Trennung durchziehen?

    • (1) 31.07.18 - 22:25
      Juami

      Hallo, ich muss mir einfach mal was von der Seele schreiben... Mein Freund und ich haben eine Tochter, 1,5 Jahre alt.
      Seit ihrer Geburt geht unsere Beziehung mehr und mehr kaputt. Er hat kein Interesse an dem Kind außer ab und zu ein Foto zu schießen um Freunden und Bekannten zu zeigen was für ein toller Vater er ist. Er hat sogar schon mehrfach gesagt, dass er mit unserer Tochter einfach nichts anfangen kann. Er belügt mich, er ist verbal sehr aggressiv und hat mich auch schon mit Kind auf dem Arm gestoßen. Nun hat er vor einiger Zeit zugegeben, dass er Tabletten nimmt, Beruhigungsmittel, Antidepressiva und Schlaftabletten. Alles wild durcheinander und Alkohol hinterher. Er hat mir das Blaue vom Himmel versprochen und nichts gehalten. Gleichzeitig gedroht, mir das Kind wegzunehmen und noch vieles mehr was hier den Rahmen sprengen würde. Nun hab ich ihn raus geschmissen als er mir im Streit gedroht hat, er würde gleich zuschlagen. Er hat nun vor im August eine Therapie zu beginnen. Nur 2 Wochen soll die dauern. Aber nur wenn ich ihn danach zurück nehme. Danach wäre er wieder wie früher und ich soll an unsere Tochter denken, der ich den Vater nehme usw. Seine Mutter setzt mich auch sehr unter Druck. Soll ich ihm nochmal eine Chance geben? Ich finde es furchtbar, dass meine Tochter keine glückliche Familie hat. Aber gleichzeitig hab ich Null Vertrauen mehr. Ich weiß einfach nicht mehr was richtig ist...

      • (2) 31.07.18 - 22:52

        Eine Therapie an eine solche Bedingungen zu hängen.... das ist ja zum scheitern verurteilt. Er muss sie machen, weil er sich ändern will. Wenn das nicht der Grund ist, dann glaube ich persönlich nicht daran, dass es noch was wird. Zumal ich es bedenklich finde mit schupsen, Tabletten usw.
        Deine Tochter bekommt das alles mit. Ihre Sicherheit würde bei mir an erster Stelle stehen. An zweiter Stelle meine eigene. Ich würde mich nicht unter Druck setzen lassen. Wenn er es schafft und sich ändert kann über alles gesprochen werden. Natürlich auch nur wenn du ihn noch liebst. Ansonsten ist der Drops eh gelutscht...

        (3) 31.07.18 - 22:57

        Ehrlich? Er braucht die Therapie so oder so.

        Und wenn er sie NUR machen will, um dich zu halten und noch mehr an sich zu binden, dann ist das der falsche Ansatz.

        Ausserdem ist eine Depression niemals in 2 Wochen erledigt. Das dauert Monate!

        Unter dem Deckmantel der Depression versucht er seine Aggression zu verkaufen? No go. Damit gibt er allem und jedem die Schuld, aber übernimmt sie nicht für sich selbst. Feige und arschig!

        Lass ihn ziehen!

        Richtig wäre, er will für sich alleine etwas ändern und stellt nicht anderen Bedingungen dafür. Denn sonst ist da keine Einsicht und man kann keine Erfolge vorweisen.

        Alles liebe!

        (4) 31.07.18 - 22:57

        Deine situation ist schlimm :/ das tut mir sehr leid...ich an deiner stelle würde seine Abwesenheit dafür nutzen, für dich zu überlegen, ob es dir/euch (kind) nicht ohne ihn wirklich besser geht. Es ust nicht einfach, aber auch du und die kleine habt nur das eine leben. Es sollte schön sein.

        Ich kann dir aber ein Paar wichtige Infos geben zu seiner "therapie" ...ich arbeite in solchen Einrichtungen und er erzählt dir mal wieder Märchen.
        Es gibt in diesem Bereich keine 2 wochen Therapie. Es ist vielleicht eine entgiftung...und nach 2-3 wochen daheim, geht der mist wieder los. Wenn er ernsthaft eine Therapie anstrebt, sollte euch klar sein, dass diese ca. 10-12 wochen dauert und anschließend eine lebenslange nachsorge folgt. Alles andere ist quatsch und wird ihm nichts bringen.

        Alles gute für dich und dein Kind!

      • Ich sehe es ebenso. Wenn er das nur macht und im Gegenzug vorab schon dein verstehen haben will, kannst du das komplett vergessen. Und eine Therapie für zwei Wochen ist lächerlich. Ich war wegen anderen Dingen in Behandlung, für 4 Jahre! Man braucht minimal ein Jahr, vorallem wenn es um nderung der Verhaltensweisen, Depressionen und vllt Entzug geht. Er redet dir das blaue vom Himmel runter, aber in zwei Wochen wird sich nichts ändern. Das du ihn vor die Tür gesetzt hast, war schon ein guter Schritt für die Sicherheit von deiner Tochter und auch dir selbst. Lass dich von ihm nicht mit leeren Versprechungen abspeisen, wenn er was ändern will, dann soll er es auch tun und dir beweisen, in dem er dir Ergebnisse liefert! Und seine Mutter hat da mal überhaupt nichts zu sagen.

        Ich würde ihm durchaus Kontakt zu seiner Tochter erlauben, aber nur unter Aufsicht und nur, wenn er weder was eingeworfen, noch getrunken hat.

        • (7) 31.07.18 - 23:09

          Vielen Dank für eure Antworten! Ja, ich lass ihn seine Tochter immer sehen wenn er danach verlangt, was derzeit ungefähr jeden 2. Tag ist. Aber nie alleine. Am Donnerstag habe ich einen Termin beim Anwalt zur Beratung. Ich hab einfach Angst vor der Zukunft. Angst davor, dass meine Tochter mir das alles mal vorwirft... Angst wie er reagiert wenn ich sage, dass es endgültig ist... Er hat mir schon so viel gedroht... Er ist Kroate und hat schon oft gesagt, dass er sich die Kleine holt und mir das Leben zur Hölle machen wird... Aktuell ist er diesbezüglich zwar ruhig aber er weint viel und versucht mir ein schlechtes Gewissen zu machen...

      (8) 31.07.18 - 23:03

      Ich glaube, dass es für dich und deine Tochter das beste ist ohne in weiter zu machen.
      Ganz ehrlich, der Typ wäre bei mir schon aus der Wohnung geflogen, wenn er mich mit Kind auf dem Arm schubst!!
      Er ist kein guter Umgang für dich und deine Tochter. Er sollte die Therapie für sich selbst machen, weil er es wirklich möchte. Ich würde mir von seiner Mutter kein Druck machen lassen, soll sie bitte ihren tollen Sohn zu dich nehmen, dann wird sie sehen wie es ist.
      Stell dir vor, deine Tochter ist in der Nähe von seinen Tablette usw. geht überhaupt nicht.
      Du warst selbst, er ist kein guter Vater also was hält dich noch an ihm?
      Glaub mir er wird dir dein Kind nicht wegnehmen, schon gar nicht wenn vermerkt würde das er in Therapie war. Also mach dir kein Kopf, dass wird er nicht schaffen. Ich glaube du und deine Tochter kommt gut ohne ihn klar und habt ein leichteres und vor allem deine Tochter ein harmonischer Umgang wie sie und auch du verdient habt. Lass den Typen geh'n und denk an deine Tochter und dich.
      Ich wünsche dir und deiner Tochter viel Kraft und alles Gute.

      Nimm ihn bloß nicht zurück!! Alleine, dass er dich so unter Druck setzt, zeigt doch, dass das mal wieder nur leere Versprechungen sind. Eine Therapie binnen zwei Wochen und dann sei er "wieder so wie früher"...das glaubt er doch selbst nicht.
      Auch deine Tochter ist ohne solch einen Vater besser dran. Der Typ hat sich offenbar nicht im Griff und hat dir gegenüber mit seinen Ausfällen bereits mehrmals eine Grenze überschritten.

      (10) 01.08.18 - 08:58

      "Soll ich ihm nochmal eine Chance geben? Ich finde es furchtbar, dass meine Tochter keine glückliche Familie hat. Aber gleichzeitig hab ich Null Vertrauen mehr. Ich weiß einfach nicht mehr was richtig ist..."

      Nicht richtig ist auf jeden Fall eine glückliche Familie für ein Kind mit Mama und Papa spielen einen auf Heile Familie gleich zu setzen, wenn ihr das, so wie dein Partner drauf ist, überhaupt hinkriegt.

      Ich würde wetten, dass es mehr unglückliche Kinder in Familien gibt, wo die Frau bei einem gewalttätigen, aggressiven und mental instabilen Mann bleibt, als Kinder in Familien die aus Patchwork bestehen.

      Hallo,

      was ihr da habt, ist mit Sicherheit keine glückliche Familie. Trenn dich!



      vg
      novemberhorror

      (12) 01.08.18 - 12:02

      Wirklich wissen, was fuer Dich richtig ist, weiss ich auch nicht. Aber mein Gefuehl ist:

      Trenn Dich und lass ihn sein Problem fuer sich loesen. Schuetze Dich und Eure kleine Tochter - nicht nur fuer Dich und sie, sondern auch fuer un vor ihm, bis er sich wieder im Griff hat. Sobald er sich und sein Leben sortiert hat, wird er verstehen, dass das auch ein Liebesbeweis ist - alleine auf Euer Kind aufpassen und solange alles am Laufen halten, bis er seien Probleme geloest hat. Vertrau nicht auf Versprechungen - ich habe keinen Zweifel daran, dass er die so meint, aber ich glaube nicht, dass er es alleine, ohne Hilfe, schafft. Und ich glaube auch nicht, dass er ohne den Druck einer Trennung wirklich den Hintern hochbekommt. Das hat nichts damit zu tun, dass Du ihn haengenlassen wuerdest - manchmal muss man jemanden in Liebe alleinlassen, auch wenn es schwerfaellt. Deine Tcohter und Du habt Prioritaet, er ist im Moment so nicht zurechnungsfaehig, nicht zuverlaessig, und was er tun oder lassen wird/kann ist nicht absehbar. Tu das Dir und Eurer Tochter - und auch ihm - nicht an. Er versinkt, so wie es im Moment ist, nur in einem Teufelskreis aus Abhaengigkeit, Schuldgefuehlen, Wut auf sich, sein Leben und alles, was damit zusammenhaengt - und je langer Du seine Umgebung, so wie sie jetzt ist, fuer ihn zusammen und aufrechterhaeltst, solange wird das so weitergehen. Wenn Du ihm helfen moechtest, Eure Tochter schuetzen und Euch evt. noch eine Chance geben moechtest fuer irgend wann in der Zukunft, dann ist es jetzt leider an Dir. Warte nicht, bis es so schimm wird, dass Dir keine andere Wahl mehr bleibt. Gib ihm nicht noch mehr Zeit, das, was Ihr habt, weiter zu zerstoeren - er will das so sicherlich auch nicht. Er hat nur nicht die Kraft, da rauszukommen. Es muss fuer ihn richtig unangenehm werden und der Druck von allen Seiten gross genug - sonst wird sich nichts aendern.

      Ich wunesche Dir ganz viel Kraft und dass Du fuer Euch die richtige Entscheidung triffst!
      Vanillie

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