Ehekrise

    • (1) 04.09.18 - 19:49
      blackwifexcy

      Hallo
      Ich muss mich langsam mal austauschen - leider habe ich tatsächlich niemanden sonst.
      Ich bin seit 6 Jahren verheiratet, wir haben 3 Kinder.
      Ich versuche nicht zu sehr auszuholen :
      Mein Mann ist seit Monaten schlecht drauf - auf Nachfrage reagiert er meist mit „ich hab nix“ oder es geht um seinen Job.
      Er hat mehrer wechsel Hinter sich und irgendwie nie Glück.
      Aktuell geht das Spiel mit der Jobsuche von vorne los.
      Das Problem ist dass seine miese Laune dafür sorgt dass ich am liebsten allein bin - also ohne ihn.
      Wenn er da ist ist es Stress und schlechte Laune pur. Ich muss aufpassen nicht die nächste sinnlose Diskussion los zu treten oder meinen Ärger darüber einfach wegdrücken.
      Er ist von allem genervt .
      Wir leben im Grunde nebeneinander her - wechseln uns mit den Kids ab (ich muss ihn fast nötigen ) und sitzen abends vorm tv - er zockt und ich Google .
      Wenn ich versuche die Situation zu verändern endet es immer wieder in nervigen Diskussionen .
      Es ist hart aber seine Gesellschaft ist wirklich sehr anstrengend seit geraumer Zeit.
      Ich will ihm gerne helfen - ICh habe nur den Eindruck er ist mit Dingen unzufrieden die ich nicht ändern kann.
      Genervt von den Kindern - ich kann sie nicht weg zaubern.
      Ich glaube ihm täte es gut sich komplett auf seine Karriere zu konzentrieren um mal wieder Anerkennung auf dem Gebiet zu bekommen - aber das passt dann nicht zu seinem Wunsch viel In der Familie zu sein - aber wenn er da ist ist er ja genervt ?!?
      Icc finde keine Basis für ein gutes Gespräch .
      Es wird immer schlimmer - ich bin aktuell echt froh wenn er das Haus verlässt 🤷‍♀️

      • Oje dass klingt gar nicht gut. Job technisch ist es heutzutage leider oft Schwierig da viele Arbeitgeber ziemlich unrealistische Anforderungen an Mitarbeiter stellen und im Gegenzug wenig leisten( Gehalt/ Work Life Balance/ Festvertrag etc) Ich war lange Arbeitsvermittler beim Jobcenter und habe viele solche Schrott Arbeitgeber kennengelernt. Allerdings ist eine solche Situation für deinen Mann sicherlich sehr belastend. Er investiert wahrscheinlich viel Energie in seinen Job und kriegt zum Lohn nen Arschtritt. Es klingt für mich so als wäre dein Mann bei nem Burnout bzw. ner Depression angekommen. Ich würde Ihm vielleicht sagen, dass du dir wirklich Sorgen um Ihn machst und Ihm auch Sagen dass dir an Ihm aufgefallen ist das er schnell genervt ist etc. Allerdings nicht als Vorwurf verpackg sondern möglichst mit der Betonung auf deiner Sorge um eure Beziehung. Eventuell wäre auch der Weg zu einer Beratungsstelle für Psychische Erkrankungen wie Depressionen sinnvoll( z.b Sozialpsychiatrischer Dienst des Gesundheitsamt) Bzw. gibt es nicht die Möglichkeit dass er sich mal ne Pause nimmt, also z.b mal nen Monat nicht auf Aktive Stellensuche geht bzw. sich krank schreiben lässt?

        Dass jeder der Scheiße drauf ist gleich ne Depression "urbia-diagnostiziert" bekommt #zitter

        Ja, man kann verstehen, dass dein Mann schlecht drauf ist und genervt. Man muss sich dadurch aber nicht kaputt machen lassen. Packt das Problem an. Dein Mann hat nie Glück bei seinen Jobs? Versucht an die Ursache zu kommen, sind wirklich immer andere schuld oder sollte er mal die Jobsuche überdenken.

        Du findest keine Basis für ein Gespräch? Nehmt euch die Zeit, nicht wenn die Kinder noch rumspringen, sondern wenn ihr Ruhe habt und dann redet miteinander und findet Lösungswege. Jeder kann mal schlecht drauf sein, aber dauerhaft die Familie verpesten ist schlecht.

        Unternehmt mal etwas schönes, was euch als Familie gut tut. Eine Stunde gemeinsam im Wald oder so tut manchmal schon Wunder.
        Bei 6 Jahren Ehe und 3 Kindern sollte man es doch irgendwie schaffen, solchen Krisen vernünftig miteinander zu regeln. Klar hängt man da erst drin und lebt nebeneinander her aber es ist jetzt sicher an der Zeit, die Bremse zu ziehen und gemeinsam einen Weg zu finden.

        Da täte eine Beratung sicher gut. Ich müsstet das erst mal im Detail auseinander dividieren.
        - fehlt ihm wirklich die Anerkennung im Job?
        - sagt er das mit der Familie vllt. nur Dir zuliebe, weil er es sich selbst oder Dir vor langer Zeit selbst versprochen hat?
        - fühlt er sich als Versager?
        - welche Bedürfnisse und Vorstellungen hast Du?
        - was verursacht die ständigen Jobwechsel?
        usw.

        Wenn er sich im Job als schlecht wahrnimmt, dann als Vater die gleiche Meinung über sich hat, ist seine Reaktion nicht verwunderlich.

        Was den Job angeht ist meine Meinung, daß jeder Euro in Weiterbildung gut investiert ist. Auch und vor allem was Softskills angeht. Ruhig auch mal was ausser der Reihe machen um den Fokus zu verändern, bspw. Seminar für Führungskräfte oder sowas.
        Ich hab bei meiner Krankenkasse mal ein Männerseminar mitgemacht. Die harten Jungs waren nachher viel "weicher" und zugänglicher.
        Da gibt es so viel zu erfahren und über sich und andere herauszufinden.

        Ich hatte früher einmal gezweifelt für eine Weiterbildung über 2 Jahre, die mich über 7000,00 Mark gekostet hat, damals eine Heidensumme. Wenn ich heute darüber nachdenke habe ich das heute in weniger als einem Monat verdient. Zum Glück hat mich mein Umfeld damals ermuntert, vor allem meine damalige Partnerin, trotz zweier kleiner Kinder.

        Da musst Du für Dich eine Doppelstrategie fahren: einerseits empathisch sein für seine Gefühlswelt andererseits jedoch auch klar abgrenzen und Deine Bedürfnisse einfordern.

        Letzten Endes müsst Ihr wieder miteinander reden, offen und ehrlich, wenn Ihr es alleine nicht hinbekommt, dann braucht Ihr jemanden der moderiert.
        Du kannst Dich ja schon mal schlau machen, welche Möglichkeiten es in Deiner Umgebung gibt. Das wäre zumindest mal ein Lichtblick....

        Nicht einfach... mit Hilfe von Außen auf jeden Fall besser zu lösen.

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