Freundeskreis und Fernbeziehung

    • (1) 07.09.18 - 12:51

      Hallo zusammen.
      Das geht all diejenigen, die eine Fernbeziehung geführt haben und dann später zum jeweiligen Partner/-in in deren Stadt gezogen ist.
      Wie war das bei euch mit den Freundeskreisen aus euren alten (ehemalingen) Heimatstadt?
      Haben sich wegen dem Wegzug die Freundschaften verringert oder sind sogar gegen 0 gegangen? Oder sind noch Kontakte da, aber ihr werdet mehr oder weniger ignoriert oder nicht beachtet?
      Und wie lief es in der neuen Stadt? Habt ihr da Anschluss finden können, neue Freundschaften?
      Ich denke letzteres ist recht schwierig, da die Freundschaften der älteren Generationen am neuen Wohnort schon sehr gefestigt sind und da schwer reinzukommen ist.
      Hat der (ungewollte) Abbruch zum alten Freundeskreis zu Problemen in der Beziehung geführt?
      Danke und allen ein schönes Wochenende!

      • Hi,

        mein Mann ist damals zu mir gezogen und sein Freundeskreis bestand schon recht lang und wurde durch die Studienzeit fast aller eh räumlich auseinandergerissen.
        An den Wochenenden trafen sich dann all die, die grade in der Heimat waren.
        Nun sind viele wieder in die Heimat zurückgekehrt und wir persönlich, jetzt auch mit Kind, sehen vereinzelt welche, wenn wir am Wochenende mal da sind oder eben bei Anlässen wie Hochzeiten, Kilberstuten, Boßeln usw.
        Es besteht eine WhatsApp-Gruppe und mit einigen fahren wir Silvester halt noch weg...

        Insgesamt ist der Kontakt schon weniger geworden. Die Städte liegen ca 90km auseinander...
        Aber: wir haben hier liebe Nachbarn und wenn man in Vereine eintritt oder auch sonst nicht so schüchtern ist, kommt man da wohl zwischen.
        Man muss halt selbst aktiv werden und nicht darauf warten, bis jemand kommt und sagt: „auf dich hab ich schon ewig gewartet, möchtest du in unsere Clique?“ 😉
        LG

        (3) 07.09.18 - 14:18

        Ich bin damals weggezogen, fast 200 Kilometer.
        Natürlich gehen die alten Kontakte irgendwann ein Stück weit auseinander.
        Nicht sofort, das dauert. Am Anfang ist ja auch jeder noch bemüht, sich regelmäßig zu treffen.
        Aber es ist eben "gezielt" und nicht mehr spontan und kurzfristig. Da fängt es schon an, "anders" zu werden, als vorher.

        Nach einer Weile bemerkt man, dass man einfach nicht mehr so am "Puls" ist, wie früher, an vielen Themen nicht mehr "dran". Und umgekehrt natürlich auch so.

        Dadurch, dass man auch am neuen Wohnort irgendwann neue Kontakte kennenlernt, rücken die alten Seilschaften peu a peu in den Hintergrund.

        Am Ende bleiben vielleicht ein, zwei wirklich gute, alte Freunde über. Das reicht aber auch, weil man durch die Distanz auch irgendwie gar keine Zeit hat, sämtliche alte Freundschaften zu pflegen. Ok, damals gabs kein WhatssApp etc. - evt. ist es heute einfacher, im Gespräch zu bleiben.

        Ich bin nach sechs Jahren wieder in meine alte Heimat zurückgezogen. Ich habe alte Freundschaften wieder aufleben lassen - was gar kein Problem war.
        Witzigerweise habe ich aber dann gemerkt, dass die Leute gar nicht mehr meine Welt waren. Offenbar hatte ich mich so verändert, dass ich kein wirkliches Interesse mehr an deren Themen hatte...oder die Art zu feiern oder die ewig gleichen (Stamm-) Kneipen, wo wir uns früher trafen....es hing mir zum Hals raus.
        Wärend bei ihnen die Zeit stehen geblieben ist, hatte ich in den Jahren soviel neues und anderes erlebt (beruflich wie privat), dass ich in den ausgelatschten Schuhen meiner Vergangenheit nicht mehr laufen mochte.

        Ich habe die Kontakte dann einschlafen lassen.

        Mein Fazit: Neue "Wirkungskreise" lernst du überall kennen. Und manchmal ist es gar nicht so verkehrt, einfach mal aus alten Gewohnheiten auszusteigen. Die Welt ist voller netter Menschen :-)
        Ich habe heute auch keine Angst mehr davor, Kontakte abzubrechen oder an Freundschaften festzuhalten, die mir eigentlich nicht bekommen.

        Gruss
        agostea

        (4) 08.09.18 - 07:35

        Also, ich bin nur sage und schreibe 50 km weggezogen aus meiner alten Heimatstadt und von meinen damaligen Freunden habe ich jetzt noch genau EINE Freundin, mit der ich mich noch ab und zu treffe. Von den Anderen hat es keine Einzige geschafft in 15 Jahren, mich mal hier zu besuchen. Entweder ich fuhr hin, oder man sah sich eben nicht. Anfangs fuhr ich viel hin, um die Kontakte nicht zu verlieren, irgendwann frustete es mich dann aber mehr, dass Gegeneinladungen immer ausgeschlagen wurden mit lahmem "ach komm du doch lieber her". Als ich dann mit den Jahren hier vor Ort neue Freundschaften nach und nach geschlossen habe, habe ich die alten Kontakte ebenso nach und nach bis auf den einen einschlafen lassen. Inzwischen fehlt mir das auch nicht mehr, ich habe hier jetzt genug Kontakte und brauche keine zu Leuten, denen ich es nicht mal wert bin, ab und zu 50 km zu fahren.

      • (5) 09.09.18 - 11:14

        Hallo!
        Also ich bin nicht zu meiner Fernbeziehung gezogen aber mit meinem Freund 170km weiter weggezogen. Das ist jetzt 10 Jahre her.
        Mein Freund, bzw. mittlerweile Mann, und ich haben zwei Kinder und uns vor einem Jahr getrennt. Wir haben in der neuen Heimat Freunde gefunden, aber immer noch sehr guten Kontakt zur alten Clique. Wir haben feste Termine im Jahr, die wir immer zusammen wahrnehmen (Osterfeuer, Kramermarkt, Stadtfest, Schrottwichteln, Geburstage (wenn sie gefeiert werden)) oder sie besuchen uns übers WE. Das sind aber Freundschaften, die schon lange existieren, 15-33 Jahre. Also quasi Familie ;-)
        Klar differenzieren sich Freundschaften, nur ECHTE Freunde bleiben, die, auf die man IMMER zählen kann. Die anderen (Bekanntschaften) sind nettes Beiwerk, aber auf die kommt es nicht an. Die sind ersetzbar.

        Meine Frau ist zu mir gezogen (ca. 700km). Es ist schon so, dass das nur wirklich gute Freundschaften überlebt haben. Sie hat sich an ihrem neuen Wohnort aber schnell um Anschluss bemüht (im Sportverein, im Studium) und auch neue Freunde gefunden. Mir war damals bewusst, dass es als Partner auch an mir liegt, ihr solche Kontakte quasi zu vereinfachen, ich habe damals z.B. das Studium und die Mitgliedschaft im Sportverein bezahlt, bis dorthin, wo sie nach dem Studium dann ihr eigenes Einkommen hatte. Da kommt es halt an, in welcher Phase des Lebens man umzieht. Hätte meine Frau schon fertig studiert und hätte direkt einen Arbeitsplatz angetreten, wäre das vielleicht ganz anders verlaufen. Im Studium lernt man leichter Leute kennen, ausserdem sind auch viele andere da, die Anschluss suchen.

      • (7) 17.09.18 - 20:10

        Hallo zusammen.
        Erst mal vielen Dank für die Kommentare.
        Ich sehe ich bin da nicht alleine und auch andere hatten gleiche oder ähnliche Probleme.
        Ich denke es gibt da mehrere Sachen, die es für mich am neuen Wohnort insgesamt nicht einfacher machen.
        Erstens bin ich beruflich im Außendienst und in der Woche öfter mal nicht da (Gerade schreibe ich aus Österreich).
        Zweitens haben meine Lebensgefährtin und ich auch ihre 3 Kinder neben unserer Arbeit zu versorgen. Etwas was sehr zeitintensiv ist. Sprich wir sind so oder so die meiste Zeit zusammen, wenn ich zu Hause bin und wir frei haben. Freiräume lasse ich ihr aber trotz alle Hilfestellungen in den Kommentaren werde ich wohl erstmal weiter versuchen, noch bestehende Kontakte zu halten. Was das insgesamt angeht habe ich eine verständnisvolle Partnerin. Und trotz allem bin ich überzeugt mit dem Wegzug in die neue Stadt zu meiner Partnerin und Kinder hin das Richtige getan zu haben.

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