Privatinsolvenz beantragt, jetzt Auto gepfändet. Was können wir tun?

    • (1) 27.08.18 - 20:23
      Privatinsolvenz

      Hallo zusammen,

      Ich weiß das das was mich beschäftigt nicht unbedingt hierher passt,aber ich möchte einfach anonym bleiben.

      Ich erhoffe mir hier einfach einen Rat und Tipps was wir tun können.

      Fange am besten mal am Anfang an.

      Ich habe meinen Partner vor 1,5 Jahren kennen und lieben gelernt und wir sind glücklich und planen im nächsten Jahr unsere Hochzeit.

      Nach einigen Monaten habe ich mitbekommen das er, auch wegen der Trennung von seiner Ex Frau grosse finanzielle Probleme hat.
      Ende des letzten Jahres haben wir uns dann zusammen gesetzt und mal seine ganzen Unterlagen zusammen getragen und geordnet.
      Heraus bekommen sind Schulden von knapp 60.000 Euro, die auch die Schulden vom noch nicht abbezahlen Haus beinhalten.
      Haben dann gemeinsam versucht, die kleineren Summen zu bezahlen, aber haben schnell gemerkt das das vorne und hinten nicht ausreicht.

      Sind dann Anfang des Jahres bei einer Schuldnerberatung gewesen die der Meinung waren, das er zuerst versuchen solle das Haus zu verkaufen und dann eine Privatinsolvenz zu beantragen.
      Nach einigen Versuchen das Haus zu verkaufen, hat die Bank jetzt vor ein paar Wochen einen Makler beauftragt.
      Da seine Ex Frau auch mit im Grundbuch steht, benötigt der Makler auch das Einverständnis der Ex Frau, die sich aber quer stellt den Vertrag zu unterschreiben, also wird das mit dem Hausverkauf über den Makler nichts und die Privatinsolvenz zu beantragen verschiebt sich immer weiter nach hinten und die Gläubiger werden immer ungeduldiger.

      Waren jetzt Anfang der Woche nochmal bei der Schuldenberatung, die jetzt trotzdem die Insolvenz einleiten will.
      Haben dann direkt alle Gläubiger über die anstehende Insolvenz informiert.
      Am Freitag Nachmittag dann der nächste Schock.
      Im Briefkasten ein Schreiben, über die Pfändung seiner Autos, haben dann nachgeschaut, die Kennzeichen abgeschraubt und mit einem Pfandsiegel versehen.
      Da es ja schon nach 12 Uhr war, konnten wir bei der Stadt, die den Wagen gepfändet hat, nichts mehr erreichen.
      Angeblich haben sie, laut Protokoll, hier geklingelt,aber niemanden erreicht. Was schon mal nicht sein kann da wir den ganzen Tag zu Hause waren und die Klingel auch nicht zu überhören ist.

      Noch dazukommt,das wir gestern seinen Sohn, der die Ferien hier verbracht hat, hätten mit dem Wagen nach Hause fahren müssen. Zum Glück war mein Wagen da.


      Heute Morgen hat er dann direkt bei dem zuständigen Sachbearbeiter angerufen und ihm mitgeteilt,das er letztes Jahr bereits eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben habe und sie demnach den Wagen nicht pfänden können.
      Und zudem er den Wagen braucht um zur Arbeit zu kommen.
      Darauf liess sich der Sachbearbeiter überhaupt nicht darauf ein und der Wagen bliebe gepfändet. Zudem dürfe er auch keine persönlichen Gegenstände mehr aus dem Auto nehmen.
      Er hat aber seine Ersatzbrille, sowie auch wichtige Arbeitskkeidung wie Helm und Sichrheitsschuhe im Wagen und könne somit eigentlich auch nicht arbeiten gehen.

      Zum Glück hatte er die Arbeitssachen am Samstag schon aus dem Wagen geholt, und auch die Jacken von mir und seinem Sohn.

      Aber seine Ersatzbrille und Sonnebrille mit Sehstärke sind noch im Wagen und er darf sie nicht mehr raus holen.

      Er hat dann versucht noch seinen Anwalt zu erreichen,der aber leider nicht erreichbar war.

      Ich kann mir nicht vorstellen,das das alles mit rechten Dingen zugegangen ist, zudem der Wagen nur ein Bruchteil von dem Wert ist was dort noch offen ist.

      Jetzt schaue ich gerade aus dem Fenster und das Auto ist weg.


      Was können wir jetzt noch dagegen tun? Anwalt meldet sich Morgen früh bei ihm.


      Er braucht den Wagen ja auch um zur Arbeit zu kommen. Im Moment kann er zwar meinen Wagen nehmen,aber auf Dauer geht's halt nicht. Kann zum Glück zu Fuss zu meiner Arbeit gehen.


      Vielleicht habt ihr ja Tipps für uns, was wir noch tun können.

      Klar, keine Schulden machen , aber viele Dinge sind noch Altlasten aus der Ehe, die seine Frau auf seinen Namen bestellt hat usw. Da sie selber kein eigenes Einkommen hatte, musste bzw muss er für die ganzen Sachen gerade stehen. Die Schulden bzgl. weswegen das Auto gepfändet wurden, sind auch zur Hälfte ihre Schulden. Aber bei ihre ist nichts zu holen,da kommen sie alleine zu ihm.



      Ist jetzt leider etwas länger geworden und ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt.



      Danke, schon mal im Voraus für eure Antworten!

      • (2) 27.08.18 - 20:40

        Blöde Situation, aber wenn der Anwalt sich morgen meldet und dein Partner bis da dein Auto haben kann, werdet Ihr sicher morgen schlauer sein, ob das rechtens war oder nicht. Wenn nicht, wird der Anwalt das regeln.

        Wenn das Auto weg bleibt und Du deins selbst brauchst, wird deinem Freund nix anderes übrig bleiben als öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Oder das Fahrrad. Oder du oder jemand anders fährt ihn.

    Hallo erstmal. Also man kann unter bestimmten Umständen einen Pfändungsschutz beantragen. Z.B wenn das Auto für die Arbeit genutzt werden muss. Also Außendienst oder Transport von Marerial. Der Weg zur Arbeit ist da leider nicht ausreichend. So wie du den Fall schilderst, ist eine Promivatinsolvenz für euch der beste Fall. Ich fürchte allerdings dass das Auto erstmal weg ist und er sich höchstens ein billiges neues Auto kaufen kann( Das ist wahrscheinlich auch eher nicht möglich ) Kontaktaufnahme zur Schuldnerberatung oder dem Anwalt würde Ich euch trotzdem empfehlen. Alles Gute

    • (7) 27.08.18 - 21:32

      Beratungsstelle ist informiert und er auch bereits in Beratung und Vorbereitung zur Privatinsolvenz.
      Das Auto ist 14 Jahre alt und nicht mal annährend so viel Wert wie die Schulden sind.

      • (8) 27.08.18 - 22:06

        Dann könntet Ihr auch Chancen auf den Pfändungsschutz haben. Ihr habt ja ein Anrecht auf einen gewissen Lebensstandard. Ich dachte dass es sich um ein relativ neues Auto handelt. Bei dem vermeintlichem Restwert ist eine Verwertung als Schuldentilgung evtl. unzulässig.
        Einfach mal den Anwalt fragen.

      Krass! Normalerweise sind die Pfändungsschutzvorschriften der ZPO, die den Schuldner vor einer Kahlpfändung schützen sollen analog anzuwenden. Also Rechtsanwalt aufsuchen ist genau das richtige Vorgehen. Nach dem, was du so schreibst, war die Pfändung vermutlich nicht ok.
      Die Privatinsolvenz anzuleiern, war bei dem Schuldenberg auch echt nötig! Es wird aber sicher auch eine harte Zeit für euch. Aber alles wird irgendwann gut!
      Viel Erfolg und gute Nerven wünscht TanteLillifee

(11) 28.08.18 - 00:02

Mit Insolvenz kenne ich mich nicht aus, aber ich meine, dass das Haus auf Antrag eines Eigentümers zwangsversteigert werden kann. Dann wäre ein großer Teil der Schulden weg.

...Ich würde mit dem heiraten noch warten.

Bitte warte mit der Hochzeitsplanung, bis er eine stabile Schuldenlage hat bzw alles geklärt ist, die Privatinsolvenz läuft usw.
Getrennte Konten sollten selbstverständlich sein, Rechnungen auf Dich ausstellen lassen, für das, was Du kaufst an größeren Gegenständen, diese auch aufbewahren usw.
Ich war in meiner ersten Ehe einfach zu blauäugig und saß bei der Scheidung mit einem Berg Schulden da, Privatinsolvenz gabs noch nicht, ich hab jeden Pfennig abbezahlt.....von SEINEN Schulden....
Warum wird das Haus nicht verkauft?
LG Moni

  • (14) 28.08.18 - 13:31

    Hallo,


    getrennte Konten haben wir selbstverständlich und das Haus will er ja verkaufen und ein Makler würde sich um den Verkauf kümmern, aber seine Ex Frau ist Miteigentümerin und will den Maklervertrag nicht unterschreiben. Haben keine Ahnung warum ihre Anwältin dazu geraten hat.

    • (15) 28.08.18 - 16:25

      Ihre Anwältin hat genau richtig beraten! Sie hat selber Privatinsolvenz angemeldet, weil wahrscheinlich der Erlös aus dem Verkauf die Schulden weiterer Gläubiger nicht gedeckt hätten. Sobald das Verfahren eröffnet ist, gehört das haus in den Insolvenzbeschlag und kann nur noch mit Zustimmung des Insolvenzverwalters verkauft werden. Wäre die Veräußerung kurz vor Eröffnung des Verfahrens erfolgt, wäre der Verkauf im Zweifel rückwirkend nicht wirksam.

      Dein Partner soll Insolvenz anmelden, dass ist echt nichts schlimmes und gut für ihn. Klar er kann in den nächsten (max. 6 Jahren) keine großen Sprünge machen, da er pfändbare Beträge in die insolvenzmasse zahlen muss, aber dann halten die Gläubiger erstmal die Füße still.

      Mit dem Auto muss auf jeden Fall der Anwalt klären. Das geht so nicht, wenn er auf ein Auto angewiesen ist.

      Macht die Insolvenz immer schön mitarbeiten dann ist das alles kein Problem.

      • (16) 28.08.18 - 17:26

        Hallo,


        Danke für deine Antwort.

        Eigentlich hätte er die Insolvenz schon Anfang des Jahres angestrebt, nur bei der Beratungsstelle haben sie ihm geraten das Haus erst zu verkaufen.

        Hätten wir das Anfang des Jahres schon gemacht, hätten wir das Problem mit den Auto jetzt nicht, das ist ärgerlich.

        Beim Anwalt war er heute Vormittag, der hat ihm nur geraten, das er Einspruch nach Paragraph 811 einlegen soll und er auf das Auto aus beruflichen Gründen angewiesen ist.

        Zudem müssen sie ihm eigentlich seine privaten Sachen, wie Brillen usw aushändigen.

        Der Anwalt hat dann ich mit dem Sachbearbeiter der Stadt telefoniert und wenn wir heute noch 600 Euro bezahlen und monatlich 100 Euro bezahlen, würde er das Auto wieder bekommen.

        Wenn er das Geld hätte und auch noch monatlich 100 Euro zahlen könnte, hätten wir ja das Problem Insolvenz nicht. Wie die sich das mal eben vorstellen?

        Bin mal gespannt ob's noch irgendeine Chance gibt das Auto wieder zu bekommen.

        Hab's eigentlich schon abgeschrieben, also müssen wir vorerst mit einem Wagen klarkommen.

        Ärgerlich ist dann natürlich das die Schulden durch den Erlös des Autos noch nicht beglichen sind und immer noch ne Summe offen ist .

Das Auto wäre spätestens im Insolvenzverfahren weg. Wenn Ihr in einer größeren Stadt mit gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz lebt, wird es keinen Pfändungsschutz geben. Es geht um bestmögliche Gläubigerbefriedigung, es gibt nicht so etwas wie Schonvermögen.

Das Hause sollte vor einen Insolvenzverfahren veräußert werden, sonst kommen im laufenden Verfahren neue Kosten und ggf. Schulden hinzu, z.B. Grundsteuer, Abwasser etc. Der Rat des RA der ExFrau ist diesbzgl. schlecht.

Jeder Kreditnehmer haftet für die volle Schuldhöhe, nicht nur für die Hälfte.

Durch eine Hochzeit übernimmt man nicht die Schulden seines Ehepartners, kann aber in einigen Bundesländern für die Zahlung der Kosten eines Insolvenzverfahren des Ehepartners vom Amtsgericht herangezogen werden.

  • (18) 28.08.18 - 13:33

    Hallo,


    leben auf dem Land und mit öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit zu kommen ist nicht möglich, wobei sein Arbeitsplatz sehr ausserhalb liegt.

    Ansonsten wäre es ja eine Lösung.

    Geheiratet wird erst wenn alles geregelt ist und alles in geordneten Bahnen läuft.

    (19) 28.08.18 - 19:11

    Das mit dem Auto stimmt nicht ganz , hängt vom Insolvenzverwalter ab , ob das Auto gepfändet bzw. verkauft werden muss und der Erlös den Gläubigern zu gute kommt, und nicht ob die Stadt in ausgebautes Verkehrsnetz hat.

    • (20) 28.08.18 - 21:21

      Danke für die Info.

      Das Auto ist 14 Jahre alt und nur nen Bruchteil von den Schulden Wert.

      • (21) 28.08.18 - 23:38

        Mein Mann ist auch in der Insolvenz. Er könnte sein Auto auch behalten, weil ohne Auto keine Arbeit, ohne Arbeit auch kein regelmäßiges Einkommen , und ohne Einkommen auch nix zum pfänden.

Top Diskussionen anzeigen