Streit ums liebe Geld

    • (1) 26.09.18 - 23:36
      Finanzia

      Hallo Zusammen,

      ich bin seit 6 Jahren mit meinem Mann zusammen. Unsere beiden Kinder sind 4 und 2. Eigentlich verstehen wir uns gut. Wir haben die gleichen Wertvorstellungen, Interessen, Hobbys und den gleichen Humor. Wenn wir uns streiten geht es dabei immer ums Geld. Der Grund ist, dass wir chronisch pleite sind. Gegen Monatsende müssen wir tatsächlich den Gürtel enger schnallen. Dabei haben wir gar nicht so wenig Geld. Inkl. Kindergeld kommen wir auf 4500 € netto, aber irgendwie kommen wir trotzdem nicht damit hin. Leider haben wir beide kein Händchen fürs Finanzielle. Habt ihr irgendwelche Tipps wie man die Finanzen in den Griff bekommt?

      • Haushaltsbuch führen. Klingt simpel aber hilft trotzdem enorm.

        Am Anfang ist es natürlich erstmal Arbeit. Nimm dir die letzen 3 Monate und schreibe detailliert auf wann ihr für was Geld ausgeben habt. Dann fallen meist schon viele Dinge auf, an denen man sparen kann.

        Immer mit Einkaufszettel einkaufen und sich daran halten. Und nicht hungrig einkaufen gehen 😉 mit leerem Magen ist meist der Einkaufswagen voller als nötig bzw geplant.

        „Gefährlich“ sind meist auch viele kleine barabhebungen unter dem Monat. Hier mal 10€, da mal 20€. Das läppert sich. Daher da ein Auge drauf haben und evtl das Freizeitbudget bar zu Hause oder einem separaten Konto haben.

        Ansonsten Kleinigkeiten weglassen....der Kaffee oder das belegte Brötchen beim Bäcker....geht auch ins Geld.

        Wenn Ihr viel bargeldlos zahlt, bekommt man beim Durchforsten der Kontoauszüge der letzten 3 Monate einen ganz guten Überblick. Allerdings muss man auch die Monate mit den dicken Batzen berücksichtigen. Bei uns werden z.B. im Januar die ganzen Versicherungen abgebucht, wenn da das Konto in den Dispo geht, reissen in den folgenden Monaten die Dispo-Zinsen weitere Löcher.

        Oder Kleinkram: Das schon erwähnte belegte Brötchen beim Bäcker, das Schnäppchen im Internet - das summiert sich über den Monat dann auch schnell auf dreistellig.

        Grüsse
        BiDi

        Als ich mal mit wenig Geld auskommen müsste, habe ich mir das Haushaltsgeld in 4 Umschläge (für jede Woche) gepackt und nur genau so viel ausgegeben. Die EC-Karte war dann nur fürs Tanken.

        Wenn dann am Ende der Woche nur noch wenig Geld da war, gab es eben nur Nudeln mit Tomatensoße. So lernt man auch, dass man eben nicht schon Montag alles auf den Kopp kloppen kann.

        Beim Einkaufen Eigenmarken kaufen. Das ist ja kein Schund sondern es stecken ja Markenprodukte dahinter.

        Internetkäufe runter fahren.

        Mal die Fixkosten auflisten und schauen, wie viel schon weg ist. Dispo reduzieren oder auf null. Am Monatsanfang einen festen Betrag zur Seite legen und da auch nicht für irgend einen Schund ausgeben.

        Und auch mal überlegen, welche Käufe man nur zur Befriedigung irgendwelcher Bedürfnisse macht. Manchmal steckt ja was Anderes dahinter.

        LG

        • (5) 27.09.18 - 09:19

          Seit wann sind denn 4500 Euro für 4 Personen wenig Geld zum Auskommen?

          Das Einkommen der Familie liegt 1000 Euro über dem mittleren Haushaltseinkommen. Damit sollte man doch auch ohne Nudeln mit Sauce aus Spargründen auskommen.

          • Es geht darum, wie man lernt, mit seinem Einkommen hauszuhalten.

            Meine Umschläge hatten je 50 Euro Inhalt. Wenn sie sich 500 in jeden packt, ist das bei dem Einkommen auch okay. Es geht ja nur darum, dann mit diesen 500 auch auszukommen und nicht schon den nächsten Umschlag anzubrechen.

            LG

      Nicht nur den Gürtel am Monatsende enger schnallen, sondern bereits am Monatsanfang. #aha

      Ich denke, es würde euch schon ganz gut helfen, wenn ihr euch mal die Kontoauszüge der letzten Monate anschaut und dann genau hinterfragt, was für Ausgaben wirklich nötig waren und was für welche nicht. Meistens merkt man dann sehr schnell, wo man sparen kann.

      Ansonsten kann es helfen, einen bestimmten Betrag pro Woche einzuplanen, an den ihr euch genau haltet, komme was wolle. So habt ihr eine bessere Kontrolle. Und natürlich kann das Führen eines Finanzbuches auch nicht schaden.

      Du hast schon sehr gute Tipps bekommen. Eines noch, die Schuldnerberatung kann euch auch gute Tipps geben, selbst wenn ihr noch nicht gerade in Schulden ertrinkt.
      Mir selber ging es schon jahrelang finanziell mehr als besch....eiden. Es hilft, sich bei jeder Geldausgabe zu fragen, muss das wirklich sein?
      Müssen die Kinder in Bergen von Spielzeug und Klamotten ertrinken? Sovieles wird bei Gebrauchtbasaren verkauft, was nicht einmal getragen wurde "weil man einfach zuviel hat". Selber aus Einzelzutaten kochen anstatt zu Fertigpackungen zu greifen, hilft auch. Man braucht meine Schubladen voller "Fix-Produkte", Fertigsoßen und -suppen;-) usw.
      Von eurem Einkommen können viele Familien nur träumen, ihr müsstet jeden Monat einen schönen Betrag zur Seite legen können.
      Allerdings darf man sparen nicht halbherzig angehen so nach der Devise, hach ja, nur das kauf ich noch, wird schon noch reichen....
      LG Moni

      (11) 27.09.18 - 10:17

      Also sorry, ganz ehrlich 4500 netto und ihr kommt nicht aus? wir sind zu viert und haben noch nicht mal BRUTTO 4500 zusammen und finanzieren noch ein Haus damit. 😟 Also wir haben 2 Konten. mein Mann verdient mehr und bezahlt alle fix kosten, die gehen zum 1. des Monats automatisch alle ab vom Konto, den Rest überweist er mir. sein Konto ist dann auf 0 und im Geldbeutel hat er 50 Euro für den Monat für z.b mal eine Leberkässemmel vom Bäcker o.ä
      Ich nehme vom Geld 450 Euro für Lebensmittel für den Monat. 4 wochen/100 Euro und 50 Euro als "notgroschen" das Geld nehme ich runter vom Konto und lege es in die Haushaltskasse wo auch ein Haushaltsbuch drinen ist. Dann kommt 150 in mein Geldbeutel davon bezahle ich Tank und Freizeitaktivitäten. Der Rest vom Geld auf dem Konto kommt sofort aufs Sparbuch. Da ist nicht viel drauf aber immer ein wenig z.b für Dinge wie Versicherung, Steuer Nachzahlung oder kaputte Waschmaschine,
      Auto usw kommen mehrere Dinge auf einmal dann straucheln wir einige Monate hinterher da wir einfach mit wenig auskommen müssen. Aber ich persönlich finde wenn man sich für alles ein Budget setzt und dieses einhält dann geht es ganz gut. Schau dir mal ein paar Monate genau an was du bzw ihr ausgebt, für Lebensmittel, Tank, Freizeit und shoppen. Schreib jeden Cent auf! Das ist erst etwas mühseelig aber so bekommst du ein guten Überblick über das Budget was du setzten musst. Dann lege fest z.b 600 Euro für Lebensmittel, 200 Euro für Tank, 200 für Freizeit und 200 für shoppen/klamotten/Frisur usw...das sind 1100 Euro im Monat plus 100 notgroschen und es bleiben 3300 Euro für fix kosten. Ich weiß ja nicht was ihr Miete usw zahlt aber der Betrag sollte schon ausreichen für die fix kosten. Sind die fix kosten vom Konto runter und deine 1200 für den Monat auch dann nimmst du den Rest und packst den aufs Sparbuch oder sonst wohin für eben größere Ausgaben die auch mal anfallen.

      Aufjedenfall erstmal aufschreiben, buget setzen und dran halten dann klappt es auch mit dem sparen.

      Ich finde 4500 auch mehr als ausreichend für vier Personen. Die Tipps (Haushaltsbuch, Kontoauszüge durchsehen) finde ich auch gut. Als erstes würde ich mir jedoch die Fixkosten anschauen. Wie zahlt ihr fürs wohnen, Auto, Nebenkosten, Verträge (Handy, Fitnessstudio...), Abos (z.b. Netflix, Spotify...), Versicherungen etc. Dann würde ich mir überlegen, ob das alles notwendig ist. Häufig kann man vieles kündigen. Ich nutze z.B. eine Aldi pre paid Karte und zähle so nur 8€ im Monat für mein Handy. Ein Auto haben wir auch nicht. Mit Fahrrad und Öffis kommen wir in der Großstadt gut zurecht.

      Erstmal alle Fixkosten aufschreiben, die schon von eurem Gesamtbetrag abziehen und dann vor allem die ersten Tage nicht leben wie in saus und braus.
      Wir, Baby kommt im Januar, legen uns immer Geld zur Seite, gönnen uns auch mal was (Urlaub,Essen,zwei Autos) und reichen mit unserer Kohle bis zum nächsten Gehalt. Meine Schwester und ihr Freund, kinderlos, verdienen das selbe wie wir, fahren nie im Urlaub, haben nur ein Auto, haben trotzdem am 10. keine Kohle mehr. Die leben ersten 10 Tage wie die Könige und den Rest des Monats wie n Bettler. Keine Ahnung wie man das hinbekommt und nicht in der Lage ist, das selbst zu ändern..

      (14) 27.09.18 - 12:50

      Alle monatlichen Fixkosten aufschreiben.
      Alle Viertel und Halbjährlichen.
      Alle jährliche Fixkosten ebenso.
      Damit habt Ihr erst Mal einen Überblick über die Fixkosten.
      Wenn Ihr Amazonies seid, da mal sehen und zusammenrechnen was Ihr die letzten Monate so alles bestellt habt.
      2 Monate lang Haushaltstagebuch führen. Jede Ausgabe und wenn es nur 70 Cent sind, darin notieren.
      Fast immer ist der Posten "außer Haus essen" bei den meisten nicht eingeplant und schlägt schnell mit mehreren hundert Euro zu buche.

      Für den Anfang könnte Euch so etwas oder ähnliches helfen:
      https://excel-vorlagen.net/haushaltsplan-als-excel-vorlagen/#more-558

      Ich kann deine Situation gut verstehen.

      Mein Mann und ich haben sogar noch etwas mehr netto zur Verfügung - aber gerade dann hör dieses bewusste Geldausgeben oft auf, finde ich.

      Wir waren am Monatsende nie bei null, aber das Geld, das eigentlich hätte „übrig“ sein sollen, das verschwand größtenteils irgendwie so in den Alltag.

      Ich habe also angefangen, wie auch oben schon vorgeschlagen, mal alle Kosten aufzulisten.
      Wir nutzen beinahe kein Bargeld, also war das Onlinebanking sehr nützlich.
      Ich hab das alles in eine Exceltabelle eingegeben, monatlich aufgeschlüsselt, und einen Durchschnitt errechnet.
      Das ganze jeweils für 3 Kategorien:
      Fixkosten (Miete, Kita, Versicherungen...)
      normale Ausgaben (Tanken, Essen, Drogerie...)
      Luxus (Kleidung, Essen gehen, Möbel...)

      Dann hab ich mir mal die monatliche Summe angeschaut und festgestellt, da müsste jetzt ein Betrag x übrig bleiben (ohne uns einzuschränken!).
      Da es das nie so wirklich tat, habe ich genau diesen Betrag x (plus ein bisschen mehr) direkt am Anfang des Monats vom Konto runter und angelegt - BEVOR ich es ausgeben konnte.

      Das war für mich am Ende der Knackpunkt, was nicht da ist, kann man nicht ausgeben.
      Ich war nie so, dass ich auf die Idee gekommen wäre, das Geld am Sparkonto anzuzapfen um shoppen zu gehen - ich hab nur scheinbar mein Konsumverhalten im laufenden Monat immer dem Kontostand angepasst.
      Der ist jetzt von vorneherein niedriger und es fehlt uns trotzdem im Alltag an nichts, eben weil wir diesen Betrag x nie wirklich gebraucht haben.

      Also für mich ganz klar, wenn ich von meinem Geld einen Gegenstand kaufe, den ich brauche, habe ich am Ende diesen Gegenstand und kann ihn nutzen. Schwierig waren für mich diese Ausgaben, die letztlich keinen Bestand hatten: Kleidung, die nie getragen wurde; Deko, die mir dann nicht lang gefiel; Sachen fürs Hobby, für das nie Zeit blieb, Kinderspielzeug, nach wenigen Wochen für den Kleinen uninteressant.....
      Nachdem wir uns durch diese monatliche feste Sparrate selbst einschränken, kaufen wir einfach bewusster ein, würde ich sagen und das macht bei uns wirklich den Unterschied.

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