Online verliebt - so aussichtslos... :-(

    • (1) 16.08.18 - 09:27
      Internet-Love

      Hallo zusammen,

      Ich habe vor einem Jahr schon einen Mann online kennengelernt. Es war sofort Sympathie, wir fingen an, uns private Nachrichten zu schreiben, tauschten irgendwann Nummern aus, und seitdem haben wir sehr regelmaßigen Kontakt, eigentlich jede freie Minute teils bis spät in die Nacht.

      Leider trennen uns 1500 km und wir sind beide alleinerziehend mit kleinen Kindern. Obwohl wir beide sehr verliebt sind und die Sehnsucht danach, den Anderen mal persönlich zu treffen, von Woche zu Woche größer wird, scheuen wir beide diesen Schritt, denn unsere Leben sind schon kompliziert genug und wir fragen uns natürlich auch, welche realistische Chance sowas hätte. Einer von Beiden müsste ja - persönliche Anziehung und Kompatibilität vorausgesetzt (ist ja auch nicht garantiert, dass das gegeben ist live) - dann auch bereit sein, umzuziehen. Mit Kind/ern, diese dem Expartner entziehen? Schwer denkbar für uns Beide.

      Daher versuchen wir es, auf freundschaftlicher Ebene zu lassen, flirten aber immer wieder, skypen viel, sind Beide sehr voneinander angezogen sowohl optisch als auch geistig, emotional, verstehen uns sehr gut, ich genieße jede Minute "mit" ihm, führen stundenlange Gespräche mit Tiefgang, vertrauen einander alles an, haben sehr viel Spaß auch, lachen viel und gern über dieselben schrägen Dinge, hatten auch schon Streit dann und wann, aber selbst danach fühlten wir uns nur noch näher und ich bewundere seine Geduld und Art, wie er im Streit trotzdem respektvoll mit mir umgeht und schafft, mit besonnen wieder auf den Teppich zu holen (bin kleines HB-Männchen).

      Kurzum, wären die 1500 km nicht zwischen uns, nichts würde uns abhalten, einander sofort die Bude einzurennen. Nur die Realität steht uns im Weg, die Umstände. Es ist so schön mit ihm, aber leider oft auch hart, ich sehne mich oft halt einfach körperlich nach ihm (nicht sexuell, auch, aber einfach mal in den Arm nehmen, ihk richtig in die Augen zu schauen und nicht nur über einen Bildschirm), und dann bin ich traurig, denke dran, es zu beenden, weil es eh keine Zukunft hat, und im Weg steht, dass wir uns real verlieben im jemand anders mit dem Anderen immer im Kopf und Herzen. Dann wieder empfinde ich unsere Verbindung aber auch auf freundschaftlicher Ebene als so besonders und wertvoll, dass ich nicht dran denken kann, den Kontakt aus Vernunftsgründen abzubrechen. Denn im Grunde ist es vor allem eine tiefe Freundschaft, die da entstanden ist, die wir beide brauchen und nicht mehr missen möchten. Wäre da nur nicht noch die gegenseitige Attraktivität, die uns das Leben "schwer macht". Ich versuche das zu genießen, aber manchmal tut es so weh. Meine ganze Familie und Freundinnen haben dafür null Verständnis, nennen ihn scherzhaft meinen virtuellen Ehemann.

      Es ist so verrückt, ich und er, wir haben sowas auch nie vorher erlebt, nicht gesucht, es ist einfach so gekommen über gleiche Interessen, gleichen Humor...

      Hat jemand einen Rat für mich? Kennt jemand sowas? Jeden Tag frag ich mich, wo das nur hinführen soll...

      Viele Grüße
      InternetLove

      • Hallo,

        von welchem Land reden wir denn hier?

        LG

        (3) 16.08.18 - 10:04

        Ich finde man sollte sich trotzdem treffen (vielleicht in der Mitte) und dann sehen, ob ihr euch WIRKLICH sympatisch findet. Vielleicht werdet ihr euch gar nicht verstehen oder ihr werdet in euren Empfindungen bestätigt. Wer weiß. Danach sieht man weiter.

        Ihr werdet nicht die ersten und nicht die letzten in der Situation sein. Es geht trotzdem irgendwie weiter.

        Also - tatsächlich treffen, das ist mein Vorschlag.

        VG

        Hallo,

        Ich würde auch sagen dass ihr euch unbedingt treffen solltet. Vielleicht ist es in der realen Welt nicht mehr so anziehend und fühlt sich dann nicht so gut an, so dass es Dir danach leichter fällt da ein Strich zu machen, Freundschaft kann ja bleiben. Nur nach einen echten Treffen kannst du sagen wo du stehst. Solltet ihr euch weiterhin so gut finden, kann man sich dann fragen was man weiter unternimmt. Es gibt schon Mittel und Wege um eine Beziehung zu führen , trotzdem der Entfernung. Man muss das nur wollen und bereit dafür sein.

      • Wenn man sich "online verliebt" und den anderen nie wirklich kennen lernt - und nein, das kann man online nicht - romantisiert man die Vorstellung an eine Beziehung und ein gemeinsames Leben zu sehr.

        Du musst dir bewusst sein, dass auch dieser Mann kein Ideal darstellt und dass euch in einer Beziehung nach einem Zusammenziehen die gleichen Alltagsprobleme erwarten wie alle anderen Paare auch. Hinzu kommt, dass einer von euch - oder beide - das bisherige Leben aufgeben müsste. Man muss dann sehr aufpassen, dass man dem Partner nicht die Schuld gibt, wenn man ohne Familie, ohne Freunde und mit einer schwierigen Umgangsregelung mit dem Ex dasteht.

        Stuzig macht mich, dass ihr euch bereits in der Phase des Onlinedating und Telefonieren streitet - das halte ich dann doch für unüblich.

        Sofern ihr für euch entscheidet, dass eine vorübergehende Wochenendbeziehung ohnehin nicht möglich ist, solltest du von dieser Online-Liebe loslassen, ansonsten bist du nicht frei für eine reale Beziehung.

        Hallo!

        Zwei Punkte:

        1. es könnte auch Scamming sein, gerade wenn jemand extrem viel Zeit investiert, kann es damit enden, dass er dich um Geld bittet - für ein Visum, die schwerkranke Tochter, die Autoreparatur. Bitte unbedingt misstrauisch sein und seinen Namen wenigstens mal googeln und ein paar Berichte zu Romance-Scam lesen.

        2. Auch wenn alles echt und ehrlich gemeint ist: man projiziert ganz automatisch vieles in so eine Liebe hinein. Man sieht sich eben nicht in der Realität, und damit ist der potentielle Partner immer ein ganzes Stück perfekter als ein echter Mensch. Locker 30% sind nur Projektion und in Wirklichkeit ist er dann doch ganz anders.

        Bei eurer aussichtslosen Situation nimmst Du Dir eben auch die Chance, eine echte Beziehung zu finden, wenn du so viele Emotionen in eine Sackgasse investierst. Es gibt ja offenbar kein realistisches gemeinsames Szenario. das macht auf die Dauer nur unglücklich.

        • Eben wegen Deines ersten Punktes habe ich nach dem Land gefragt. Ich bin auch der Meinung, daß man da nicht so blauäugig an die Sache heran geht.

          • Naja, meine Frau wurde seinerzeit von Freunden auch vor mir (aus deutscher Sicht Ausländer) gewarnt. Das scheint so ein Reflex zu sein, wenn man online und Ausländer in einem Satz hört.

            • Och, so bin ich nicht unbedingt eingestellt. Wenn aber eine Mutter mit Kind meint zu überlegen, alles in Deutschland aufgeben zu müssen, ohne den Typen gesehen zu haben, wobei das manche ja auch machen, wenn sie ihn zuvor gesehen haben, dann läuten bei mir alle Alarmglocken.

              • (10) 17.08.18 - 08:42

                Wo sag ich denn, dass ich bereit bin, alles aufzugeben und mit meinen Kind Deutschland zu verlassen, ohne den Mann zu kennen? Sowas würde ich niemals tun. Der Umzugsgedanke ist nur das Ende einer laaaangen Was-wäre-Wenn-Denkabfolge, wenn ALLES passt, man vielleicht 1-2 Jahre eine Fernbeziehung hatte mit regelmäßigen Wochenendbesuchen und gemeinsamen Urlauben etc.! Selbst da wäre ich noch skeptisch, auch wenn die Schweiz als Ausland ja jetzt nicht ist, als würde man in ein Dritteweltland umziehen. ;-)

                • Naja, ich hab nur den Gedanken gelesen und eine Antwort auf meine Frage, um welches Land es sich handle, habe ich erst jetzt bekommen. Dennoch, wer sich im Netz verliebt, ohne den Mann zu kennen oder mit ihm zeitweise mal zusammen gekommen zu sein, ist sehr, sehr waghalsig. Schön wäre natürlich, von einem Happy End zu hören, aber nicht gleich morgen ;-)

                  • (12) 17.08.18 - 09:25

                    Meine Waghalsigkeit hält sich sehr in Grenzen, aktiv gesehen. Dass Gefühle entstanden sind, kann ich natürlich nicht beeinflussen, es sei denn, ich würde den Kontakt abbrechen, aber das würde mir sehr schwer fallen. Ich habe im Moment in meinem Alltag nicht viel, was mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, es ist für mich auch einfach Entspannung vom stressigen Alltag, mit ihm abends zu schreiben oder per Skype zu reden bis in tiefste Nacht über Gott und die Welt, es gibt uns Beiden sehr viel Positives, ich schlafe lächelnd ein und freue mich am nächsten Morgen, wenn seine "Guten Morgen"-Nachricht am Handy blinkt. Trotz allem bleibe ich am Boden und würde gerade auch mit Kind nichts Unbedachtes tun, er ebensowenig. Sieht man ja schon daran, dass wir noch nicht mal über ein Treffen theoretisch gesprochen haben. Selbst bei sowas mach ich mir 1000 Gedanken, wie das gehen soll (beide müssten ja mind. 1 Tag frei UND kinderfrei haben, wobei die Frage wäre, lohnt das für 1 Tag überhaupt, denn da ist man ja länger auf Reisen als man Zeit miteinander hat...). Andererseits wäre es sehr waghalsig, sich für 2-3 Tage direkt zu "verabreden"... Okay, ich hätte kein Problem, wieder sofort heimzufahren, wenn es superdoof ist, und ich würde in ein Hotel natürlich gehen, trotzdem, Restzweifel sind da. Wobei ich ihn durch Skype ja schon mehr kenne als wenn man nur schreibt, Gestik, Mimik, Art zu reden, Optik, ist mir ja alles schon so vertraut, er müsste schon stinken oder sonst was Ekeliges an sich haben, dass mich was ungeahnt noch abstoßen könnte, kleine Makel die die Kamera schluckt, haben wir ja alle, damit rechne ich eh... Sollte es ein Happy End geben, werde ich hier berichten. Ich hoffe, du liesr in 2-3 Jahren noch hier mit, bei unserem Tempo wirds dauern. :-D

              Ok, ich habe den Text anders gelesen, aber die Schlussfolgerung ist die gleiche. Erst mal real kennen lernen und sehen, was passiert. Man kann als nächsten Schritt dann beispielsweise gemeinsam Urlaube verbringen. Wenn es bis dahin gut gehen sollte, gibt es wie gesagt sicher Mittel und Wege. Das kommt dann halt auf die individuelle Situation an, z.B. welchen Beruf die beiden ausüben, wie alt die Kinder sind usw.

          Darf ich fragen welchen Migrationshintergrund du hast? Ich finde das Stigma was einige haben echt traurig es ist doch der Mensch ansich mit Charakter und allem was dazu gehört und nicht die Nationalität...

          • Ich selbst habe keinen, meine Mutter ist Chinesin. Das mit dem "ins Ausland" dürfte sich eher darauf bezogen haben, dass ich Schweizer bin. Aus der Sicht einiger Leute gelten Recht und Ordnung bis an die Landesgrenze, dahinter ist gefährliche Anarchie. Zugegeben, diese Denke ist in der Schweiz möglicherweise noch verbreiteter als in Deutschland.

            • Okay. Ja das kann sein aber auch in Deutschland ist es teilweise weit verbreitet selbst wenn die Leute hier geboren wurden und einen deutschen Pass haben wird noch häufig was böses dahinter vermutet.

Wo kommt er her?

Selbst wenn es innerdeutsche 800km wären, was bringt Dir das?

Drama ohne Ende und Ihr 2 kennt Euch ja nicht mal in echt.

(20) 16.08.18 - 13:08

Danke für Eure Antworten. Zunächst zu Euren Fragen:

1. Dass das Ganze ein großes Stück Illusion ist und nichts mit der Realität zu tun haben muss, ist uns beiden sehr bewusst, daher bleibt es auch bei freundschaftlichem Umgang, es gibt keine Liebeserklärungen, keine CS, nur ein bisschen Flirten ab und zu, aber zu 90% besteht unser Kontakt aus normalen Gesprächen über den Alltag, Gott und die Welt.

2. Scamming kann man ausschließen, wir haben seit 1 Jahr Kontakt und nie kam auch nur die kleinste Andeutung, dass er was finanziell will von mir, er arbeitet und hat einen guten Job (belegt durch Link zu seinem Mitarbeiter-Profil auf der Arbeitgeber-Website). Außerdem wollte ich ihm mal etwas zum Geburtstag schenken und selbst das wollte er nicht annehmen. Ich glaube nicht, dass jemand 1 Jahr lang täglich stundenlang eine Frau widmet, ohne je einen Cent zu erfragen, wenn das der Hintergedanke ist. Es gäbe auch kaum eine logische Erklärung, warum er ausgerechnet MICH um Geld bitten sollte, denn er hat eine große Familie und viele Freunde, die alle sehr viel besser situiert sind als ich. Aber danke trotzdem für die Warnung, ich bin bei sowas sehr skeptisch und fahre streng die Schiene "Bei Geld hört die Freundschaft auf!"

3. Ich wohne in der Nähe von Berlin und er ist aus der Schweiz.

4. "Streit" ist zuviel gesagt, es gab halt schon mal Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse, wo einer von uns eine Aussage des Anderen in den falschen Hals bekommen hat und verletzt war deswegen. Wir reden sehr offen miteinander, da fallen dann eben auch mal kritische Bemerkungen, und je nach Tagesfassung kam es dann eben auch schon mal zu Unstimmigkeiten, die wir aber dann auch nach einer Weile wieder gut klären konnten. Man lernt sich natürlich so auch ein stückweit noch besser kennen und wie man den Anderen zu nehmen hat. zu 99% ist unser Kontakt aber sehr positiv.

Ja, ich habe auch schon gedacht, 1x treffen sollte man machen, um einfach zu wissen, ist das, was online ist, dann auch da, oder nicht. Müssen wir mal gucken, ob wir das mal hinkriegen, bisher hat er noch nie gefragt oder Anstalten gemacht, ich weiß gar nicht, wie er dazu steht, ob er es bei dem reinen Onlinekontakt belassen möchte, wir reden darüber nie, das Thema klammern wir irgendwie immer bewusst aus.... Traue mich daher auch nicht zu fragen, ich weiß echt nicht, ob er mich überhaupt mal treffen will..... #schwitz

  • Berlin und Schweiz, das ist doch keine Entfernung! Nimm einfach den Nachtzug nach Freiburg und triff ihn dort ;-) oder einer von euch setzt sich in den Flieger. Wenn ihr beide ein Auto habt, könnt ihr euch auch auf halber Strecke Treff. Wenn ihr euch mögt, sollte das doch kein Problem sein.

    Erst bei einem persönlichen Treffen kann man wirklich beurteilen, ob die andere Person einem gefällt. Sonst verrennt man sich in eine Phantasie.

    • Meine Frau hat auch in Berlin gewohnt, als ich sie kennen gelernt habe, mittlerweile wohnt sie seit fünf Jahren in der Schweiz. Flüge sind ja recht kostengünstig und mit einem durchschnittlichen Schweizer Gehalt schon finanzierbar. Ich würde mir für den Augenblick noch nicht allzu viel Gedanken über die Zukunft machen, erst mal treffen und sehen, ob's in real auch passt. Wenn es auch in real so gut passt und man sich etwas länger kennt, werden sich schon Mittel und Wege ergeben, z.B. für den Anfang gemeinsame Urlaube. Die kulturellen Unterschiede sind nach meiner Erfahrung überbrückbar und werden gerne grösser dargestellt, als sie tatsächlich sind.

Ich nehme an das du bewusst in schwarz geschrieben hast... Magst du mir mal ne PN schicken? Ich oute dich nicht oder so ich würde dir nur gerne aus meiner Sicht schreiben wie ich das sehe und drüber denke und sogar einen Kompromiss vorschlagen und dir einen Rat geben den ich nicht unbedingt jeden gebe. Ich war in einer ähnlichen Situation und doch ganz anders ich glaube es gäbe eine Lösung für euch beide mit der alle leben könnten.

Leider wurde das alles schon so negativ gesehen das ich das nicht so offen schreiben mag...

(24) 16.08.18 - 17:33

Lies mal

Gut gegen Nordwind

und

Alle sieben Wellen

Gibts beides auch als Hörbuch. Hat mir sehr geholfen, diese ganzen Online-Geschichten besser zu verstehen und damit umzugehen. Ich hatte eine völlig andere Perspektive, aber ich habe sehr viel gelernt.
Ich denke auch, ihr solltet euch mal treffen. Entmythologisieren... dann weißt du vielleicht mehr...

Aber bis dahin lies oder höre! Viel Spaß!

Grüße #winke

  • (25) 16.08.18 - 18:16

    Danke für die Buchtipps, habe mir mal die Beschreibungen durchgelesen bei Wikipedia. Es ist erschreckend, wie gut das passt, auch von den Charakteren her, der ganze Umgang miteinander, genau so ist es bei uns auch, dieses Rumgeeier um die wahren Gedanken und Gefühle, alles nicht greifbar, aber dazwischen blitzt es immer wieder deutlich hervor! #gruebel

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