Läuft bei der großen Liebe von Anfang an alles glatt?

    • (1) 27.08.18 - 20:44

      Liebe Urbis,
      ich habe eine generelle Frage und wäre dankbar, viele Antworten zu bekommen.
      Wie hat bei Euch die große Liebe angefangen (wenn Ihr sie denn schon erlebt habt)?
      #verliebt
      Ohne "ruckeln", also z.B. gesehen, gefunkt, große Liebe, alles glatt gelaufen in der Anfangsphase? #kratz Oder kam das große Glück auf Umwegen und es gab einige Irrungen und Wirrungen, bis es eine (erfüllte) Partnerschaft wurde?
      Danke für Eure Erzählungen, #liebdrueck
      LG, Turquoise

      • (2) 27.08.18 - 21:05

        Wie waren sehr jung, Teenager. Seine Eltern sehr gläubig und mit festen Plänen für die Zukunft ihrer Kinder. Ich, sowie meine Familie, das genaue Gegenteil. Aber, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wir waren so verknallt und schafften es uns regelmäßig zu sehen.
        Seine Eltern bekamen davon natürlich Wind und irgendwann haben sie unsere Beziehung einfach toleriert.
        Gehalten hat es bis heute. Wir haben einiges hinter uns, aber ich kann mit gutem Gewissen sagen: er ist meine große Liebe :-)

        Hallo,
        in meiner letzten Beziehung war es so, dass ich ihn gesehen habe und mir sicher war " den wirst du mal heiraten und mit dem wirst du Kinder bekommen" - war schließlich auch so. Allerdings endete es in einer absoluten Katastrophe und seit der Trennung macht er mir das Leben zur Hölle. Eigentlich hätte ich das wissen müssen, denn unsere Beziehung hatte auch deutlich mehr Tiefen als Höhen und rückblickend haben wir einfach nie zueinander gepasst. Wir hatten auch keinen einfachen Start, es gab von Beginn an unzählige Probleme und Spannungen und es waren wohl diese extremen Gegensätze, die uns angezogen haben, die aber gleichzeitig einen harmonischen Alltag und ein friedliches Miteinander unmöglich gemacht haben. Und ich kann sagen, dass dieses Feuer, das die Spannung unserer Beziehung die ersten Jahre aufrecht erhalten hat, mittlerweile in blinde Wut umgeschlagen ist.
        Meine jetzige Beziehung ist von Anfang an ganz anders. Einerseits war da nie diese Obsession, wie in meiner Ehe, im Gegenteil, eigentlich wollte ich anfänglich noch nicht mal eine Beziehung mit meinem Partner. Das hat sich alles ganz langsam und stetig entwickelt und mit jedem Stück Vertrautheit kam auch immer mehr Leidenschaft für den anderen. Beziehungsweise habe ich immer mehr Leidenschaft entwickelt, mein Partner war sich von der ersten Minute an sehr sicher, dass das mit uns was großes ist. Aber ich brauchte Zeit und musste auch erst noch meine Vergangenheit aufarbeiten, bis ich mich traute, mich wieder fallen zu lassen. Wir hatten also auch nicht unbedingt einen leichten Start, haben diesen aber sehr gut gemeistert. heute führen wir eine Beziehung, die absolut von Harmonie geprägt ist. Einen großen Streit hatten wir noch nie und ich glaube, wir sind beide angekommen.
        Er gibt mir sehr viel Sicherheit und entschleunigt mein Leben, diese Rastlosigkeit, die ich in meiner Ehe gespürt habe ist wie verflogen. Wenn ich in die Zukunft blicken, sehe ich uns auch in vielen Jahren noch als Paar - ich würde also sagen, dass er die Liebe meines Lebens ist.
        Aus meiner Sicht kann ich also sagen, dass die große Liebe nicht kompliziert sein muss, sie muss nicht laut sein und sie muss auch nicht von wilder Leidenschaft geprägt sein - das ist auf Dauer anstrengend.
        Ich schätze es unglaublich, einen Partner zu haben, mit dem ich auch mal schweigen kann. Diese Momente, in denen jeder scheinbar eigenenen Gedanken nachhängt und dann schleicht sich doch eine Hand in deine oder oder er haucht dir einen Kuss auf die Stirn und ihr schweigt gemeinsam weiter... Mag absurd klingen, aber diese Ruhe hab ich erst mit meinem Partner kennengelernt und sie ist Teil dessen, was mein "angekommen sein " ausmacht - für mich viel intimer und bedeutsamer als das, was gemeinhin so als "Leidenschaft" bezeichnet wird...

        Hallo!

        Oh es war durchaus kompliziert. Es war nicht immer ein leichter Start, und vor allem, dass mein Vater so früh pflegebedürftig wurde war eine irrsinnige Belastung unserer so frischen Liebe. Sowas machen die meisten Paare nach Jahrzehnten mit, nicht nach ein paar Monaten. Wir haben aber das gemeinsam durchgestanden und ich kann kaum sagen, wie glücklich ich bin, dass mein Mann das alles mitgetragen hat. Es war kein Problem, dass ich eben nicht voll arbeiten konnte, auch er hat sich viel um meinen Vater gekümmert und mir unendlich viel geholfen.

        Es ist immer noch manchmal schwierig, vor allem seit ich neben der Arbeit noch studiere und dafür eben 90% meiner Freizeit drauf gehen, inkl furchtbarer Prüfungsangst, die dazu führt, dass ich noch mehr lerne und möglichst alles bis zum letzten Fitzelchen im Schlaf auswendig aufsagen will. Keine Frage, ich bin da echt anstrengend.

        Mein Mann hat natürlich auch seine Ecken und Kanten, das gehört dazu, und in vielen Punkten passen wir genau gar nicht zusammen - ich mit Studium und Büchern, wo er TV guckt inkl. Soaps, sehr unterschiedlicher Hintergrund, sein Mangel an Ehrgeiz bei gleichzeitigem Gemecker weil er eigentlich viel mehr könnte, aber nicht bereit ist sich dafür weiterzubilden - ja, da rappelt es auch ab und zu. Aber seine guten Seiten und das was wir in den letzten 15 Jahren durchgestanden haben wiegen eindeutig schwerer.

        Ich liebe ihn immer noch über alles, auch wenn eine Ehe natürlich auch bedeutet, dass man dran arbeiten muss, Zeit zusammen verbringen muss, gemeinsame Hobbys finden muss bei aller Unterschiedlichkeit, auch das gehört dazu.

        Sonst ja, es war Liebe auf den ersten Blick, schnell geheiratet weil wir uns absolut sicher waren, und ab da alles gemeinsam durchgezogen. Trotz schwerer Zeiten.

      • (5) 27.08.18 - 21:53

        Nö, war alles andere als unkompliziert bei uns gewesen, Ich glaube sogar, dass eine Portion Drama dazugehört, damit es sich nach großer Liebe anfühlt, denn wenn es so einfach zu haben ist, wäre es ja nur halb so aufregend. Jeder gute Liebesfilm lebt davon, dass sich die Hauptdarsteller erst ganz am Ende glücklich in die Arme fallen nach vielen Dramen und Missverständnissen. In unseren Köpfen ist das so verinnerlicht, dass wir automatisch im realen Leben denken, wenn sowas mit Irrungen und Wirrungen geschieht, dass das den Anderen erst recht begehrenswert macht. Denn wir begehren immer am Meisten das, was wir nicht so einfach haben können.

        Der Anfang war super, wir zogen nach einem halben Jahr zusammen (obwohl ich das so schnell nie wollte ), nach etwa einem Jahr wurde es aus verschiedenen Gründen ziemlich schwierig, das zog sich inklusive einer Beinahe - Trennung noch etwas hin aber inzwischen ist es großartig, nun sind es fünf Jahre.
        Wir sind allerdings auch beide sehr speziell und mussten unsere jeweiligen Egos erst einmal etwas einnorden... 😜
        Nun wissen wir aber sehr genau, was wir aneinander haben und können auch bei gelegentlichen Streitereien schnell wieder einlenken.
        Wir sind sehr angekommen und friedlich.
        So kann es bleiben!
        Und da wir beide keine zwanzig mehr sind ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dies nun die große Liebe sein kann...

        LG, katzz

      • (7) 27.08.18 - 22:36

        Mein Mann und ich kennen uns schon eine Zeitlang, allerdings nur flüchtig, irgendwann machte es klick, bei mir...er brauchte etwas um ebenfalls zu erkennen das wir beide passen. Dramen gab es bei uns nie und er ist absolut meine große Liebe. wir erwarten unser zweites kleines Wunder, hatten noch nie richtig Streit, sind beide Harmonie Menschen denen das Leben zu kurz ist um es sich schwer zu machen, daher passt es einfach. wir haben vieles zusammen gemeistert, auch schwierige Dinge (fehlgeburt, langer Kinderwunsch, chaotischer Haus Bau, geldsorgen) aber wir sind immer wir geblieben. ich bin dankbar meine große Liebe geheiratet zu haben und hoffe das wir immer wir bleiben.

        (8) 27.08.18 - 22:37

        Hmmmm, also ich war als Teenie lange mit meinem Ex zusammen. Ich war 14, getrennt haben wir uns mit 20. Für das Alter also lange.

        Die Trennung war fies. Mein jetziger Mann hatte zu dem Zeitpunkt schon ein Jahr versucht ein Date mit mir zu bekommen. Darauf habe ich mich eingelassen - als Ablenkung. Ja, er war nett. Das war es aber auch. Wir kamen zusammen, und dennoch dachte ich immer, das sei nur für den Moment. Na ja, wir sind nun 16 Jahre zusammen, und er ist definitiv meine große Liebe!

        Ach das war wunderbar! Man solpert so rein und dann ist erst einmal alles sooo schön. Sofern man eine gewisse Naivität (meist nur in jungen Jahren vorhanden) mitbringt.

        Da ist ein verschmuster lieber Mensch der mit Einem zusammen sein will und man denkt sich allerlei Dinge aus, was man zusammen machen kann.

        Dieser Gefühlshyp hielt bei mir so 3 Jahre an und schrumpfte so in 10 Jahren auf Normalmaß.

        Aus meiner Sicht müssen neben dem Gefühl aber noch 3 Basics da sein damit das gut läuft:
        1. guter liebevoller Sex
        2. gute Chemie mit toller Kommunikation
        3. Jeder der Beiden muß etwas haben was der Andere braucht und selber nicht hat
        z.b Einer ist mehr Kopfmensch und Einer ist mehr Gefühlsmensch

        Ja und dann entwickelt sich die Beziehung fantastisch.

        Seht hilfreich ist auch wenn Beide auf eigenen Füssen stehen und einen Plan vom Wohin im Leben haben.

        Ich lernte meine grosse Liebe mit 13 kennen.
        Ich sah ihn, war sofort total verschossen. Und sagte noch zu meiner Freundin den Heirate ich irgendwann...

        Wir waren auch ganze 2 Monate zusammen.
        Dann trennten sich unsere Wege ich hatte den allerschlimmsten Liebeskummer ever...
        Immer wenn ich ihn danach zufällig sah tat mir alles weh...

        Irgendwann lernte ich durch Zufall einen Bekannten von ihm kennen mit dem ich zusammen kam der wie sich später herausstellte ein Arsch war und mich richtig Mies behandelte, er beleidigte und Schlug mich er brach mir die Nase ich versteckte mich daraufhin bei meinen Eltern.
        Und so stand dann eines Abends meine grosse Liebe wieder vor meiner Tür und eröffnete mir das der Typ mich nie wieder schlecht behandeln würde, er hätte ihm gezeigt wie Weh so eine gebrochene Nase täte...

        Danach ging er einfach nie wieder weg, er freundete sich mit meinem Freundeskreis an, kümmerte sich um mich und war immer für mich da also entschloss ich mich nach 2 Monaten ihm noch mal eine Chance zu geben.
        Das war vor 17 Jahren.
        Wir sind jetzt fast 14 Jahre Verheiratet haben 2 Kinder und sind immer noch Glücklich...

      (12) 28.08.18 - 09:37

      Alles glatt gelaufen in der Anfangsphase. #pro

      (13) 28.08.18 - 09:43
      meine geschichte

      Nach 1,5 Jahren Bilderbuchbeziehung meinte mein Mann (damals Freund), dass wir uns noch zu oft streiten würden (wenn alle 3 Monate viel ist #kratz) und trennte sich. Niemand konnte das damals nachvollziehen, aber egal. Er bekam wohl kalte Füße vor einer ernsten Beziehung, keine Ahnung ...

      Es war die Hölle für mich. Nach 6 Wochen Party und einer anderen Frau merkte er, was er in mir verloren hatte, kam reumütig zurück. leicht machte ich es ihm nicht.
      Das war vor 18 Jahren. 14 davon sind wir verheiratet. Glücklich. Nie mehr ein besonderer Vorfall...

      Bei uns war es so :

      Ich war damals noch mit meinem Ex zusammen als ich meinen Mann kennen gelernt habe. Ich war sofort hin und weg von ihm, hab immer das große Kribbeln im Bauch bekommen wenn ich ihn gesehen habe. Ich hab gemerkt, dass die Gefühle für ihn mit der Zeit immer stärker wurden, also habe ich meinen ex verlassen.
      Mein Mann und ich hatten uns immer wieder getroffen, es ist wirklich nie etwas zwischen uns passiert. Er war damals Soldat und musste dann auch einige Zeit in den Auslandseinsatz. Als er wieder da war, war die Freude groß und wir trafen uns wieder. Ein einziges Mal.. danach hatten wir uns immer wieder verabredet und er hat wirklich jedes Mal kurzfristig abgesagt. Das fand ich natürlich nicht so lustig und er wurde dann auch etwas sauer, so dass wir 6 Monate lang keinen Kontakt mehr hatten. Ich hatte ihm dann mal geschrieben ob wir uns nicht treffen und mal über alles reden wollen.. er bejahte.. und am Tag als das Treffen stattfinden sollte, hat er : abgesagt !
      Ja da war's für mich eigentlich erledigt.. da hatte ich keine Lust mehr zu.. einige Wochen später gratulierte er mir zum Geburtstag und schrieb mir dass man ja mal was essen gehen könnte.. da hab ich verneint. Es mir allerdings dann doch anders überlegt 😁
      Also haben wir uns diesmal tatsächlich wieder getroffen. Immer mal wieder.. nie ist etwas passiert aber wir kamen uns doch schon näher. Er musste dann wieder in den Einsatz also haben wir uns 2 Monate wieder nicht gesehen aber fast täglich geskypt.. Als er dann wieder da war, hab ich eine Woche lang bei ihm übernachtet.. und da kam es endlich zum 1. Kuss und zum Anfang unserer Beziehung 😊
      Er sagte mir mal, dass er den Kontakt abgebrochen hat weil er gemerkt hatte, dass die Gefühle doch immer mehr werden, er aber Angst vor einer Beziehung hatte ( er wurde ca 1,5 Jahre zuvor von seiner Freundin verlassen mit der er 8 Jahre zusammen war)
      Nun sind wir seit 2 Jahren verheiratet, haben eine Tochter von 2 Jahren und 4 monaten, haben am Samstag noch kirchlich geheiratet und sind in der 6. Woche schwanger 🙂

      (15) 28.08.18 - 12:22

      Wenn mein Mann nicht die große Liebe ist, weiß ich auch nicht. Wir hatten trotzdem alle Umwege durch, die es gibt. Lose Freunde - Beste Freunde - Freunde Plus - wieder lieber nur Freunde - na doch wieder Freunde Plus - ne geht nicht besser Entfernte Freunde - Freunde - Beste Freunde - Ewig beste Freunde - Liebeserklärung - Zusammenzug - 1 Jahr zusammen - Heiratsantrag - Heirat - neuer Wohnsitz, Auto mit Kinder, Kegel, Haustiere... Nun kommen wir ins 4. Jahr.

      Mein Mann und ich wir hatten schon viel erlebt vorab und waren einfach beide etwas beziehungstraumatisiert. Verstanden haben wir uns immer, aber es hat gedauert sich dazu zu entscheiden. Auf beiden Seiten. Es war ein sie-will-nicht-mehr-dann-will-er-nicht-mehr-sie-will-mehr-aber-er-jetzt-nicht-mehr-dann-will-sie-auch-nicht-mehr-aber-will-eigentlich-nur-ihn-und-er-eigentlich-nur-sie-Spiel. Totale Seifenoper. Mit dem Zeitpunkt, wo wir es endlich beide hinbekommen haben uns unsere Liebe zu gestehen ....waren wir eigentlich schon so lange verbandelt und desillusioniert voneinander, dass ich sagen kann. Er war eigentlich nie mein Freund (Partner). Er war irgendwie gleich mein Mann.

      Wir fangen immer an zu stottern wenn wir gefragt werden wie lange wir schon zusammen sind. Inoffiziell....boah...ewig...offiziell....naja....noch nicht ganz so lange....

      Mit dem Gong-Schlag zur Beziehung ist es jedenfalls super harmonisch und wir leben und arbeiten zusammen und sind irgendwie immer verbunden. Daher der Start kann auch holprig sein ;), solange man diese Schwierigkeiten zusammen überwindet und gemeinsam an sich arbeitet.

      (16) 28.08.18 - 12:26

      Hallo, Liebe auf den ersten Blick war es, bei mir zumindest, nicht. Ich wollte damals nur einen One Night Stand und hätte mir nie und nimmer vorstellen können, dass wir mal so lange zusammen bleiben, heiraten und eine Familie gründen.
      Die Ausgangslage war aber auch nicht einfach: zwischen unseren Wohnorten lagen etwa 1.000 km Entfernung. Wir beiden kamen aus sehr gegensätzlichen Elternhäusern und waren gerade erst Anfang 20. Es kamen dann mehrere Jahre Fernbeziehung zusammen, darunter 6 Monate im Ausland, wo wir uns überhaupt nicht gesehen haben. Und ja, gerade in den Anfangsjahren gab es öfter große Streits, wo ich in meinem "jugendlichen" Alter gedacht hab, ich zieh sofort aus und beende die Beziehung. Und trotzdem hat es gehalten - bis heute sind es über 18 Jahre! Und wir lieben uns immer noch, streiten uns mittlerweile nur noch sehr selten und auch nie wirklich doll, sind total glücklich miteinander und können uns keinen anderen Partner vorstellen. #verliebt
      Manchmal muss man auch einfach miteinander erstmal richtig erwachsen werden. :-D

      (17) 30.08.18 - 14:15

      Ich habe - nach 20 Jahren Beziehung und 11 Jahren Ehe - eine ziemlich klare Meinung dazu: Wenn es wehtut (also dauernd), dann ist es keine Liebe.

      Wir kamen mit 16/17 zusammen und das erste Jahr haben wir gar nicht gestritten. Danach schon auch mal, aber so on-off-Geschichten, das gabs bei uns nie. Es war natürlich trotzdem nicht so einfach alles: Anfangs war meine Mutter dagegen (wohl eher dagegen, dass ihre Tochter überhaupt einen Freund hat als gegen ihn, aber gut), dann war ich zum Studium weg und wir hatten eine Fernbeziehung. Kurz bevor wir zusammenzogen, bekam ich kurz mal kalte Füße und wenn in München die Wohnungen nicht damals schon so teuer gewesen wären, hätte ich wohl auf getrennte Wohnungen bestanden - ich hatte mich zu sehr an die Freiheit gewöhnt. Aber grundsätzlich hatten wir immer die gleiche Basis und nie große Streitthemen - obwohl es hin und wieder schon auch mal kracht.

      Was bei uns anfangs nicht so mega lief, war das Thema Sex. Wir waren beide unerfahren und ich dachte jahrelang, das wird nie was ;-). Das hat sich aber gegeben und es läuft wirklich prima.

      Also, ich würd sagen: Nein, es muss nicht alles perfekt laufen, nur weil es die große Liebe ist. Aber es darf auch nicht von Haus aus schon alles problembelastet sein.

      Oder wie sag ich immer: Einen, mit dem es von Anfang an schon schwierig ist, ließe ich nicht ins Haus. Denn die Probleme kommen eh von selber. Da braucht man vorher noch keine.

      (18) 01.09.18 - 12:00
      MeinbesterFreund

      Ja, bei uns war es so. Wir haben uns online gefunden, sehr schnell getroffen. Wir wohnten nur drei Kilometer auseinander.

      Wir haben von Anfang an sehr offen miteinander gesprochen und gesagt, was wir von der Beziehung erwarten (ernsthafte Beziehung, Heirat und Kinder). Mit Sex haben wir tatsächlich etwas gewartet für heutige Verhältnisse.

      Nach drei Monaten wurde ich schwer krank (Pfeiffersches Drüsenfieber und daraus resultierend eine Hepatitis) und musste nach einem Krankenhausaufenthalt gepflegt werden. Er zog dann zu mir und ging nicht mehr weg. Wir sind dann nach 9 Monaten zu ihm gezogen, haben nach 15 Monaten geheiratet und sind sehr glücklich. Unser gemeinsamer Kinderwunsch ist sehr stark und wir haben schon fünf Fehlgeburten seit unserer Hochzeit vor 3 Jahren durchleiden müssen.

      Mein Mann war damals als wir uns kennenlernten gerade arbeitslos geworden und es stand für mich nie zur Debatte, ob ich ihn liebe oder ob ein arbeitsloser Mann in Frage kommt. Er hat dann eine Umschulung gemacht und wir hatten noch drei Jahre wirklich eine harte finanzielle Zeit. Aufgrund meiner zahlreichen chronischen Krankheiten bin ich nicht voll erwerbsfähig und war damals Aufstockerin. Er hat auch nie darüber nachgedacht, ob er mich deswegen nicht liebt. Heute haben mein Mann und ich einen unbefristeten Vertrag, ein gutes Einkommen und es geht uns gut.

      Wir verstehen uns blind, denken oft dasselbe, haben dieselben Ansichten, Werte und Normen. Wir bekommen keinen Streit, weil einer Geld ausgeben will, das wir nicht haben. Wir sind seelenverwandt. Wir sind füreinander die Richtigen. Und er ist mein bester Freund.

      Rückblickend würde ich sagen, ja, wenn es der Richtige und die große Liebe ist, dann läuft alles glatt. Auch wenn die Ausgangslage nicht rosig ist.

      ach, solche Storys lieb ich ja ^^
      Unsere Geschichte verlief irgendwie so völlig anders als erwartet. Weder von uns noch von unserem Umfeld ;-)
      Kennengelernt haben wir uns online auf einem Datingportal. Dort hatte ich mich angemeldet, weil ich eine Affäre gesucht hatte. Denn kurz zuvor wurde mir sprichwörtlich das Herz gebrochen. Da hatte ich keine Lust mehr auf die Männerwelt, auf Sex wollte ich aber auch nicht verzichten. Und da ich noch einen kleinen Sohn hatte, war es mir auch nicht so einfach möglich, in der nächstbesten Disko einen Typen aufzureißen. Nach ein paar Wochen schrieb der Kerl mich an. Völlig nichtssagender Betreff und ein ncoh viel inhaltloserer Inhalt.. bis heute weiß ich nicht, warum, aber ich hab ihm geantwortet und es entwickelte sich zunächst per PN und später dann per ICQ (kennt das hier eigentlich noch einer..? ;-)) ein Gesprächsverlauf.. wir tauschten Telefonnummern aus und fingen an, stundenlang zu telefonieren. Wir waren einfach auf einer Wellenlänge. Aber es sollte bei der Affäre bleiben. Wir trafen uns und als wir uns so gegenüberstanden, war mir schon klar, dass das keine Affäre werden würde. Aber ich hielt daran fest. Warum auch immer... Wir knutschten ein bisschen rum, tranken Sekt und redeten die ganze Nacht. Nach einigen hin und her, abgestrittenen Gefühlen und irgendwie doch verliebt sein, einer Auseinandersetzung und wohlmeinende Ratschläge meines Freundeskreises, dass "der Kerl wirklich nichts für dich ist" und "dir mehr schaden als nutzen wird!" fragte er mich eines Abends, "ob wir es offiziell machen wollten" und ich frage doof zurück, was wir offiziell machen sollten. Da meinte er: "Na, dass wir jetzt ein Paar sind!" Ich meinte sowas sinngemäßes "joah, könn wa machen!" uns sind seitdem zusammen. Das war im April 2006
      Wir hatten eine Menge Hürden zu überwinden. Erst wurde er krank, ich begann endlich eine Ausbildung (die mir sein Vater verschafft hatte), beendete sie nach drei Jahren (sehr sehr anstrengenden Jahren...), dann wurde ich krank, wir waren beide Arbeitslos und auf Stütze angewiesen. Dann eine zündende Idee und wir gründeten ein eigenes Unternehmen. Dank unserer Ausbildungen war das gut möglich, ohne nebenher noch viel Extrawissen aneignen zu müssen. Was der eine nicht weiß, weiß der andere. Was der eine nicht kann, kann der andere und bringt es dem Partner bei der Gelegenheit auch gleich mal mit bei. Das Geschäft lief so gut, dass wir ab 2012 dann ein gemeinsames Baby wollten. Das ließ aber auf sich warten... Frühe Abgänge, eine Eileiterschwangerschaft. Trauer, Verzweiflung, Hoffnung.. im April 2014 endlich wieder positiv getestet und wir wussten plötzlich, dass es diesmal endlich gut gehen würde. Im Dezember kam unsere erste Tochter zur Welt, fast genau ein Jahr nach meiner Eileiterschwangerschaft. Im April 2017 kam dann unsere zweite Tochter zur Welt und macht uns komplett.

      In der Zwischenzeit ist noch viel viel mehr passiert als das, was ich oben grob umrissen hab, alles weitere würde einfach auch den Rahmen sprengen. Der holprige Start bezog sich übrigens nicht nur auf das zwischenmenschliche sondern auch auf das, was zwischen den Laken lief: Nämlich garnicht rund! Was war ich die ersten Male enttäuscht... #zitter Bis wir anfingen zu reden. Und er meinte, er sei auch enttäuscht... #schock Seitdem haben wir viel gelernt. Voneinander, miteinander.. weil wir reden, uns informieren und wenn was schiefläuft das auch mit Humor nehmen ;-)

      Er ist die Liebe meines Lebens. Abgesehen von meinen Kindern steht mir sonst keiner so nahe wie er. Er ist nicht nur mein Lebensgefährte. Er ist mein Seelenverwandter. Wir wissen fast immer, was der andere denkt. Und die spöttischen Stimmen von früher?

      Die suchen heute noch das große Liebesglück #rofl

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