Angst alleine da zu stehen.. psychische Probleme des Partners

    • (1) 01.09.18 - 08:08

      Hallo Mädels..
      mein Partner trägt einiges an psychischem Ballast mit sich herum, tut sich zusätzlich extrem schwer zu vertrauen und dieses Auf-und-Ab der Gefühle (von „ich liebe dich“ <-> „ich brauche Abstand“ in wenigen Sekunden..) macht mich absolut irre.. ich habe große Angst, alleine mit dem Kind stehen gelassen zu werden und ich will nicht, dass unser Kind meine ständige Sorge fühlt.. :((

      Ist jemand von euch ebenfalls in einer solchen Situation?

      Er hat sich so unglaublich auf das Kind gefreut und ist immer happy, wenn ich ihm schildere, wie komisch sich die Bewegungen des Babies teilweise anfühlen.. wir haben jetzt auch gemeinsam den Kinderwagen und ein Gitterbett ausgesucht und er will dieses Kind wirklich gerne.. ich habe nur manchmal das Gefühl, dass das auch schon alles ist.. ich bin halt die Mutter des Babies, aber ich glaube, dass ich nicht bin, was er eigentlich sucht und das bereitet mir unglaublich große Sorgen und bricht mir regelmäßig das Herz...

      • Wieso glaubst du denn, dass du nicht die Frau bist, die er sucht?
        Ist dein Partner denn in psychischer Behandlung? Wie lang hat er bereits diese Störung?
        Dreh doch mal deinen Gedankenspiel um - kann er nicht unglaublich froh und stolz sein, dich an deiner Seite zu haben? Welche Frau macht denn so ein Auf und Ab auf längere Zeit mit?!

        • Das ist es ja :D ich würde gerne für das was ich bin und tue, geliebt werden und mich nicht nur „geduldet fühlen“.. wenn er eine wirklich böse Downphase hat, sagt er Dinge wie, er kann sowieso nicht lieben und dass er nicht weiß, was er für mich empfindet, aber dass er für das Kind alles tun will und dass er sich das Dilemma in dem er steckt vor anderen nie anmerken lassen würde oder mich bloß stellen oder hintergehen.. er würde schon die heile Welt für alle spielen.. aber das ist es nicht was ich will.. entweder man will mich oder man will mich nicht.. wegen einer Schwangerschaft einen auf heile Welt zu machen, brauch ich nicht..
          Dadurch, dass er manchmal solche Dinge sagt, bin ich mir dann an seinen guten Tagen nie sicher, ob er die lieben Dinge die er dann sagt, wirklich meint oder ob er sie nur sagt, weil er glaubt, dass ich sie hören will.. ich steck einfach total in einem Dilemma.. ich weiß, dass ich ihm irgendwie schon wichtig bin.. dass ihm das Baby wichtig ist.. gleichzeitig ist alles mit ihm so unberechenbar und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll..

          • Ist er in Behandlung? Welche Frau auf dieser Welt möchte sich denn seinem Partner nicht sicher sein? Also ich schon, und deshalb verstehe ich dich, dass du das auch willst. Die Lösung scheint also zu sein, dass dein Freund sich behandeln lässt....weil es sonst keine Zukunft gibt.
            Sicher gibt es viele, viele Frauen die ihre Kinder alleine aufziehen. Ich hoffe, dass ich verschont bleibe....denn ich bin nicht der Typ dazu. Außerdem möchte ich nach der Elternzeit auch wieder arbeiten und mir die Hausarbeit und Verpflichtungen für die Kinder mit meinem Mann teilen..... deine Situation ist schwierig. Du wirst sie aber ohne Hilfe für ihn nicht lösen können....

      (5) 01.09.18 - 09:07

      Hallo,
      Ich kann deine Sorge sehr gut verstehen. Dein Mann sollte sich in therapeutische Hände begeben.
      Ich habe bei meinem nun exmann die border line Erkrankung nicht gesehen und habe ihn mit einem zweiten Kind total überfordert. Beim ersten musste ich schon den löwenanteil stemmen und seine Launen auffangen.
      Er ließ mich sitzen als die Kinder 2 und 4 waren und es war sehr sehr anstrengend für mich. Erst dann ging er in stationäre Behandlung um sich helfen zu lassen.
      Man schafft alles als Mama aber so weit muss er nicht kommen! Wenn du merkst das du an deine Grenze kommst hol DU dir psychologische Hilfe um mit der Situation klar zu kommen, bevor es zu einer Trennung kommt.
      Heute (4 Jahre später) bin ich neu vergeben und glücklich, er ist neu vergeben und kümmert sich nicht seinen Kräften so gut es geht um die beiden Kinder. Also auch bei uns ging es weiter :-)

      • Ja, vor dieser Überforderung habe ich große Angst.. einerseits scheint ihm die Tatsache, dass er Vater wird unglaublich zu helfen und seinem Leben endlich den Sinn zu geben, den er schon so lange gesucht hat, andererseits muss er, um bei mir und dem Kind zu sein, nach Österreich umziehen, Deutsch lernen und sich an all die Gepflogenheiten gewöhnen = zusätzlicher Stress.. er kennt außer mir und meinen Freunden/meiner Familie niemanden hier und er hat Angst davor in ein Loch zu fallen.. und ich weiß nicht, wie ich dann damit umgehen kann, wenn er so schon sehr sprunghaft ist, wenn es um seine Stimmung geht und dann unter zusätzlichen Druck gerät.. ich hoffe einfach, dass ich mich umsonst sorge, dass es ihm hier gut gefällt, dass er sich wohlfühlt und dass das Baby (oder davor mein 6-jähriger Sohnemann) ihn nicht überfordert.. dass ich mir all die Sorgen umsonst mache 🤷‍♀️

        • Warum um Himmels Willen bekommt man in der Situation ein Kind? Vor allem, wenn noch ein Kind betroffen ist?

          • Wie schön, dass du auch daran denkst, dass ein Baby trotz Verhütung und ungeplant entstehen kann und dennoch mehr als herzlich willkommen ist!

            Du machst gerade einer schwangeren Frau, die sich genauso wie ihr Partner über den Nachwuchs freut einen Vorwurf, sich für ein Kind das bereits unterwegs ist entschieden zu haben - großartig! Und unglaublich hilfreich! Die Schwangerschaft steht und stand niemals zur Diskussion.

    Mein Vater ist psychisch krank (Schizophrenie) und er ist der beste Vater auf der ganzen Welt in meinen Augen 😍. Meine Mutter war sich auch oft nicht sicher, ob sie sich gleichzeitig um ein Kind und ihren Mann kümmern kann, aber sie hat zu ihm gehalten und die beiden führen eine wundervolle Ehe. Klar gab es Zeiten der Unsicherheit, des Streits, der Verzweiflung. Aber meine Eltern lieben sich und gehören einfach zusammen. Meine Geburt hat ihre Bindung noch gefestigt. Ich wünsche dir viel Glück und den Mut eine gute Entscheidung zu treffen 🍀🐞.

    • (10) 01.09.18 - 13:13

      Ich bin noch lange nicht an dem Punkt, wo ich ans Aufgeben denke 🙈 ich liebe ihn und manchmal habe ich auch das Gefühl, dass er mich auch wirklich liebt.. ich habe einfach Angst, dass ER irgendwann die Flinte ins Korn wirft.. aber jedes Mal, wenn ich das Gefühl habe, so jetzt gibt er auf, reißt er sich wieder am Riehmen und es fühlt sich an als wäre nie etwas anderes als Zuneigung da gewesen.. aber dieses auf und ab.. es tut einfach manchmal richtig weh.. wenn ich es ihm sage, fühlt er sich dann schlecht, weil er nicht will, dass ich mich so fühle und er kann ja auch nicht wirklich was dafür, wie er sich fühlt und dann fühl ich mich wieder schlecht, weil ich ihm ein schlechtes Gewissen gemacht habe.. 🙈 es ist einfach nicht leicht..

      • Was verstehst du denn unter "Liebe"? Was versteht er unter "Liebe"? Da gibt es sehr viele verschiedene Vorstellungen. Die wenigsten Vorstellungen sind eine Basis für eine dauerhafte Beziehung.

(12) 01.09.18 - 16:28
Lieberanonymheute

Bei meinem Mann und mir ist das zwar nicht so gravierend wie bei euch, aber er hat eine Zeit lang nach der Arbeit, wenn er gestresst und schlecht gelaunt war, davon geredet wie schlecht unsere Beziehung und alles läuft. Das hat mich jedes Mal zutiefst verletzt.
Und eine Stunde später war wieder alles anders und er ist glücklich und liebt mich und und und.

Ich habe ihm dann gesagt, dass ich so auf Dauer nicht leben möchte und es auch nichts ist, was ich mir bieten lassen muss. Es ist sein Problem und er muss es in den Griff bekommen. Ich habe ihm gesagt, dass ich natürlich für ihn da bin und ihn unterstütze wo ich kann, aber von ihm muss die Einsicht für das Problem kommen und auch der Wille es zu ändern.
Ebenfalls habe ich ihm gesagt, dass auf keinen Fall möchte, dass wir unserem Kind so eine Beziehung vorleben. Da er sich ebenfalls riesig auf das Baby freut, hat das auch gezogen. Schließlich will er nur das Beste für das Kleine.

Seitdem wird es deutlich besser. Übrigens muss man da auch nicht direkt mit einer Trennung als Konsequenz drohen. Überhaupt muss man nicht direkt mit Konsequenzen kommen, sondern erstmal einfach alles ansprechen.

Bei deinem Partner würde ich aber auf jeden Fall auf eine Therapie bestehen, da die auch einfach notwendig zu sein scheint. Und aufgrund des Mangels an Plätzen wäre das auch etwas, was man eher sofort als später anfängt zu suchen. Auch da kannst du ihn unterstützen. Aber auch so kann er sich mit seinen Problemen auseinandersetzen und versuchen Lösungen zu finden.

Ich würde da ein ernsthaftes Gespräch suchen und mit ihm gucken was er und ihr tun könnt.

Sollte bei ihm kein Bewusstsein dafür kommen, dass er ein zu lösendes Problem hat und er dich verletzt und unfair behandelt, kannst du dir immer noch Gedanken machen wie es weitergehen soll.
Aber auf Dauer ist es auch für euer Kind nicht gut, wenn es sieht wie seine Eltern miteinander umgehen, also dass dein Partner einfach nur seinen Ballast bei dir ablädt ohne auf deine Gefühle dabei zu achten.

Alles Gute für euch!

(von „ich liebe dich“ <-> „ich brauche Abstand“ in wenigen Sekunden..)

Das ist das typische Reaktionsmuster von Narzissten.
Außerdem lese ich, dass der Mann kein Deutsch kann, demnach von einer fremden Kultur kommt und vermutlich seine Familie im Ausland hat.
Alles keine guten Voraussetzungen für eine stabile lang haltende Beziehung.

  • Sorry, aber inwiefern soll mir dieses mit Vorurteilen behaftete Statement helfen?

    Seine Kultur ist unserer sehr ähnlich, er ist unglaublich gebildet und spricht bereits 5 Sprachen fließend (darunter Französisch (Muttersprache) und Englisch) und lernt seit kurzem Deutsch, zudem hat er seine Heimat vor mehr als 10 Jahren noch als Teenager verlassen und lebt seither alleine im Norden Europas (= SEHR ähnliche Kultur) weit weg von seiner Familie (>10 Stunden Flug) - dasselbe Religionsbekenntnis haben wir übrigens auch - genauso wie ähnliche Ansichten wie das Leben laufen soll.. ich sehe da also von dieser Warte nicht wirklich ein Problem für unsere Beziehung..

    Seine Ängste bzgl. Eingewöhnung waren auf die Eigenarten meiner Landsleute bezogen, da es da immer ein paar Vollkoffer gibt, die meinen ein dunklerer Hautteint verändert den Menschen der drin steckt und das bereitet ihm Sorgen.

    Aber vielen Dank für deinen hochqualifizierten Kommentar.

    • Du bist nur auf einen Punkt eingegangen und deine Reaktion steckt voller Sarkasmus.

      Was soll man dir aufgrund der wenigen Angaben raten? Deine Beschreibung ist sehr dünn, daher ist die Beurteilungsgrundlage eben dünn. Aber nochmal zum Mitschreiben. Es waren mehrere Punkte:

      1. (von „ich liebe dich“ <-> „ich brauche Abstand“ in wenigen Sekunden..)
      Das ist das typische Reaktionsmuster von Narzissten.

      Narzissten als Partner sind sehr sehr schwierig und sehr anstrengend. Und meisten finden Narzissten einen komplementären Narzissten als Partner. Das macht die Sache nicht leichter. Ob meine Vermutung zutrifft, magst du selber herausfinden. Dazu gibt es Literatur, z.B. "Eitle Liebe" von Bärbel Wardetzki. Wenn es jedoch zutreffen sollte, erwartet dich sehr wahrscheinlich ein schmerzhafter langer Leidensweg, der meistens in der Trennung mit vielen schweren Verletzungen endet.

      2. Außerdem lese ich, dass der Mann kein Deutsch kann, demnach von einer fremden Kultur kommt und vermutlich seine Familie im Ausland hat.

      a) Wenn man keine gemeinsame Sprache fließend spricht, ist es mit der Verständigung logischerweise nicht dasselbe Niveau als wenn zwei Muttersprachler zusammenfinden.

      b) Die Kultur ist anders. Das führt zwangsläufig dazu, dass die Werte unterschiedlich sind, denn die Werte werden von der Herkunftsfamilie geprägt. Ich würde niemals raten, einen Partner von einer anderen Kultur zu nehmen, wenn man nicht zuvor jeder des anderen Muttersprache gelernt und einige Zeit mit der Familie des Partners zumindest im Land des Partners gelebt hat. Dann versteht man vielleicht ansatzweise seine Werte und seine Denkmuster.

      c) Wenn die Familie im Ausland lebt, dann fehlt dem Partner das Eingebundensein in seine gewachsenen Beziehungen. Er muss sich dann in einem femden Land, mit einer fremden Sprache und mit einer fremden Kultur zurechtfinden, und hat als einzige echte Bezugsperson die Partnerin. Die Eltern können dann nicht eben mal kurz vorbeikommen und aushelfen, wenn Not am Mann ist.

      Alles keine guten Voraussetzungen für eine stabile lang haltende Beziehung.

      Da deine Reaktion sehr verletzt, sehr sarkastisch klingt, vermute ich, dass auch bei dir die Vorausssetzungen für eine stabile Beziehung dürftig sind. Du kannst keine sachliche Diskussion führen, obwohl du nach Rat gefragt hast?

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