ich habe tagsüber gearbeitet,meinen Sohn betreut und nachts mich meinem Studium gewidmet. Im Nachhinein weiß ich nicht wie ich das geschafft habe.

Ich würde dir raten auf dein Gefühl zu hören.Im Gegensatz zu dir hatte ich bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung und 10 Jahre Berufserfahrung auf dem Buckel und wäre ich nicht schon so weit gewesen mit dem Studium,hätte ich den ganzen Kram geschmissen und mich in Ruhe um mein Kleinkind gekümmert.Im Nachhinein bin ich froh es durchgezogen zu haben aber ich würde es nie wieder so machen.Die Pläne, die man sich vorher überlegt, können klappen oder auch nicht und dann sind da noch die eigenen Ansichten die sich im Laufe der Schwangerschaft und Geburt ändern können... lass dir noch Zeit bis es sich richtig anfühlt...#winke

(19) 31.07.18 - 21:46

Hallo

wie lange seid ihr denn zusammen?
Ich finde auch in zwei, drei Jahren kannst du noch mal ernsthaft darüber nachdenken.
Dann kannst du deinen Lernaufwand einschätzen schätzen und deinen Partner auch.;-)
In welcher Beziehung ist dein Partner sparsam?
Eigentlich hätte man ja ideale Voraussetzungen wenn ein Partner schon voll verdient.

L.G.

(20) 31.07.18 - 22:05

Hallo.

Ich bin 23 und studiere Medizin im 9. demnächst 10. Semester. Unsere Maus ist 1 1/2 Jahre alt. Mein Partner ist auch etwas älter als ich, allerdings auch noch am studieren, da er vorher eine Ausbildung gemacht und einige Jahre gearbeitet hat.

Bei uns passt Medizinstudium und Kind gut zusammen. Es war genau die richtige Entscheidung. Es kommt sicher auch viel auf deine Persönlichkeit an und auf eure Partnerschaft. Wer kümmert sich wie viel um das Kind? Wie gut kommst du mit Stress, Prüfungssituationen etc klar. Letztlich ist es auch wichtig wie gut deine Uni dir mit der Planung entgegenkommt. Wo wirst du denn studieren? Unsere ist da zum Glück sehr entgegenkommend. Ich habe viel Kommillitonen mit Kind. Eine Herausforderung wird sicherlich das Physikum werden. Das könnte ich mir mit Kind irgendwie nicht vorstellen. Kommt aber sicher auch auf die Unterstützung durch deinen Partner und Familie an.

Wie du schon sagst den richtigen Zeitpunkt wird es nie geben. Die erste Zeit als Assistenzarzt ist,mit Sicherheit auch stressig. Allerdings solltest du dich nicht aus Druck und Angst für ein Kind entscheiden sondern weil du es wirklich willst.
Falls du noch Fragen hast kannst du mir auch gerne privat schreiben.
Liebe Grüße

Hallo!

Kinder im Studium zu bekommen hat den Vorteil, dass viele Unis sich Mühe geben, es Studentinnen mit Kind leicht zu machen. Sie arbeiten teilweise mit Kitas zusammen, die bevorzugt Kinder von Studenten nehmen, und auch andere Kitas würden euch ggf. eine höhere Prio geben. Es gibt Schwarze Bretter, wo man gut nach Babysittern suchen kann, und ein Kind, das leise ist, darfst du auch zur Vorlesung mitbringen.

Als Assistenzärztin im Krankenhaus steckst du dagegen erst mal im Schichtdienst mit verdammt langen Diensten. Auch wenn dein Mann die Hauptsächliche Betreuung übernehmen würde, musst Du nach Schichten ja trotzdem schlafen können. Zu hellhörig darf es da nicht sein. Du musst sehr viel arbeiten und es wird auch da Leistung verlangt. Rücksichtnahme auf eine junge Mama kannst du da halt nicht wirklich erwarten.

Wirklich Kinderfreundlicher würde es erst werden, wenn du in eine niedergelassene Praxis einsteigen kannst, und das dauert halt deutlich länger als nur 6 Jahre.

Ein guter Zeitpunkt für Kinder wäre z.B. nach dem Physikum. Da hast Du Dich schon ins Studium eingefunden, hast die stressigste Phase hinter Dir. Da kannst Du auch ganz gut eine Weile aussetzen, wenn Du Zeit mit deinem Baby verbringen willst. Und damit wäre die Kleinstkindphase dann auch überstanden, bevor du in den Schichtdienst musst.

Hier noch eine Stimme für Nach-dem-Physikum.
Ich habe Kommilitonen gehabt die Kinder im Studium gekriegt haben. Teils haben Übelkeit und Co studieren schon in der Schwangerschaft arg erschwert. Auch ein Schreikind kostet Energie.
Bring den Löwenanteil erst mal hinter Dich.

Hey :) Das Thema „Kinderwunsch in der Studienzeit“ ist ein schwieriges Thema, weil oft die therorie von der Praxis abweicht.

Ich habe eine Ausbildung und ein Studium. Der Kinderwunsch hat sich während des Studiums entwickelt - trotzdem haben wir bis zum studiumende gewartet. Das war auch - im Nachhinein betrachtet - das richtige.

Erst als ich das erste Studium abgeschlossen habe und ein zweites begonnen habe, haben wir uns an den Kinderwunsch gewagt. So hätte ich - im Notfall - zumindestens eine Ausbildung und ein abgeschlossenes Studium!

In der Theorie war geplant, dass ich bis zum Mutterschutz weiterstudiere - mir ein Jahr frei nehme und danach das Studium neben der Kinderbetreuung abschließe! So viel zur Theorie. In der Praxis war es nun mal so, dass aus dem Wunschkind Zwillinge wurden. Anfangs war die Schwangerschaft recht riskant - mit Hämatomen und viel Bettruhe, sodass ich bereits in der 6 ssw nur liegen durfte und an wichtigen Prüfungen und Vorlesungen nicht anwesend war.

Somit habe ich das Studium vorerst mal auf Eis gelegt. Ob ich wieder einsteigen werde steht derzeit in den Sternen. Da mein Studium berufsbegleitetend ist habe ich nur freitags und samstags Vorlesungen. In der Theorie klang es so einfach, als mein Partner und ich beschlossen haben, dass er Freitag nachmittags und samstags auf das Kind aufpasst. Nun schaut es mit Zwillingen etwas anderes aus.

Also man kann viel planen - aber manchmal hat das Leben andere Pläne für einen.

Ich bin sehr froh über die Zwillinge, auch wenn ich dafür erstmal mein Studium begraben kann. Ob ich das auch ohne einem abgeschlossenen Studium so locker gesehen hätte, kann ich nicht sagen. Da wären die Zweifel auf jeden Fall da. Ich habe derzeit keine, weil ich weiß, dass ich zwar nicht das erreicht habe, das ich eigentlich wollte aber ich habe zumindestens etwas in der Tasche!

Ich persönlich kenne aber beide Seiten. Studienkollegen, welche neben der Kinderbetreuung das Studium
Erfolgreich gemeistert haben aber auch welche, die aus diversen Gründen (finanziell, zeitlich ...) das Studium beenden mussten.

Man weiß eben nie wie es kommt (zb. Mehrlinge, risikoschaangerschaft, „Schreikind“ ...). Deswegen sollte man auf jeden Fall zu 100% hinter dem Kinderwunsch stehen! Solange das nicht der Fall ist, würde ich mich persönlich erstmal nur auf das Studium konzentrieren!

Viel erfolg 🍀

Hallöchen,

Wir haben hier die exakt gleiche Situation, nur bin ich in dem Fall diejenige, die Vollzeit arbeiten geht (bin 28 und Psychologin im Krankenhaus) und mein Freund studiert Medizin (er ist 29 und im 5. Semester). Wir haben uns jetzt für Kinder im Studium entschieden, allerdings haben wir auch Oma und Opa/Geschwister, die einspringen können und eine Kita am Klinikum für Mitarbeiter. Finde es wichtig, dass auch mein Freund was von dem Kind hat und zeitlich extrem flexibel ist, das ist in der Assistenzarztzeit nicht mehr der Fall. Ich würde dir raten, warte bis zum Physikum und entscheide dann nochmal!

(25) 01.08.18 - 11:00
Verstehe deinen Mann

Im Gegensatzu zu einigen anderen kann ich deinen Mann verstehen. Er ist nun mal nicht mehr der Jüngste und Kinder sind offensichtlich ein großer Herzenswunsch von ihm.

Ich wollte IMMER Kinder, schon seit ich selbst ein kleiner Stöpsel war. Meinen Mann hab ich noch im Studium geheiratet und wollte da eigentlich schon gern loslegen. Er nicht. Einmal dachte ich, dass es vielleicht "passiert" wäre, und er war ganz panisch und hat sogar geweint. Er hat sich das Studium hart erarbeitet, war erst völlig deplatziert an der Hauptschule, dann Ausbildung, dann Abi nachgeholt, dann Studium (mittlerweile steht er kurz vor der Promotion). Er dachte, wenn er während des Studiums Vater wird, müsste er alles hinschmeißen, Geld verdienen, damit wir unabhängig sind. Ich habe zu der Zeit übrigens auch studiert.

Also haben wir das nicht gemacht. Ich dachte, wir hätten alle Zeit der Welt.

Mittlerweile bin ich 27 und es will seit zwei Jahren einfach nicht klappen. Wenn alle Stricke reißen, läuft es in zwei Monaten auf eine IVF hinaus, in Kinderwunschbehandlung sind wir schon länger. Ich finde, daran denkt oft keiner. Alle sagen sich immer, dass sie mit 30 noch gaaanz viel Zeit haben. Ja, wenn es dann aber schon beim ersten länger dauert und man nicht direkt danach ein Geschwisterchen nachschieben möchte, ist man unter Umständen schneller Ende 30, als man denkt. Und das findet dann auch wiederum nicht jeder schön.

Bei deinem Mann ist die zeitliche Komponente ja noch einmal eine ganz andere. Offensichtlich wünscht er sich ja mehrere Kinder. Wenn er beim ersten schon 45 ist, ist er dann vielleicht beim nächsten schon 50. Wenn das mal Abi macht, ist er bereits Rentner. Ich kann verstehen, dass er das nicht unbedingt möchte.

Auch ich halte eine Schwangerschaft während des Studiums nicht für die schlechteste Idee. Gerade wenn dein Partner dir den Rücken freihält, ist das doch super. Na klar, es ist stressig, dass ist es als Assistenzärztin aber mit Sicherheit auch, wenn nicht viel schlimmer. Da siehst du vom Kind wohl noch weniger. Das Studium kannst du mit Kind auch ein bisschen in die Länge ziehen, da stört keinen. Aber später musst du halt zu deiner Schicht kommen, Punkt.

Ich würde es in Betracht ziehen. Zumindest nach den ersten zwei Semestern noch einmal darüber nachdenken.

PS: Ich bin auch ein Scheidungskind und finde, dass das damit eigentlich nicht viel zu tun hat. Eine Ehe kann immer in die Brüche gehen.

Top Diskussionen anzeigen