Immer Angst zu stören

    • (1) 11.09.18 - 19:53
      traurige sie123

      Hallo zusammen,

      mir ist die letzten Tage mal wieder aufgefallen, dass bei mir irgendwas nicht so wirklich stimmt. Mit Partnerschaft hat es NULL zu tun, sorry, aber ich mag einfach nicht in blau schreiben. Und so wirklich weiß ich auch nicht, wohin damit.

      Es ist so, dass ich ständig Angst habe, andere Leute irgendwie zu stören oder aufdringlich zu sein. Von mir selbst kommt überhaupt kein "Kontaktversuch" mehr in irgendwelche Richtungen, obwohl ich eigentlich ein recht geselliger Mensch bin und das auch sehr genieße. Wahrscheinlich würde es auch NIEMAND glauben, der mich kennt. Aber mich macht es traurig. Vielleicht mögt ihr euch meine Geschichten einfach mal durchlesen und vielleicht hat ja der eine oder andere irgendwelche Tipps für mich.

      Erste Geschichte: Ich trau mich überhaupt nicht, Leute zu mir einzuladen, z.B. zum Geburtstag oder so, weil ich mir dann denke, das ist denen sicher eh "zu viel Arbeit" zu mir zu kommen. Nicht falsch verstehen, bei uns kommen schon Leute vorbei, aber das ist dann eher so auf deren Initiative oder spontan oder so. An den Geburtstagen meiner Kinder oder meines Mannes koche ich und mache und tu, aber an meinem eigenen verkriech ich mich lieber und erfinde irgendwelche "Termine", um nur ja nicht in Versuchung zu kommen, jemand einzuladen. Die 2-3 Leute, die von sich aus vorbei kommen, machen mir riesen Freude.

      Zweite Geschichte: Ich habe 1-2 Kollegen, die mich - offenbar - wirklich gern mögen. Sie erkundigen sich z.B. im Urlaub über WhatsApp, wie es mir mit der Arbeit geht bzw. wie ich voran komme. Im Nachhinein hab ich dann kapiert, dass es wirklich eine liebe Nachfrage war, ob ICH Stress habe und nicht - wie von mir zuerst gedacht - ob ich ihnen schon Infos zu ihrer Situation geben kann. Das hat mir irgendwie schon zu denken gegeben. Wenn man nicht mal mehr kapiert, dass einem wer wirklich lieb gemeint was Gutes will bzw. ernsthaft an seinem Befinden interessiert ist.

      Dritte Geschichte (eigentlich total harmlos, aber dafür umso blöder): Wir haben im Urlaub eine nette Familie kennengelernt und ich hab die Leute dann auf Facebook gefunden, eigentlich weil ich mit meiner Tochter an nem Regentag ein wenig Fotos angeguckt hab. Da sagt meine Freundin, ob ich denen die "Freundschaft" angeboten hab, ich so: "Nein, du, ich will mich da nicht irgendwie aufdrängen." Sie so: "Häh, du spinnst, es ist FACEBOOK!!! Was heißt denn da aufdrängen? Du stehst ja nicht bei denen in der Wohnung und bleibst für ne Woche!" Und da ist mir klar geworden, dass ich wahrscheinlich echt nen Knacks habe.

      Was meint ihr? Ist das normal? Es ist wie gesagt auch nicht so, dass ich so viel schlechte Erfahrung gemacht hätte oder so. Ok, mein Bruder ist sehr oft sehr abweisend, aber der ist einfach mit sich selber nicht zufrieden. Aber sonst? Eine sehr gute Freundin ist total unzuverlässig, ja, aber da weiß ich auch, dass sie mich schon treffen will, aber zu mir das meiste Vertrauen (oder wie auch immer) hat und DESHALB unsere Termine notfalls wieder knickt. Aber sonst? Alle anderen Leute aus meinem Bekanntenkreis haben noch nicht öfter als irgendwie normal abgesagt, ich werde auch zu Feiern, etc. eingeladen. Ich freue mich selber auch über Einladungen, aber glaub immer, für die anderen wäre es zu viel Act zu mir zu kommen. Ach, keine Ahnung, ich sitz hier und heul.

      • Hallo,
        das hört sich nach einer depressiven Verstimmung an. Rede bitte mit deinem Arzt darüber.

        Gruss

        Das klingt, als wenn Du wenig Selbstwertgefühl hättest. Du denkst selbst, dass Du es nicht wert bist, dass Dich jemand besucht etc. In Wahrheit scheint es ja nicht so zu sein, aber Du empfindest es so. Warum?

        • (4) 11.09.18 - 20:26

          Warum? Ja, das wenn ich wüsste! Ich war in der Schule nie die, die eine Clique von 20 Leuten um sich hatte. Aber ich hatte gute Freunde (auch da ist es so, dass mir jetzt z.B. einer zum Geburtstag geschrieben hat, ich hab mich echt gefreut, wir hatten lange keinen Kontakt, aber ich hab mich nicht getraut, zurück zu schreiben, warum auch immer), und mit vielen von denen bin ich immer noch gut befreundet. Im Studium hatte ich dann wirklich eine nette Clique und auch im Beruf hatte und habe ich immer ein paar Kollegen, mit denen ich echt befreundet bin. Bei 1-2 glaub ich das sogar ;-), beim Rest mein ich immer, die sind so toll, die wollen sicher nichts von mir.

          Auch mit Männern. Ich bin vergeben, ich bin mit meinem Mann zusammen seit ich 16 bin. Wir sind total glücklich und er liebt mich echt und aufrichtig und ich hab das volle Vertrauen und er zeigt mir das auch immer. Komischerweise habe ich bei ihm NIE auch nur den geringsten Zweifel, dass er mich irgendwie nicht attraktiv finden könnte oder denke beim Sex an eine Speckröllchen oder, oder. NIX. Im Endeffekt sind wir nur zusammen, weil ich mir damals dachte: "Komm, wenn es nichts wird, wirst du ihn NIE wiedersehen. Dann braucht es dir nicht peinlich sein." und somit nicht jeden Annäherungsversuch im Keim erstickte. Ich habe also kein Interesse an irgendwelchen anderen Männern, aber ich komme nicht mal im Ansatz auf die Idee, dass ein Mann mich attraktiv finden könnte. Meine Freundin dann mal so: "Du, der steht auf dich." Ich so: "Was für ein Quatsch! Wie käme der denn auf die Idee, mich toll zu finden?!?!? Der ist doch so viel toller als ich." - nicht dass es relevant wäre, aber gut täte es ja schon #gruebel. Sie so: "Er toller als du? Warum hast du dann eine Beziehung und er ist geschieden? Er ist 8 Jahre älter als du, steht auf genau diesen Typ dunkelhaarige, große Frauen. Er kann keine 5 Minuten mit dir in einem Raum sein ohne mit dir irgendwie in Kontakt zu treten und wenn du mit nem anderen Mann redest, kommt er dazu. Nenn mir einen Grund, warum der NICHT auf dich stehen sollte." Und ja, sie hat ein wenig recht, tatsächlich klingt es eher so, als wäre er der, der sich WENN dann anbiedern würde.

          Mit einem Kollegen hab ich mal gewitzelt, weil ich einmal im Leben den Versuch gestartet hab, mich auch mal blöd zu stellen, um etwas nicht tun zu müssen. Er hat es sofort gerafft und mich "ausgelacht" (also überhaupt nicht bös) und ich so: "Alle Frauen wecken in den Männern den Beschützerinstinkt und es funktioniert. Und ich probier es einmal und keiner glaubts mir." - wie gesagt, es war alles recht locker und witzig, aber seine Antwort hab ich mir bis heute gemerkt: "Na, weil du aber auch jeden Versuch des Beschützens im kleinsten Keim erstickst."

      Ey, wenn zu deinem Geburtstag 2-3 Leute spontan kommen, dann ist das doch ok!! Wer schreibt dir innerlich vor, dass es "eigentlich mehr sein müßten"? Wer sagt, dass man Gäste einladen muss? Niemand. Du kannst das halten wie du willst.

      Zu einem ungeraden Geburtstag spontan 2-3 Gäste zu haben, wäre mir perönlich voll ausreichend.

      Kann es sein, dass du deine Bedürfnisse nicht spürst oder nicht zulassen darfst, weil ein innerer Kritiker immer sagt, sei bescheiden, mach anderen keine Mühe etc?

      • (6) 11.09.18 - 22:57

        Ach so, naja, es gibt ein paar Leute, die erwarten, dass sie eingeladen werden. Und dann gibt es ein paar Leute, bei denen fände ich es schön, mit denen Geburtstag zu feiern. Wobei die, die die Einladung erwarten (Schwiegereltern, eine Nachbarsfamilie, …) meist die Feier total "in Beschlag nehmen" und ich dann null Zeit hab, mich mit denen zu unterhalten, auf die ich mich wirklich freue. Schwierig. Auch schwierig zu erklären. Wegen mir brauchen wir gar nicht feiern. Ja, ich habe permanent und immer und dauernd ein schlechtes Gewissen, weil ich es irgendwem nicht recht mache. Blöd, ich weiß.

        Aber es hat auf jeden Fall schon mal gut getan, das irgendwie raus zu lassen. Danke fürs Zuhören.

        • Dein Geburtstag muss in erster Linie DIR gefallen. Dazu musst DU wissen, was dir gefallen würde, was schön für dich wäre. Und wenn du es willst, dann lädtst du die Leute ein, die du um dich haben möchtest, oder auch gar niemanden, wenn du das möchtest.

          Das schlechte Gewissen kommt von dem inneren Kritiker, der dir Sachen vorschreibt. Es dauert lange bis man den loswird. Überleg mal welche Stimme das ist. Die deiner Mutter, als du ein kleines Mädchen warst? Gab es da starke Konventionen? Vieles was man beachten musste?

    (8) 11.09.18 - 21:34

    Hallo 😉

    Ich muss sagen, ich erkenn mich in deinem Text ein bisschen wieder... zu Geburtstagen lad ich zwar schon Leute (Familie aber eigentlich nur) ein, aber wenn ich neu irgendwo dazu komme, gehe ich immer davon aus, die mögen mich eh nicht. Aus diesem Grund bin ich auch in keinem Verein oder geh zum zumba oder so. Krabbelgruppe geht, da kenn ich zwei Mamis schon von früher!

    Leider ist es so, dass ich absolut null Selbstvertrauen hab (ich vermut, weil mich meine Liebe Schwester mein halbes Leben immer wieder niedergemacht hat - und zwar wirklich aufs übelste, dabei hätt ich alles für sie getan)...
    Meine tolle Familie nutzt das auch regelmäßig aus... was ich für deren Feiern schon gebacken hab... und auf meine feiern muss ich auch alles selbst machen!
    Was ich den Leuten (besonders meiner Mama) schon geholfen hab... zurück kommt nicht viel!

    Bis jetzt war mir das immer egal. Ich hab mich immer angepasst, weil ich bin ja eh nix wert (meine Gedanken). Doch so langsam hat mich mein Mann Gott sei Dank soweit, dass ich auch mal „nein“ sage! Zwar mit schlechtem Gewissen, aber zurecht! Andere können auch mal ran!

    Ich hab auch den Nachbarn auf FB die Freundschaft nicht anbieten „trauen“, bis er mich mal angesprochen hat! 🤦🏻‍♀️
    Oder ich bin mir sicher, dass meine Chefs/Kollegen über mich herziehen, wenn ich den Raum verlasse! (Gibt eigentlich überhaupt keinen Grund)

    Eigentlich, sind wir mal ehrlich, ist das total bescheuert!!!

    Wie man das aber komplett abstellen kann? Ich fürchte nur mit einer Therapie!? Aber sowas braucht man doch nicht, denk ich dann wieder!
    Doch ganz von allein wird es sich wohl nie bessern!

    Ich wünsch dir alles gute! 🌸

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