Soll ich diese Beziehung weiterführen oder beenden?

Hallo, liebe Forengemeinde,
Ich war über zwei Jahre alleine, meine Kinder sind 14 und 11 Jahre alt. Vor 6 Monaten lernte ich einen sehr netten, gebildeten und einfühlsamen Mann kennen und wir haben uns ineinander verliebt. Ich kenne seine Eltern noch nicht, aber aus seinen Erzählungen schlussfolgere ich, dass er in einer kühlen und verklemmten Atmosphäre aufgewachsen ist. Nun ergeben sich daraus zwei Probleme, die mir Bauchschmerzen bereiten und mich wirklich zweifeln lassen, ob ich diese Beziehung fortführen möchte. Zum einen kann er Sex nicht bzw. kaum zulassen. Die paar Male, die wir Sex hatten, kann ich an einer Hand abzählen. Er kann zwar mich befriedigen, aber sobald ich ihn anfassen und streicheln will, fragt er sofort, was ich da mache und meistens kommt dann, dass er jetzt keine Lust habe. Das Problem ist, dass er nicht mal mit mir drüber reden kann, warum das so ist! Ich mache mir da auch Sorgen um ihn und ob ihm vielleicht etwas zugestoßen ist, dass er ganz tief in sich vergräbt. Er meint immer, dass es nicht an mir liegt. Sicher könnt ihr euch vorstellen, dass man das als Frau aber trotzdem auf sich bezieht. Am Anfang dachte ich noch, er braucht vielleicht Zeit, aber das ist es nicht! Ich traue mich ihn schon kaum mehr zu streicheln, denn ich bekomme sowieso eine Abfuhr.
So, das zweite Problem ist sein Umgang mit meinen Kindern letzthin beim Essen. Er maßregelt meine Kinder,dass sie sich erst nehmen dürften, wenn ich auch sitze und dass sie sitzen bleiben müssen, bis auch wir aufgegessen hätten. Ich betone, dass ich hier nicht von einem offiziellen Anlass spreche, bei dem ein solches Verhalten selbstverständlich ist. Nö..in dem Fall ging es um ein popeliges Mittagessen. Ich war fassungslos, was er sich da heraus nimmt. Ich brauche niemanden, der meine Kinder erzieht, die beiden haben einen Papa und Erziehung ist immer noch eine Sache zwischen ihm und mir. Auch in dieser Situation denke ich, dass seine verkorkste Erziehung zu diesem Verhalten führte. Er ist übrigens kinderlos und Anfang 50. So jetzt grübele ich so vor mich hin. Beende ich diese Beziehung? Er ist ein sehr hilfsbereiter und liebevoller Mensch. Ich bedeute ihm sehr viel und er möchte, dass es mir gut geht. Er ist auch großzügig den Kindern gegenüber und genießt es sehr, wenn wir mal etwas zusammen unternehmen. Er ist ein guter Mensch, auch wenn sich das blöd anhört. Er kann allerdings keine Kritik vertragen und ich kann diese wirklich sachlich vorbringen. Er ist sofort eingeschnappt. Ich bitte nun euch um Ratschläge. Mein Freundeskreis hat ihn herzlich aufgenommen und alle freuen sich, denn dieser Mann passt intellektuell sehr gut zu mir und trägt mich auf Händen. Wäre ich nicht schon mit einer gewissen Lebenserfahrung ausgestattet, würde ich diese Beziehung beenden, aber ich befürchte, irgendeine Macke bringen wir alle mit, oder nicht? Ich danke für eure Antworten.

>>>Er maßregelt meine Kinder,dass sie sich erst nehmen dürften, wenn ich auch sitze und dass sie sitzen bleiben müssen, bis auch wir aufgegessen hätten.<<<

Das ist vollkommen normal und in dem Alter sollte das selbstverständlich sein.

>>>Ich brauche niemanden, der meine Kinder erzieht,<<<

Vielleicht doch?

Bildung und Intellekt scheinen dir wichtig zu sein, dazu gehören für mich auch gute Tischmanieren.

Du beschreibst deinen Freund recht positiv, aber ob du mit seinem Mangel an Kritikfähigkeit und seiner Abwehr, was Zärtlichkeiten angeht, umgehen kannst auf Dauer, ist aus der Ferne schlecht zu beurteilen.

Hallo,

also erstmal würde ich natürlich das Gespräch mit ihm suchen und diese Dinge klar benennen. Ich nehme aber an dass du das schon getan oder versucht hast.
Würde ihm klar sagen dass er deine Kinder in dieser Hinsicht nicht zu Maßregeln hat und dass er das unbedingt verstehen sollte.
Dass mit denn Sex kann sich natürlich noch legen wenn ihr etwas länger zusammen seid. Dass er dann vielleicht sogar offener mit dir über die doch anscheinend vorhandene Problematik reden kann. Ich würde ihm da einfach die Zeit geben, wenn er dir sonst sehr wichtig ist und er ein so guter Mensch ist würde ich ihn aufgerundessen nicht sofort verlassen. Das mit den Kinder sollte ja eigentlich auch kein Problem sein, wenn er sich sonst gut mit ihnen versteht und diese Ihn auch mögen. Da sollte er akzeptieren können dass er dies Erziehung deiner Kinder auch dir überlässt. Sofern diese dir nicht ständig auf der Nase rumtanzen, aber ich gehe mal davon aus dass deinen Kinder gut erzogen sind. 😉

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Sie deckt sich auch mit dem, was ich instinktiv machen würde. Meine Kinder sind wirklich schwer in Ordnung. Sie sind keine dressierten Äffchen, aber in all den Jahren hat sich noch nie jemand über sie beschwert. Liebe Grüße

Also ehrlich gesagt schrillen bei deiner Beschreibung bei mir alle Alarmglocken. Der Mann ist ja total problembehaftet scheinbar und zwanghaft gestört. Ich würde ehrlich gesagt zusehen, dass ich das beende. Sich in deine Erziehung einmischen, wo Ihr nicht mal zusammenlebt, da würde bei mir der Spaß ganz schnell aufhören, denn seine kranke Psyche, unter der er offensichtlich leidet, die müssten deine Kinder dann mit ausbaden, völlig unnötig. Und wer weiß, was er sich noch rausnimmt, wenn Ihr länger zusammen seid.

Die scheinbare Impotenz würde mir auch Sorge bereiten. Entweder total verklemmt und kann keine körperliche Nähe ertragen. Oder echt Impotent. Ich hätte aber auch Angst, er könnte z.B. nicht auch Frauen sondern auf Kinder stehen. Er wäre nicht der erste Pädo, der sich eine Mutter sucht, um irgendwann an die Kinder zu kommen.

Neee, ganz ehrlich. Nimm die Beine in die Hand und lauf. Such dir einen normalen Mann.

Auch dir danke ich für deine Antwort, denn sie spricht einiges an, worüber ich auch nachdenke. Ich denke,eine pädophile Neigung ausschließen zu können. Ich bin da schon sehr wachsam. Er nähert sich den Kindern jetzt nicht. Sprich,er zieht sie nicht zu sich. Er klopft ihnen zur Begrüßung kurz auf die Schultern und aus. Er klopft an der Badezimmertür, damit er nicht versehentlich hinein platzt. Aber alle deine anderen Bedenken, die sehe ich auch so. Ich sag ja, ich bin richtig zwiegespalten und bin daher dankbar um jeden Gedankenanstoß!

Hi,

also ich finde das mit dem Essen nicht schlimm. Bei uns in der Familie ist das auch so. Es wird genommen, wenn alle am Tisch sind und auch erst aufgestanden, wenn alle fertig sind. Weil dann eben auch anschließend zusammen der Tisch abgeräumt wird. Und ich persönlich möchte nicht, dass einer schon seinen Teller in die Spüle stellt während ich noch beim essen bin. Völlig egal welche Mahlzeit oder welcher Anlass das ist. So viel Zeit muss in meinen Augen sein. Aber, ihr hättet darüber reden sollen in wie weit er deine Kinder zurecht weisen darf oder generell was sagen darf. So ganz mundtot darf man ihn nicht machen, ihr seit ja doch in einer Beziehung. Das finde ich persönlich nicht richtig.

Zum anderen Thema... Das ist sehr schwer. Pauschal würde ich auch sagen oder denken, dass da irgendwann irgendwas passiert sein muss. Natürlich ist es schwer das jetzt herauszufinden, vor allem wenn er nicht wirklich reden mag/kann. Aber, ihr müsst reden. Ganz klar. Ich würde da auch wirklich Tacheles sprechen. Eine Beziehung ohne Sex ist für mich unvorstellbar. Ebenso meinen Partner nicht anfassen zu können. Das kann ich mir gar nicht vorstellen und finde ich echt grausam. Sprech ihn drauf an, gebe nicht nach und sag ihm wirklich, dass eine Beziehung auf Dauer so keinen Sinn für dich macht. Unabhängig von dem emotionalem.

Lg

Du hast sehr Recht: irgendeine Macke bringen wir Alle mit!

Bei Deinem Partner scheint es aber ein tiefliegendes Problem zu geben.
Das geht schon etwas über eine "Macke haben" hinaus, wenn man körperliche Nähe nicht zulassen kann!

Es wird ein schwieriger Weg werden.

Du solltest Dir für Dich klar werden, ob du wirklich bereit bist, diesen Weg mit ihm zu gehen- es könnte, auch für Dich, auf Dauer eine Belastung sein.

Alles Gute #klee

Ich lebe auch Patchwork.

1. Ich finde, sämtliche Menschen im Umfeld meiner Kinder sind, ob bewusst oder nicht, Miterzieher. Egal ob Lehrer, Eltern von Freunden, Nachbarn, Tanten, Großeltern, sogar die Kassierer im Supermarkt.

Ich finde, dein Freund hat EINEN Fehler gemacht, er hätte vielleicht fragen sollen, ob oder warum bei euch nicht auf alle gewartet wird. Bei uns ist das nämlich auch so, wir beginnen gemeinsam und enden i.d.r. gemeinsam, es sei denn, jemand hat noch etwas ganz wichtiges zu erledigen. Für ihn scheint das selbstverständlich zu guten Tischmanieren gehören, wie für ganz viele andere auch. Und ich finde es höchstens schlimm, dass ihr darüber kein Gespräch geführt habt, an dem ihr alle gemeinsam besprechen konntet, womit alle gut leben können. Ihr esst ja nicht zu dritt, sondern eben zu viert und ALLE müssen sich am Tisch wohl fühlen. Da deine Kinder keine Babys mehr sind, solltet ihr zu viert Tischregeln formulieren, die für alle ok sind.

2. Frage ihn doch direkt, warum er so wenig Wert auf Zärtlichkeiten legt. Denn du brauchst das sehr und kannst das nicht so ganz nachvollziehen.

Also dass dein Freund deine zwei Kinder auf ihre fehlenden Tischmanieren hinweist, ist in meinen Augen ok. Das würde mich selbst auch stören. In dem Alter deiner Kinder sollten ein paar grundlegende Manieren wie diese doch selbstverständlich sein.

Alles andere finde ich deutlich komplizierter. Ganz offensichtlich hat er da irgendwelche Probleme, körperliche Nähe zuzulassen und mit dir darüber sprechen möchte er sich nicht. Du musst für dich entscheiden, ob du weiterhin die Energie und Geduld aufbringen möchtest und darauf wartest, dass er sich dir öffnet. Ich denke, die meisten würden sich das eher nicht antun.
Vielleicht hilft nochmal ein ruhiges Gespräch, in dem du ihm deine Sorgen und Bedenken klar und deutlich schilderst und schaust, wie er darauf reagiert.

Vielen Dank für alle Antworten! Ich möchte gerne klarstellen, dass meine Kinder über Tischmanieren verfügen. Schon in Zeiten meiner Ehe war es uns wichtig, gemeinsam zu essen und den Tag Revue passieren zu lassen. Aber ihr habt schon recht! An dem Tag hat mein Großer sich einfach schon Essen auf den Teller geschaufelt, bevor ich am Tisch saß. Ich sehe da auch ein Problem bei mir, da ich die Kinder immer vor "Angriffen" schützen möchte. Mir hat sein Ton nicht gefallen. Aber da hinterfrage ich mich jetzt mehr.
Sexuell, ja da werde ich wirklich versuchen, mit ihm zu sprechen. Wenn ich es bisher versucht habe, dann hat er sofort abgeblockt. Mir wäre es wichtig, zu verstehen, warum er ein solches Problem hat, sich zu öffnen.
Danke nochmals!

Er wird weiter blocken. Ich glaube, das hat keinen Sinn.

Du meinst,es macht keinen Sinn, die Beziehung fortzuführen? Ich lese deine Antworten immer sehr gerne, deshalb frage ich nach. Aber irgendwie würde ich ihm auch gerne weiterhelfen. Er ist ein anlehnungsbedürftiger Mensch, wenn es nicht nur um sexuelles geht. Er ist mir in unserer gemeinsamen Zeit auch menschlich wichtig geworden. Daher bin ich so zwiegespalten. Mensch, auch mit wachsendem Alter wird das nicht leichter mit der Liebe.

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Bitte nicht falsch verstehen, aber der Mann kommt mir in seinem Sozialverhalten uralt vor. Mein Mann war 18 Jahre älter als ich - aber bei weitem nicht so pingelig, altbacken und unsexy. Das ist ja schlimm. Mit dem Herumgekrittel an Deinen Kindern kannst Du nicht lange leben, das kann ich Dir versprechen. Das Sexualverhalten ist ebenfalls auf Dauer untragbar. Er mag sicher eine angenehme Person sein, ein Ehepartner und Vater ist er offensichtlich nicht. Ich könnte auch mit niemandem leben, der keinerlei Diskussion und/oder Kritik aushält. Wie willst Du das machen? Alles hinnehmen und schlucken, lebenslang, auch zu Lasten der Kinder? Das wird nichts, ich bin ehrlich, so kann keine Frau und Mutter leben. LG Moni

Liebe Moni, auf eine Antwort von dir hatte ich,ehrlich gesagt, gehofft. Wir hatten hier schon oft gleichlautende Meinungen und ich bin hier nur anonym unterwegs, weil mir das hier auch ein Stück weit peinlich ist. Ich bin jetzt keine Nymphomanin, aber offen gelebte Sexualität finde ich schon wichtig. Ich habe jetzt schon ein halbes Jahr sehr gebremst. Inzwischen habe ich richtig Scheu davor, ihn anzufassen, denn ich spüre richtig,wie er dicht macht. Menschlich gesehen ist er aber wirklich eine Bereicherung, sonst hätte ich schon längst die Reißleine gezogen. Danke für den Rat!

Du kannst mich gerne auch per PN anschreiben ;-) dann werde ich gerne deutlicher.
LG

Hallo Istmirlieberso,
mir ging es ähnlich wie dir. Ich war an einem Punkt angelangt wo ich nicht mehr sicher war, ob meine Partnerschaft richtig war. Doch dann habe ich eine Lösung gefunden und es hat sich alles verändert. Bitte schreib mir, ob dich das überhaupt interessiert. Lg Elda

Hallo, natürlich interessiert mich das. Für mich sind diese Schwierigkeiten absolut neu! Ich bin wirklich offen für Vorschläge. Ich schreibe dich gerne an. LG

Hallo!

Das sind schon drei gravierende Punkte.

1. Keine vernünftige Sexualität. Egal ob er nun nur extrem verklemmt aufgewachsen ist oder sonst was - so wirklich auf Dauer damit leben wird schwer. Auch wenn er sonst noch so liebevoll ist, aber stell dir dein Liebesleben für die nächsten 20 Jahre so vor. Daran was ändern ist schwer, vor allem weil er schon selbst zu einer Therapie bereit sein müsste.

2. Übertriebene Einmischung in die Erziehung von viel zu großen Kindern, in einem absolut unpassenden Tonfall. Das steht ihm einfach nicht zu, so irre oft hat er ja sicher noch nicht bei euch mitgegessen und dann pfeift er die Kinder an, weil sie sich "wie zu Hause" verhalten. Sorry, aber sowas kann die Beziehung zwischen ihm und deinen Kindern nachhaltig belasten, und wenn er sich schon als seltener Gast so aufführt, was kommt dann, wenn er bei euch häufiger ist oder gar da wohnt?

3. Keine Bereitschaft zu Gesprächen und keine Kritikfähigkeit. Das ist dabei der schlimmste Punkt, weil das ja heißt, dass er auch keine Bereitschaft zeigt, sein eigenes Verhalten zu hinterfragen - und erst Recht nicht einsieht, etwas daran zu verändern. Dabei ist er ja völlig daneben gelegen.
Wie will man eine Beziehung auf Augenhöhe führen, wenn man nicht Mal miteinander reden kann? Wenn man einen Chef hat, der so drauf ist, kann man damit ja noch leben, freundlich Lächeln und sich seinen Teil denken. Den sieht man ja auch nicht oft. Aber beim Partner geht das halt so gar nicht.

Ich würde eigentlich echt sagen, alleine schon die Verweigerung von ernsten Gesprächen macht alles unmöglich und der Rest kommt nur noch oben drauf.

Hallo hasipferdi,
auch deine Antworten schätze ich immer sehr. An der Uhrzeit siehst da, dass mir das alles schwer zu schaffen macht. Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass ich mit ihm ein sehr ernstes Gespräch führen muss. Ich habe ihn ganz zu Beginn unserer Beziehung gefragt, woran denn seine früheren Beziehungen gescheitert sind. Ich konnte damals wirklich nicht verstehen, warum ein Mann wie er nicht längst "unter Verschluss" ist. Er hat damals immer den jeweiligen Frauen die Schuld gegeben. Inzwischen sehe ich das wesentlich kritischer. Sollte er sich weigern, mit mir zu reden oder sich zu öffnen, dann hat daw Alles wenig Sinn. Ebenso, wenn er nicht einsieht, dass bei Kritik, und sei sie noch so berechtigt, der Ton die Musik macht. Sobald die Kinder sich dann nämlich rechtfertigen, herrscht er sie an, "nicht die Stimme zu erheben". Ich kann diesen Satz nicht mehr hören! Das hört sich für mich schon fast viktorianisch an! Da habe ich ihn schon ziemlich barsch darauf hingewiesen, dass diese Aussage in meiner Erziehung keinen Platz hat. Er ist dann sofort beleidigt und macht dicht. Ich kann das richtig spüren. Ach Mensch, eure Antworten laufen alle in die Richtung, die ich bisher gescheut habe zu gehen. Gute Nacht

Sobald die Kinder sich dann nämlich rechtfertigen, herrscht er sie an, "nicht die Stimme zu erheben".


#zitter #schwitz

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Die Einmischung in die Erziehung halte ich für ein absolut lösbares Problem. Ich denke, das muss sich etwas zurechtruckeln. Er wird sich ja einerseits einbringen wollen und andererseits steht es ihm natürlich nicht zu, Daddy zu spielen. Gebt euch in der Hinsicht etwas Zeit und bleibt im freundlichen Gespräch über eure Wünsche und Grenzen.
Weißt du, selbst mein Mann und ich sind uns in Erziehungsfragen nicht einig. Die Situation am Tisch hätte sich hier genauso abspielen können. Ich finde das aber nicht schlimm. Unterschiedliche Ansichten helfen ja auch, den eigenen Standort mal aus einer kritischen Außenperspektive zu sehen, was ja eher von Vorteil ist.

Bauchschmerzen würde mir seine Sexualität machen. Ich weiß nicht, wie wichtig dir das Thema ist. Mir ist Genußfähigkeit und Entspanntheit und Leidenschaft gerade in der Horizontalen extrem wichtig und auch wenn der Mensch lernefähig ist: einen fantastischen Liebhaber wirst du aus ihm wohl kaum machen.

Und dann schreibst du, dass du noch nicht mal gut mit ihm über “Defizite“ reden kannst, weil er direkt einschnappt. Das spricht für eine große Unsicherheit seinerseits.
Ich würde das Thema an deiner Stelle vermutlich ganz ruhig und freundlich ansprechen, ihm erklären, dass es dir wichtig ist, auch ihn zu spüren, schmecken und zu verwöhnen und dann würde ich schauen, ob er dir a) eine Erklärung liefern kann, woher die Blockade rührt und b)versucht, dir entgegen zu kommen und seine eigene Libido wiederzuentdecken.

Käme ich an dem Punkt nicht weiter, wäre der Drops für mich gelutscht, da ich mit totaler Verklemmtheit nicht leben könnte. Sähe ich, dass der andere will und sich auf den Weg macht, hätte ich vermutlich eine Engelsgeduld und auch Freude daran, ihn behutsam an die Hand zu nehmen.

Kurzum: ich würde mir seine Bereitschaft angucken, auf dich zuzugehen.

Ich sehe das auch so und werde dieses Gespräch bei unserem nächsten Treffen definitiv führen. Von selbst wird sich nichts ändern. Danke für deine Meinung!

Ich bin auch alleinerziehend und war lang single. Die allerwichtigste Voraussetzung für eine neue Beziehung war für mich: mein neuer Partner muss absolut stabil sein. Und das meine ich in jeder Hinsicht. Finanziell unabhängig, mit einem gesunden sozialen Umfeld und psychisch und emotional stabil.

Mein Alltag als alleinerziehende Mutter ist anstrengend genug. Ich trage bereits Verantwortung für zwei Menschen und natürlich auch für mich selbst. Ich brauche keinen Partner, mit dem ich von vornherein Probleme wälzen und um den ich mich in irgendeiner Hinsicht kümmern muss.

Bei Eurer Konstellation sind so viele Probleme schon vorprogrammiert. Natürlich hat jeder seine Macken und das Recht, damit akzeptiert zu werden. Aber hier geht es ja nicht mal gerade darum, ob jemand sein Croissant in den Kaffee taucht oder schnarcht.

Ich wäre sowas von raus.

Das waren auch meine Kriterien bei der Partnerwahl. Deshalb dachte ich auch zuerst, ich hätte den absoluten Volltreffer gelandet. Als er mir vor einem Treffen in seiner Heimatstadt dann sagte, er würde an diesem Abend nicht mit mir schlafen, auch weil es ihm bei mir um soviel mehr ginge, als bloß um Sex, fand ich das damals eigentlich toll. Das er damit massive Probleme hat, habe ich dann erst später herausgefunden. Er ist auf der anderen Seite ein 100% zuverlässiger Partner. Mein Ex-Mann hingegen hat mich über Jahre betrogen. Ich werde mich an den Ratschlag von inrainbow halten und nochmal das Gespräch suchen. Danke dir!

Also dass man im Punkt Sexualität die Dinge langsam angehen lässt...dass gewisse Hemmschwellen...Hindernisse...Missverständnisse vorhanden sind...alles möglich...

In meinen Augen schließt aber die Entscheidung, keinen Sex haben zu wollen, körperliche Nähe nicht aus!!!

Und diese sucht man doch eigentlich, gerade am Anfang in der "rosaroten Phase"...
Egal, was dann passiert und wie bzw. ob es weitergeht...
Ich persönlich hätte damit ein Problem, dass selbst kleinste körperliche Gesten bereits abgelehnt werden...das ist doch auch eine Art "Kennenlernen"...sonst ist man sich zwar vielleicht geistig nah, aber weiß nie, ob man wirklich "zusammen gehören" kann...

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Frag ihn doch mal ganz offen, was er an Dir findet?
Warum er mit Dir zusammen ist?
Wie er sich eine Zukunft mit Dir vorstellt?
Wie wichtig er Körperlichkeit, Nähe und Sex nimmt?
Welche Bedeutung hat Beziehung für ihn? An welchen Verhaltensweisen macht er das fest.
Welche Gefühle empfindet er dabei? Wie nimmt er Gefühle wahr? (viele reden davon, aber die meisten denken ihre Gefühle, fragt man dann nach wo sie diese gefühlt haben, wissen sie es nicht - ich frag mich dann immer "war's dann überhaupt ein Gefühl?)

Gleichzeitig wäre es auch mal interessant, wenn Du Dir selbst aufschreibst, was Du von einer Beziehung erwartest?
Was gehört da alles rein, was ist ein MUSS, was "nice to have", was geht gar nicht
wenn möglich sollten die Gedanken losgelöst von der jetzigen Beziehung betrachtet werden (not easy aber ich glaube Du kannst das)

Dann kannst Du am Ende immer noch einen "Abgleich" fahren und Eure Beziehung evtl. auf eine andere Basis stellen, nämlich Freundschaft, könntest Du Dir das überhaupt vorstellen?

Damit würde ich mir jedoch noch etwas Zeit lassen. Es eilt ja nicht. Das was Du hier als Input bekommen hast, arbeitet ja auch in Dir und wirkt nach. Da siehst Du dann schnell die nächsten Tage, ob sich etwas immer wieder aufdrängt und verfestigt oder ob es trotz der schwierigen Lage, für Dich lösbar scheint.

Es bleibt auch noch die Option, ihn fest zu nageln um dann zu schauen wie er reagiert. (ist nicht schön, aber ein letztes Mittel, wenn Du auf Hopp oder Topp gehst) Dabei macht er dann erst mal zu, als nächstes greift er Dich an und wenn es gut läuft bricht es dann aus ihm heraus. Dabei solltest Du so gut Du kannst auf der Metaebene bleiben, nur mit dem Ziel vor Augen, seinen Schutzwall zu durchbrechen um das was kommt in Liebe entgegen zu nehmen, damit es heilen kann. Ob Du diese Rolle allerdings übernehmen willst, solltest Du Dir gut überlegen.

Das ist das, was mir auf Dich bezogen so in den Sinn kam. Dann gibt's auch noch meine persönliche Meinung und da denke ich, hat er den Zug verpasst. So ganz grob sollte man zwischen 30-50 die Kurve kriegen und seine Baustellen angehen. Beziehungsenden und Anfänge sind hier wahre Erkenntnisbringer, reflektieren was zu dies oder jenem Verhalten geführt hat, warum ich so reagiere wie ich reagiere, sich Unterstützung von Außen holen, wenn ich immer wieder an die gleichen Grenzen stoße, die Fragen meiner Partnerinnen zu meinen machen und nachforschen usw.
Das kennst Du ja vermutlich.
Mir ist ein offener Geist (und hier geht mir Herzensbildung vor intellektueller Bildung) die Voraussetzung für jede Art von Beziehung.

In einer Beziehung sollte man vor dem Partner keine Gefühle vergraben. Für mich ist das DIE Plattform überhaupt wo das Platz haben sollte.

Wow! Danke für diese Antwort! Ich habe tatsächlich einiges von dem, was du mir vorgeschlagen hast, bereits gemacht. Bevor ich ihn kennenlernte, habe ich eine solche Liste geschrieben. Er entspricht dieser Liste ziemlich genau; bis auf den Punkt: wir haben ein befriedigendes Sexualleben und können uns fallen lassen.
Ich habe mir schon oft überlegt, warum ich in manchen Situationen immer gleich reagiere und habe versucht, innerlich einen Schritt zurückzutreten. Auch meinen Anteil am Scheitern meiner Ehe sehe ich inzwischen. Aber warum fällt man immer wieder in alte Muster? Warum vergraben wir Ängste so tief in uns? Deine Antwort hat mich wirklich noch nachdenklicher gemacht. Vielleicht schreibst du ja nochmals.
Liebe Grüße

Das sind sehr gute Fragen die Du stellst. Da hat sicher jeder ganz individuelle Antworten darauf.

Alte Muster: ich stelle mir das wie ein fertiges Programm vor, das durch verschiedene Trigger einfach automatisch abläuft oder abgerufen wird. Dagegen hilft nur die Vogelperspektive (das Bewusstmachen und sich dabei von Außen zuschauen, wie ich gerade denke oder handle).
Dadurch versetze ich mich in die Lage, zu entscheiden ob ich das Programm "fahren" will oder durch ein anderes ersetze. Das "Andere" macht uns jedoch ebenso zu schaffen, weil entweder noch nicht ausprobiert, zu unbequem oder Reaktion des Gegenübers unbekannt ist. Hier braucht es vor allem Mut.

Ängste vergraben: ich formuliere das mal ganz platt: wer will schon seine eigene hässliche Fratze sehen, wie fies man vllt. war oder der Scham nochmals begegnen oder was auch immer hinter dieser Angst steckt.

Da braucht es dann schon eher therapeutische Ansätze. Solche Dinge "nur" durch Gespräche zu entschlüsseln und zu heilen ist doch sehr schwer, auch manchmal gar nicht möglich. Die Wut, Trauer, Frust, Aggression, sich klein fühlen, das muss auch mal körperlich ausagiert werden dürfen, nur dazu gibt es unserer Gesellschaft keinen Platz mehr und so fressen wir das mehr und mehr in uns hinein. Das Kognitive, der kontrollierte Geist geht bei uns über alles und was keine Wissenschaft ist, gilt sowieso nicht.

Wenn wir dann noch ambivalente Gefühle zu etwas haben, kommen die meisten um uns herum gar nicht mehr mit. Die sind schlichtweg überfordert. Für die gibt es dann nur schwarz oder weiß


Um nochmal hierzu zu kommen:
<Ich habe mir schon oft überlegt, warum ich in manchen Situationen immer gleich reagiere und habe versucht, innerlich einen Schritt zurückzutreten>

Ich freue mich über Deine Aussage. Schau mal, wenn Du Dir hinterher (nach dem automatischen Reagieren) selbst Fragen stellen kannst, wie: was hätte ich anders machen können, wie genau hätten bspw. Antworten lauten können, oder hätte ich besser gehen oder bleiben sollen, hätte ich doch meinen Schmerz gezeigt und geweint oder hätte ich ihn vllt. besser nicht gezeigt usw., dann kommst Du Dir selbst schon sehr nahe.

Wenn das so ist, dann hast Du für die nächste Situation ein paar mehr Werkzeuge in Deiner mentalen Werkzeugkiste.
Bewusstsein (wahrnehmen was gerade passiert) heißt auch, die Wahl zu haben.

Dann kannst Du Dich sogar für das alte Muster entscheiden, bist mit ihm jedoch nicht mehr auf Gedeih und Verderb verhaftet sondern kannst Dich davon lösen und wirst somit ein Beobachter Deiner selbst.

Spirituell gesehen könnte man sagen: Dein göttliches Ich schaut sich selbst beim Menschsein zu.

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