Kinderwunsch vom Partner während Studium, ich skeptisch Seite: 2

      • (26) 01.08.18 - 09:57

        Schwierig. Dein Partner scheint einen sehr großen Kinderwunsch zu haben, wenn er dir sogar schon anbietet, dass er daheim bleiben und sich um alles kümmern würde. Da kann ich deinen Partner schon verstehen, dass er langsam seine biologische Uhr hört.

        Mein Vater war 45, als er sein erstes Kind bekam. Ob er Hochzeiten und Enkelkinder noch erleben wird, ist fraglich. Ich sehe "zu alte Väter" daher ehrlich gesagt kritisch...

        Allerdings bist du mit 25 ja noch jung. Ich hätte keine Lust gehabt, während des Studiums schon ein "Familienleben" zu haben. Ich hab die Freiheit, Partys, reisen etc. genossen. Unter meinen Unikollegen hatte niemand(!) Kinder, das wäre nicht vereinbar mit unserem zeitintensiven Studium gewesen. Mir persönlich wäre auch mulmig dabei - Kind aber keine Ausbildung zu haben...

        Würdest du dich deplatziert fühlen, wenn die anderen ihr Studentenleben genießen und du heim musst zum Windeln wechseln? (bewusst provokativ gefragt!)

        Andererseits vergeht noch ein Jahrzehnt(!), bis du in der vermeintlich idealen Position bist für eine Familiengründung. Direkt nach dem Studium wäre blöd. Da bist du "schon" Anfang 30, hast aber noch 0 Berufserfahrung. Wenn du dazwischen noch eine Babypause einschiebst, wärst du Mitte 30 und immer noch ohne Berufserfahrung. Ich weiß nicht wie die Situation bei Ärzten ist, aber in den meisten anderen Branchen ist diese Kombination super mies...

        (27) 01.08.18 - 10:29
        Wo ein Wille ist...

        Ich habe zwar nicht Medizin studiert, aber Alleinerziehend ohne Familie vor Ort und leider ohne Unterhalt vom KV meinen Bachelor und Master gemacht. Ich habe mit 1,3 bestanden. Sie kam in meinem 3. Semester. Es war eine schwere Zeit aber auch eine besondere. Es gibt einen Spruch: Durch deine Wunden dringt das Licht ein, dass dich zum Leuchten bringt. Bei mir war es so.

        Das ist 10 Jahre her. Heute habe ich einen guten Job, bin glücklich verheiratet und finanziell leben wir auf einer ganz anderen Ebene.

        Was ich dir sagen kann. Es gibt keinen idealen Zeitpunkt. Man muss die Chancen dann ergreifen, wenn man sie hat, denn was später ist, weiß niemand. Das Leben kann immer sehr plötzlich andere Wege gehen, auch wenn du von langer Hand alles geplant hast. Jetzt hast du einen Mann, der dich liebt und unterstützt und das will. Wer weiß schon was ist, wenn du sechs Jahre wartest.

        Ich habe es nie bereut früh Mutter geworden zu sein . Ja es war anstrengend, aber es war auch mein Antrieb es nicht nur mir sondern auch meinen Kind zu beweisen . Ich kannte viele Studierende mit Kindern und habe nur erlebt dass es uns strukturierter und ehrgeiziger gemacht hat. Meine Noten haben sich durch die Geburt nur verbessert
        ich würde sehr effektiv. Wann -wenn nicht für sein eigenes Kind, dass man über alles liebt, -gibt man alles und möchte sich das beste erarbeiten.

        Die zeitlichen Möglichkeiten waren tatsächlich besser als jetzt im Berufsleben .

        Und Geld wird bei Babys und Kleinkindern total überbewertet. Babys brauchen eigentlich gar nichts außer ihrd Eltern, Windeln und die Brust/Flasche. Die meisten schlafen eh im Bett der Eltern. Bis sie einigermaßen konzentriert spielen sind sie mindestens 3. Ein eigenes Zimmer braucht man nicht unbedingt. Second Hand Kleidung ist sogar gesunder für Babys weil keine frische Chemie. Und man findet tonnenweise gute Markenkleidung für 1-5€ pro Stück in absolut neuwertigem Zustand auf Flohmärkten, eBay, urbia, durch andere Mütter. Und dann bekommt man so viel geschenkt. Jede Tante will kleine Babysachen kaufen.

        Babys wollen ansonsten eigentlich gar nichts groß. Kleinkindern schadet etwas Bescheidenheit garantiert weniger als Überfluss. Und die meisten jubeln zwar über viel Spielzeug, spielen aber am Ende meist nur mit den selben drei Sachen und finden eher so Sachen toll wie Matschpfützen,Tubberdose, Wäscheklammern und Seifenblasen. Bücher und Filme und Spiele haben wir aus der Bibliothek ausgeliehen. Oft habe ich die auch zur Uni-Bibo mitgenommen. Sie hat da viel gelernt ;).

        Essen: Nun vermutlich mäkeln sie beim Essen überwiegend rum und verlangen 14 x in der Woche Grießbrei, Fischstäbchen und Nudeln. Nichts davon kostet die Welt. Ehrlich ich hatte so wenig Geld. Aber für mein Kind war immer genug da. Weil ich eben nicht doof im Kopf war. Das teuerste, was eingeplant werden musste, war schlicht die Betreuung.

        Finanziell anstrengend werden Kinder ansonsten erst im Schulalter. Schulzeug, Materialen, Ranzen, coole Klamotten, Laptop, Handy, Taschengeld. Aber bis dahin wärst du mit dem Studium fertig und würdest Geld verdienen.

        Bei mir war es auch so. Ich bin jetzt auch ehrlich gesagt froh, dass ich einfach Zeit habe für meinen Job. Mein Kind geht zur Schule, ich gehe zur Arbeit. Ich kann in Ruhe Geld verdienen. Nachmittags verbringen wir Familienzeit.

        Im Studium könnte ich selbst entscheiden wie viele Stunden ich mache, natürlich schon mit Hinblick darauf nicht zu lange zu studieren, aber letzten Endes habe ich 1 Babyjahr genommen und 2 Semester länger studiert. Die meisten, die ohne Kinder studieren schließen auch mit einem Semester länger ab. Kein Mensch fragt später danach.

        Es war am Ende also machbar auch unter diesen harten Bedingungen, die du nicht im Ansatz haben wirst. Aber man muss es wollen.

        Diese Zeit hat mich willensstark und erwachsen gemacht.

        • (28) 01.08.18 - 13:17

          Vielen Dank für eure gutgemeinten Ratschläge und Hilfe.
          Ich werde mein Leben jetzt definitiv strukturierter gestalten. Jetzt habe ich erstmal ein Ziel:
          Ich werde bis Ende 4. Jahr studieren (da wäre ich dann Ende 28), da ist das Physikum erstmal vorbei und ich starte in die Famulatur bzw. in das praktische Jahr, wo vor allem Berufserfahrung gesammelt wird. Danach werde ich den Wunsch, Kinder zu bekommen, nochmals aufnehmen und dann weiterschauen.
          Man weiss ja wirklich nie, wann alles vorbei sein kann, v.a. als Frau. Ich ziehe es wirklich in Erwägung, Kinder während des Studiums zu kriegen, jedoch erst in den letzten 2 Jahren. Vorher trau ich mir das schlicht und einfach nicht zu.
          Muss hinzufügen, dass mein Partner extrem rücksichtsvoll ist und alles für die Familie machen würde. Sprich: während den Examenszeit würde er mir vollkommen den Rücken freihalten. Und da vertraue ich ihm auch. #verliebt

      (29) 02.08.18 - 13:10

      Ich studiere auch nochmal. Selbst habe ich leider keine Kinder. Kenne aber einige mit Kindern und die schaffen das auch.
      Wenn Kinder definitiv in deine Lebensplanung gehören, würde ich nicht bis nach dem Studium warten.

      Ich selbst hab schon sehr lange n Kinderwunsch und es hat nie richtig gepasst. Mit Anfang 30 hat man mir dann gesagt, dass ich bald unfruchtbar sein werde. Meine Eizellenreserve ist aufgebraucht. Und nun sitze ich hier. Frisch getrennt, ohne Kinder und muss mich langsam von dem Kinderwunsch verabschieden. Ich hab mir zwar Eizellen teuer einfrieren lassen, aber aufgrund meines schon niedrigen AMH Wertes war die Ausbeuten auch sehr schlecht.

      Ich bereue es, dass ich immer auf die perfekte Situation zum Kinderkriegen gewartet habe.

      Nicht jeder kann ewig Kinder bekommen. Muss bei dir natürlich nicht so sein. Aber man weiß sowie vorher nicht. Vor der Diagnose war ich auch immer sehr entspannt, was das Alter betrifft.

      Lg

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