Mein Mann hat einen Freund

    • (1) 19.09.18 - 19:52

      Mein Mann und ich (kennen uns seit 23 Jahren, davon 17 liiert, 2 Kinder, seit 1 Jahr getrennt) waren gestern essen. Um mal zu reden, wie es uns mit der Trennung so geht.
      Wir haben eine Bilderbuchtrennung hinter uns. Kein Streit, keine Dramen, alles gut.
      Ich seh ihn nicht als Ex, sondern als guten (besten) Freund.
      Und er sieht mich augenscheinlich auch so.
      Zumindest vertraut er mir so sehr, dass er mir gestern „gestanden“ hat, dass er jemanden Kennen gelernt hat. So weit kein Problem - ich ja auch. Aber als er mir mitteilte dass es ein Mann sei war ich doch sehr überrumpelt.
      Nach 24h hat sich meine Gefühlswelt wieder etwas beruhigt 😅 Ich freu mich einfach nur für ihn dass er einen Menschen kennen gelernt hat, der DAS bei ihm auslöst. Gesucht hat er nicht. Sie haben sich zufällig kennen gelernt und er war auch ziemlich überrascht was da mit ihm passiert.


      Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen? Man hört so oft: ja, das hat eine Bekannte auch erlebt. Aber immer nur indirekt!
      Ich frag mich halt auch, wie wir diese Situation irgendwann mal unseren Kindern beibringen. Sie sind recht weltoffen. Aber so engen Kontakt zu homosexuellen haben sie jetzt nicht (Erzieher in der Kita/Schule vielleicht), aber kein Bekannter der Kinder hat homosexuelle Eltern oder wir Freunde.

      Das wird ein hattes Stück arbeit.....

      • (2) 19.09.18 - 20:06

        Erstmal finde ich toll wie offen du damit umgehen kannst. Natürlich ist das im ersten Moment überraschend.
        Ich würde da später gar nicht so ein Drama draus machen. Papa hat sich halt in einen Menschen verliebt und das ist zufällig ein Mann. In meinen Augen ist die Person sehr viel wichtiger als das Geschlecht und wenn eure Kinder wie du sagst weltoffen sind werden sie auch damit umgehen können.
        Einer Freundin von mir ist damals dasselbe passiert und ihr Vater hatte auf einmal einen Freund nachdem sich ihre Eltern haben scheiden lassen (da war sie allerdings schon 15) und sie ging sehr cool damit um, weil es eben auch nie als große Sache dargestellt wurde.
        Alles Gute für euch!

        • (3) 19.09.18 - 20:36

          Ja, diese „Theorie“, dass man einen MENSCHEN liebt, unabhängig vom Geschlecht, habe ich auch. Irgendwann mal gelesen und für gut befunden.
          Das war auch etwas, was ich ihm gestern gesagt habe. Damit er es vielleicht auch besser versteht ;-)

          Danke

      (4) 19.09.18 - 20:16

      Ich finde es toll, dass ihr so ei gutes Verhältnis habt! Ich habe den Eindruck, dass das leider sehr selten ist.

      Wie alt sind eure Kinder denn?
      Häufig kommen Kinder wesentlich mit scheinbar "befremdlichen" Situationen zurecht als Erwachsene. Und du hast ja geschrieben, dass sie sehr weltoffen sind. Natürlich werden sie sich auch an die neuen Umstände gewöhnen müssen, genauso wie sie sich an die Trennung gewöhnen mussten.

      Auch dass du positiv damit umgehen kannst trägt natürlich seinen Teil dazu bei.

      Alles Gute für euch!

      • (5) 19.09.18 - 20:37

        Danke.
        Sie sind 5 & 8.

        • (6) 19.09.18 - 20:43

          Hi,

          ich glaube nicht, dass sie das schwierig finden werden. Meine Schwester hat sich von ihrem Mann getrennt und nun eine Ehefrau. Meine Kinder (9 und 11) haben nichtmal gezuckt.

          Liebe Grüße

    (7) 19.09.18 - 22:06

    Hi,
    ich war bei Freunden 2003, die ihre eingetragene Lebensgemeinschaft als freie Trauung celebriert haben.
    Der eine davon war auch mit einer Frau verheiratet und haben eine Tochter, die damals Teenager war.
    Alle aus der Familie hatten einen super Kontakt, bis heute. Es wR so schön auf dieser Trauung, denn es waren echte Freunde....
    Wir sind so lange in Kontskt, das es für mich natürlich ist, das er mit einem Mann zusammen ist.

    Solange er Dich nicht während der Ehe ungeschützt betrogen hat, und dich damit in Gefahr gebracht hat, sehe es als normale Partnerschaft an.
    Ist doch egal, ob Frau oder Mann....bei einem Mann musst du nicht vergleichen, was sie hat, was du nicht hast#gruebel
    Und die Kinder in dieser Generation wachsen da viel natürlicher mit auf.

    lg
    lisa

    Meine Kids sind 12 und wir reden auch drüber, das es egal ist, ob sie sich gleichgeschlechtlich verlieben. ..

    • (8) 19.09.18 - 22:11

      Ich sehe es auch als normale Partnerschaft. Hab da kein Problem mit.
      Diese Nachricht hätte mich wahrscheinlich bei jedem meiner besten Freunde so „erwischt“. Und vergleichen oder so tu ich auch nicht.
      Ich freu mich einfach nur für ihn.

(9) 20.09.18 - 08:33

Hallo,

Menschen lieben Menschen.

Das ist das, was meine Kinder gelernt haben. Und auch, wenn mein Mann und ich heterosexuell sind und wir im Freundeskreis vermutlich niemanden haben, der bisexuell oder homosexuell ist, wissen sie, dass es Menschen gibt, die gleichgeschlechtliche Partner haben. Ebenso wie es Menschen gibt, die keine Partner haben, keine Kinder haben möchten, in einem Eigenheim leben oder nur ein Bein haben.

Ich glaube nicht, dass es ein hartes Stück Arbeit für dich oder euch wird. Ihr solltet ganz unverkrampft mit der neuen Situation umgehen und euren Kindern zeigen, wie normal und schön es ist, verliebt zu sein. Und ich würde dabei keine Aufmerksamkeit darauf lenken, dass dein Exmann sich in einen Mann verliebt hat.
Erwachsene sind da oft viel zu verkopft und ich kann das auch nachvollziehen. Viele werden komisch schauen oder über euch reden. Deshalb finde ich es umso wichtiger, dass ihr es als normal vorlebt und nicht hervorhebt.

Viele Grüße,
lilavogel

(10) 20.09.18 - 12:18

Hallo,

ja, ich habe ähnliche Erfahrungen. Ich war 17 Jahre lang mit meinem Mann zusammen, hatte vor anderthalb Jahren mein Coming Out und habe seit einigen Monaten eine Freundin. Wir haben zwei Kinder.

Aus den Gesprächen mit meinen Kindern kann ich Dir sagen, dass Homosexualität ein denkbar kleines Problem für die beiden darstellt. Das ist denen echt egal. NICHT egal ist ihnen das Verhältnis ihrer Eltern.
Aber solange da alles friedlich ist und sie sich aufgehoben fühlen, ist alles schick.

Harte Arbeit wird es dennoch, das kann ich Dir versichern.

Respekt für Dich, dass Du das mitträgst und nicht sofort alle Brocken hinwirfst! Ich habe da in meinem Umfeld unterschiedlichste Reaktionen von PartnerInnen in ähnlichen Situationen erlebt, teilweise sehr unschön. Es ist viel wert, wenn man damt gemeinsam gut umgehen kann.

Alles Gute für Euch.

(13) 20.09.18 - 13:42

Also, erstmal, du klingst für mich total vernünftig und ich finde es absolut normal, dass du ein bisserl "blöd schaust" und dir die Frage stellst, wie du das deinen Kindern beibringst (oder wie auch immer). Ich habe grundsätzlich auch kein Problem mit Homosexualität und mir ist es völlig wurscht, ob meine Freunde, Kollegen, Bekannten homo, hetero oder bi sind. In der Familie würde es mich dennoch erstmal ein wenig - sagen wir überraschen. Und ich würde mir denken: "Puh, warum kann es nicht der einfache Weg sein?" (Damit will ich nicht sagen, dass alle hetero-Beziehung einfach sind.) Dieses: "Es ist eine Beziehung wie jede andere..." finde ich persönlich verlogen. Nein, es ist nicht die Regel, die Mehrheit, - kanns ja auch gar nicht sein, sonst wären wir ausgestorben. Es ist anders und deshalb nicht verkehrt oder schlecht oder irgendwas, aber es ist anders und man muss sich dran gewöhnen. Und deshalb finde ich es auch total in Ordnung, dass man sich Gedanken drüber macht. DAS ist für mich auch Toleranz, dass man Leuten zugesteht, dass sie Fragen dazu haben, usw.


Zu deinen Kindern: Ich habe jetzt schon mehrere Kinder homosexueller Eltern (bzw. solche, wo die Eltern nach den Kindern homosexuell geworden sind oder wie ich das jetzt sagen soll) kennengelernt. Und genau wie bei geschiedenen Heteros gab es dort auch solche, die die neuen Partner schätzen oder sehr mögen oder gar lieben und solche, die die neuen Partner nicht so mögen. Das liegt nach meiner Beobachtung aber wesentlich mehr daran, wie die Eltern in der Trennungszeit miteinander und den Kindern umgegangen sind als an der Sache mit der sexuellen Orientierung. Und da sich das bei euch total entspannt und sympathisch liest, gibt's keinen Grund, warum das nicht funktioniert. Wenn man seinen Papa liebt, dann ist es wahrscheinlich wurscht, ob er schwul ist oder hetero. Wenn einen der Papa voll nervt, weil er sich nach der Trennung wie ein Arsch verhalten hat, dann kann er wahrscheinlich eine Bilderbuch-Super-Traumersatzmami anschleppen und man wird sie hassen. Und wenn er dann "auch noch schwul" ist, dann hat man halt eine Sache, auf die man sich stürzen kann als Kind.

Ich glaub, deine Kinder werden das gut wuppen - besser als manche Erwachsenen. Und ich kann dir als Lehrerin versichern, dass es das heute viel öfter gibt als man vielleicht meint.

(14) 20.09.18 - 19:56
Loveislove12345

Ja, mein einer Ex (verstehn uns gut, gleicher freundeskreis, 2 jahre Beziehung zu Abi-Zeiten, Trennung wegen nicht-aushalten einer fernbeziehung durch studium in verschiedenen bundesländern, freundschaftlich ) ist mit seinem ehemals besten freund zusammen. Sie kannten sich aus dem sandkasten, hatten beide einige frauen, und haben ende 20 sich ineinander verliebt. Sie sind jetzt glaube 7 jahre zusammen und 1 jahr verheiratet. Unser Freundeskreis ist aber sehr offen und auch ihre eltern. Mein ex hat zu meiner zeit schonmal gesagt, man liebt menschen und nicht geschlechtsorgane.

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