Ich ekel mich vor ihm

    • (1) 21.09.18 - 23:12
      letzte Hoffnung

      Hallo ihr Lieben!

      Ich brauche einen Rat:
      Seit mehreren Jahren kenne ich einen sehr lieben Mann, mit dem ich viel Zeit verbracht habe. Ich war am Ende einer Beziehung, als ich ihn kennen lernte - er war immer für mich da. Sogar als ich bemerkte, dass ich von meinem Ex schwanger bin.
      Wir kamen uns immer näher und waren ein Paar, fast 3 Jahre lang. Ich habe mich in meinem Leben nie wohler und sicherer gefühlt. Niemand war je einfühlsamer, selbstloser, warmherziger. Ich wusste, dass er depressiv ist, das liegt in seiner Familie. Dann ist er im Schlaf auf mich los gegangen. Wie sich rausgestellt hat aufgrund einer Schlafstörung, die immer wieder kommen kann. Er hat mich gegen die Wand geworfen, laut geschrien, Polizei. Ich hab in seinen Augen gesehen, dass er mich nicht erkennt, das war das Schlimmste. Er hatte riesige Angst vor mir.
      Er ist dann in die Psychiatrie gekommen, konnte dort nicht mit mir in einem Raum sein, weil er solche Angst vor mir hatte und immer wieder losgeschrien hat.
      Wir konnten lange nicht alleine in einem Raum sein, aber nach paar Wochen haben wir es wieder probiert, weil uns die Ärzte beruhigt haben. Also haben wir wieder zu Hause nebeneinander geschlafen. Es war schwierig für mich, aber ich habe es geschafft, einzuschlafen. Er ist wieder auf mich los gegangen. Selbes Spiel. Es stellte sich heraus, dass es zwar Tabletten dagegen gibt, die aber nicht zu 100% wirken und es jederzeit wieder passieren kann.
      Es war so schrecklich, weil ich ihn geliebt habe und mir das genommen wurde, was ich in meinem Leben am meisten gewünscht habe: das Gefühl, in komplettem Glück und Geborgenheit bei jemandem zu sein. Und er ist extrem verängstigt gewesen.
      Seitdem haben wir uns Stück für Stück angenähert, aber es gab nichts Sexuelles mehr. Ich fand ihn körperlich nie besonders anziehend, aber jetzt sind Küsse fast mit Ekel verbunden und ich kann es einfach nicht.
      Ich weiß nicht, was ich tun kann. Eigentlich denke ich, man kann es nicht mehr retten. Ich habe Angst, dass eventuelle künftige Kinder sowas bekommen könnten, da es genetisch bedingt ist. Ich fühle mich nicht mehr sicher und wir sind eher wie Freunde.
      Aber er tut andererseits alles, damit ich mich wohler fühlen kann, drängt mich zu nichts, ist immer da, der beste Mensch, den ich kenne. Ich habe schreckliche Angst, weil es sich tot anfühlt... Und ich nicht weiß, ob man das retten kann. Aber ich kann mit großer Sicherheit sagen, dass dieser Mensch so absolut einzigartig gut ist, dass es mich innerlich tötet, ihn zu verlieren. Es gibt niemanden, der seinen Platz einnehmen könnte, was das Zwischenmenschliche angeht.
      Was soll ich nur machen?
      Ich schiebe diese Frage seit fast 2,5 Jahren vor mir her... Ich wollte sehen, ob sich meine Gefühle ändern, aber ich kann mich nicht über das Freundschaftliche hinaus annähern. Gleichzeitig war ich nie glücklicher mit jemandem...
      Ich bin komplett am Verzweifeln.
      An vielen Tagen nehme ich mir vor, Schluss zu machen. Dann denke ich daran, was er für ein Mensch ist und kann es nicht. Er ist nicht zu ersetzen.
      Was kann ich tun?

      • Hallo!

        Vielleicht wäre es für euch beide einfacher, von Beziehung auf Freundschaft zu wechseln?

        Er merkt ja auch, dass gerade das, was Beziehung und Freundschaft unterscheidet, bei euch nicht mehr klappt und das setzt ihn sicher auch unter Druck.

        Das tut mir alles echt leid.

        Huhu,

        ich denke, dass sich die Geschehnisse zu tief in das Gedächtnis gebrannt haben und da einfach nichts mehr zu retten ist. Zumal ja jederzeit Wiederholungsgefahr besteht und die Frage ist ja, was passiert, wenn er sich steigert in seiner Angst und er will dich das nächste Mal aus lauter Angst töten? Du sagst ja selbst, dass er dann nicht er selbst ist und dich nicht erkennt - von daher gibt es auch keine Garantie.

        Seit 2,5 Jahren eierst du nun herum, eigentlich sollte dir klar sein, dass keine Liebesbeziehung mehr möglich ist. Wieviel Zeit willst du euch noch nehmen um endlich einen Abschluss zu finden? Gebe euch frei, ja es wird weh tun - aber es wird auch eine Zukunft ohne ihn als Partner geben. Belasse es bei einer tiefen Freundschaft, es täte euch beiden besser. Du verlierst ihn damit nicht als Menschen, er bleibt dir nahe als Freund.

        Als Lebenspartner ist er allerdings absolut nicht kompatibel. Inzwischen ist es dir auch klar, du hast nur Angst vor dem Schritt, deswegen bist du ihn noch nicht gegangen. Aber du schiebst das Unvermeidliche nur heraus und tust euch beiden damit viel länger weh!

        LG

        Eigentlich denke ich, man kann es nicht mehr retten. Ich habe Angst, dass eventuelle künftige Kinder sowas bekommen könnten, da es genetisch bedingt ist.

        Du weißt doch selber was zu tun ist. Streiche das Wort "eigentlich" es ist nur eine Ausweichfloskel. Gegen eine Freundschaft ist nichts einzuwenden, aber mehr geht nicht.
        LG Moni

        • Mit einem Partner wegen einer Krankheit schluss zu machen, für die er nichts kann finde ich abgrundtief gemein und hässlich. Willst du auch von deinem partner verlassen werden, wenn du irgendwann eine Krankheit bekommst? Schließlich bist du ja dann nichts mehr wert und bekommst nur kranke Kinder.
          Wer seinen Partner liebt steht auch in schlechten zeiten und bei krankheit zu ihm. Und wenn die kinder möglicherweise eine erbkrankheit bekommen (sie weiß ja nichtmal, ob das vererbt wird und ist wohl nicht mal bereit sich zu informieren bei einem arzt) und nicht perfekt sind, dann kann man auch damit zurecht kommen.

          • Na nun hast Du die moralische Keule aber weit ausholend geschwungen? Geht's Dir nun besser? Schön!
            Ich bin ganz sicher viele Jahre älter als Du - und habe die letzten 12 Jahre meiner Ehe auch einen kranken Mann gehabt - und nicht verlassen. Ich pflegte ihn bis zum Tod; er durfte zuhause in unserem Bett einschlafen. Also ich weiß, wovon ich schreibe.
            ABER - Krankheit ist nicht gleich Krankheit! Das musst Du erst noch lernen im Leben.
            Es gibt Krankheiten, die zerstören eine ganze Familie,
            Man kann nichts für eine Krankheit - stimmt. Die Frau hat Angst vor dem Mann, vor seinen Ausbrüchen und vor einer etwaigen Vererbung. DAS siehst Du als Basis an für eine lebenslang erduldete Ehe?
            SIe hat es offenbar etliche Jahre versucht und es klappt nicht. Dann hat sie durchaus das Recht, auch mal an ihr eigenes Leben zu denken.
            Wie heißt es so schön und SEHR wahr:
            "Urteile über niemanden, in dessen Schuhen Du nicht gelaufen bist".
            Nur so als kleine Weisheit für Dein künftiges Leben.
            LG Moni

      Behalte die Freundschaft aber streiche die Parnterschaft mit ihm!
      Trennt Euch fair, dann steht einer guten Freundschaft nichts im Wege.

      Alles Gute #klee

      Deine körperliche Reaktion hat Dir schon gezeigt was zu tun ist.

      Die Gefühle die Du fühlst sind von Dir geschaffen, d.h. die kannst Du auch wieder und anders mit jemand anderem fühlen.

      Die Frage ist eher, wie leidensfähig bist Du?
      Willst Du einen Teil von Dir aufgeben um für ihn dazusein?
      Latent Angst haben, daß wieder ein Ausbruch kommt?

      Kinder mit ihm haben, in der Ungewissheit, daß es vererbbar ist oder er eines der Kinder in der Nacht angeht?

      Vielleicht wünschst Du Dir eine Beziehung auf rein freundschaftlicher Ebene und hast lediglich Angst davor, das zuzulassen?

      Im Moment lässt Du eben auch keine Platz für irgendjemand anderen. Alles in Dir ist "belegt und besetzt" von ihm.
      Den Teil Beziehung und Sexualität solltest Du von ihm abtrennen und Ihr könntet Euch trotzdem noch als Seelengefährten begleiten - eher wie Bruder und Schwester.

      Im Grunde kann Dir ja nichts besseres passieren, solltest Du einen neuen Partner haben, hast Du den Therapeuten schon an Deiner Seite.

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