Neuer Partner und politische Einstellung

    • (1) 10.09.18 - 14:50
      ungutesgefuehl

      Hallo,

      ich möchte mein Anliegen in schwarz schreiben weil es doch etwas heikel ist.

      Ich habe vor 4 Monaten einen neuen Partner während eines Seminars kennengelernt. ich bin 34, er 42. Ich habe mich mittlerweile schon ein wenig verliebt in ihn. Wir sehen uns mittlerweile jedes Wochenende, kochen zusammen, waren schon im Theater oder im Kino und auf anderen Veranstaltungen. Letztes Wochenende waren wir auf dem Geburtstag meines Bruders.

      Zu fortgeschrittener Stunde, wir waren alle sehr ausgelassen, kam dann auch das Thema auf Politik. Dabei stellte sich im Laufe der Diskussion heraus, dass mein neuer Freund wohl nicht nur mit der AfD sympathisiert sondern sich an seinem Heimatort (er wohnt ca. 30 km von mir entfernt) auch politisch engagiert und er bei nächsten Kommunalwahlen als ein Kandidat für die AfD antreten will. Seine Ansichten zu Flüchtlingen an dem Samstag Abend fand ich zum Teil wirklich abstoßend und irgendwie hat sich da eine neue Facette an ihm aufgetan, die mir so überhaupt nicht gefällt. ich habe auch gemerkt, wie die Stimmung drohte zu kippen am Samstag, Wir sind dann gefahren. Ich bin seit ich denken kann, Grünen-Wählerin und ich habe ihm auf der Heimfahrt gesagt, dass ich seine Ansichten gegenüber Ausländern so nicht gut heißen kann. Es hat mir regelrecht Magenschmerzen bereitet. Als er merkte, wie ich drauf war, hat er mich nach hause gebracht und meinte, es wäre wohl besser wenn wir die Nacht nicht gemeinsam verbringen.

      Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Er ist ein wirklich charmanter und intelligenter Mensch. Er hat einen Beruf mit akademischen Hintergrund und ist durchaus gebildet. Für mich ist Bildung sehr wichtig beim Partner. Gerade deswegen haben mich seine politischen Ansichten auch so erschrocken. Es ging jetzt auch nicht darum, dass es natürlich kriminelle Ausländer gibt aber seine Meinung über Flüchtlinge im Allgemeinen war schon sehr pauschal, in Teilen sogar rassistisch (meiner Meinung nach).

      Er hat sich dann gestern ein paar Mal per WA gemeldet, ich habe aber nur recht kurz geantwortet. War auch wirklich beschäftigt, da ich auf die Kleine meiner Schwester aufgepasst habe. Irgendwas ist da am Samstag kaputtgegangen bei mir. Irgendwie komme ich mit seiner Einstellung in dem Punkt nicht zurecht. Ich bereue auch, dass das Thema überhaupt auf Politik kam, andererseits besser jetzt als in 2 Jahren.

      Ich weiß nicht ob mich jemand verstehen kann. ich sehe ihn jetzt mit anderen Augen als noch vor dem besagten Samstag Abend. Momentan ziehe ich mich zurück und ich merke wie ich innerlich auf Abstand gehe. Andererseits wäre es vielleicht gut, noch mal in Ruhe mit ihm zu reden.

      Ich weiß es grad nicht.

      • Hallo!

        Ich sehe wegen solchen politischen Anschten auch manche Bekannte nicht mehr. Ich finde das furchtbar und menschenverachtend, und ich will solche menschen nicht um mich herum haben.

        Besser, du weißt jetzt Bescheid. Ich würde ihn auch mit anderen Augen sehen.

        Nunja, jeder zieht doch seine Grenzen woanders.
        Meine persönliche Grenze wäre da auch erreicht bzw. überschritten. Mit einem Menschen, der so denkt und sich für diese Partei aufstellen läßt, möchte ich nichts zu tun haben. Mit so jemandem möchte ich nichtmal befreundet sein, geschweige denn eine Beziehung führen.
        Worüber willst Du denn mit ihm noch einmal reden? Glaubst Du, nach einem neuen Gespräch ändert er auf einmal seine politische Ansicht um 180 Grad?
        Ich würde so eine Beziehung beenden, da sie für mich keinen Sinn machen würde.

        Ich gehe davon aus, dass er Dir bei der kurzen Bekanntschaft noch nicht mal alles gesagt hat, was er denkt.....und wenn Du jetzt schon ein ungutes Gefühl hast, dann höre drauf. Ich bin wirklich auch äußerst kompromisslos in meinen Ansichten, besonders was Kriminelle jeglicher Herkunft betrifft , aber einen AfD-Vertreter möchte ich weder als Freund noch als Partner, da könnte er noch so nett sein. LG Moni

      • Hi,
        ich habe einen Ex– Kollegen, super nett und er redet auch 0,0 über seine politischen Ansichten, Er ist auch AFD Mitglied und zwar einer der ersten und will sich jetzt auch mehr politisch engagieren.
        Wir plaudern ein paar Minuten, super OK ABER mit solch einem Mann, mit solchen Ansichten, nein, never ever könnte ich damit zusammen leben.

        lg
        lisa

        Ich bin selbst Mitglied einer gemässigt bürgerlichen Partei der Schweiz. Bei mir hört's auf, wenn jemand gegen andere Menschen hetzt. Abgesehen davon, dass ich als Sohn einer Migrantin mit Leuten, die meinen, mich da hinschicken zu müssen, wo ich angeblich hergekommen bin, ohnehin nichts anfangen kann. Das Gespräch mit politischen Extremisten ist in der Regel sinnlos, die meisten von ihnen haben nur ein Thema (z.B. Ausländer) und wissen auch da nicht wirklich Bescheid. Was bringt's, wenn ich die Kriminalitätsstatistiken der letzten zehn Jahre zusammensuche und die Zahlen als objektive Fakten in eine Diskussion einführen will, wenn als Antwort dann nur "Alles Lüge!" kommt...

      • (7) 10.09.18 - 15:32

        Ich vertrete zwar nicht das was meine Vorredner über die afd gesagt haben, aber bei sei weit entfernten Ansichten in puncto Politik ist schon verheerend. Wieso findest du ihn denn so charmant und gebildet gerade weil er es wohl ist da ist ein bisschen Patriotismus zu einer Partei ja wohl erlaubt. Über den Punkt Rassismus kann ich nichts sagen weiss ja nicht wie abwertend er sich geäussert hat. Aber ich würde auch sagen das das einfach nicht miteinander vereinbar ist 😑

        Ich würde nicht bedauern, dass das Gespräch darauf kam, die politische Einstellung ist schon ein wichtiger Punkt in einer Beziehung, das möchte ich schon von meinem Partner wissen.
        Und ein AfD-Anhänger wäre für mich als Partner schlicht indiskutabel. Kann mir nicht vorstellen, dass Reden euch weiterbringt.

        (9) 10.09.18 - 15:50

        Erst mal Danke für die schnellen Antworten.

        Ich habe vor dem Samstag keine Schimmer von seinen Ansichten diesbezüglich gehabt. Ich wusste nicht einmal dass er sich so intensiv für Politik engagiert.

        Es ist schwer für mich, zu beschreiben, was sich in mir verändert hat. Seine Äußerungen, die ich schon als latent rassistisch ansehe, gingen eben in die Richtung, dass sich z.B. Menschen aus Afrika soziokulturell nicht integrieren lassen auch weil es ihnen an Intelligenz fehle. ich finde das schon drastisch auch wenn er das eleganter ausgedrückt hat.

        Er kommt mir auf einmal aber auch so empathielos vor. ich wollte deswegen nochmal mit ihm reden um zu erfahren woher seine Ansichten und sein Weltbild kommen. Er ist ja aus einen bürgerlichen Elternhaus, hat eine gute Ausbildung, da wirken solche Einstellungen umso widersprüchlicher.

        Ich denke schon, dass ein Partner, der diametral von meiner politischen Meinung entfernt liegt, einfach nicht passt. Andererseits will ich nicht den Fehler machen, jemanden vorschnell abzuurteilen. Aber ich merke selbst, wie schlagartig sich meine Gefühle zu ihm eingetrübt haben.

        • dass sich z.B. Menschen aus Afrika soziokulturell nicht integrieren lassen auch weil es ihnen an Intelligenz fehle. ich finde das schon drastisch auch wenn er das eleganter ausgedrückt hat.

          Das nennst du latent rassistisch? Das hat schon einen leichten Touch vom Dritten Reich.

      Ich bin voll auf Deiner Seite.
      Ich habe innerlich versucht, das irgendwie abzuwiegeln, ist ja nicht einfach, einen Partner zu finden, aber - ich sehe da auch keine Lösung.
      Woher das kommt usw ist wahrscheinlich nicht von Belang.

      Frag Dich einfach mal, wie es Dir geht, wenn er diese Ansichten weiterhin vertritt. Vor Deiner Familie, vor Freunden und Bekannten und vor eventuell zukünftigen gemeinsamen Kindern.

      Eigentlich sollte Dir doch klar sein, ob das funktionieren kann oder nicht?

      • (13) 10.09.18 - 16:17

        Am Samstag war es mir richtiggehend peinlich. Der Abend war bis dahin sehr harmonisch und er ist in der Runde bis dahin auch gut angekommen. Mit einmal ging die Stimmung rasant in den Keller.

        Mein Bruder hat mich gestern noch angeschrieben, dass er das nicht verstehen kann. Jemand der viel reist wie er (weil im Vertrieb tätig) und der für ein multinationales Unternehmen arbeitet, wie kann der solche Einstellungen haben? Mein Bruder hat das sogar erst für eine Parodie gehalten.

    (14) 10.09.18 - 16:17

    Ich habe 3 Grundpfeiler, die ich absolut wichtig finde in einer Partnerschaft, und daher immer abklopfe, BEVOR ich mich verbandele:

    1. Magst Du Kinder und Tiere?
    2. Was ist Deine politische Gesinnung?
    3. Hast Du irgendwelche abnorme sexuelle Neigungen oder Fantasien?

    Dass man politisch nicht 100% auf einer Wellenlänge ist, kann ich NOCH akzeptieren, sofern der Andere sich diskussionsbereit und tolerant auch anderen Meinungen gegenüber zeigt. Bis zu einem gewissen Grat kann man schließlich sich in Diskussionen auch annähern und evtl. ja auch alte (anerzogene?) Weltbilder noch mal überdenken, wenn der Andere bessere Argumente hat. Natürlich könnte man das Thema auch bis zu einem gewissen Punkt einfach versuchen zu umgehen, indem man nicht oft / viel politisiert. Da Dein Freund aber nicht einfach nur eine Gesinnung hat, sondern sogar politisch aktiv ist, ist hier das Thema kaum zu umgehen, wärst Du dann sogar öffentlich bekannt als Partnerin, wenn er als Politiker aktiv ist. Das fänd ich dann doch too much, wenn die Meinungen da so total auseinandergehen. #zitter

    Ich würde mich zwar auch eher Mitte-Rechts einsortieren und stehe der aktuellen Entwicklung kritisch gegenüber, aber mit einem AfD-Mitglied und potentiellen Rassisten möchte ich trotzdem nicht zusammen sein, das wäre mir dann doch too much.

    • (15) 10.09.18 - 16:34

      Danke, so empfinde ich das eigentlich auch. Wäre nun für CDU aktiv oder die CSU, wären das zwar auch nicht meine Politik aber könnte ich dann gegebenenfalls gepflegt fetzen (bitte nicht missverstehen).

      Aber mit der AfD habe ich doch erhebliche Probleme. Das habe ich ihm auch auf der Heimfahrt gesagt. Auch wenn sicher nicht alle dort rechtsextrem sind und es durchaus welche gibt mit normalen bürgerlichen Ansichten. Aber er hat das eben auch in gewisser Hinsicht verteidigt und gemeint, dass Säbelrasseln nun mal zum politischen Geschäft dazu gehört und man auch nicht jede Äusserung von AfD-Politikern auf die Goldwaage legen sollte. Er wieder rum hält mich für naiv wenn ich denken sollte, dass Mitmenschlichkeit allein uns vor den aktuellen Problemen bewahrt sondern man müsste auch schmerzhafte Lösungen akzeptieren und das würde z.B. bedeuten, Menschen aus Afrika generell nicht mehr nach Europa zu lassen.

      • (16) 10.09.18 - 19:08

        Ich bin auch dagegen alle herzuholen, das geht ja auch gar nicht, denn irgendwie importieren wir uns ja auch zwangsläufig die Probleme mit, vor denen sie fliehen.

        Ich denke, man muss VOR ORT das Geld reinstecken für Kriegsbeendigung und Wiederaufbau, damit die Gründe fürs Fliehen nicht mehr da sind, DA müssen die reichen Staaten ansetzen. Unser Geld ist vor Ort mehr wert als hier, und jeder würde wohl vorziehen, in der eigenen Heimat statt in der Fremde zu leben, wenn es Zuhause auch lebenswert wieder wäre. DA muss man ansetzen meiner Meinung nach. Aber die Kriegsmaschinerie füllt so viele Taschen, dass die Wirtschaftsmagnaten gar kein Interesse haben dass das endet, und unsere Politiker sind m.E. auch nur Marionetten, deren Strippen die ziehen, die das Geld haben in dieser Welt. Und da oben in diesen Sphären ist Multikulti kein Problem, reich und reich gesellt sich gern. ;-) Nur arm und arm eben nicht, weil einer Angst hat, der Andere klaut ihm die Butter vom Brot, und sie nicht checken, dass ihnen BEIDEN die fette Wurst ganz Andere wegfressen.

        Ich finde, Dein Bekannter hätte Dir sagen müssen, dass er AfD-Politiker ist, ich meine, sorry, aber keine Partei polarisiert so dermaßen, und er ist ja nicht nur Sympathisant sondern aktiv dabei, das gehört für mich schon in einem Nebensatz beim Kennenlernen erwähnt. Dass er das nie erwähnt hat, zeigt mir, dass ihm bewusst ist, dass man das besser verschweigt beim Kennenlernen (also war es irgendwie Berechnung) aber es zeigt auch, dass er Dich scheinbar so gern mag und von Anfang an mochte, dass er kein Risiko eingehen wollte, es sich mit Dir zu verscherzen.

        Ich denke, Du solltest ein ehrliches Gespräch mit ihm führen in Ruhe und ihm erklären, dass und womit genau Du ein Problem hast. Wie Deine Denkweise ist. Wo Deine Toleranz aufhört (z.B. rassistische Äußerungen). Das würde ich ihm alles erklären und eben sagen, dass ich ihn menschlich und als Mann ansonsten toll fand/finde, mich DAS aber, wenn es echt unabänderlich seine Einstellung und sein Denken ist, von einer Partnerschaft abschreckt. Und auch wenn er es als Säbelrasseln abtut, öffentliche Äußerungen dieser Art fallen auch auf DICH dann als Partnerin zurück, ist einfach dann auch peinlich, denn Freunde und Familie würden sich ja auch fragen, wie DU das mit Dir und Deinem Gewissen vereinbaren kannst, mit jemandem zusammen zu sein, der öffentlich solche Reden schwingt.

        • (17) 10.09.18 - 21:11

          Wir haben eben zusammen telefoniert und er hast sich entschuldigt, dass das am Samstag so ein disharmonisches Ende nahm. Wir werden uns am kommenden Wochenende noch einmal treffen weil ich schon gern erfahren möchte, warum und wieso und weshalb.

          Er sagte jetzt am Telefon schon, dass er genau deswegen so lange mit seinem Outing, wie er es nannte, gewartet hat. Er meint, als jemand, der sich für die AFD engagiert, wird man schnell in die Schmuddelecke gestellt. Ich habe ihm entgegnet, nicht zu Unrecht wenn man hört was deren Spitzenpersonal so vom Stapel lässt.

          Nun ja, ich werde unser Treffen abwarten aber ich denke, er hat schon gemerkt, dass meine Gefühle für ihn einen deutlichen Knacks bekommen haben. Und dass ich verstört bin. Ich bin mal gespannt. Wenigstens muss ich mir dann nicht vorwerfen, ihn nicht angehört zu haben.

          • Ich habe den Thread still verfolgt und bin gespannt, ob du dich nach dem Gespräch noch einmal meldest.

            Ich kann verstehen, dass du von diesem Mann irritiert bist. Aber nicht, weil er Mitglied der AFD ist, sondern weil er dir etwas verschwiegen hat.

            Ich kann mir kaum vorstellen, dass man 4 Monate lang keine politischen Themen berührt oder sich in Gesprächen vom Tagesgeschehen fern hält.

            Er hat dir also bewusst einen wichtigen Teil von sich verheimlicht, was mir sehr zu schaffen machen würde. Sei es die Tatsache, dass er wohl doch nicht so ganz zu seinen Überzeugungen zu stehen scheint, obwohl das etwas seltsam wäre, da er ja damit an die Öffentlichkeit treten möchte. Sei es, dass er dir nicht vertraut hat, sich dir zeigen zu können. Sei es, dass er opportunistisch Konflikten aus dem Weg gehen wollte. Das ist für mich keine gute Basis, um eine Beziehung aufzubauen.

            Ich kann aber nicht verstehen, dass du an seinen grundsätzlichen Werten zweifelst. Du hast ihn doch im Umgang mit anderen Menschen erlebt in den 4 Monaten.. Da solltest du doch etwas über sein Menschenbild erfahren haben.. Sicherlich gibt es in der AFD so einige Politiker, die ein inakzeptables Menschenbild vertreten. Aber das ist ja nicht zwangsläufig so.

            Die AFD halte ich allerdings auch für einen absoluten Gewinn für die Demokratie, kann von daher deine grundsätzlichen Bedenken sowieso sehr wenig verstehen.

            Ich hätte dagegen aber große Probleme, wenn mein neuer Partner ideologischen Zielen anhängen würde und keinen demokratischen Diskurs führen könnte. Da gibt es bei den Grünen sicherlich löbliche Ausnahmen, aber skeptisch wäre ich;-)

            Wenn man streitbar ist, die anderen Positionen des Partners toleriert und sich als Menschen wertschätzt, kann offenbar sogar eine SPD-AFD-Ehe funktionieren;-)

            https://www.welt.de/vermischtes/article169330851/Wenn-die-SPD-Ortsvorsitzende-mit-einem-AfD-Funktionaer-verheiratet-ist.html

            https://www.ardmediathek.de/tv/Maischberger/Tage-der-Uneinheit-Ist-Deutschland-ges/Das-Erste/Video?bcastId=311210&documentId=46549970

            • (19) 13.09.18 - 19:16

              Doch, es stört mich massiv, dass er sich ausgerechnet für eine Partei engagiert, deren oberste Repräsentanten immer wieder mit Beiträgen auffallen, die das Miteinander einer Gesellschaft zersetzen.

              Dass er erst mal nichts gesagt, kann ich sogar verstehen. Er hat vielleicht einfach vermutet, dass diese sehr rückwärts gewandte Partei nur schwer in mein Weltbild passt. Das kann ich ihm nachsehen. Nur wenige Menschen werden direkt am Anfang einer Beziehung mit der Tür ins Haus fallen und sofort die Dinge auf die Tagesordnung bringen, von denen sie ahnen, dass andere sie eher misstrauisch sehen oder ablehnen.

              Natürlich hat er bis dahin gut gefallen. Sofern man sich in 4 Monaten kennen lernen kann. Seine politische Meinung und einige weltanschauliche Details haben mein Interesse doch sehr gedämpft. Meine Freundin meinte gestern zu mir:: rechts ist eben nicht sehr sexy. Egal wie eloquent man diese Ansicht versucht, an den Mann / an die Frau zu bringen. ich glaube, da ist etwas Wahres dran.

              • Die Frage ist ja, ob er mehr als "gut gefällt". Du klingst nicht so als seist du gefühlsmäßig tiefer involviert..

                Insbesondere dann, aber auch ohne Gefühle ist mir bei einem Menschen sehr wichtig, wie er mit Einzelnen umgeht, ob er freundlich und respektvoll im Umgang mit seinen Mitmenschen ist. Übergeordnete und strukturelle politische Ansichten sind da eher zweitrangig.

                Ansonsten sehe ich das anders. Mich beeindruckt Eloquenz, wenn sie auf wirklichen Argumenten fußt, immer.

                Vielleicht kannst du dein Weltbild ja so sehr erweitern, dass du dich auf seine Ideen und seine Perspektive ein Stück einlässt , um zu prüfen, ob sie vielleicht nur konservativ sind und nicht rückwärtsgewandt. Wenn er 4 schöne Monate zusammen verbracht hat, sollte er eine solche ergebnisoffene Prüfung verdienen, denke ich.

                "dass er sich ausgerechnet für eine Partei engagiert, deren oberste Repräsentanten immer wieder mit Beiträgen auffallen, die das Miteinander einer Gesellschaft zersetzen."

                Das ist nun einmal Ansichtssache. So vernünftig ich zum Beispiel Habeck in großen Teilen finde, so abstrus finde ich Göring-Eckardt und kann ich so gar nicht nachvollziehen, dass man derartige Leute durch seine Wahl mitträgt. ;-)

Grünenwählerind und AFD-Politiker? Nein, das passt nicht zusammen.
Im Freundeskreis ok, aber für eine Beziehung total ungeeignet, das sollte man schon so ungefähr auf einer Welle schwimmen.

Einer aus der Antifa käme mir z.B. nicht ins Haus

Für mich wäre das ein No-Go. Auch wenn Gefühle vorhanden sind, könnte ich niemals mit einem AfD-Sympathisanten zusammen sein. Das widerspricht allem, woran ich glaube und wofür ich stehe. Keine Chance...

(23) 10.09.18 - 17:23

Auf was basiert eine Partnerschaft - meist auf gemeinsamen Werten.
Wenn es die nicht gibt, wird's schwierig.

Bei meinen Partnerinnen war mir die Herzensbildung wichtiger als akademische Bildung - da könntest Du Dein Werteschema nochmals hinterfragen.

Ich denke zwischen euch passt es nicht.

(25) 10.09.18 - 17:47

Hallo!

Du wirst ihn und seine politischen Ansichten nicht ändern können.

Wenn diese Einstellung nicht die Deine ist, sehe ich da nur einen Ausweg.

Wäre ich an Deiner Stelle würde ich das Ganze beenden.

Gruß

misses_b

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