Zwangsstörung etc. zerstört unsere Ehe

    • (1) 15.08.18 - 10:17

      Hallo Ihr lieben.
      Ich hoffe hier rat zu finden, da ich im Moment verzweifelt bin.
      Kurz zu mir und meinem Umfeld:
      Ich : Ende 30
      mein Mann: Anfang 40
      ein Kind: 3 Jahre
      Zusammen seit 15 Jahren
      verheiratet seit 8 Jahren

      Mein Mann und ich haben schon vieles in unsere Beziehung gemeistert, Krankheiten in der Familie, Langer Kinderwunsch, Fernbeziehung etc.
      Es gab zwar immer wieder Reibereien aber letzten Endes haben wir das immer gut hingekriegt.
      Nur leider bekomme ich jetzt nicht mehr die Kurve. Es geht um den Waschzwang meines Mannes. Zum Anfang unserer Beziehung war sein extrem häufiges Händewaschen für mich mehr ein Tick und ich fand es nicht schlimm, aber mittlerweile ist es total extrem geworden, wirkt sich auch auf unser Kind aus und er wird richtig böse wenn seine "Regeln" nicht eingehalten werden. Versucht mit ihm zu sprechen, habe ich natürlich auch diesbezüglich, aber er sieht gar nicht ein dass er einen Waschzwang hat, sondern tut es immer mit den Worten ab, dass er einfach reinlicher ist.

      Hier folgende Beispiele die mich verrückt machen....

      - Händewaschen, habe ich ja schon erwähnt, aber es ist auch manchmal so, dass er sich im Bad die Hände wäscht, die Treppen runterläuft um sich dann in der Küche die Hände nochmal wäscht.

      -Klamotten: er würde sich NIEMALS mit Straßen Klamotten aufs Sofa oder Eßstuhl setzten, sondern er hat Schlafklamotten, Sofaklamotten und für Draußen. Dass gleiche erwartet er auch von mir und unserem Sohn.

      - er setzt sich niemals auf den Boden, auch beim Spielen mit dem Kleinen, holt er sich einen Kinderstuhl und dann setzt er sich drauf

      -Feuchttücher sind im Dauereinsatz. Also isst unser Kind Joghurt, und geht es tropfen daneben, dann wird gleich gewischt. Jeder einzelne Tropfen.

      -Jedes Geschirr wird vor seinem Einsatz von ihm nochmals gespült, da ich in seinen Augen das Geschirr nicht richtig wasche. Geschweige denn ich darf die Spülmaschine benutzen. "DA kommt es sowieso nur dreckig raus"

      -unser Sohn schläft bei uns im Bett, wenn der kleine Mann morgens aufwacht, und vom Bett runter will, springt mein Mann auf und trägt ihn zur Wickelkommode um ihm Socken und Hausschuhe anzuziehen. Manchmal läuft unser Sohn Barfuß, aber auf keinen Fall darf er ins Badezimmer...geschweige denn ins Bett mit den "dreckigen" Füßen.
      (by the Way: bei uns daheim ist es wirklich sauber, Freunde sagen sogar Steril...)

      -Jeden Abend werden die Füße aufs penibelste gereinigt. Sowohl seine als auch die vom Sohn.

      -Unser Sohn spielt draußen im Garten, ich schneide einen Apfel, will ihm diesen geben, dann werde ich von meinem Mann angewiesen ihm die Hände zu putzen.

      -Jede Konservendose aus dem Supermarkt, wird bevor sie in den Schrank gestellt wird, abgespült.

      - Stelle ich eine Wasserflasche auf den Boden und würde mir erlauben, diese dann auf den Tisch zu stellen, ist Sodom und Gomorra. Gleiches gilt für Handtaschen etc. nicht mal auf die Couch darf ich die ablegen, wenn Sie den Boden berührt hat.

      - Im Flur steht einen 1 Liter Desinfektionsmittel, welches sofort zum Einsatz kommt, wenn er von draußen ins Haus kommt. So sehen auch seine Hände aus. Spröde und Rissig.

      -den Kofferraum wird nicht Zewa geöffnet. Im Auto befindet sich natürlich auch ein Desinfektionsmittel

      - unser Sohn beginnt schon, wenn er im Sand spielt mir immer wieder die Hände entgegen zu strecken und zu sagen "Mama dreckig, sauber machen"....dabei ist es nur Sand

      -ich habe unseren Sohn unterwegs gewickelt, und danach nicht die Toilette aufgesucht um mir die Hände zu reinigen. Da hat er getobt.

      -unsere Fernbedienungen sind seit 3 Jahren immer noch in der Verpackung (Folie) damit sie nicht dreckig werden

      - wenn der Schnuller unserem Sohn aus dem Mund fällt, sei es im Bett oder auf den Boden, wird dieser Minutenlang unter sau heißem Wasser gehalten, egal ob der Kleine Weint oder nicht.

      - Fällt ein Wäschestück, z.b. beim Wäschezusammen legen, auf den Boden muss es sofort wieder zur Schmutzwäsche

      - Spielzeug welches nach draußen mitgenommen wurde, muss wieder gereinigt werden, bevor es daheim reingetan wird.

      -Tier streicheln nur nachdem danach sofort die Hände gereinigt werden.

      -ein Pommes welches auf den Böden fällt und von unserem Sohn eifrig aufgehoben wird um es zu essen, muss ihm sofort weggenommen werden.

      ich glaube ich könnte noch 100 weitere Beispiele aufzählen, aber versteht ihr was ich meine. Es macht mich kaputt. Wir geraten ständig aneinander. Und ständig kriege ich zu hören, dass so und so viele Millionen Menschen durch Blablabla Streben....

      Ich kann nicht mehr... ich überlege mich ernsthaft zu scheiden, vorallem um meinem Kind ein normales Zwang freies Leben zu ermöglichen. Er ist doch noch ein Kleinkind...

      Hat jemand Erfahrung damit. Oder ähnliches Erlebt. oder einen Rat für mich.

      Lieben Gruß
      Schmetterling

      • Für mich klingt das weder gesund noch mit dem Leben vereinbar. ABER: ob es sich bereits aus medizinischer Sicht um eine Zwangsstörung handelt, weiss ich nicht, wahrscheinlich aber schon. Wäre für mich irrelevant, denn dein Mann hät sein Verhalten weder für problematisch, noch sieht er Änderungsbedarf, für mich käme ein derartiges Leben nicht in Frage, niemals würde ich meinem Kind so ein krampfhaftes, steriles Umfeld zumuten, sprich, ich wäre längst weg.

        Ich mag es auch sehr sauber und achte auf saubere Hände und eine gute Körperhygiene, aber das was Dein Mann macht ist krankhaft. Aber davon abgesehen, mein Kleiner kann es tatsächlich auch nicht leiden, wenn seine Hände schmutzig sind und will sie nach jedem Bissen abgewischt bekommen und wir wischen nicht jeden Joghurttropfen sofort weg, sondern machen den Tisch erst nach dem Essen sauber. Sand mag er auch nicht an den Händen haben - ich glaube, manche Kinder sind einfach so.

        Trotzdem glaube ich, dass Dein Mann einerseits eine psychologische Beratung/ Behandlung braucht und andererseits braucht Ihr dringend eine Paartherapie! Das ist das was ich Euch ans Herz legen würde!

        Im Übrigen macht es keinen Sinn, ein Kind völlig steril aufwachsen zu lassen - die müssen dringend eigene Abwehrkräfte bilden!

        Ich wünsche Euch, dass Ihr Euren Weg findet!

        Hallo!

        Nun solche augewahsene Zwangserkrnakungen sind für das ganze Umfeld belastend und im Falle Deines Sohnes verhindern sie eine "normale" Entwicklung.

        Rein theoretisch betrachtet ist Dein Mann psychisch krank und gehört in die Behandlung eines Psychiaters. Leider kannst Du niemanden überzeugen sich therapieren zu lassen, wenn es nicht von ihm aus kommt, wenn der Leidensdruck nicht groß gennug ist.
        Du kannst ihn maximal zu einem Zugeständnis bewegen, wo er deinetwillen einfach halbherzig mitmacht - das wird aber keinen Erfolg bringen.

        Wie steht Dein Mann zu seiner Krankheit? Warum lässt er sich nicht therapieren? Weiß er eigentlich welche Wirkung seine Krankheit auf Euer Familienleben hat und dass Du Dich mit dem Gedanken der Trennung beschäftigst?

        Es gibt Selbsthilfegruppen und es gibt Beratung (bspw. Caritas, Psychiatrische Ambulanzen) für Angehöriege psychischer Kranker und spezieller gibt es das auch für Zwangserkrankte.
        Ich weiß nicht wie gut Dein Verhältnis zu Eurem Hausarzt ist, oder welche Kompetenz Du iohm da zutraust - das wäre für mich auch eine Anlaufstrelle um mögliche Ansatzpunkte zu finden.
        Ich würde versuchen den Mann als "Kranken" zu betrachten der jetzt Hilfe braucht und von dem Gedanken wpürde ich mich leiten lassen bei meinen Entscheidungen.

        VG, I.

      Ein paar Dinge wie Hand waschen vorm Essen, gerade wenn man von draußen reinkommt oder nach dem Wickeln finde ich Pflicht.
      Ich habe auch einen Wasch bzw Hygiene Tick, der aber um Weiten nicht so ausgeprägt ist wie der von Deinem Mann

      Hier gilt: Hände waschen wenn man von draußen reinkommt

      Schuhe aus, Hände waschen nachm Klogang

      Das gilt für alle, ich wasche auch oft die Hände zusätzlich vorm Essen, da eben man ja den ganzen Tag was anfässt und es eben nicht steril ist.

      Draußen unterwegs benutze ich oft Desinfektionshändespray und vermeide mit der Hand zu essen, ich benutze dann Besteck oder Stäbchen etc

      Weil ich mir denke: ok du bist rein aber die alle nicht...viele waschen sich nachm Klo die Hände nicht und nein danke. Ich möchte das net antatschen und dann was mit der Hand essen.

      Mein Klo wird auch oft desinfiziert.

    Am Anfang deines Beitrags dachte ich noch "ok, wäscht der sich halt öfter die Hände, ist ja sein Ding", aber mit jedem Punkt deiner Aufzählung habe ich mehr den Kopf geschüttelt, bis ich wirklich schockiert war.
    Warum lässt du zu, dass dein Kind in einem so ungesundem Umfeld aufwächst?
    Damit programmierst du die Neurosen bei deinem Kind ja quasi von Grund auf ein und muss dich nicht wundern, wenn er diesen Zwang später als normal ansieht.
    Du musst handeln und zwar jetzt und sofort!
    Wenn dein Mann sein Problem nicht einsieht, dann geh!
    So was sollte man nicht leichtfertig sagen, aber du lebst schon in einem Gefängnis aus Regeln und Vorschriften und scheinst es selbst nicht mal mehr zu merken. Darf sich Besuch bei euch mit Straßenklamotten auch nicht aufs Sofa setzen (ist ja wohl kaum zu verlangen, dass jeder seine eigenen Sofaklamotten mitbringt)?
    Nichts von dem, was du so auflistest, kommt mir normal vor. Ich habe es auch gerne sauber, aber wir leben mit zwei Hunden, ja klar, ist da auch mal Sabber auf dem Boden oder Haare am Essen etc.
    Außerdem solltest du doch wissen, dass es für Kinder gut ist, mit Keimen in Berührung zu kommen, um ein gesundes Immunsystem aufzubauen.

    LAUF! WEIT! SCHNELL!

    Hallo,

    hast Du denn schon mal mit Deinem Mann darüber gesprochen? Kannst Du ihm nicht klar machen, daß er Hilfe braucht? Mach ihm klar, daß er auch Deinen Sohn krank machen wird, wenn er sich nicht helfen lässt.
    Ich würde beginnen, alles, was er tut sofort zu revidieren. Will Dein Sohn aus dem Bett, geh hinterher und verweise Deinen Mann Deines Sohnes! Sag immer wieder Nein und daß er sich zurück halten soll. Vielleicht wird das eine unschöne Zeit und vielleicht fühlt sich Dein Mann unter Druck gesetzt, hier geht es aber auch um Euer Kind und vorallem darum!
    Ich wünsche Dir alles Gute und ganz viel Kraft!

    LG

    • (10) 15.08.18 - 12:32

      Also, mein Mann hat auch eine Zwangsstörung, nur im Gegensatz zu deinem Mann hat er inzwischen eingesehen, dass das SEIN Problem ist, kein Fehlverhalten unsererseits. Bei ihm dreht es sich um die Füße, er hat ein total, gestörtes Verhältnis zu Füßen und ganz strenge Normen und Regeln, was die Füße betrifft (z.B. ist jedes "Schmücken" der Füße mit z.B. Zehenringen, Fußkettchen oder auch nur Nagellack pfui, macht man nicht, denn Füße sind hässlich und die muss man nicht noch zeigen und betonen. Dazu hat er bestimmte Regeln, in welcher Schuhart man barfuß laufen darf und in welcher man Nylonstrümpfe tragen darf und welche man nur mit normalen Socken trägt. Barfußlaufen ist auch bäh und nur im Sommer ausnahmsweise an bestimmten Orten zähneknirschend akzeptiert, z.B. im Schwimmbad oder am Strand...)

      Ich habe um des lieben Friedens willen mich den immer ziemlich gebeugt, aber nur soweit, wie ich das für MICH ihm zuliebe akzeptieren konnte. Ich habe ihm aber auch bei manchen Sachen gesagt, dass ich mir da nicht vorschreiben lasse, mich wider meinen eigenen Bedürfnissen seiner Störung zu beugen, und dass er das dann eben hinnehmen muss, oder er soll dann eben sich eine andere Frau suchen (würde er nie machen, denn die meisten würden ihm eh einen Vogel zeigen, wenn er ihnen damit käme, da weiß er schon meine Kompromissbereitschaft zu schätzen). Was ich ihm auch von Anfang an klargemacht habe, dass seine Regeln nicht für die Kinder gelten, sonst bin ich weg mitsamt den Kindern. Habe ihm klipp und klar schon beim 1. Kind in der Schwangerschaft gesagt, dass ich keine Lust habe, meinem Kind wegen ihm ein gestörtes Verhältnis zu seinen Füßen anzuerziehen, er will das auch selbst nicht, denn er leidet ja im Grunde auch darunter, dass er das nicht locker sehen kann.

      Unsere Kinder dürfen also alles wie sie wollen, und selbst wenn er nur das Gesicht theatralisch leidend mal verzieht, wenn unsere Tochter mit lackierten Fußnägeln ankommt, kriegt er von mir schon direkt einen bösen Blick, weil ich einfach nicht mal will, dass die Kleine merkt, dass er das nicht schön findet. Und er nimmt da wirklich sich zusammen. Lustigerweise habe ich festgestellt, dass das sogar irgendwie eine therapeutische Wirkung hat inzwischen (er hat dafür übrigens 2 erfolglose Psychotherapien hinter sich) - seit er das bei den Kinder halt gerade im Sommer täglich vor Augen hat seit Jahren, hat er selbst irgendwie nach und nach auch zu den eigenen und meinen Füßen ein entspannteres Verhältnis bekommen, läuft z.B. selbst nach dem Baden plötzlich barfuß herum (früher hätte er sich danach sofort Socken angezogen), und wenn ich ihn drauf aufmerksam mache scherzhaft, sagt er "Ach, ich war zu faul, mir Socken zu holen" - das wäre früher im Leben nicht passiert. Von daher ist denke ich das Wichtigste 1. EINSICHT, dass ER der ist, der nicht "normal" ist und 2. tägliche Konfrontationstherapie quasi im Alltag, mal eben NICHT dem Zwang nachzugehen, sondern die Situation auszuhalten und so dann zu merken, dass nichts schlimmes passiert, wenn man es eben mal locker nimmt.

      Weiß man denn, woher das bei deinem Mann kommt? Sowas liegt ja oft in der Kindheit? Vielleicht verleugnet er das auch, weil er sich mit den Ursachen nicht konfrontieren will. Mein Mann hat es anfangs auch sehr verleugnet, nachdem er es sich eingestand, dass es nicht normal ist, machte er Ursachenforschung, es ist wohl so (er erinnert sich nur schemenhaft), dass er von seiner 15 Jahre älteren Cousine als Kleinkind immer wieder misshandelt und wohl auch missbraucht worden ist, als sie ihn babysittete, und dabei haben ihre Füße wohl eine Rolle gespielt, üble Geschichte, die Frau ist krank im Kopf).

      Naja, solange dein Mann das verleugnet, wirst du wohl nicht viel machen können, ich würde wohl, tatsächlich diese geschilderten Störungen auch OHNE Kind nicht mitmachen, aber MIT Kind, neee, ich wäre weg an deiner Stelle. Wenn er sich Hilfe sucht, wäre noch was anderes, aber so, nein. Und das sag ich, wo ich ja quasi selbst so eine Mann habe.

Dein Mann hat eine Meise.

Nun haben ja alle irgendwelche Meisen und es ist auch kein größeres Problem, vorausgesetzt man weiß, dass man eine Meise hat. Dann kann man nämlich gemeinsam mit Anderen daraufhin arbeiten, diese Meise nicht zu groß, sondern eher kleiner werden zu lassen und zugleich können die Anderen Verständnis für das Verhalten aufbauen.

Wenn jemand sagt, sorry, ich bin da ein bisschen komisch, aber könntest Du Dir bitte Handtaschen bitte nicht auf meinem Sofa ablegen? Ich weiß, dass ist bescheuert, aber momentan stresst mich das sonst leider, ich kann da noch nichts machen und deshalb wäre ich dir sehr dankbar dafür --, dann kann man damit klar kommen.

Wenn aber jemand selbst in einer Angelegenheit die Meise hat, dann aber auch noch so tut, als hätten die Anderen den Vogel, dann ist das auf die Dauer nicht auszuhalten. Zumal man es ja den Leute mit zwanghaftem Verhalten nie Recht machen kann, so sehr man sich auch bemüht. Das ist das Gesetz der zunehmenden Penetranz negativer Reste: In einer normalen Küche kann man mit einem Krümel leben, in der Sagrotanwelt fällt mangels Ablenkung noch der kleinste Fussel auf.

Man muss sich also als Normalo nicht nur ständig verbiegen, sondern bleibt trotzdem immer Unrecht, weil der Meisenträger reinlicher / penibler / perfekter ist und noch die letzte Unstimmigkeit bemerkt.

Klar, dass das auf Dauer nicht gesund ist, noch nicht mal so sehr physisch als viel mehr psychisch.

Dein mann ist krank und du bist co abhängig, ähnlich wie bei suchtkranken. Du solltest ihm deutlich machen das du seine Krankheit nicht mehr mit lebst (dann ist wohl Polen offen wenn du plötzlichen normal lebst) ich würde ihm deutlich machen das ihr weg seit wenn er keine Hilfe sucht aber was bringt das??? Er hat keinerlei Einsicht und oft muss ein betroffener erst einen hohen Leidensdruck haben um zu erkennen das etwas falsch läuft.
Du solltet endlich ausbrechen und dich und euer kind schützen. Ihr solltet dringend Abstand nehmen. Nur so besteht die Chance das dein mann darüber nachdenkt. Für ihn läuft doch bisher alles gut. Er hat dich im Griff. Du Spielst seine psyschiche Erkrankung mit und er hat keinen Grund irgend etwas zu ändern. Seine Erkrankung überträgt er auf euren Sohn.

Ich würde ihm EINE Chance geben sein Problem professionell in Angriff zu nehmen. Allerdings scheint er ja keinerlei Problembewusstsein zu haben.
Wenn er diese nicht ergreift käme für mich nur die Trennung in Frage.

(14) 15.08.18 - 13:29

Das klingt hart :(
Was sagt er zu der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass übertriebene Hygiene Allergien und vieles mehr (ich meine es war zb auch die Entstehung von Hautpilzen) fördert? Und das Immunsystem eures Sohnes hat gar nicht die Möglichkeit, die Auseinandersetzung mit den (meist seeehr harmlosen) Viren zu üben? Und was soll der Sohnemann im Kindergarten denn machen?
Ist für den kleinen jedenfalls sicherlich super schlecht, so aufzuwachsen :(

Ich hab selbst ein paar solcher Züge an mir, wie dein Mann. Ich gehe auch ungern mit Straßenklamptten aufs Sofa (aber oft tue ich es trotzdem), wasche mir vor jedem essen die Hände, meine Tochter soll runtergefallenes essen zb in öffentlichen Restaurants nicht essen.. aber ich kann es gut reflektieren alles denke ich, und sehe zu, dass ich es nicht zu heftig übertreibe. Anderenfalls würde ich wohl eine Therapie starten, weil das Leben in zu viel Sterilität nicht nur anstrengend, sondern auch für Psyche und Körper mega ungesund ist.

Wünsche euch alles Gute!

Hallo!

Vielleicht könnte eine Eheberatung helfen, wo eine neutrale Person deinem Mann sagt, dass es wirklich zu weit geht?

Er kann sich ja selber waschen so oft er mag, aber nicht seine verdrehten Regeln auf die ganze Familie ausweiten. Gerade das viele Waschen des Kindes kann ja auch zu Neurodermitis führen, wenn der Kleine keine extrem robuste Haut hat.

Aber die Chance würde ich ihm dem Kind zuliebe einräumen. Sonst vielleicht noch getrennte Wohnungen?

Mein Mann hat da ähnliche Verhaltensweisen. Mich hat das aber schon von Anfang an gestört. Also habe ich ihm klar gemacht, dass ich bestimmte "Regeln" nicht einhalten werde. Ich setze mich mit meiner Hose in den Bus, auf den Boden und aufs Sofa. Damit muss er leben. Meine Schuhe ziehe ich gerne aus und auch das Hände waschen unterstütze ich ;-) so haben wir uns mit vielen Diskussionen eingependelt. Vielleicht geht das für euch auch?

Als unsere Tochter zur Welt kam, war seine Mutter für ein paar Wochen bei uns. Mir ist es wie Schuppen von den Augen gefallen. Er hat all die Macken und Ticks von ihr gelernt. Mit Kind wurde er entspannter und ich "sauberer". Jetzt funktioniert es gut.

Dein Mann braucht Hilfe um zu erkennen, dass sein Verhalten nicht normal ist. Diese Belastung sollte er wirklich nicht auf sein Kind übertragen.

ich danke euch allen erstmal vor weg für euren Zahlreichen Antworten, die mir jetzt schon geholfen haben, ein bisschen klarer zu sehen.
Also vorweg, es ist recht einfach zu sagen "ICH WÄRE AN DEINER STELLE SCHON WEG", wir haben eine Ehe geschlossen vor Gott (sorry das hat für mich einen hohen Stellenwert), ein gemeinsames Kind, ein gemeinsames Haus...
Nichts desto trotz ist mir klar, dass es so nicht weitergehen kann, vorallem für unseren Sohn. Diese ganzen "Regeln" haben sich eingeschlichen. Wie schon gesagt, am Anfang war alles ganz einfach. Und ich habe mir auch nichts dabei gedacht, wenn er mich darum gebeten hat, die Tasche nicht auf den Boden bzw. Couch zu legen....aber es wurde bzw. wird von mal zu mal schlimmer.

Vor 5 Jahren waren wir schon mal in einer Paartherapie bzw. Einzel Therapie , was aber zum damaligen Zeitpunkt nichts mit dem Zwang zu tun hatte, sondern mit Cholerischen Anfällen seinerseits. Die hatte er auch weitestgehend im Griff.

Ich muss und werde ihn unter Druck setzen, dass er entweder wieder zur Therapie geht, bezüglich des Zwangs, oder wir weg sind....die Chance möchte ich ihm geben.

Ach ja, was der Auslöser ist bzw. was ich mir vorstellen kann, bzw was ich gelesen habe hierzu im Internet. Er hat für seine Mutter verloren und musste früh Verantwortung für seinen schwerkranken Vater und seinen geistig und körperlich behinderten Bruder übernehmen. (und das bis dato.)

  • (18) 15.08.18 - 21:55

    Ja, ich achte die Ehe auch sehr und mein erster Rat ist nie, sich zu trennen.
    Aber es gibt Situationen, da muss man sich Selbst schützen, sonst geht man kaputt! In Deinem Fall musst Du in erster Linie auch Dein Kind schützen!
    Dein Plan ist sehr gut- ernsthaft mit ihm reden, er muss verstehen,dass er krank ist!
    Eine erfolgreiche Therapie wäre für ihn Selbst eine Erlösung, er könnte Dinge aufarbeiten und loslassen.
    Wenn er das nicht einsieht, musst Du Dein Kind und Dich aber da raus retten und tatsächlich gehen!!

    • (19) 16.08.18 - 05:13

      Ich würde sogar zusätzlich zur Einzeltherapie eine Familientherapie vorschlagen, da das Thema euch alle betrifft und du nach diesen vielen Jahren auch Hilfe brauchst in der Frage, wie DU (und euer Kind!) aus dem Zwang, den Zwang deines Partners mitzumachen, wieder rauskommst.
      Wichtig ist jetzt, dass dein Partner sofort erfährt, dass du über eine Trennung nachdenkst. Vielleicht wird ihm dann dein immenser Leidensdruck bewusst.

(20) 15.08.18 - 14:30

Hallo,

Das Verhalten welches du beschreibst hört sich auf jeden Fall nach einer Zwangsstörung an.
Ich selbst leide schon über zehn Jahre an einer und habe schon zahlreiche Versuche unternommen dagegen anzukämpfen aber so einfach ist das leider nicht.
Wichtig ist das dein Mann von selbst begreift das er Hilfe benötigt, denn ohne die eigene Motivation bringt eine Therapie gar nichts.
Wichtig für dich ist, dass du dich ganz klar abgrenzt, lass ihn seine Rituale durchführen ( diese einfach zu unterlassen ist unmöglich) aber lass du dich nicht in diese einbinden und euer Kind auch nicht.
Und was ich dir raten kann, nimm deinen Mann mit seinen Ängsten, Sorgen und seiner Erkrankung ernst. Es gibt nichts schlimmeres wie ignorante Menschen welche eine psychische Erkrankung als weniger schlimm empfinden als eine körperliche.
So ein Zwang raubt verdammt viel Energie und Kraft. Es gibt Tage an denen man nicht weiß wie man es schaffen soll, besonders dann ist es wichtig zu wissen dass da Menschen sind, welche mich ernst nehmen und denen ich davon erzählen kann.

Meine Mutter hatte Waschzwang, aber bei weitem nicht so wahnhaft wie Dein Mann. Trotzdem reichte es, dass sie 3 Monate stationär in Therapie war.
Ehrlich, das ist doch kein Leben für Dich und ein Kind. Wenn er sich nicht therapieren ließe, weil er das für normal hält, wäre ich schon längst schreiend davongelaufen. Vielleicht kommt er zur Einsicht, wenn Du ihm sagst, dass Du Dich trennen willst.
Bin kein Arzt, aber der Mann ist wirklich krank.
LG Moni

Du scheinst ja seit 15 Jahren damit klar zu kommen, aber für Euren Sohn ist das ungesund. Er orientiert sich an seinen Eltern und lernt auch von Deinem Mann.
D.h. die Gefahr besteht, dass er später genauso neurotisch wird.
Hinzu kommt, dass sein Körper so keine Abwerstoffe bilden kann, spätestens im Kiga ist er doch dauerkrank.
Also mit Kind ist das meiner Meinung nach eher schädlich und kaum lebbar.

(23) 15.08.18 - 21:25

Hallo Du Liebe,
Ich könnte so nicht leben, das Verhalten Deines Mannes würde mich verrückt machen und mir die Luft zum atmen nehmen! Was für ein Druck!
Meinem Kind würde ich das auch nicht antun wollen! Es wird ja total in seiner Entwicklung eingeschränkt!

Ich rate das normalerweise nicht gleich, aber in Deinem Fall schon: Schütz Dich und Dein Kind! Tu Euch das nicht an!

Rede ernsthaft mit Deinem Mann, mach ihm klar, dass er krank ist und eine Therapie benötigt- wenn er das nicht einsehen mag, dann GEH und RETTE Dein Kind und Dich!
Ich wünsche Dir alles Gute!
LG Clara

(24) 15.08.18 - 23:01

Wie war die Kindheit deines Mannes, trägt er emotionale Altlasten mit sich herum?

Das Leben mit einem kleinen Kind ist ja an sich schon arbeitsreich. Man hat immer alle Hände voll zu tun. Wenn dann aber noch so viel Zeit drauf geht mit Hygienevorschriften, dann frag ich mich, ob fürs Leben und Genießen überhaupt noch eine Minute übrig bleibt. Ihr seid dann ja nur noch am Waschen, Putzen, desinfizieren. Die Regeln engen euch ein.

Also ihr habt die Ehe vor Gott geschlossen, das ist an sich sehr gut. Dann kannst du aber auch argumentieren, wie Gott die Sache mit der Hygiene sieht. Dafür gibt es eine Steilvorlage in der Bibel. Essen mit ungewaschenen Händen verunreinigt nicht, sondern das was aus dem Mund raus geht (die bösen Worte, der Streit, die Zwänge, etc pp), das verunreinigt den Menschen - sagte Jesus, nachzulesen im Neuen Testament. Damals gab es auch sehr klare Reinigungsvorschriften (Händewaschen vor jedem Essen, und wie man Geschirr zu reinigen hat - das war quasi Gesetz Gottes), und Jesus hat sich nicht dran gehalten und wurde dafür angegangen.

Ein weiteres Argument ist: jede Vorschrift muss doch dem Menschen dienen und nicht der Mensch den Vorschriften. Wenn die Regel den Menschen versklavt und einengt und ihm weniger nützt, dafür sogar den Frieden nimmt, dann kann sie nicht richtig sein.

Ich habe einmal eine krasse Erfahrung gemacht: ich war für einige Wochen in einem uralten Bauernhof als Volontärin, um den Kuhstall zu misten. Nach der Stallarbeit saß ich mit dem Bauernehepaar in der Küche - natürlich in Stallkleidung, nur ohne Gummistiefel. Die Hände hatten wir nur mit Wasser und Seife gewaschen. Dann wurde gefrühstückt, mit Millionen Fliegen um uns herum, die einfach vom Misthaufen in die Kühe flogen. Das Brot wurde direkt auf die hölzerene Tischplatte gelegt - ohne Teller. So wurde gegessen. Auf dem Fußboden liefen nachts sicher auch Mäuse herum, einmal sah ich eine in einer Teigknetmaschine liegen. Ich fragte mich, welche Krankheiten ich wohl bekommen würde. Und ich bleibt gesund, Tag für Tag. Kein Durchfall, keine Infektionen. Von da an sagte ich mir, dass Dreck nicht wirklich so gefährlich sein kann, sonst hätte ich das nicht überlebt. Von da an hatte ich nie wieder Angst vor Dreck. Sauberkeit ist schön, aber Dreck macht mir keine Angst mehr.

Es ist nachgewiesen, dass Kinder, die in Kuhställen aufwachsen, und Kinder aus Drittweltländern, wo die Ziegen, Hühner und Hunde mit in der Lehnhütte aufwachsen und überall hinkoten, ein viel besseres Immunsystem haben als reinlich aufwachsende Westeuropäer. Dafür gibt es Studien.

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