Stress mit der Ex

    • (1) 07.08.18 - 11:28
      Inaktiv

      Hallo zusammen,

      ich bin neu hier und hoffe hier ein paar Meinungen oder Tipps zu bekommen.
      Auch wenn der Beitrag lang ist, ich muss es mir einmal von der Seele schreiben.

      Ich bin jetzt seit 2 1/2 Jahren mit meinem Freund zusammen.
      Als wir uns kennenlernten, war er bereits von seiner Ex getrennt, jedoch aufgrund des Scheidungsjahres noch verheiratet. Sie haben auch ein gemeinsames Kind.

      Mit dem Kind habe ich mich sofort gut verstanden, es schien mich auch zu mögen und es lief alles super, bis seine Exfrau herausgefunden hat, dass es mich gibt. Das war nach 2 Wochen Beziehung.
      Von da an hagelte es Anrufe bei ihm, Vorwürfe wurden laut, er würde das Kind vernachlässigen und falsch ernähren, er würde ihn an den Besuchswochenenden zu spät nach Hause bringen etc.

      Jetzt verweigert sie ihm das Kind schon seit diesem Zeitpunkt, Anwälte, Diakonie etc. scheinen machtlos gegen diese Frau zu sein, da sie sich gern in der Opferrolle sieht.

      Dazu kommt, dass sie versucht unsere Beziehung zu manipulieren. Irgendwelche Bekannte von ihr kontaktieren mich per Facebook und versuchen, meinen Freund schlecht zu machen. Jemand hat sich in sein Facebook-Konto gehackt und irgendwelche Frauen angeschrieben, nur um mir einen Screenshot des Schriftverkehrs zu zeigen, es werden Lügen erzählt, dass er schon während der Ehe mit ihr eine Affäre mit mir gehabt hätte (sie waren schon fast ein halbes Jahr getrennt, als wir uns kennenlernten), Bekannte von uns werden angeschrieben und versucht gegen uns aufzubringen....ich bin mit den Nerven am Ende.
      Als die Scheidung rum war und er endlich seine Sachen bei ihr abholen konnte, was sie immer verweigert hat, legte sie absichtlich ihr Hochzeitsfoto ganz oben in den Karton, damit ich es sofort sehe.

      Das schlimmste ist aber der Gedanke, dass er wegen mir sein Kind nicht mehr sehen kann. Er sagt zwar immer es sei nicht meine Schuld, aber der Terror fing ja nunmal mit meinem Erscheinen an. Aber eine Trennung kommt für keinen von uns in Frage, da wir selbst eine Familie planen und heiraten wollen.
      Allerdings bangt es mich schon vor dem Terror, der kommt wenn sie erfährt, dass wir ein Kind zusammen bekommen...

      Vielleicht könnt ihr mir ja sagen, wie man mit sowas umgehen soll und vielleicht auch allgemeine Meinungen dazu.
      Wie gesagt, ich bin mit den Nerven einfach langsam am Ende...


      Liebe Grüße

      • Wieso kann sie ihm das Kind verweigern?
        Gibt es keine Regelung?

        Wie alt ist denn das Kind?
        Hat er auch das Sorgerecht?

        Hört sich alles sehr anstrengend an...

        • (3) 07.08.18 - 11:54

          Hallo,

          das Kind müsste dieses Jahr 4 werden.
          Sie haben geteiltes Sorgerecht und es wurde vereinbart, dass es alle 14 Tage übers Wochenende bei ihm ist.

          Ich habe keine Ahnung, warum sie es ihm so einfach vorenthalten kann.
          Beim Jugendamt wurde nichts vernünftig geprüft. Da musste sie nur den Begriff "Kindeswohlgefährdung" nennen und es wurde akzeptiert, ohne geprüft zu werden.
          Deswegen haben wir uns ja an die Diakonie und das Gericht gewendet.
          Es gab auch 3 betreute Treffen in den Räumen der Diakonie, die eigentlich gut liefen.
          Aber Madam stellt sich wieder quer, weil sie fordert noch 4 Monate lang weiter betreute Treffen abzuhalten, was mein Freund aber nicht einsieht.
          Er hat angeboten, 3 weitere Treffen bei uns Zuhause zu machen, damit die Dame von der Diakonie unsere Wohnung sieht.
          Hat die Kindsmutter aber abgelehnt.

          • Er sollte wirklich konsequent dran bleiben. Ich würde mir einen Anwalt nehmen.
            Das geht doch so nicht... Sie kann doch nicht einfach sagen, dass das Kindeswohl gefährdet ist und das wird dann so hingenommen, ohne es zu prüfen.

      Er muss eben konsequent den Umgang einklagen.

      LG

      Zunächst mal bin ich hier dran hängen geblieben:

      "Mit dem Kind habe ich mich sofort gut verstanden, es schien mich auch zu mögen und es lief alles super, bis seine Exfrau herausgefunden hat, dass es mich gibt. Das war nach 2 Wochen Beziehung."

      Wie viel Zeit hast Du denn in den ersten beiden Wochen Eurer Beziehung mit dem Kind verbracht, dass Du das Gefühl hast, es sei alles super gelaufen?

      Ansonsten kenne ich eine ähnlich gnatzige Ex aus dem Umfeld. Da ist das Kind zum Glück schon alt genug, um ein bisschen mitreden zu können.

      Dein Partner muss halt aktiv werden und vor allem bleiben. Du solltest Dich da zurücknehmen, das ist seine Baustelle.

    • (9) 07.08.18 - 13:11

      Ich kann natürlich nur von meiner Sichtweise ausgehen.
      Aber da der keine von selbst zu mir ankam zum spielen und kuscheln, bin ich natürlich davon ausgegangen es läuft gut.
      Ich habe ihn ein komplettes Wochenende gesehen und dann nochmal an einem Feiertag, wo mein Freund den Kleinen mit zu seinen Großeltern mitnehmen durfte.
      Ist jetzt natürlich nicht das Meiste, aber wie gesagt, meinem Gefühl nach lief es wirklich gut.

Du schreibst im Ausgangsbeitrag, dass er wegen dir sein Kind nicht mehr sehen kann.

Daraufhin kam die berechtigte Frage, wie das sein kann und warum es da keine Regelun gibt.

So dramatisch scheint die Situation aber wohl doch nicht zu sein, denn daraufhin berichtest du von einem begleiteten Umgang und der Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens.

Dein Partner möchte nun keinen Umgang mehr in den Räumen der Diakonie, sondern eben daheim. Das ist auch mehr als verständlich. Nachdem aber sowieso schon ein Verfahren läuft und der Umgang stattfindet, ist doch alles eingeleitet, was eingeleitet werden konnte.

Für mich unverständlich ist, dass die Situation offenbar seit 2 1/2 Jahren so ist und jetzt erst das Umgangsrecht gerichtlich geltend gemacht wird oder war es so, dass es mal besser und mal schlechter lief, bis die Situation dann eskaliert ist? So ganz werde ich aus deinen Beiträgen nicht schlau.

Dass Kinder von der Mutter instrumentalisiert werden, liegt freilich nicht im Sinne des Kindeswohls, da kann man schon die abenteuerlichsten Geschichten hören, aber genau für solche Fälle gibt es Umgangsregelungen. Natürlich kann auch eine gerichtliche Umgangsregelung sabotiert werden, dann ist z.B. das Kind wiederholt am Umgangswochenende erkrankt, aber auch dasgegen kann man ggfs. mittels Ordnungsgeldantrag vorgehen.

In welchem Stadium ist denn das gerichtliche Verfahren bzw. was dauert denn da so lange?

  • (11) 07.08.18 - 13:08

    Hallo,

    ja mir ist auch aufgefallen, dass ich alles etwas unglücklich formuliert habe, bzw. keine zeitlichen Angaben gemacht habe.

    Die betreuten Umgänge fanden Dezember/Januar 2016/17 statt.
    Das waren, wie gesagt, 3 Stück und danach war wieder Schicht. Seitdem hat er den kleinen nicht mehr gesehen und sie verweigert auch jegliche Auskunft. Das ist jetzt wieder über ein Jahr her.
    Lediglich die Rechnungen (bspw. für eine neue Brille) haben wir bekommen.

    Anfangs wurde ihm von seiner Anwältin geraten, sich erstmal auf die Scheidung zu konzentrieren, damit seine Ex dabei nicht noch Murks macht (was sie durch Nichtabgabe von Unterlagen versucht hat).

    Jetzt hat seine Ex einen, ich nenne ihn mal so, Kinderanwalt eingeschaltet. Ist wohl so eine Art Psychologe, der ein Gespräch mit beiden Elternteilen und dem Kind geführt hat.
    Ist aber auch schon wieder ein halbes Jahr her und seitdem nichts mehr.
    Ich habe keine Ahnung, was da so lange dauert.

    • Danke für die Erklärungen. Das ist ja eine fürchterliche Situation, für die du aber nichts kannst.

      Für deinen Partner ist es sicher unglaublich belastend, dass er das Kind eine derart lange Zeit nicht gesehen hat. Ich hatte das tatsächlich erst völlig falsch verstanden, denn dass im Laufe eines Umgangsverfahrens erst mal bei der Aufnahme eines Umgangs nach längerer Entfremdung erst mal alles holpring und problembehaftet verläuft, ist ja leider nicht ungewöhnlich.

      Hier ist es aber so, dass der Vater sein Kind geschlagene 19 Monate nicht mehr gesehen hat. Das ist unmöglich.

      Die Begründung der Anwältin, einstweilen kein Umgangsverfahren einzuleiten, um sich auf die Scheidung zu konzentieren, leuchtet mir nicht ein. Das kann man machen, wenn ein einigermaßen geregelter Umgang überhaupt stattfindet, auch wenn es immer wieder Zoff mit der Kindsmutter gibt. Aber bei solchen Zeiträumen keinen Antrag zu stellen, kann ich nicht nachvollziehen. Die Kindsmutter ist doch sowieso auf dem Kriegspfad und scheint unberechenbar zu sein. Klar kann man ein Verfahren mit Fristverlängerungen hinauszögern, wenn man es unbedingt drauf anlegt, aber das kann sie sowieso. Das Ergebnis dieses Rats sieht jetzt jedenfalls so aus, dass das Kind den Vater womöglich nicht mehr erkennt, bis der Umgang neu eingeleitet wird.

      Bei komplett verweigertem Umgang hätte ich einen Antrag auf einstweilige Anordnung gestellt, da bei einer drohenden Entfremdung auch nicht monatelang der Ausgang eines regulären Verfahrens abgewartet werden sollte.

      Das allerdings natürlich mit der Maßgabe, dass hier nicht irgendein uns allen unbekannter Sachverhalt vorliegt, der gegen den Umgang sprechen könnte.

      Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich hier einen Anwaltswechsel in Betracht ziehen würde oder eben zumindest einen anderen Anwalt die bisherige Vorgehensweise prüfen lassen würde.

      Alles Gute!

      • Ergänzung:
        Eine Mediation, die offenbar die Ex eingeleitet hat, ist vom Grundsatz her eine gute Sache, aber diese scheint ja offenbar eingeschlafen zu sein. Außerdem kann dergleichen gemeinsam mit einer meinetwegen auch vorübergehenden Umgangsregelung laufen.

        • (14) 07.08.18 - 13:41

          Danke für die ausführliche Antwort.

          Wir, bzw. mein Freund, hatte sich halt auf den Rat der Anwältin verlassen in dem Glauben, es wäre besser so.
          Man selbst kennt sich ja nunmal nicht so gut aus, selbst wenn man im Internet nachliest.
          Aber das mit dem Anwaltswechsel wäre wahrscheinlich wirklich keine schlechte Idee.

          Und ich kann dir versichern, dass es nichts gibt, was gegen den Umgang sprechen würde.
          Die Kindsmutter beschwerte sich, er würde den Kleinen falsch ernähren, wegen einer angeblichen Lactoseintoleranz.
          Also sind wir beigegangen und haben die teuren -L Lebensmittel gekauft.

          Ich habe sogar den Vorschlag gemacht, sie soll ihm doch einfach eine Liste mit Sachen schreiben, die der Kleine nicht essen und trinken darf.
          Diese kam dann auch, war aber sehr abenteuerlich.
          Hier 2 Beispiele:

          - kein Obst mit hohem Fruchtzucker, Weintrauben sind okay
          - keine Milch wegen Lactose, Joghurt ist in Ordnung

          Wir haben wirklich alles versucht um sie zufriedenzustellen. Aber es hat keinen Sinn bei dieser Frau

          • Natürlich glaubt man erst mal an die Empfehlung eines Anwalts. Das sollte auch gar kein Vorwurf sein. Im Internet findet man gerade zu rechtlichen Themen viele gute Darstellungen, aber auch einen Haufen Mist, daher geht man ja zum Anwalt.

            Jetzt ist es aber so, dass jeder weitere Tag ein verlorener Tag ist. Die Vergangenheit könnt ihr nicht ändern, aber jetzt dafür sorgen, dass die Entfremdung nicht noch größer wird als es ohnehin schon der Fall ist.

            Wenigstens eine anderweitige Erstberatung könntet ihr ja in Anspruch nehmen und Umgangsverfahren sind sowieso kostengünstige Verfahren.

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