Wie trennen von depressivem Mann?

    • (1) 18.09.18 - 16:42
      Ratlose Sie

      Hallo,

      Ich bin Mitte 40 und seit fast 20 Jahren mit meinem Mann zusammen, haben zusammen zwei heranwachsende Kinder im vorpubertären Alter.

      Mein Mann war durch schwere Kindheit schon immer depressiv, mal schlimmer, mal weniger schlimm, wir haben in den 20 Jahren viele Tiefen und nur wenige Höhen erlebt. Viele Therapien hat er gemacht, gebracht hat keine den gewünschten Erfolg, Alkoholismus und Burnout haben wir über Jahre erlebt und überstanden.

      Nun ist es so, dass mein Mann nach einer zweijährigen stabilen Phase wieder in ein depressives Loch fällt und ich merke: Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Ich möchte nicht den Rest meines Lebens freudlos und ausgebremst verbringen wie die letzten 20 Jahre, ohne gemeinsame Freunde, weil die Depression alle vertreibt, Kinder, die keine Freunde einladen können, wenn Papa zu Hause ist, Besuch, der schnell aufspringt und gehen muss, wenn er heimkommt, weil er Ruhe braucht und ihn Menschen nerven, es geht wieder los, er trinkt auch wieder, und ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr.

      Ich weiß nur nicht, was ich tun soll. Wir sind alles, was er hat, wenn ich ihn verlasse, habe ich Angst, er bringt sich um, oder er bringt mich und sich um, ich weiß nicht, wie ich mich trennen soll. In stabilen Zeiten denk ich, jetzt wo es ihm gerade mal gut geht, kannst Du ihn doch nicht wieder in den Abgrund stürzen. Geht es ihm schlecht, denke ich, jetzt kannst Du ihm doch nicht noch den Rest geben. Er redet zwischendurch von Selbstmord und ich denke, es wäre tatsächlich das Einfachste für uns alle, das erschreckt mich selbst, das ist doch traurig. Dabei ist er mir nicht egal, ich empfinde aber rein als Mann für ihn gar nichts mehr, da ist keine Anziehung mehr, nur wie einen Verwandten empfinde ich ihn, den ich lieb hab, für den ich Mitleid empfinde, für den ich mich verantwortlich fühle.

      Ich könnte mich hier einnisten weiter wie lebendig begraben, den anderen beim Leben zuschauen und mich nach Freiheit und Ruhe sehnen. Aber es zieht mich immer mehr da raus. Ich habe mein halbes Leben noch vor mir gefühlt und vielleicht auch real, aber wir leben wie alte Leute, weil ER sich fühlt, als wäre sein Leben schon vorbei. Wir machen fast nichts in der Freizeit, weil ihm nichts Freude macht und mir so auch nichts Spaß macht. Mir tut das auch Leid für die Kinder.

      Wie trennt man sich von einem depressiven Mann? Ich weiß, wenn ich es tu, wird er erst in ein tiefes Loch fallen, und wenn er das überstanden hat, wir er mich auf den Tod hassen, dass ich ihm das angetan habe. Dass ich ihm 20 Jahre meines Lebens geschenkt habe und so viel beigestanden habe, wird dann nichts mehr zählen. Seine erste Frau wollte er auch am Liebsten tot sehen jahrelang, weil die sich getrennt hatte. Es wäre so viel einfacher zu bleiben, aber da draußen das Leben, es ruft mich immer stärker... :-(

      • (2) 18.09.18 - 17:24

        Das ist wirklich nicht einfach und ein schlechtes Gewissen lässt sich nicht einfach wegdenken. Ich habe keinen Rat. Mir kam jedoch in den Sinn, wie es mit den Kindern ist.

        Bin ich als Eltern lebenslang gegenüber meiner Kinder verantwortlich? Und da kam ein Nein. Irgendwann müssen sie alleine leben.

        Warum sollte das für Deinen Partner nicht zutreffen? Warum sollst genau Du die Lücke füllen?

        Kannst Du Dir externen Beistand holen? Jemanden der Dich durch diese Phase begleitet?

        Das wird nicht einfach, aber ich bin mir sicher es ist machbar. Und wenn Selbstmorddrohungen kommen, dann ist das immer eine Form von Erpressung und egal wie - das ist nicht i.O.

        Meine Mutter hatte meinem Vater bspw. ständig damit gedroht und hat es irgendwann wahr gemacht.
        Erst habe ich meinem Vater die Schuld gegeben, dann mir selbst und irgendwann nach einer von vielen Familienaufstellung war es mir ganz klar vor Augen.
        Das war die Entscheidung meiner Mutter, wäre mein Vater nicht gewesen, hätte sie sich einen anderen Reibungspunkt gesucht.

        Ich glaube Du darfst hier nach und nach loslassen. Unter "normalen" Umständen gäbe es Eure Beziehung vermutlich gar nicht mehr. Und wie gesagt: externe Unterstützung ist ganz wichtig, vor allem für die Zeit in der Du wieder Zweifel hast. Da brauchst Du jemanden der für Dich da ist.

        Hallo,
        Dir etwas zu raten ist schwierig.
        Ich verstehe Dein Dilemma und auch die Ängste und Sorgen, die Du hast.

        Sagen kann ich Dir nur:
        Jeder ist seines Glückes Schmied.
        Du bist NICHT für Deinen Mann verantwortlich. Du bist bereits einmal Probleme mit ihm angegangen und niemand kann von Dir verlangen das erneut zu tun und schon garnicht darfst Du Dich moralisch erpressen lassen.
        In seinem Kopf muss die Heilung anfangen und nicht in Deinem.

        Du willst unbefangen, unbelastet und frei leben und das ist Dein Recht.

        Ich kenne das. Meine Mutter und auch mein Partner haben mehr oder weniger mit Depressionen zu kämpfen und das Zusammenleben mit betroffenen Menschen, bringt einen an die Grenzen.
        Diese Freud- und Lustlosigkeit. Dieser ewige Eiertanz und das Gefühl der Hilflosigkeit. Diese Wut und die Traurigkeit. Diese Stille und der Stillstand. Mir tun diese Menschen auch leid, aber oft ist man nur schrecklich wütend und man will sie packen und schütteln.

        Du bist nur für Dich und Deine Kinder verantwortlich und wenn Du gehen musst, geh mit allen (möglichen) Konsequenzen!

        Ich wünsche Dir alles Gute.

        In der Situation würde ich das nicht alleine angehen, sondern mit viel externer Hilfe. Versuch erstmal einen Termin bei einer Trennungsberatungsstelle zu bekommen, vielleicht rät man Dir auch dazu, Dich innerhalb einer Paartherapie über einen gewissen Zeitraum zu trennen. Eine Möglichkeit wäre auch über den Kinderschutzbund Unterstützung zu bekommen, dabei stehen dann allerdings die Kinder und deren Wohl und Zukunft im Fokus.

        Geh das nicht alleine an. Und lass Dir auch sagen, ab wann seine Suizidabsichten soweit ernst genommen werden müssen, dass er klinisch betreut werden sollte.

        • (5) 19.09.18 - 09:32

          Trennungsberatungsstellen gibt es? Das wusste ich gar nicht, da mache ich mich mal schlau, danke für den Hinweis und Eure Antworten.

          Ja, ich denke, die Idee, mittels Paartherapie sich zu trennen ist gar nicht schlecht. Das Problem ist eben, ich möchte mich natürlich im Guten trennen, auch allein schon der Kinder zuliebe, ich fürchte jedoch, dass ich mich nicht im Guten trennen kann, weil er das nicht "gut" aufnehmen wird. Mit der Ex die Trennung war sehr schmutzig und das dauerte Jahre, bis er mit der einigermaßen wieder normal umgehen konnte, da waren wir schon zusammen, da hat er immer noch Hass geschoben, dass ich sogar intervenieren musste, damit deren gemeinsames Kind nicht drunter leiden muss, wie er sie vor dem Kind teils angegangen ist und betitelt hat. Das Kind hat so gelitten damals, ich möchte meinen Eigenen das nicht zumuten. :-(

          • <<<as Problem ist eben, ich möchte mich natürlich im Guten trennen,>>>

            Das wird nicht klappen, denn er wird dir immer die Schuld an der Trennung geben. Aber lass dir das nicht einreden, er hat am wenigsten für den Erhalt der Beziehung getan. Im Gegenteil, er zieht euch mit runter.

          • "Trennungsberatungsstellen gibt es?"

            Ja klar. Einfach mal googlen, also Trennungsberatung und den Namen Deiner Stadt. ProFamilia macht das oder Diakonie.

            Und für die Kinder ist der DKSB ein guter Ansprechpartner, die leiden ja jetzt schon unter ihrem depressiven Vater. Du kannst dort einfach mal anrufen und Dich - ohne direkt Trennungsabsichten zu nennen - durchfragen, welche Hilfe die anbieten, wenn es um Kinder psychisch erkrankter Eltern geht. Vielleicht ist es sogar vorab schon möglich, ein Gespräch zu dritt zu führen und er erkennt so, dass er sich wenigstens den Kindern zuliebe helfen lassen muss.

      (8) 19.09.18 - 10:23

      Ich weiß nicht, aber lässt sich dein Mann ab Punkt X behandeln? Ich denke, es ist ein guter Zeitpunkt, wenn er in Therapie ist, vielleicht sogar stationär.
      Dann wird er entsprechend aufgefangen.

      Such Dir unbedingt Hilfe, damit das alles unbeschadet überstehst. Kannst Du mit dem Thearpeuten deines Mannes sprechen ? Schau ob es eine Selbsthilfegruppe für Angehörige gibt.

      (10) 19.09.18 - 13:36

      Trenn dich, aber schnell. Wie alt sind die Kinder. Unternimm alleine was mit ihnen.

      Mein Ex war auch so, hat mich sehr manipuliert und immer ein schlechtes Gewissen eingeredet. Auch drohte er (im Suff). Ich war 37 als ich in dieser Phase war, wie du jetzt. Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Die Vorstellung, so den Rest deines Lebens zu verbringen. Nein das war nicht meine Vorstellung. Ich kam nur noch der Kinder wegen nachhause. Er hat ja sein Leben und wird in Ruhe gelassen. Alle tanzen nach seinen Launen. Ne, das wollte ich nicht mehr. In dieser Zeit hatte ich Kontakt zu meiner Jugendliebe. Er war sozusagen mein Sprungbrett. Ich zog die Trennung durch. Mein Ex brach zusammen, wirklich zusammen, und da begriff er erst, was er mit seiner Art bewirkte. Ich habe gezittert, weil ich nicht wußte, was passiert. Aber ich habe die Trennung durchgezogen. Am Anfang gab sich mein Ex wie ein elendiges Häufchen, aber je stärker ich wurde, desto jähzorniger wurde er. Die Kinder versuchte er auf seine Seite zu ziehen, war er doch der verlassene, arme Mann und Vater. Am Anfang sind die Kinder (damals 8, 9 und 16) noch ziemlich heftig drauf angesprungen. Ich habe sein Leben kaputt gemacht und alles genommen. Aber mit der Zeit merkten sie, er war zu besitzergreifend und rechthaberisch. Das ist jetzt zehn Jahre her und er redet immer noch böse über mich, aber es geht mir am A... vorbei. Die Mädchen blocken auch gleich ab, wenn er wieder anfäng zu jammern. Ich lebe mit meiner Jugendliebe seit dem zusammen und erlebe eine Beziehung, wie sie sein sollte. Also mein Leben begann von da an neu und ich bereue keinen Tag.

      Also wage den Schritt, wenn du noch leben möchtest. Wie gesagt, unternimm was mit den Kindern und lass ihn einfach links liegen. Was er daraus macht, sollte nicht dein Problem sein, denn ihm ist es ja auch egal, wie du dich fühlst. Mach dich wieder glücklich.

      Alles Gute und viel Kraft.

      LG

      (11) 19.09.18 - 13:48

      Du wusstest ja wahrscheinlich schon von Anfang an von seiner Erkrankung. Ich finde eine Ehe sollte bedeuten, dass man sich eben in guten und in schlechten Zeiten beisteht. Hätte er Krebs oder eine andere Krankheit, würdest du ihn dann auch im Stich lassen? Depressionen sind eine ernsthafte Erkrankung genau wie alles andere. Ich muss allerdings sagen, bei Alkoholismus hört der Spaß auf. Das ist ein unzumutbarer Zustand für eure Familie. Hier würde ich auf einer sofortigen Therapie bestehen oder mit Trennung drohen, denn das geht nicht. Aber ansonsten würde ich versuchen mich abzugrenzen. Versuche trotz allem dein Leben mit den Kindern zu genießen. Das kannst du umsetzen ohne ihn zu verlassen. Natürlich wird er dich im Fall einer Trennung hassen. Das ist irgendwie verständlich. Man sagt in guten wie in schlechten Zeiten, bis der Tod uns scheidet. Das sollte man schon ernst nehmen. Ich wünsche dir alles Gute! Versuche einfach, dich etwas unabhängiger von seinen Gefühlszuständen zu machen. Und such dir Hilfe, wenn du sie brauchst!

      • (12) 19.09.18 - 14:25

        Eine unbehandelte Depression sind keine schlechten Zeiten. Das ist die Hölle. Und das verspricht man sich meines Wissens nach nicht bei der Hochzeit.
        Im Gegensatz zu Krebs ist eine Depression, die nicht therapiert wird, nämlich leider auch noch ansteckend.

        • (13) 19.09.18 - 16:28

          Dann wäre der richtige Weg aber eine Therapie und keine Trennung! Jeden kann eine Depression treffen. Ich wünsche den betroffenen Personen dann einen liebevollen Partner, der Verständnis zeigt und unterstützt. Dass der Zustand schwer für den Partner ist, glaube ich gern. Aber aus den Augen aus dem Sinn, diese Denkweise finde ich grauenvoll...

          • (14) 19.09.18 - 17:01

            Du hast offentlichtlich kein Stück weit erfasst, wie schlecht es der TE selbst geht. Oder noch nie jemanden getroffen, der seit 20 Jahren mit einem schwer depressiven Partner lebt. "Verständnis" ist nicht das, um was es hier geht.

            • (15) 19.09.18 - 17:14

              Nein, ich bin nur selbst in der schlimmsten Phase meines Lebens nach 8 Jahren Beziehung verlassen worden. Als meine Mutter schwerkrank war und im Sterben lag, war ich auch zeitweise depressiv. Meinem Freund war das dann zuviel, er wollte nur sein Leben genießen und er hat mich eiskalt sitzenlassen. Sowas wünsche ich niemandem.

              • (16) 19.09.18 - 17:22

                Das ist eine ganz andere Geschichte, als die, von welcher hier die Rede ist. Da muss man mit zweierlei Maß messen. Dein Freund hat bewiesen, dass er Dir kein echter Partner sein konnte. In dem Moment jedenfalls nicht. Du hattest eine zeitweise Krise, die TE hat einen wirklich dauerhaft kranken Partner und ihm über viele Jahre treu zur Seite gestanden.

                Aber wenn man selbst keine Kraft mehr hat, dann darf man auch entscheiden, dass man die verbleibende Kraft nur noch für sich nutzt, bevor man selbst krank sind. Hat man Kinder, dann muss man das sogar so entscheiden. Und niemand sagt ja, dass sie mit einem räumlichen und emotionalen Abstand nicht wieder zueinander finden können. Das hängt hier wohl auch stark davon ab, ob ihr Mann auch mal für ihre Situation Verständnis zeigt oder sämtliches Einfühlungsvermögen rein für sich beansprucht.

          (17) 19.09.18 - 17:22

          Hattest Du einen depressiven Elternteil oder einen depressiven Partner?

          Es ist die Hölle als Kind und meistens haben solche Kinder später selber psychische Probleme! Sie hat nicht für Ihren Mann die Verantwortung, aber für sich und vor allem ihre Kinder. Und ein liebevoller Partner der unterstützt hilft nur wenn derjenige kämpft und in Behandlung ist. Etwas gegen eine Depression zu tun, sich seinen Schatten zu stellen ist nämlich sehr anstrengend und oft ruhen sich solche Leute dann auf einem verständnisvollen Umfeld aus, es besteht ja kein Leidensdruck, man wird ja ständig aufgefangen und unterstützt, warum selber den schweren Weg einer Therapie gehen. Und zwar mit dem Hintergedanken die Veränderung zu wollen. Ich kenne einige die in Therapie gingen damit die Familie beruhigt ist aber sich das alles nicht zu Herzen genommen haben.

    (18) 19.09.18 - 14:31

    Und selbst wenn man sich das bei der Eheschliessung versprochen hat, so darf man, wenn man reiflich überlegt hat, ein Versprechen wieder lösen, auch eine Ehe.

    (19) 19.09.18 - 16:39

    >>>Versuche trotz allem dein Leben mit den Kindern zu genießen. Das kannst du umsetzen ohne ihn zu verlassen.<<<

    Sowas kann nur jemand schreiben, der nicht den Hauch einer Ahnung hat.
    Hast du dir den 1. Beitrag der TE richtig durchgelesen und verstanden?

    Hier geht es nicht nur um eine depressive Episode, während der ein Partner verstärkt auf die Hilfe und das Verständnis des anderen angewiesen ist...

    (20) 19.09.18 - 20:44

    Alkoholabhängigkeit ist AUCH eine anerkannte Krankheit.

    Nach deiner Definition von "in guten und in schlechten Zeiten" dürfte das dann auch kein Trennungsgrund sein.

    Entweder - oder.

    Davon mal abgesehen sollte eine Krankheit niemals einen Partner mit in den Sumpf ziehen. Und das passiert unweigerlich, wenn keine Krankheitseinsicht besteht und somit keine Bereitschaft sich behandeln zu lassen.

    Mit Krebs ist das daher nicht vergleichbar. Da kann man zwar auch entscheiden, ob man behandeln lässt oder nicht, aber die Krankheit zerstört nicht unweigerlich den anderen Partner psychisch.

    Insbesondere wenn Kinder im Spiel sind, sollte man sich bei so einer eskalierenden Lage selbst näher sein als der Partner. Denn man kann den Partner nicht zwingen tätig zu werden, hat aber eine Verantwortung sich selbst und vor allem den Kindern gegenüber.

    LG

    • (21) 19.09.18 - 21:31

      Wie bitte? Krebs zerstört den Partner nicht psychisch? Wow, als Kind einer schwer krebskranken Mutter über 10 Jahre lang kann ich da nur den Kopf schütteln. Was für eine unqualifizierte Aussage!!!

      • (22) 19.09.18 - 22:37

        Seufz. Nicht auf die Art und Weise wie eine Depression, bei der du manipuliert wirst.

        Und danke, ich hatte beides im sehr nahen Umfeld.

        • (23) 19.09.18 - 23:24

          Ich kenne ebenfalls beide Krankheitsbilder aus der Familie. Ich wäre heilfroh gewesen, wenn meine Mutter "nur" Depressionen gehabt hätte. Dann würde sie vielleicht noch leben. Ich habe auch eine teilweise schwerdepressive Verwandte, die aber trotzdem auch immer ihre guten Phasen hat und wir können trotzdem über vieles lachen. Sobald man solchen Menschen das Gefühl gibt, dass man sie versteht und ernst nimmt, führt das häufig schon zu einer Besserung. Mit Manipulation hat dieses Verhalten nichts zu tun. Wenn jemand Selbstmordgedanken äußerst, dann sollte man das sehr ernst nehmen. Der Weg mit depressiven Menschen umzugehen führt nur über Verständnis und Liebe.

          • (24) 20.09.18 - 06:17

            <<<ch habe auch eine teilweise schwerdepressive Verwandte, die aber trotzdem auch immer ihre guten Phasen hat und wir können trotzdem über vieles lachen. Sobald man solchen Menschen das Gefühl gibt, dass man sie versteht und ernst nimmt, führt das häufig schon zu einer Besserung.>>>

            Aber wenn man es täglich ertragen muss solche Phasen, kann man einfach nicht mehr. Warum muss sich der Co immer biegen und der "Kranke" wird ientschuldigt. Klar, einfach er ist ja krank. Aber dass er den Partner mit krank macht, das sieht man eben nicht. Da kann aber auch die größte Liebe kaputt gehen. Und wenn man sich dafür entscheidet, sich zu trennen, damit man nicht auch noch kaputt gemacht wird, dann ist das in meinen Augen auch ok. Die TE hat nicht nur die Verantwortung für sich sondern da sind auch noch Kinder mit im Spiel. Und da hört das Verständnis auf.

            (25) 20.09.18 - 07:13

            Du vergisst eine Sache: Wenn das Verständnis und die Liebe irgendwann von der unbehandelten Depression aufgefressen worden ist, dann bleibt.. ja was? Im günstigsten Fall Gleichgültigkeit, im schlimmsten Fall bleibt Hass. D.h. der Mensch mit den Depressionen muss dann auch noch ertragen, dass er realisiert, dass der Partner nur noch aus Mitleid mit ihm zusammen ist.

            Tolles Leben. Nicht wenige begehen an der Stelle dann Suizid oder gar erweiterten Suizid.

            Und noch was: Eine Depression kann man nicht durch Verständnis behandeln oder bessern. Dass Deine Verwandte mit Dir lacht ist eine Momenterscheinung, deswegen ist sie dann aber nicht schlagartig geheilt. Sie ist einfach nur kurzfristig ein wenig abgelenkt, bis Du wieder weg bist.
            Ansonsten bräuchte man keine Ärzte, Therapeuten und Medikamente, sondern Clowns.

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