Wie soll ich mit ihm umgehen? Seite: 2

              • (26) 12.08.18 - 12:12

                Ich glaube ja ehrlich gesagt, dieser Wunsch nach weiteren Kindern ist irgendwie in uns Frauen genetisch verankert. Bei mir war das bei meinen beiden Kids in dem Alter genau so. Immer, wenn eins der Kinder so 1-2 Jahre alt wurde und anfing, sich von mir zu lösen, kam der Wunsch nach einem neuen Baby auf. Im Grunde glaube ich, das ist vor allem auch eine Verlustangst, weil man merkt, dass die Kinder einen nicht mehr so körperlich auch brauchen wie vorher (sie lernen laufen, sprechen, sind vom Stillen entwöhnt, man muss sie nicht mehr dauernd tragen und herumschleppen...), diese Verlustangst weckt den Wunsch, wieder so eine Nähe zu haben zu so einem kleinen Wesen wie vorher.

                Meine Kinder sind auch 2 Jahre auseinander, als meine Kleine 1 1/2 war, wollte ich auch wieder ein Kind. Mich hat damals ulkigerweise kuriert, dass zeitgleich unsere Nachbarin ein Baby bekommen hat. Als ich das ständige Babygeschrei nachts hörte über Monate, dachte ich plötzlich: "Bist du eigentlich total bescheuert, dir das zum 3. Mal zu wünschen??? Sei doch froh, dass du jetzt endlich mal nachts mehr als 3-4 Stunden am Stück wieder schlafen kannst!" ;-)

                Was ich damit sagen will: Der Wunsch kann auch einfach hormonell bedingt sein, weil Mutter Natur will, dass wir uns fortpflanzen, aber es kann trotzdem sein, wenn du dir mal wirklich den Alltag mit Baby UND zwei Kleinkindern vorstellst, dass dir klar wird, dass das einfach auch too much wäre für dich, erst Recht, wenn du sagst, dein Mann ist eh fast nicht da für die Kinder wegen der Arbeit.

                Gerade unter solchen Umständen sage ich mir immer: "Ich habe nur 2 Hände, für jedes meiner Kinder Eine!" Der Spruch wurde mir übrigens bewusst, als ich mal einen Zeitungsartikel las, wo eine Mutter mit zwei Kleinkindern und Baby im Kinderwagen einen Aufzug verlassen wollte, und der Aufzug wegen einer Störung plötzlich bei geöffneten Türen nach oben fuhr. Die Mutter konnte ihre zwei Kleinkinder zurückhalten, dass ihnen nichts geschah, die dritte Hand, um den Kinderwagen zurückzuziehen, fehlte ihr aber, das Baby wurde im Kinderwagen getötet vom hochfahrenden Aufzug. Ich weiß, ja, Horrorgeschichte hoch 10, aber wenn man sich das mal bewusst macht, dass man in einem brenzlichen Fall eben nur 2 Hände frei hat, um seine Kinder zu beschützen, hat das zumindest MICH damals zum Nach- und auch Umdenken gebracht.

                Deine Kids sind noch so klein und brauchen auch ihre Mama, selbst dein "Großes" ist noch superklein, sie haben es verdient, deine volle Aufmerksamkeit zu bekommen. Und ganz ehrlich, auch mit 40 bist du heutzutage nicht zu alt, noch ein Kind zu bekommen, wenn du dann immer noch den Wunsch hast, von daher schieb es doch einfach noch ein bisschen nach hinten gedanklich und schau, wenn deine Kinder etwas älter und selbständiger sind, ob dann immer noch der Wunsch da ist. Vielleicht denkt auch dein Partner dann anders drüber.

        (27) 13.08.18 - 09:29

        Genau das wollte ich auch sagen. Du hast es auf den Punkt getroffen. Den Kompromiss von seiner Seite gibt es ja letztendlich auch schon. Kind Nr. 2 ist ein auf-die-Wünsche-der-Frau-zugehen gewesen. Irgendwann muss es damit aber auch gut sein. Es war ja bekannt, wie er sich die Familie vorstellt. Nun, wünscht er sich, dass auf ihn zugegangen wird. Berechtigt Beide haben sich zu der Beziehung entschieden. Die Entscheidung zur Liebe heißt nun langsam auch seine Sicht zu respektieren.

    (28) 12.08.18 - 07:01

    Hallo
    So wie du deinen Mann verstehen sollst, so brauchst du auch Mitgefühl für dich.
    Mir hat geholfen, mir eine Trauerzeit zu gönnen und mich bewusst von dem Wunsch im Herzen davon zu verabschieden.
    Ich hab symbolisch meinen Wunsch in die Ntur gegeben.
    Und gleichzeitig habe ich in der Trauerphase mich innerlich bedankt für das, was ich habe. Deinem Mann würde es auch gut tun, wenn du ihm öfter, täglich sagst, wofür du ihm dankbar bist. Und dir selbst könntest du auch jeden Tag danken für das, was dir gut gelungen ist...
    Dann kommst du bisschen leichter aus dem Denken, was dir fehlt, heraus... und dein Mann fühlt sich nicht mehr von dir nur dann als Mann wahrgenommen, wenn er sein Sperma abgibt 😘

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